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Kundenrezensionen

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am 12. August 2003
Wenn man nichts über das Buch oder die Autorin weiß, Titel und Name zur Kenntnis nimmt, könnte man meinen: Na ja, verkopfte "junge" deutsche Literatur. Irgendwas mit Selbstfindung, viel überflüssiges Geschwafel, reichlich Metaphern, Kulturkritik, moralisierendes Ende.
Weit gefehlt.
Leon schreibt, aber erfolglos. Sein zwielichtiger Freund Harry vermittelt einen Auftrag: Hunderttausend in bar, davon die Hälfte auf die Kralle, wenn Leon die Biographie des Zuhälters und Boxers Pfitzner schreibt. Leon, der zwar etwas schwammig aussieht, aber jede Frau in die Horizontale quatschen kann, und dann sogar adäquate Leistungen zeigt, nimmt seine hübsche, leider etwas dämliche, darüber hinaus bulimische Frau Martina, den "geschenkten" Daimler von Pfitzner und zieht von Hamburg aufs Land, in den Osten - um zu schreiben. Etwas abseits der Fünf-Seelen-Gemeinde Freyenow, direkt am Rand des Moors, steht das schmuddelige Häuschen, in das sich Leon verliebt hat. Und außerdem kostet es nur fünfzigtausend.
Bereits auf dem Weg dorthin regnet es pausenlos, Leon entdeckt nebenbei eine Wasserleiche, das Haus ist baufällig, schimmelig, feucht, und es hört einfach nicht auf zu regnen. Ein debiler Hund wird zum Mitbewohner, er ist genauso verhaltensgestört, wie die beiden seltsamen Frauen, die vierhundert Meter weiter im Moor wohnen, oder der dödelige Ladenbesitzer, der sich im Wohnwagen auf dem Landstraßenparkplatz Frauenkleider anzieht. Der Schriftsteller sieht sich einer Katastrophe nach der anderen ausgesetzt, Myriarden Schnecken bevölkern das Grundstück, das Leitungswasser ist braun oder fließt überhaupt nicht, Pfitzner wird rabiat, als die ersten Entwürfe nicht seinen Anforderungen entsprechen, und das ist erst der Anfang ...
Dieses fantastische, unglaublich komische, im Gegensatz zum Handlungsort knochentrockene Buch reißt hinein in den Regen, umspült wie die sintflutartigen, immerwährenden Niederschläge, kraucht in den Leser, wie die Feuchtigkeit in das wackelige Haus, erschlägt fast, wie die immer fehlplazierten Hammerschläge des unfreiwillig zum Heimwerker werdenden Schriftstellers. Man hält es in den Händen, und meint fast, die Klammheit zu fühlen, die alles umschließt und die pausenlosen, immer schlimmer werdenden Schicksalsschläge in ein fulminantes Ende spült. Toll. Und sehr, sehr amüsant.
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Im Prinzip habe ich Karen Duves "Regenroman" nur gelesen, weil wir ein anderes Buch der Autorin (Keine Ahnung) im Deutschunterricht behandeln und ich sehen wollte, wie sie ihre anderen Geschichten gestaltet. Diesen Roman auszuwählen, war eine fantastische Wahl.
Beim Lesen der knapp 320 Seiten bin ich hineingezogen worden in ein Buch, das vor sprachlichen Bildern und Raffinesse nur so strotzt.

Karen Duve erzählt die Geschichte eines jungen Ehepaares, die eigentlich nicht viel voneinander wissen, sich kennenlernen und kurz darauf heiraten. Leon ist Ende 30, Schriftsteller und seine Frau Martina ist Mitte 20. Leon hat den Auftrag eines Zuhälters angenommen für ihn seine Biografie schriftlich zu fokussieren und erhält dadurch 50.000 Mark Vorschuss, die er für den Kauf eines Hauses verwendet. Dieses besagte Haus befindet sich weit außerhalb des städtischen Umfelds in einem Moor. Die Wände sind voller Schwämme, Schimmel und Pilze und der Leser kann förmlich die sparkige Luft durch die Seiten hindurch riechen. Leon kauft dieses Haus dennoch und die beiden ziehen ein. In Rückblenden bekommen wir Ausschnitte aus der Vergangenheit präsentiert, die zum Teil sehr berühren. Die gesamte Geschichte wird von einem permanten Regen begleitet, der die Situation um das feuchte Haus immer weiter verschlimmert.
Schon bald kommt es zu einem tragischen Eklat, der die Zukunft der beiden von grundauf verändert.

