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5.0 von 5 Sternen Ganz großes (Kopf-)Kino! Ganz große Literatur!
Kurzinhalt:
Hamburg, Anfang der 80er: Alex lebt mit ihrem Bruder in einem Bungalow - der Vater ist froh, dass er seine Kinder nach draußen verfrachtet hat.
Ohne Job kann sie sich keine Wohnung leisten. Mal abgesehen davon, dass sie auch gar nicht weiß, wie man eine mietet. Da fällt ihr die Anzeige: "Taxifahrerinnen gesucht" ins Auge. Explizit...
Veröffentlicht am 4. April 2011 von JED

versus
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiespältig
Mit gemischten Gefühlen habe ich dieses Buch gelesen. Schon recht früh fiel mir auf, dass mir so gar keine der Personen wirklich sympathisch war, die meisten waren so echte Unsympathen. Das muss nicht gegen das Buch sprechen, vielleicht war das die Intention der Autorin, allerdings konnte ich aus diesem Grund keine rechte Bindung zum Buch herstellen...
Veröffentlicht am 6. Oktober 2010 von Marcus Huegens


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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiespältig, 6. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Taxi: Roman (Taschenbuch)
Mit gemischten Gefühlen habe ich dieses Buch gelesen. Schon recht früh fiel mir auf, dass mir so gar keine der Personen wirklich sympathisch war, die meisten waren so echte Unsympathen. Das muss nicht gegen das Buch sprechen, vielleicht war das die Intention der Autorin, allerdings konnte ich aus diesem Grund keine rechte Bindung zum Buch herstellen.

Daran änderte sich auch bis zum Schluss nichts mehr, die Hauptfigur ging mir mit ihrer unglaublichen Lethargie immer mehr auf die Nerven. Aber ok, unrealistisch kann man das nicht nennen, so Leute soll es geben.

Vom Schreibstil her kann ich das Buch nur positiv beurteilen. Es liest sich leicht ohne platt zu wirken. Allerdings störte mich der Episodenstil ein wenig. Für meinen Geschmack gab es zu wenig roten Faden, der sich verfolgen ließ. Andererseits wurde so wohl auch das Leben der Hauptfigur ganz anschaulich vermittelt. Es passierte nichts, immer mal wieder aufgelockert durch einige Taxi-Episoden.

Insgesamt ein unterhaltsames Buch, was mich aus o.g. Gründen jedoch etwas ratlos zurückläßt. Macht aber nichts, ich kommŽ drüber weg. Weitere Bücher von Karen Duve würde ich durchaus lesen.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganz großes (Kopf-)Kino! Ganz große Literatur!, 4. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Taxi: Roman (Taschenbuch)
Kurzinhalt:
Hamburg, Anfang der 80er: Alex lebt mit ihrem Bruder in einem Bungalow - der Vater ist froh, dass er seine Kinder nach draußen verfrachtet hat.
Ohne Job kann sie sich keine Wohnung leisten. Mal abgesehen davon, dass sie auch gar nicht weiß, wie man eine mietet. Da fällt ihr die Anzeige: "Taxifahrerinnen gesucht" ins Auge. Explizit mit Frauenendung.
Sie besteht die Prüfung mit Ach und Krach, denn eigentlich kann sie sich keine Straßennamen merken - und lernt das Leben von einer ganz neuen Seite kennen. Nicht nur, weil sie lauter neue Straßennamen lernt, sondern auch, weil ihre Kollegen eine ganz neue Welt darstellen - wie auch die Fahrgäste, die bei ihr einsteigen.

Meine Meinung:
Nachdem ich bei der Lesung mit Karen Duve war und gehört haben, dass sie selbst jahrelang Taxi fuhr und diese Erfahrungen in einem Buch verarbeitet hat, musste ich mir das gleich bestellen.

Nach der ersten Irretation, dass es sich dabei um einen Roman und keinen autobiographischen Erfahrungsbericht handelt, war ich sofort in der Geschichte drin. Ich denke, es ist völlig egal, ob die Protagonistin Karen Duve oder Alex heißt- dass man so ein Buch nur schreiben kann, wenn man viele der Dinge selbst erlebt hat, ergibt sich von selbst.

