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5.0 von 5 Sternen eine Geschichte der Newton-Welt ohne göttliche Schöpfung
Brauchte Isaac Newton (1643-1727, greg.) zur Rechtfertigung seiner Thesen und Beweise und vor allem sich der gesellschaftlichen Reputation zu erfreuen noch die Maxime Gott (= unausweichliche Tatsache) als den Beweis aller Dinge der Naturwissenschaft als der Natur auferlegte Gesetze, gelingt es Kant (1724-1804) kaum 40 Jahre später in der Hochzeit der Aufklärung...
Veröffentlicht am 14. Oktober 2008 von kpoac

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2 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen "Gebet mir Materie, ich will eine Welt daraus bauen" (Immanuel Kant).
Der voranstehenden Rezension ist darin zuzustimmen, dass Kant hier einen tiefen Einblick in seine Weltanschauung gibt. Welche ist das? Es ist der dogmatische Materialismus, dem fast alle "aufgeklärten" Geister des 18. Jahrhunderts huldigten. Der Materie allein spricht Kant hier ("Vorrede")alle Fähigkeiten zu, die zur Erschaffung "des ganzen Weltgebäudes"...
Veröffentlicht am 5. Januar 2007 von Ed Dellian


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5.0 von 5 Sternen eine Geschichte der Newton-Welt ohne göttliche Schöpfung, 14. Oktober 2008
Von 
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Rezension bezieht sich auf: Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels: Oder Versuch von der Verfassung und dem mechanischen Ursprunge des ganzen Weltgebäudes nach Newtonischen Grundsätzen abgehandelt (Taschenbuch)
Brauchte Isaac Newton (1643-1727, greg.) zur Rechtfertigung seiner Thesen und Beweise und vor allem sich der gesellschaftlichen Reputation zu erfreuen noch die Maxime Gott (= unausweichliche Tatsache) als den Beweis aller Dinge der Naturwissenschaft als der Natur auferlegte Gesetze, gelingt es Kant (1724-1804) kaum 40 Jahre später in der Hochzeit der Aufklärung ein materialistisches Weltbild zu entwickeln, welches die metaphysische Existenz eines Schöpfers ignoriert und letztendlich aus der Sache an sich genügend Kraft schöpft, um diese als Beweis geltend zu machen. Kant war vor seiner reinen Philosophie der Vernunft ein vernünftiger Physiker, der im Sinne des Voltaire'schen Deismus (Wenn es keinen Gott gäbe, müsste man ihn erfinden.) einen Gegenbeweis von Gott für unmöglich hielt, aber im Ziel hatte, das Innerste der Welt ohne diesen aufzuzeigen, um in Vorbereitung der reinen und der praktischen Vernunft ein Weltbild der Logik zu etablieren, ohne Gott ausschliessen zu können, gar zu müssen. Nach Aristoteles und Newton schafft er in Folge und doch entgegengesetzt eine rationale Welt und deren Beschreibung aus dem Sinne der Vernunft und in Anerkennung der Naturgesetzte ohne Schöpfer bzgl der evolutionären Prozesse. Gott wird für Kant an den Anfang aller Dinge positioniert.

Die Entwicklung der Auffassung von den der Natur auferlegten Gesetzen formulierte Newton als Substanz von etwas, was keiner anderen Existenz als sich selbst bedarf. Dieses aus der Tradition Platons Timaios entlehnte Seiende simplifiziert die Natur und genügt dennoch für den Siegeszug der Naturwissenschaft mit Galilei, Descartes, Newton und Kant. Denn nur der Deismus kann davon ausgehen, dass es unveränderbare Gesetze gibt, die die Prinzipien des Tuns als vom Willen geleitet ansehen. Die Annahme der Unvollkommenheit der Wahrnehmung lässt sich nicht auf fundamentale Gesetze anwenden. Gleichzeitig ist der Wunsch Vater der permanenten Weiterentwicklung der Naturwissenschaft, nämlich hinter den Sinn der nur auferlegten Gesetze zu kommen und sie der Natur immanent neu zu finden.

