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44 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Der Ethnologe mit dem klaren Blick"
Zur Zeit Friedrichs des Großen stritten sich zwei adlige Damen, welcher von ihnen bei Hofe der Vortritt gebühre. Die Randbemerkung des Alten Fritz, der sich ja um alles selbst kümmerte: Die größere Närrin gehe voran."

Den beiden Damen mangelte es vielleicht nicht an Standesdünkeln wohl aber an guten Manieren. Asfa-Wossen...
Veröffentlicht am 17. Mai 2007 von Floetelei

versus
5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen falsche Wehmut
Manieren beginnt als amüsant geschriebene, kenntnisreiche Betrachtung eines Themas, das sich, in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts scheinbar obsolet geworden, gestiegener Konjunktur erfreut. Der Autor unterstützt diese Entwicklung mit Engagement und Humor. Da ich, auch als moderner Mensch, durchaus Sinn für Tradition und für...
Vor 12 Monaten von checkel veröffentlicht


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44 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Der Ethnologe mit dem klaren Blick", 17. Mai 2007
Von 
Floetelei (Bodensee) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Manieren (Gebundene Ausgabe)
Zur Zeit Friedrichs des Großen stritten sich zwei adlige Damen, welcher von ihnen bei Hofe der Vortritt gebühre. Die Randbemerkung des Alten Fritz, der sich ja um alles selbst kümmerte: Die größere Närrin gehe voran."

Den beiden Damen mangelte es vielleicht nicht an Standesdünkeln wohl aber an guten Manieren. Asfa-Wossen Asserate gibt in seinem Bestseller Manieren" eine ganz einfache Antwort auf die Frage der Rangfolge: Der Höhergestellte ist immer der andere. Denn gute Manieren haben laut Asserate weniger mit äußerer Etikette zu tun als vielmehr mit innerer Haltung. In einem Interview sagte er: Jemand, der alle Benimmregeln kennt, der aber keine Herzensbildung hat, ist für mich noch lange kein Mensch mit guten Manieren."

Gute Manieren, das sind für ihn eine Mischung aus Aufmerksamkeit und Nachlässigkeit. Die ganze Aufmerksamkeit müsse dem anderen gelten. Die eigene Person hingegen sei auf jeden Fall zu vernachlässigen. Außerdem sollen die Manieren beiläufig und ohne Angeberei daher kommen. Diese Mixtur aus Anmut und Demut saugten der Adel und die alten bürgerlichen Eliten quasi mit der Muttermilch auf.

Manieren lernen, das wollten traditionell immer nur die Aufsteiger. Prinz Asfa-Wossen bezweifelt, dass das Pauken von Anstandsregeln auf dem Weg nach oben hilfreich ist - und die 68er scheinen ihm Recht zu geben. Sie sind zwar durch die Institutionen marschiert, haben dabei aber bewusst die Manieren als bourgeois auf der Strecke gelassen.

Die Kinder und Enkel der Revoluzzer aber scheinen sich wieder nach verbindlichen Regeln zu sehnen. Davon zeugt unter anderem eine fast schon groteske Fülle so genannter neuer Knigges für alle Lebenslagen.

In der Flut aktueller Titel findet man den Ess- und Tischknigge, den Japan-Knigge, den Campusknigge, den Business-Knigge, den Sex-Knigge, den Krawattenknigge - und, wen wundert's bei so viel Knigge, auch die Knigge-Fallen". Soviel Knigge in der Optik" trübt den Blick auf das, was Manieren wirklich ausmacht. Denn der unfreiwillige Namenspate all dieser Benimm-Büchlein, Adolph Freiherr von Knigge, hat als einziger in dieser Liste gar keinen Knigge geschrieben, sondern ein Buch mit dem Titel: Über den Umgang mit Menschen." Asserate teilt diese Fehleinschätzung als Manieren-Papst mit Knigge, den er als großen Mann der deutschen Aufklärung bewundert. Auch Asserate hat keine Aufzählung von Anstandsregeln verfasst. Viel eher geht es ihm bei seiner brillant geschriebenen Untersuchung der europäischen Manieren um das Herausbilden eines bestimmten Menschentypus."

Und schon gar nicht lehrt ein äthiopischer Prinz den Deutschen Mores", wie das etliche Journalisten formulierten. Erstens würde er sich das nie anmaßen, denn er hat gute Manieren. Zweitens ist er seit vielen Jahren selbst Deutscher.