Ich war begeistert von der schonungslosen Beschreibung des Taxifahrens einerseits und der Fahrgäste auf der anderen Seite. Duve gelingt damit gleichzeitig eine Analyse der gesellschaftlichen Unterschicht Hamburgs der 80er Jahre.

Da sind auf der einen Seite die Taxifahrer: ewige Studenten, Machos, Selbstverliebte und Verklemmte. Menschen die nicht wissen, was sie sonst in ihrem Leben anfangen sollen und insofern im wahrsten Sinne des Wortes ziellos durch die Gegend irren. Bis ihnen der nächste Fahrgast eine neue Richtungsangabe vorgibt. Haben sie mal niemanden zu fahren, hocken sie zusammen in einem Taxi und philosophieren über das Leben.

Auf der anderen Seite werden die Fahrgäste, von den Taxifahrern des Romans als "Dreckhecken" bezeichnet, in einem ganz anderen Licht dargestellt, als ich mir das immer vorgestellt habe. Da dachte ich, nur gut betuchte Menschen, können sich Taxifahren leisten. Alle anderen nehmen den Bus. Aber hier wird von Schnorrern und Spinnern geschrieben, Zuhältern und Gewalttätigen, Nutten und alten Muttchen. Menschen, die ihren eigenen Geruch mitbringen oder den, der noch an ihren Schuhen klebt; die ungefragt rauchen oder meinen, die Frau am Steuer wäre auch noch für anderweitige Dienste offen.

Dabei immer im Mittelpunkt: Alex - die Frau, die das Taxi fährt und mehr als einmal darauf angesprochen wird: Hast Du keine Angst?
Tatsächlich weiß auch sie mit ihrem Leben zunächst nichts Besseres anzufangen, so sehr der Job nachher auch an ihr zehrt. Sie bleibt viele Jahre dabei und findet nachher den Absprung nicht.

Unterteilt ist der Roman in die Anfänge (1986) und das Ende dieser Zeit (1989-1990).

Gleichzeitig erhält man einen schonungslosen Einblick in ihr Privatleben, das keines ist. Auch hier ist sie eine Suchende, Getriebene, die nirgendwo richtig ankommt, ankommen möchte. Zugezogenen Vorhänge, Affenbücher, platte Fahrradreifen und skurile Männer bestimmen ihr Leben. Selten habe ich einen so schonungslosen und dabei ehrlichen Blick auf einen Menschen erhalten.

Fazit:
Eine seltsame und gleichzeitig faszinierenden Welt, in der man versinkt, sobald man das Buch aufschlägt.
Ganz großes (Kopf-)Kino! Ganz große Literatur!
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurzstrecke, 27. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Taxi: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mir hat das Buch Taxi von Karen Duve gut gefallen. Ich habe allerdings Buecher der Autorin schon seit der Kurzgeschichtensammlung "Keine Ahnung" gern gelesen, war also voreingenommen. Ich bin mir nicht sicher, was einige Rezensenten mit fragwuerdiger Grammatik und schlechtem Editieren meinen; mir sind derlei Maengel nicht aufgefallen.
Das Buch ist sehr kurz, fluessig geschrieben, gut zu lesen. Die Oberflaechlichkeit, mit der alle Charaktere beschrieben sind, scheint mir gewollt. Die Protagonistin versucht nicht, naeher in das Leben anderer einzudringen und so erfaehrt der Leser immer nur das, was die Protagonistin und andere Personen freigeben wollen oder muessen. Alles ist etwas ueberzogen, unwirklich und abschreckend. Es ist ja Literatur.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen gute Idee einer Milieustudie, allerdings ziemlich langatmig gehalten, 21. Juli 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Taxi. 4 CDs (Audio CD)
in Kürze :