Karen Duve ist eine exzellente (deutsche) Autorin, die es bewerkstelligt, dass der Leser von einer beklemmenden Athmosphäre umhüllt wird. Die Einschübe in die Vergangenheit geben guten Aufschluss über die charakterlichen Eigenschaften und lassen die Protagonisten plastisch erscheinen. Die insgesamt 10 Kapitel werden durch "Wettervorhersagen" eingeleitet, die einen Ausblick auf das Folgende erahnen lassen. Die sich zuspitzende Geschichte ist wie ein Strudel, in den der Leser geworfen wird und aus dem er sich selbständig nicht herausretten kann.
Durch die Beschreibung des Wetters und der Umstände, in denen Leon und Martina leben müssen, fühlte ich mich unwohl (im positiven Sinne). Karen Duve schafft es, dass das Gefühl der klammen Umgebung in die eigenen vier Wände einzieht. Die Umschreibung in tollen Methaphern erschweren es, sich von dem Buch zu lösen.

Ich habe hier ein Buch durchgelesen, was mich von der ersten Seite an begeistert hat. Das Buch, das auf der letzten Seite mit einer zwinkernden Pointe schließt, ist in einer sprachlichen Schönheit geschrieben, wie ich es bei wenigen Autoren erlebt habe.
Ich bin froh, dass wir die Autorin im Deutschunterricht behandelt haben und ich so auf diesen (brillanten) Roman gestoßen bin. Es wird definitiv nicht mein letztes Buch der Duve sein.
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am 17. Mai 1999
Die Charaktere sind deutlich und lassen viel Raum für eigene Interpretationen. Duve schafft es scheinbar spielerisch, sie dem Leser so vorzuführen, daß sie im Gedächtnis haften bleiben. Die männliche Hauptperson Leon ist so bemitleidenswert, daß man ihm am liebsten ein Rettungsseil zuwerfen möchte - auch wenn man genau weiß, daß man es später bereuen würde. Der Plot ist klar, die Sprache wechselt zwischen nasser Poesie und kalter Brutalität, daß man zwischendurch zischend zwischen den Zähne einatmet, weil es regelrecht schmerzt weiterzulesen. Leons Partnerin Martina ist eine von der Frauen, die zum Mann aufblicken und mit quälendem Lächeln gehorchen. Ihre Verwandlung zum Finale hin kommt unerwartet. Hier wird keine Amazone aus dem Mäuschen, hier geschieht etwas anderes. Aber ich halte lieber den Mund, den das soll jeder selber lesen. Fazit: Es ist ein Genuß, eine Autorin gefunden zu haben, die sich in ihrem Roman von jedem Genre bedient, ohne groß erklären zu müssen, warum sie es tut, und ohne sich auf ein Genre festzulegen. Ihre Sprache fließt, ihr Humor ist pointiert und ihre Charakteristiken so deutlich, als würde man den Personen ins Gesicht sehen. Die letzten zwei Zeilen des Buches sind eine Perle für sich.
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am 27. Oktober 2005
Karen Duve und André Pilz, meine beiden Lieblingsautoren, haben einen großen Fehler:
Die beiden haben einfach noch zu wenig Bücher geschrieben!! Duve ist böse wie die (Sibylle) Berg, unanständig wie Zeh (und auch Pilz) und doch liebenswert wie keine zweite. Ich wünschte, es gäbe mehr Autorinnen dieser Art, Autorinnen, die nicht nur Kopf-, sondern auch Gefühlsmenschen sind. Eigentlich bin ich nur zufällig auf Duve gestoßen, aber der Tag, an dem der Typ im Zugabteil das Buch ausgepackt und mir geliehen hat, war ein guter Tag!!!
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am 9. Juni 2007
Mich hat das Buch so fasziniert, dass ich dafür sogar die Nacht zum Tag gemacht habe. Es ist schaurig schön geschrieben, die Bilder der Regenlandschaft und des abbruchreifen Hauses meisseln sich geradezu in den Kopf ein.