Er lebt seit 1968 in Deutschland und arbeitet heute in Frankfurt als Unternehmensberater für Afrika und den Mittleren Osten. Prinz Asfa-Wossen kennt seine deutschen Landsleute so gut wie kaum ein Zweiter. Hinzu kommt bei ihm freilich der Blick eines Menschen, der in zwei Welten zuhause ist. Eine Journalistin nennt Asserate den Ethnologen mit dem klaren Blick." Tatsächlich hat er in Tübingen, Cambridge und Frankfurt neben Jura und Volkswirtschaft auch Geschichte und Ethnologie studiert. Doch anders als ein Völkerkundler betrachtet Asserate seine Studienobjekte nicht nur wissenschaftlich kühl von außen sondern auch mit Herzenswärme von innen.

Die Lektüre dieses Buches bereitet von der ersten bis zur letzen Seite reinstes Vergnügen, ist darüber hinaus ein aufklärerisches Werk im besten Wortsinn und gehört in jeden Bücherschrank.
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23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So wunderbar!, 23. September 2005
Rezension bezieht sich auf: Manieren (Taschenbuch)
Asfa Wossen Asserate stammt aus dem äthiopischen Kaiserhaus, dass immer der deutschen Kultur sehr zugetan war. Nun lebt er seit vielen Jahren in Deutschland und ist ein profunder Kenner der deutschen Kultur und Seele. Dennoch hat er noch immer genügend Distanz, deutsche Befindlichkeiten kritisch zu sehen. Ihm ist mit "Manieren" - das nun als Taschenbuch vorliegt - ein Sittenbild gelungen, das ganz bestimmt lange Bestand haben wird. "Manieren" ist kein Benimmbuch und kein Ratgeber. Es ist vielmehr ein Kopfkissenbuch für all' jene Menschen, die mit Neugier am gesellschaftlichen Leben teilhaben möchten. Asserate hat so feinsinnig und treffsicher Selbstverständliches und Besonderes auf den Punkt gebracht, dass man bestimmte Passagen immer und immer wieder liest. Er macht keinen Hehl aus seiner eigenen distinguierten Herkunft, zeigt aber dennoch deutlich auf, dass Manieren eben kein Privileg der wohlsituierten Bildungsbürgerschicht sind, sondern vielmehr eine Frage der inneren Haltung. Manchmal mutet sein geschliffenes Deutsch, dass das Lesen dieses Buches zu einem zusätzlichen Vergnügen macht, ein wenig nostalgisch-altmodisch an. Auch einen leichten Snobismus kann man durchaus ausmachen. Aber all'das trägt zu einem ganz besonderen Buch bei, dass dem Leser nicht nur Vergnügen bereitet sondern im positivsten Sinne auch die eine oder andere Lektion erteilt, die man so schnell nicht vergisst!
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118 von 123 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein hervorragender Nicht-Ratgeber..., 13. Oktober 2003
Von 
Marc Rohde "marcrohde" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Manieren (Gebundene Ausgabe)
Was gibt es über dieses Buch zu sagen? Womit fange ich an? Dass der Autor ein äthiopischer Prinz ist? Dass er seit etwa 30 Jahren in Deutschland lebt? Dass er offensichtlich über eine hervorragende Beobachtungsgabe verfügt, und was fast noch wichtiger ist, ein ausgesprochenes Talent für Formulierungen?
"Manieren" ist wirklich kein Ratgeber im eigentlichen Sinn. In diesem Buch beschreibt der Autor auf eine doch irgendwie persönliche, durchaus humorvolle Art und Weise seine Beobachtungen zu den Manieren in der Welt, vorrangig in West-Europa, vorrangig in Deutschland. Dabei hilft ihm der Blick des Aussenstehenden, den er glücklicherweise auch nach so langer Zeit in Deutschland noch nicht verloren hat. Er verknüpft hier aktuelles mit geschichtlich mehr oder weniger bedeutenden Vorfällen, beschreibt selbst oder von guten Freunden und Bekannten erlebte Anekdoten und ist durch diese persönlich Note sehr, sehr angenehm zu lesen. Ach ja, für viele Leute (wie auch für mich) ist Anfangs ein Fremdwörterbuch sicher eine gute Hilfe. Das Buch ist diesen Aufwand aber ganz bestimmt wert! Letztlich fragt man sich, ob das Buch vielleicht nicht doch ein Ratgeber ist; wenn ja, dann ein ziemlich subtiler.
Dieses Buch ist übrigens auch ein nahezu perfektes (Weihnachts-)geschenk: man denke nur mal an das Lange Gesicht des Beschenkten, wenn er den Titel des Buchs sieht. Spätestens nach ein, zwei Kapiteln sollte aber ein eventuell aufgekommener Gram dann doch in Dankbarkeit umschlagen... Wenn nicht, hat's der Beschenkte nicht gelesen.
Mein Fazit: Lesen, staunen, gut-finden.
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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch für Persönlichkeiten, 18. März 2007
Von 
HG (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Manieren (Gebundene Ausgabe)
Mal ehrlich: Irgendwie hat das schon was. Die Welt unter funkelnden Kristalllüstern, wo der Handkuss noch zelebriert wird, wo formvollendete Höflichkeit herrscht und man an der festlichen Tafel diniert. Ach ja ... Aber dazu nötig: Manieren. Feine Leute soupieren, während die große Masse nur isst.