- nervige Charaktere überzeugend nervig darzustellen, ist der Autorin und auch der Interpretin gut gelungen; Frau Sarnau mit ihrem grundsätzlich etwas nöligen Ton ist da genau die Richtige
- ebenso das ausweglose Steckenbleiben im Sumpf eines stagnierenden Milieus ständig scheiternder Beziehungen zwischen beziehungsunfähigen, ihre Unverbindlichkeit pflegenden Personen, die kaum über den jeweiligen Tag bzw. die jeweilige Nacht hinaus leben, denken oder planen
- entsprechend darf man nicht erwarten, irgendetwas über das Woher oder Wohin der Einzelnen zu erfahren
- darum geht es der Autorin aber wohl auch nicht
- genau dies enttäuscht jedoch beim Zuhören spätestens ab der dritten CD, wenn man sich zu fragen beginnt: "wie geht das Ganze aus? wie kann das nur ausgehen?" (ganz zu schweigen von jeglicher Art "happy end") bzw. ab der vierten, wenn man sich fragt, warum man sich dieses Hörerlebnis überhaupt (weiter) antut
- aus technischer Sicht nerven manche missglückten Schnitte zwischen einzelnen Kapiteln

Insgesamt also 3 Sterne meinerseits für eine gute, allerdings sehr langatmig ausgeführte Idee, und schließlich habe ich mich selbst entschieden, bis zum Ende zuzuhören.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Taxifahrt im Nieselregen, 28. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Taxi: Roman (Gebundene Ausgabe)
Frei nach Otto: "Das Buch ist ein ideales Geschenk - denn wer will so etwas schon behalten!?"

Aber Scherz beiseite: Ich bekam das Werk zu Weihnachten und las gleich mal hier die Rezensionen. Der Polarität der Meinungen nach schien mich ein kontroverses Werk zu erwarten. "Nun, das kann das Lesevergnügen ja nur steigern", dachte ich, "entweder ist es richtig innovativ oder man schüttelt amüsiert den Kopf über zumindest interessanten Trash.."

Leider ist das Buch einfach nur spannend wie eine längere Taxifahrt im Nieselregen. Selten begegnet man einer unsymphatischeren Hauptfigur (lebensuntüchtig, falsch, faul und trotz IQ 130 einfach nur strunzdoof), die aber keine klassische Antiheldin oder symphatische Verliererin darstellt, sondern eine unerträgliche Göre Mitte Zwanzig, von der man hofft, dass sie irgendwann im Laufe des Romans mal ordentlich über's Knie gelegt wird.
Und sei es nur, weil sie den Leser kolossal nervt. ;-)

Von dem hier in den positiven Rezensionen gefeierten lakonischen Humor oder augenzwinkernden Alltags(wahn)witz finden sich tatsächlich Spuren. Daher noch zwei Sterne. Karen Duve ist keine schlechte Schreiberin, aber mit dem Runterbrechen ihrer Hauptfigur auf eine (vermutlich bewußt so angelegt)"doofe Nuss" hat sie dem Roman keinen Gefallen getan.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der schwere Ausbruch aus der dunklen Höhle, 25. Mai 2008
Von 
MyandMar - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Taxi: Roman (Gebundene Ausgabe)
Aus dem Stadtbild sind sie nicht wegzudenken. Zahlreiche Sonder- oder (werbewirksame) Serviceformen haben sich mittlerweile entwickelt: Es gibt sie für Frauen, für Kinder und Schüler, ausgestattet mit Laptop und Telefon, für Fahrradfahrer, als schneller Pizza-, Blumen-, Video-, Blut- oder K*nd*mtransport und sogar für Schw*le ("Tuxi" in Köln). Das Fernsehen überträgt gar eine Quizsendung aus einem solchen Gefährt. Gemeint ist natürlich das sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Frankreich etablierende Taxi. Über ihre Zeit als derartiger Dienstleister könnte sogar einige Prominenz berichten. Auch Erfolgsautorin Karen Duve übte dreizehn Jahre diesen Job aus und hat ihre Erfahrungen in ihrem neuesten Roman "Taxi" verarbeitet.

