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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schilderung einer Provinzbourgeoisie, zwischen den beiden Kriegen des 20. Jahrhunderts...
An diesem Buch, an dem Iréne Némirovsky von 1940 bis 1941 gearbeitet hat, hat sie die Veröffentlichung vor ihrem Tod (1942) nicht mehr erlebt. Ihr damaliger Verleger, hatte aufgrund der Angst vor der deutschen Zensur, bei jüdischen Autoren und Autorinnen, dieses Werk, das unmittelbar, vor Suite française: Roman entstand, nicht mehr herausgegegeben...
Veröffentlicht am 14. November 2010 von A. Zanker

versus
3.0 von 5 Sternen Schade, daß Iris Berben offensichtlich den Französischunterricht geschwänzt hat
Über Irène Némirovskys Roman ist in den Rezensionen alles gesagt. Hinzufügen möchte ich meine Enttäuschung darüber, daß Frau Berben zwar sehr einfühlsam liest und einem die Geschichte der Familie Hardelot nahebringt. Ärgerlich ist jedoch, daß sie bei der Aussprache der französischen Namen sehr oft daneben...
Vor 2 Monaten von D.Jago veröffentlicht


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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schilderung einer Provinzbourgeoisie, zwischen den beiden Kriegen des 20. Jahrhunderts..., 14. November 2010
Von 
A. Zanker (CH) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Familie Hardelot: Roman (Gebundene Ausgabe)
An diesem Buch, an dem Iréne Némirovsky von 1940 bis 1941 gearbeitet hat, hat sie die Veröffentlichung vor ihrem Tod (1942) nicht mehr erlebt. Ihr damaliger Verleger, hatte aufgrund der Angst vor der deutschen Zensur, bei jüdischen Autoren und Autorinnen, dieses Werk, das unmittelbar, vor Suite française: Roman entstand, nicht mehr herausgegegeben. Der Originaltitel lautet: Les Biens de ce monde / "Die Güter dieser Welt" und ist in Frankreich 1947 erstmals erschienen.

Die Autorin erzählt darin, die Geschichte der Industriellen-Familie Avot, denen Sie hier den Namen "Hardelot" gibt, es ist der Name eines Strandes (Hardelot Plage) in der Nähe von Touquet, die Avot-Fabriken sind allerdings, durch Bombenangriffe völlig zerstört worden. In einem Zeitrahmen von gut 20 Jahren, zwischen dem 1. und dem 2. Weltkrieg, gibt uns hier Iréne Némirovsky einen Einblick in das Bürgertum, zweier Familien, der zum Einen sehr feinfühlig und fast zärtlich erzählt wird, zum Anderen aber auch einen leichten spöttischen Blick gibt, in eine Welt, in der sich die Menschen in Sicherheit wiegen, die Augen vor der Realität des nahenden Krieges verschliessen, und denen Geburten, Hochzeiten, das Ehe-Versprechen das Höchste ist, und mit Testamenten und dergleichen dem Fortbestand der eigenen Familie, das Wichtigste ist, trotz aller Schicksalschläge, oder der drohenden Ungewissheit, durch die Besetzung der Deutschen.

Némirovsky verarbeitet darin Themen wie Liebe, Enttäuschungen in der Liebe, Verletzung, Versöhnung, Verzeihung, Hass und Neid, Eifersucht, den Wirrungen der Liebe, Heimlichkeiten und Falschheit, von menschlichen Schwächen und Stärken, Ängste und Sorgen, was diese Menschen beunruhigt, von dem menschlichen Bemühen, wie mit Schicksalschlägen umgegangen wird, dem Drohen von Gefahren und Verlusten, dem Ringen um nahestehende Personen, aber auch von einer künstlichen Welt, die auseinander zu brechen droht oder einer Wiedergutmachung, von etwas, das vorausgehend Schaden erlitt. Jedesmal, eigentlich, wenn ich ein Buch dieser Autorin beende, bin ich von einer durchdringenden Menschlichkeit durchströmt, die mich jedes Mal, berührt, überrascht, und mit Freude beseelt.