Anders als es der Titel des Buches vermuten lässt, hat Asserate jedoch kein Regelwerk des Verhaltens verfasst. Also nichts für Neureiche, die einen Schnellkurs in gesellschaftlichem Verhalten brauchen. Dafür ist das Buch geistig viel zu fordernd. Dem Autor geht es vor allem um eines: um das "Herausbilden eines bestimmten Menschentypus", um den "menschlichen Charakter".

Asserates Manierenstudie ist eine Reise durch die Geschichte Europas, die er mit vielen Anekdoten von selbst erlebten Situationen würzt. Er macht sich darüber auch lustig. Viele Verhaltensweisen von heute leitet er aus Mythologien der Antike und des Mittelalters her. Seine Interpretationen sind interessant, wenn auch nicht wissenschaftlich fundiert.

Die Lektüre der 370 Seiten gestaltet sich größtenteils leicht und lehrreich zugleich.

Er hat eine Hilfe zur Persönlichkeitsbildung geschrieben. Wo andere mit modernen Personality-Floskeln um sich werfen, setzt er den verstaubten Begriff der "Ehre" dagegen - und füllt ihn mit neuem Leben. Außerdem ist es angenehm, dass er sich bemüht, niemals oberlehrerhaft oder moralisierend zu wirken.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sehr geistreiches und unbedingt lesenswertes Buch, 8. September 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Manieren (Gebundene Ausgabe)
Zugegeben, der Autor stammt aus der Gesellschaftsschicht des Hochadels und dies färbt natürlich ein wenig auf seine Darstellung und deren Themenschwerpunkte (z.B. korrekte Durchführung des Handkusses, Begrüßungsrituale unter dem Hochadel) ab - ein ungewohnter Standpunkt für deutsche Leser, aber warum nicht? Ein bißchen mehr Kultur und Manieren täte unserer täglichen Miteinander ausgesprochen gut. Der Autor versteht unter "Manieren" weniger die korrekte Ausübungen äußerlicher Verhaltensweisen, sondern mehr eine innere Kultiviertheit, die sich dann auf das Benehmen überträgt. Der Schreibstil ist sehr interessant, geistreich, sehr belesen, oft ausgesprochen amüsant. Übrigens, Volapük(kommt im Buch vor) ist eine Kunstspreche (ähnlich wie Esperanto)
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Im Großen und Ganzen amüsant und erhellend, 23. Juli 2004
Von 
Ulrich Hartmann (Mulfingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Das Werk ist schwer einzuordnen: mal kommt es einem vor wie ein klassisches Benimmbuch, das einem erzählt, wann man den Hut abnehmen und vor wem man aufzustehen hat, mal erhält man lange historische Ausführungen, mal enthält es Beobachtungen des in Deutschlang üblichen Verhaltens aus afrikanischer Perspektive, mit tiefsinnigen Gedanken und persönlichen Erinnerungen. Aber das macht das Buch abwechslungsreich und man stößt immer wieder auf Neues und Interessantes. Dazu kommt die klare, unprätentiöse Sprache und, was das Buch besonders sympathisch macht, daß der Verfasser sich abschätziger Wertungen weitgehend enthält und auch darin "Manieren" zeigt. Nicht allen seinen Ansichten kann man so ohne weiteres folgen (was hat er gegen Soßenlöffel?) und auch seine Beobachtungsgabe hat ihre Grenzen. So scheint es ihm entgangen zu sein, daß es in Deutschland (außer dort, wo die Amerikanisierung weit fortgeschritten ist) üblich ist, sich am Telefon mit Namen zu melden und ein bloßes "Ja" oder "Hallo" von den meisten als unhöflich empfunden wird, und auch, daß "Grüß Gott" in ganz Süddeutschland (vor allem in Bayern und Württemberg) der übliche Gruß ist, nicht nur in katholischen Gegenden. Das sollte bei einer Neuauflage korrigiert werden.
An der Qualität der Lesung gibt es nichts auszusetzen; Vortragsart und Stimme des Sprechers passen gut zum Buch. Leider ist jeder CD in nur wenige, sehr lange Tracks aufgeteilt. Im Booklet ist ein Kapitel freundlicherweise auch abgedruckt; dafür erfährt man nicht, daß und wie die Hörbuchfassung gegenüber dem Buch gekürzt ist. Ich vermute, daß es sich um eine Auswahl von Kapiteln handelt. Der Verlag läßt sich damit eine Gelegenheit entgehen, für das Buch zu werben. Wüßte der Hörer, welche Themen ihm entgehen, könnte das schließlich ein Anreiz für ihn sein, das Buch zu kaufen.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als nur Manieren!, 21. April 2006
Von 
isy3 (lebt nun am Bodensee) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Manieren (Taschenbuch)
Asfa-Wossen Asserate entstammt dem äthiopischen Hochadel und lebt seit Jahren in Deutschland, wo er als Unternehmensberater tätig ist. Sein scharfer Blick für die Besonderheiten deutscher Sitten und Unsitten - aus seiner Perspektive gesehen und im Vergleich zu anderen Ländern liest sich ausgesprochen amüsant.