Karen Duves Erzählweise ist fantastisch, ihre Beschreibungen geradezu beängstigend treffend. Die Personen, die im Regenroman vorkommen sind nicht alltäglich, eher Außenseiter, Verlierertypen, skurile Gestalten. Aber sie passen in die Landschaft. Die Handlung hat viele unvorhersehbare Wandlungen. Ich kann es nur empfehlen. Es ist interessant und spannend bis zum Schluss!
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am 18. Juli 2011
Das Einzige, was mich in punkto Karen Duve ärgert: Warum habe ich diese Frau so spät entdeckt und zwar erst über ihr Sachbuch, das ich eigentlich überhaupt nicht lesen wollte: "Anständig essen". Und dann spicke ich auf die erste Seite und denke: Wow, kann die Frau schreiben und Humor hat sie auch noch! Also danach sofort ran an die Literatur. Es hat sich gelohnt. Duves Regenroman ist so ziemlich das Beste, das ich in letzter Zeit verschlungen habe. Duve hat einen ganz eigenen Sound, der süchtig macht, dem sich der Leser bereits nach einigen Zeilen nicht mehr entziehen kann. Ihr "Regenroman" ist bitterböse und ironisch zugleich. Ein Schriftsteller zieht mit seiner Frau an den Rand eines Moors in ein marodes Haus und versinkt nach und nach immer mehr im Schlamassel. Es ist die Geschichte eines Untergangs, der so schleichend und unausweichlich daher kommt wie die vielen Nacktschnecken, die sich nach und nach des Anwesens bemächtigen. So düster sich das anhört, so herrlich ironisch ist das beschrieben. Es gibt derzeit wohl kaum eine Schriftstellerin, die über so ein eigenwilliges und einzigartiges Erzähltalent verfügt wie Karen Duve. Egal, was sie sich noch als Themen oder Sujets aussuchen wird: Ich bin ihr verfallen und werde alles von ihr lesen.
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am 11. Mai 2005
Habe den Roman erst kürzlich gelesen und bin auf der Stelle zu einem absoluten Fan von Karen Duve geworden. Habe alle weiteren Bücher von ihr verschlungen, nachdem ich "Regeroman" ausgelesen hatte. Das Buch ist, neben "Die Korrekturen" von Jonathan Franzen, inzwischen mein Lieblingsbuch. Gründe: Sehr präzise Wortwahl, wobei Duve nie abgenutzte Begriffe benutzt. Spannung, Liebe, Sex, Ekel, Komik, Mitleid - ist alles drin. Am Wichtigsten aber: Man fühlt mit, und zwar mit allen Beteiligten. Genial!
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am 3. August 2006
Ich persönlich fand dieses Buch herrlich!!Es hat mich zum Lachen gebracht,wobei es mir manchmal auch im Halse stecken geblieben ist.Alleine schon die Story über die "Verschleppung" der Nacktschnecken....nur gut!Es ist in diesem Sinne kein "normales" Buch,aber ich mag den Stil von Karen Duve und trotz des vielen Regens habe ich nicht einmal nasse Füße bekommen
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am 14. Juli 2002
Der Regemroman vom Karen Duve ist ein wirklich fesselnder Roman, der jede Menge gut geschilderte und daher oft schockierende Szenen darbietet. Sei es das Vorgehen der eßgestörten Martina, die Entsorgung eines nur fast bewußtlosen Kampfhundes durch sein skrupelloses Herrchen oder eine wahrlich schokierende Vergewaltigungsszene. Alles packt einen und läßt einen kaum wieder los. Die Schilderung einer Moorlandschaft in Ostdeutschland war für mich lange unrealistisch, am Ende konnte ich die Szenerie jedoch mehr als deutlich vor meinem inneren Auge sehen.
Es ist allerdings eher empfehlenswert, den Roman im Herbst zu lesen, nicht wie ich es tat im sonnigen Hollandurlaub. Ich kann mir gut vorstellen, daß die ständig verbreitete Regenstimmung im Buch an einem stürmigen Herbstabend noch spürbarer wird.
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am 30. August 2001
ich habe selten ein ähnlich extremes buch gelesen - nicht story, nicht stil, nein, die gegensätzlickeit mach das buch extrem: von der wunderbaren wohlfühlstimmung des ruhig im abendlicht liegenden moores zur magersucht en detail, vom selbstbewussten, intelligenten, wachen mann zum aufgedunsenen, verweichlichten stück fleisch, von der grossen, romantische liebe gegen alle normen hin zur vergewaltigung - faszinierend. der verfall des menschen hand in hand mit dem verfall seiner heimat, immer der gefrässigen natur der schnecken oder zuhältern ausgesetzt - spannend. einfacher stil, das tägliche zappen durch die wohnzimmer in schriftform - klasse.
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