Dies ist ja nun nicht mein erstes Buch, das ich von Iréne Némirovsky lese. Was diese Autorin aus meiner Sicht so auszeichnet, und warum ich so gerne lese, ist ihr unglaubliches Feingespür für zwischenmenschliche Wahrnehmungen und Beobachtungen, die sie in unglaublicher und brillianter Erzählkunst in Sprache formt, die mich immer wieder auf ihre Bücher zurück greifen lässt. Eine Autorin, auf die man sich verlassen kann, die ihr Handwerk beherrscht, von der ich noch nie enttäuscht wurde. Eine bodenständige und anständige Arbeit, eine Autorin, die einfach Begabung hat, leicht zu lesen ist, feinfühling, spannend, und einfach toll durchdacht und konzipiert.

Das Hörbuch, das dazu produziert wurde, wurde von Iris Berben gelesen. Die Familie Hardelot

Fazit: Ein feinfühlig erzählte Geschichte, einer provinzialischen Bourgeoisie-Familie, mit all ihren Ecken und Kanten, und die feinfühlig eingearbeitete Liebe eines Ehepaares, angesichts des Krieges, das um ihr Leben und ihre Liebe ringt, in Zeiten die den Menschen zwischen den Kriegen einiges an Opfern abverlangt hat. Eine sehr lesenswerte Geschichte, über Liebende zwischen den Kriegen, aber auch im Krieg selbst. Berührend und authentisch geschrieben mit einer Beobachtungsgabe einer brillianten Erzählerin, die viel zu früh gestorben ist und dieses Buch zu einer Zeit verfasst hat, unter der die Autorin selbst, durch die deutsche Besetzung und Intoleranz, in der damaligen Zeit, sehr gelitten hat...

Hinweis: Im "Mémorial de la Shoah" in Paris, ist bis zum 8.März 2011, der Autorin eine Ausstellung mit dem Titel: IRÈNE NÉMIROVSKY, « IL ME SEMBLE PARFOIS QUE JE SUIS ÉTRANGÈRE » gewidmet. Dazu ist ein bebildertes Begleitbuch erhältlich.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine provinziale Geschichte aus Frankreich, 27. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Familie Hardelot: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Rezension bezieht sich auf den Roman "Die Familie Hardelot" (Gebundene Ausgabe).