Der Autor ist Kosmopolit, hat eine erstklassige Ausbildung genossen und schreibt ein wunderschönes Deutsch. Die einzelnen Kapitel des Buches hat er mit großartigen Beispielen aus der Weltliteratur gespickt und er zieht bisweilen erstaunliche Schlußfolgerungen, die das Ganze zu einem geistreichen Querdenkerbuch machen. Besonders schön fand ich auch die herrlichen eingestreuten Geschichten aus Asserates Kindheit am äthiopischen Königshof. Mein Lieblingskapitel ist allerdings "Vulgarität". Dieses Phänomen hat der Autor exakt beschrieben und genau auf den Punkt getroffen. JA!!!!

Das Buch ist ein ideales Geschenk für Manager - nur vielleicht nicht gerade für den direkten Vorgesetzten - insbesondere wenn dieser einen eher geringeren IQ hat. Auch empfehle ich "Manieren" für die Hausbibliothek: einmal als Nachschlagewerk in Benimmfragen und zum anderen als erhaltenswertes Zeitdokument.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Grandsigneur über Manieren, 29. April 2005
Von 
Thorsten Wiedau (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Manieren zu haben, scheint in heutiger Zeit immer unwichtiger zu werden und da liegt der kapitale Fehler, gerade heute braucht man Manieren um sich dem wütenden Ansturm der Grobiane entgegenzustellen. Asfa-Wossen Asserate zeigt dies in seiner HörCD „Manieren" auf bewundernswerte Weise auf.
Gerne habe ich der Stimme gelauscht, die da von vergangenen Zeiten sprach, als man sich noch höflich Visitenkarten übergab und einander vorgestellt wurde. Als es noch üblich war mit gutem, schwerem Besteck zu essen und man davon ausgehen konnte, wie bei Tisch Konversation zu machen sei.
Das gerade ein Ausländer so formvollendet über dieses Thema spricht, offenbart doch einiges. Das „eine Deutsche" ihn auf einer französischen Vernissage darum bat nicht so laut deutsch zu sprechen, da er sich ja ansonsten als Deutscher zu erkennen gäbe, offenbart übrigens auch viel...
Gerade die Kapitel „Understatement, Diskretion und Vulgarität" empfand ich als besonders hörenswert. Manches Mal kommt es einem so vor, als spräche da jemand von einer anderen Zeit in einer anderen Welt, doch es war Deutschland.
Diese Lesung von Gunter Schoß, sollte jedem zusagen, insbesondere älteren Semerstern, welche gerne einmal hören wollen, das es eine Zeit gab wo noch mit Messer und Gabel gegessen wurde, wo man sich begrüßte und wo man dezent weg schaute, wenn Fehler gemacht wurden oder jemand sich bekleckerte. Heute scheint alles ins Rampenlicht gezerrt zu werden und die Pizza wird mit der Hand hinunter geschlungen...
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rezensions-Rezension, 26. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Manieren (Taschenbuch)
Eigentlich wollte ich ja eine Rezension zu dem Buch von Dr. Asfa-Wossen Asserate schreiben. Doch nachdem ich gründlich die Texte meiner "Vor-Rezensenten" gelesen habe, scheint es mir sinnvoller, eine Rezension über die Renzensionen zu schreiben.