Nun kann man sich nicht so recht vorstellen, wie man den Leser auf über 300 Seiten mit den Erlebnissen einer Taxifahrerin bei Leselaune hält und nicht langweilt. Doch Karen Duve vermag das scheinbar Gewöhnliche ungewöhnlich gut in Szene zu setzen. Ihr Erfolgsrezept: man nehme ein oder mehrere Antihelden, auf jeden Fall einige skurrile, fast schon wieder realistische Protagonisten, eine liebevolle Prise Boshaftigkeit, kräftig gewürzt mit jeder Menge Humor und Selbstironie, lasse alles langsam köcheln und münde es in ein grotesk surreales Finale.

Duves Heldin Alex Herwig - jung, gutaussehend - hat ihre Lehre als Versicherungsagentin abgebrochen und ist auf der Suche nach einem Brötchenerwerb eher wie die Jungfrau zum Kinde, oder besser mit einem lasziven Beinaufschlag, ins Taxi-Fahrer-Gewerbe geschlittert. Denn die in dieser Branche wohl wichtigste Eigenschaft - eine gewisse Ortskenntnis - geht ihr absolut verloren. Sie gibt dem weiblichen Klischee des Fehlens einer intuitiv ausgeprägten räumlichen Orientierung reichlich Nahrung, sie kann sich einfach keine Straßennamen merken.

Aber irgendwie schafft sie es trotzdem sich bei ihren ausschließlich männlichen Kollegen zu behaupten. Vielleicht weil die ihr ziemlich ähnlich sind, allesamt eigentlich mehr oder weniger gescheiterte, skurrile Intellektuelle. Sie leben in einer Art Subkultur ihren eigen Rhythmus, der sich nicht nur in einer speziellen Sprache ausdrückt. Der Fahrgast ist und bleibt ein Schwein, ein "Dreckhecke", ist meist verrückt und mehrheitlich ambulant schizophren. Ihre Kunden waren für sie der Abschaum der Menschheit, Gesindel, reiche Fahrgäste halt "vergoldetes Gesindel", das verachtet werden muss.

"Heute nicht, aber morgen oder übermorgen..." mit dieser unentschlossenen Devise wurschtelt sich die Protagonistin letztendlich dreizehn Jahre mehr schlecht als recht als Taxifahrerin durchs Leben, hat eher unbefriedigende Beziehungen meist sexueller Natur und Abhängigkeit, findet nicht den Absprung aus dem ungeliebten Job und versinkt immer mehr in Lethargie und Teilnahmslosigkeit. Bis eines Tages ein Fahrgast mit einem Schimpansen in ihr Taxi steigt...

Erneut ist Karen Duve ein großartiger Roman gelungen. Auch wenn man auf den ersten Blick gar nicht so recht vermutet, was ihren ganz eigenen Duktus ausmacht, scheint es doch, als ob die Erzählung aus nichts anderem als aus schon tausendmal gesehenen und gelesenen Szenen und Sätzen besteht: viele (großartige) Dialoge, kurze, prägnante und schnörkellos leichtfüßige Sätze. Locker zu lesen zwar, aber was die Verdaulichkeit angeht, kann diese schlichte, leichte Sprache über den tieferen Sinn im ersten Moment ein wenig hinwegtäuschen, der "Taxi" in Wirklichkeit ist.
Das Vergnügen beim Lesen besteht gerade darin, die bekannten Elemente in immer neuer Form wiederzuerkennen und neu verknüpft zu sehen. "Taxi" jongliert souverän mit gängigen Klischees und simplen Bildern. Diese wiederum meist in dunklen, grauen Tönen, mit wenig Farbe und verwischten Konturen, aber genauso aussagekräftig wie die "verwackelte Unsicherheit" der Bilder des Malers Gerhard Richter.

Ihre Protagonisten entblättert die Autorin gnadenlos, stellt sie mit ihren Schwächen bloß, schafft bewusst eine Abgrenzung für jedwede Sympathiebekundungen. Dies schärft den Blick des Lesers ungemein, da jede Identifizierung mit einer ihrer Helden von vornherein ausgeschlossen scheint. Doch gerade dies bewirkt eine Abkehr von der Gefahr des Abgleitens
ins Kitschige oder allzu Klischeebehaftete.