Alles als Vorbereitung für die zukünftigen Denkmodelle aus vernunftgesteuerter Profession, die in Einsteins Weltbild und in die Quanten dieser Welt führte. In allem aber bleibt es auch hier wie auch aktuell bei einer Welt, die in drei Dimensionen gesetzmäßig beschreibbar bleibt und ggf. die Zeit als Komponente der Veränderung akzeptiert. Theoretische Modelle der Multiversen gelangen in andere Dimensionen, verlassen aber die Physik dieser Welt und werden zur hypothetischen Wahrheit.

In allem eine der geschichtlichen Kenntnis und Entwicklung der Naturwissenschaften zuträgliche Lektüre.
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2 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen "Gebet mir Materie, ich will eine Welt daraus bauen" (Immanuel Kant)., 5. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels: Oder Versuch von der Verfassung und dem mechanischen Ursprunge des ganzen Weltgebäudes nach Newtonischen Grundsätzen abgehandelt (Taschenbuch)
Der voranstehenden Rezension ist darin zuzustimmen, dass Kant hier einen tiefen Einblick in seine Weltanschauung gibt. Welche ist das? Es ist der dogmatische Materialismus, dem fast alle "aufgeklärten" Geister des 18. Jahrhunderts huldigten. Der Materie allein spricht Kant hier ("Vorrede")alle Fähigkeiten zu, die zur Erschaffung "des ganzen Weltgebäudes" (so der Untertitel) erforderlich sind. Rund fünfzig jahre vor Laplace unternimmt es der junge Kant zu zeigen, dass die Verfassung und der Ursprung der Welt einzig aus materialistisch-mechanischen Grundsätzen darzustellen sei, ohne "cette hypothèse là", wie Laplace zu Napoleon sagen wird, d.h. ohne die "Hypothese Gott" zu benötigen. Kant behauptet im Untertitel, er unternehme dies "nach Newtonischen Grundsätzen". Aber die Wahrheit ist, dass er Newtons Kosmologie souverän ignoriert, in der der Wille und der "Arm" Gottes unverzichtbar ist zur Erklärung z.B. der tangentialen Impulse, die die Himmelskörper irgendwann einmal erfahren haben müssen. Kant versteht nicht, dass ohne diese Impulse, also allein aus der Gravitationskraft, die geschlossenen Bahnen der Planeten um die Sonne niemals erklärt werden können. Ist also Kant ein Materialist? Er selbst, obwohl er stolz die Übereinstimmung seines Weltsystems mit antiken materialistischen Vorbildern hervorhebt, weist das zurück: Gott versetzt er als den Schöpfer an den Anfang der materiellen Welt, die freilich seither sich "von selbst" (wie man heute sagt) nach den angeblich der Materie immanenten Naturgesetzen entwickelt haben soll. Jedoch ist das eben die Position der "Deisten" des 18. Jahrhunderts (so richtig auch der Kommentator Jürgen Hamel, S. 157), die dahinter ihren eigentlichen Atheismus verbargen - nämlich die Überzeugung von der realen Abwesenheit Gottes aus seiner Schöpfung gestern, heute und morgen. Konsequent wird Kant damit zum "Kirchenvater" des modernen wissenschaftlichen Atheismus, der sich allenthalben auf ihn beruft (vgl. etwa Paolo Flores d'Arcais in Joseph Ratzinger/Flores d'Arcais, Gibt es Gott? Berlin 2006, S. 75; 101). Dass der Philosoph Kant diese Rolle gegen Newton gewinnt, auf den er sich gleichwohl beruft, womit er die wahre "theistische" Botschaft Newtons wirksam verdunkelte, ist die eigentlich heute wichtige Botschaft dieses Textes und der Skandal. Denn was lehrte Newton, rund vierzig Jahre vor Kant, und sozusagen "gegen" diesen? "Dass die Existenz des höchsten Gottes eine unausweichliche Tatsache ist, ist allgemein anerkannt, und mit der gleichen Unausweichlichkeit ist er immer und überall" (Isaac Newton, Mathematische Grundlagen der Naturphilosophie, Hamburg 1988 S. 228).
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