Als erstes: Der Mann heißt nicht Blasphemato Asservate oder Ahasver-Nüssen Nosferatu, aber dies nur am Rande (ich gestehe allerdings gerne ein, dass auch ich gelegentlich meine Schwierigkeiten mit fremdländischen Namen habe)!

Es kann natürlich eine Methode sein, seine Erwartungen in einen Buchladen zu tragen, um sich dort das passende Buch dazu zu suchen. Kann gutgehen - muss aber nicht, wie einige Rezensenten feststellen durften. Ich halte es eher so, dass ich so unvoreingenommen wie möglich die Buchdeckel öffne - und dies durchaus als "heilige Handlung" zelebriert - um mich dann aus vollem Herzen und gern von dem überraschen zu lassen, was mir der Autor über sich und seine Sicht der Welt mitzuteilen hat.

Und dies war im vorliegenden Falle sogar ausgesprochen formidabel. An unzählbare Entäuschungen über Bücher gewöhnt, auf die die Welt wirklich hätte verzichten können, "entblätterte" sich vor meinem Seelenauge eine der seltenen publizistischen Sternstunden - eines der wenigen Bücher der Zeit, die es Wert sind, geschrieben worden zu sein.

Natürlich spricht aus jeder Seite die persönliche Perspektive des Autors (wen wunderts?) und die Sichtweise seines sozialen Standes (wie sollte er dies verhindern - und vor allem: warum?) und jawoll - etwas eitel und selbstgefällig ist der Autor auch (soll man so kleinlich sein, ihm das anzukreiden?!?). Natürlich ist Asserate ein bisschen spießig und provoziert mehr als gelegentlich die Frage, ob das Alles noch zeitgemäß ist. Aber macht all dies den eigentlichen Wert oder Unwert des Buches aus? Ich sage: NEIN!

Was uns das Buch wirklich mitteilen will, ist die Beschaffenheit einer inneren Haltung und wie sie entsteht. Und dabei bietet Asserate zutiefst philosophisch-anthropologische Analysen (durchaus in kant'schem Sinne des kategorischen Imperativs), die weit über die persönlichen Befindlichkeiten des Autors hinausweisen. Natürlich hat nun jeder Leser das Recht zu sagen, das interessiert mich nicht oder zu fragen, wie relevant diese Haltung für ihn persönlich ist. Aber eins dürfte als sicher gelten: Wer das Buch sorgfältig liest, hat sich nicht nur gut amüsiert, sondern vieles über sich und seine Lebensumstände auf eine Weise gelernt, die ihm kein anderer Autor hätte vermitteln können.

Insofern verdient das Buch selbstverständlich 5 goldene Sterne und keinen weniger!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Plädoyer für bessere Umgangsformen, 12. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Manieren (Gebundene Ausgabe)
In Zeiten, wo es keine festgeschriebenen Regeln für den allgemeinen gesellschaftlichen Umgang mehr gibt, ist so ein Buch ein hilfreiches Angebot, zumal es über weite Strecken in einem locker, interessanten Stil verfasst ist. Dabei ist es weniger ein Katalog von Beschreibungen exakter Verhaltensweisen, sondern mehr eine kulturkritische Betrachtung von gesellschaftlichen Umgangsformen. Dem Autor ist wohl wichtig zu vermitteln, dass man Manieren nicht um ihrer selbst Willen einhalten sollte, sondern das ein respektvoller Umgang den Menschen selbst eine innere Befriedigung geben kann.
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Manieren
Manieren von Asfa W Asserate (Gebundene Ausgabe - 2004)
EUR 22,90
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