Fazit:
Wiederum ein typischer Duve-Roman: mit Protagonisten, die eher nicht zu den Gewinnern der Gesellschaft gehören, über die sie jedoch mit bodenständiger, ja illusionsloser Ehrlichkeit, gleichzeitig jedoch einem unverkennbar subtilem Humor schreiben kann.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Natürlich gab es noch viel Schlimmeres, als Taxifahrerin zu sein, mir fiel bloß nichts ein...", 17. August 2010
Von 
Regina Berger "Gina" (Rottach-Egern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Taxi: Roman (Taschenbuch)
Selten habe ich ein Buch in Händen gehabt, welches so unterschiedlich in der Wahrnehmung und damit auch in den Rezensionen ist. Auch ich bin hin und her gerissen. Mich hat dieser Episoden-Roman zum Weiterlesen verleitet, weil er anders ist als Vieles bisher, und weil die Geschichte, obwohl sie bedrückend ist, mit Witz, subtilem Humor und triefender Ironie aufwartet. Somit gibt es von mir ausgemittelte 3 Sterne für das Buch mit dem ansprechenden Cover.

Karen Duve, die selbst viele Jahre lang Taxi gefahren ist, beschreibt in >Taxi< das Leben einer Taxifahrerin in Hamburg.
Der Roman handelt von Alex Herwig, die lethargisch, frustriert und schließlich depressiv in ihrem scheinbar ausweglosen Taxi-Leben gefangen ist, sowie den Erfahrungen mit ihren neurotischen Taxifahrer-Kollegen, ebensolchen Anti-Helden wie Alex selbst. Die einzelnen Kapitel widmet die Autorin den Vorkommnissen mit den Fahrgästen, für genau die Zeit, die diese auf dem Kunstledersitz des Taxis mit der Funknummer Zwodoppelvier Platz nehmen.

Das Buch ist herb mit einem schonungslosen Blick auf den ungeschönten Taxifahrer-Alltag in lakonischer Ausdrucksweise verfasst, dementsprechend trist, fast freudlos. Dennoch ist es dabei durchaus komisch und amüsant. Das liegt mitunter an den präzisen Beobachtungen und exakten Beschreibungen der Menschen, die durch die Autorin unbarmherzig real zu Papier gebracht werden.

>Taxi< stimmt schwermütig und nachdenklich gleichermaßen; ist ebenso banal wie hintergründig; nervt und erregt Aufmerksamkeit zugleich und schafft bei alldem, dass man über die skurrilen Gestalten sowie das Taxifahren nachdenkt.
Oder wie Alex Herwig selbst sagen würde: "Ich frage mich manchmal, ob die Leute sich überhaupt noch trauen würden, Taxi zu fahren, wenn sie wüßten, was Taxifahrer von ihnen halten." Ich bin mir nach der Lektüre da nicht mehr so sicher...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Amüsantes aus einem farblosen Jahrzehnt, 15. November 2010
Von 
Th. Leibfried "TL" (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Taxi: Roman (Taschenbuch)
Für Literatur dieser Art finde ich noch keine Gattungsbezeichnung. Es handelt sich dabei um Schriftsteller der Baby-Boomer-Generation, die über ihre späte Adoleszenz berichten. Sven Regener gehört ebenfalls zu dieser Gruppe. Wie Karen Duve ist Regener Jahrgang 1961. Romane wie "Herr Lehmann" oder hier "Taxi" befinden sich auf einer schmalen Linie zwischen Trivialliteratur und Belletristik.

Karen Duve verarbeitet in "Taxi" rund zwanzig Jahre nach ihrer eigenen Tätigkeit als Taxifahrerin ihre Erlebnisse in diesem speziellen Milieu. Ihre Erfahrungen als Frau unter einer Spezies Mensch, die, wie sie beschreibt, zu keinen normalen sozialen Kontakten mehr fähig sind und deren Mitglieder sich miteinander begnügen. Episodenhaft schildert sie Erlebnisse mit Fahrgästen, in der Regel männlich, betrunken und anzüglich oder aber weiblich und jenseits der achtzig. Gleichermaßen analysiert sie ihre Liebschaften zu einem anderen Taxifahrer, einem Kleinwüchsigen und einem erotomanen Journalisten.

Überwiegend witzig sind die Dialoge, mit denen Duve die Handlung vorantreibt. Die Auseinandersetzungen der Protagonistin Alex Herwig, einer orientierungs- und ziellosen jungen Frau, mit Machos, Pseudointellektuellen und nervenden Fahrgästen locken das ein oder andere Lächeln beim Lesen hervor, reichen aber beispielsweise an "Herr Lehmann" nicht heran.

"Taxi" ist nichts noch nicht Dagewesenes. Alles in allem eine amüsante Unterhaltungslektüre mit einem Einblick in die 80er Jahre, dieses angeblich blasseste aller Jahrzehnte im letzten Jahrhundert. Ein wenig wirkt sich diese Farblosigkeit allerdings auch auf den Roman ab.
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21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine eigenartige Taxifahrerin ist die Protagonistin Alex Herwig..., 6. Juli 2008
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Taxi: Roman (Gebundene Ausgabe)
... und eigenartig emotionslos und charakterlich nicht wirklich nachvollziehbar wird sie von der Autorin Karen Duve beschrieben. So richtig Zugang bekommt man zu der Person nicht, ihre Gefühle, Gedanken, Sehnsüchte bleiben komplett verborgen. Was schade ist, denn das hätte dem Buch mehr Tiefe gegeben, und die fehlt hier leider. Auch die anderen in dem Buch auftauchenden Personen sind eigenartig, nicht nachvollziehbar beschrieben, substanzlos geradezu.

Die Idee hat mich angesprochen, die positiven Besprechungen hier haben mich zum Kauf des Buches verleitet. Doch leider bin auch ich etwas enttäuscht, und frage mich nicht zum ersten Mal, ob einige Rezensenten hier die Bücher auch wirklich lesen, oder nur Verlagsprogramme abschreiben.

Das Buch plätschert dahin, nicht uninteressant, aber eben auch ohne irgendwelche Höhepunkte. Bis zum Ende habe ich auf irgendetwas gehofft, da kommt aber nichts, das Buch bleibt seltsam "ziellos".

Kann man lesen, muss man aber nicht. Ein Kracher ist dieses Buch wirklich nicht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Langweiliges Leben, langweilig beschrieben, 24. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Taxi. 4 CDs (Audio CD)
Dieses Hörbuch ist einfach deprimierend. Anneke Kim Sarnau - hervorragende Schauspielerin und witziger Talkshowgast! - gibt ihr Bestes, um dem Text Leben einzuhauchen, aber die Geschichte "trägt" einfach nicht. Von einer "Geschichte" kann man ohnehin nicht sprechen. Es sind aneinandergereihte Ereignisse aus dem Leben einer Frau, die sich aufgegeben hat, lustlos Taxi fährt, sich lustlos von Männern beschlafen lässt, lustlos ihre Welt und die Menschen kommentiert. Sie ist passiv, träge, depressiv, lässt mit sich geschehen. Dinge passieren - und nichts folgt daraus. Für einen Erlebnisbericht an die beste Freundin zum gemeinsamen Ablästern oder Abheulen mag das genügen. Um einen unbeteiligten Dritten als Leser dafür zu begeistern, ist das zu wenig. Wenn die Autorin schon keine Geschichte erzählen mag, in der - handelnde, nicht nur erleidende! - Personen in Beziehung zueinander treten und in der ein, zwei stringente Handlungsfäden geknüpft werden, und nicht bloß ein Knäuel von Handlungsflusen präsentiert wird, so hätte Karen Duve sich wenigstens zu etwas mehr sprachlichem Furor aufschwingen und ihr elendes Taxlerinnendasein in einem ätzenden Monolog in Grund und Boden verdammen können. So aber bleibt nur die Ödnis trostlos dahinplätschernder Ereignisse - gekrönt von einem pseudolyrisch gedrechselten Schlusssatz, der das Ganze im Nachhinein aber auch nicht zum Kunstwerk zu adeln vermag.
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Taxi: Roman
Taxi: Roman von Karen Duve (Gebundene Ausgabe - 3. Dezember 2008)
Gebraucht & neu ab: EUR 0,01
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