Von Irène Némirovsky habe ich alle Bücher, die in deutscher Sprache veröffentlicht wurden, gelesen !
Die Autorin nimmt uns in diesem Buch auf eine Reise mit, die vor dem Ersten Weltkrieg beginnt und
1940 endet, wie z.B. ihr Buch "Feuer im Herbst". Diesmal ist es eine Familie, die in dem Ort Saint-Elme
wohnt. Vieles in der Familie Hardelot scheint seit Generationen vorbestimmt, doch es kommt diesmal ganz
anders. Man beobachtet mit der Autorin die handelnden Personen und vieles läuft vor dem Auge des Lesers
wie ein Film ab.
In diesem Buch zeigt die Schriftstellerin diesmal nicht die Fremdheit des Menschen in der Gesellschaft.
Die Familie Hardelot ist in der Provenzial-Gesellschaft in Frankreich verhaftet.
Wunderbar gelingt der Autorin mit einigen kurzen Sätzen die Orte und die handelnden Personen zu beschreiben.
Die Flucht der Familie vor den Deutschen im Ersten Weltkrieg erinnert schon sehr deutlich I.N. letzten Roman
"Suite francaise".
Es ist sehr interessant, wie der Schriftstellerin es gelingt, zu zeigen, wie Menschen mit den Widrigkeiten
des Lebens und der Geschehnisse während der beiden Weltkriege klarzukommen, ohne großartig nach dem Warum
und Wieso zu fragen. Man geht mit der Handlung mit, fiebert mit den Personen und liest interessiert, wie sie
mit den Lebenssituationen klarkommen.
Wie alle Bücher von I.N. ist auch dieses leicht zu lesen.
Ich kann dieses Buch nur weiter empfehlen !
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine bürgerliche Familiengeschichte: interessant und gelungen, 7. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Familie Hardelot: Roman (Taschenbuch)
Wir kennen Némirovskys ebenso zauberhafte wie anrührende Suite Francaise, wir kennen Alex Capus‘ Léon und Louise, hier reiht sich jetzt thematisch ein Die Familie Hardelot:
Frankreich 1911 bis 1941, eine Familiengeschichte in der französischen Provinz im Norden Frankreichs, Papierfabrikanten, in der Darstellung von Erfolgsphasen und Niedergang, in der Abfolge von drei Generationen an die Buddenbrooks erinnernd. Chronologisch einsinnig und auktorial erzählt in Sprüngen von jeweils einigen Jahren, eine Kette von Situationen, Stunden bis allenfalls wenige Tage nur umfassend mit deutlichem und zunehmenden Schwerpunkt in der Zeit der beiden Weltkriege – eindringlich aus der Sicht der Zivilbevölkerung dargestellt.
Spannend, z.T. dramatisch durch historisch wie privat initiierte Ereignisse (weitgehend Beziehungsdramen). Kleine Schwachpunkte in der Fabel sind ein gerade noch zumutbares Happy End, ein doch leicht überzogener Heroismus der beiden zentralen Protagonisten während des Zweiten Weltkriegs und eine bei aller Anerkennung von Zufällen, die in der Tat das Leben prägen, überzogene (intentional tragisch versöhnliche) Zufallsbegegnung in dieser Phase.
Überzeugend in ihrem Realismus sind einmal die Charaktere, differenziert und vielschichtig gleichermaßen gezeichnet, allenfalls ein wenig blass ein Teil der Nebenfiguren, (dem schmalen Umfang des Romans vielleicht geschuldet), überzeugend sind zum anderen die Dialoge, ihre inhaltliche Bandbreite reicht von ironischer Kritik an traditionellen bürgerlichen Normen, meisterhaft auf den Punkt gebracht, bis zur Darstellung gelingender und tragfähiger Liebes- und ehelicher Beziehungen einerseits, der von beiden Seiten schmerzlich empfundenen Beziehungslosigkeit zwischen Vater und Sohn andererseits.
Sprachlich gelungen, sehr gelungen sind vor allem Stimmungsbilder, atmosphärische Schilderungen, die Bildlichkeit der Sprache.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beeindruckende Weitsicht, 8. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Familie Hardelot: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wieder einmal wird einem beim Lesen bewusst, wie genau Irène Némirovsky bereits 1940 die damalige Situation erkannt hat. Doch nicht nur das Gespür für das, was auf die Menschen aufgrund der politischen Lage zukommt, fasziniert an diesem - wie auch an den anderen - Romanen der Autorin. Ihr gelingt es, die Geschichte an Hand sehr nachvollziehbarer Figuren und Figurenkonstellationen zu erzählen. Sehr karg und knapp sind Beschreibungen und Dialoge, und dennoch treffen sie genau auf den Punkt. Ihre Figuren sind Figuren ihrer Zeit und geben sehr gut die damalige Lage wieder. Für uns Heutige ist es sehr beeindruckend, davon zu lesen, in diese Gedankenwelten hineinzuhorchen und aus dieser Perspektive an den Ereignissen zwischen 1914 und 1940 teilzuhaben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Familientraditionen, 24. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Familie Hardelot: Roman (Gebundene Ausgabe)
Pierre de Schlote hat sich an alle Traditionen gehalten. Immer. Wie es über die Generationen hinweg in seiner Familie üblich war. Etikette, Verbindungen, das Netzwerk der gesellschaftlichen Verpflichtungen aufrecht erhalten und, vor allem, die Papierfabrik der eigenen Familie durch alle Fährnisse der Zeit hinweg erhalten.

Alles andere war nicht wichtig. Durchaus wohlhabend, aber das Geld zusammenhaltend. Durchaus mit Möglichkeiten, aber sich selbst beschränkend im kleinen Umfeld von St. Elme in der französischen Provinz, ein Ort, an dem die Zeit über Jahre und Jahrzehnte hinwegstrich, ohne zu großartigen Veränderungen zu führen. Aber genau das waren ja auch die Motive, immer nur der sichernden Vernunft zu folgen, bei der Auswahl der Frauen ebenso, wie bei der Erziehung der Kinder und in allen geschäftlichen und gesellschaftlichen Unternehmungen.

Träge sind die Mitglieder der Familie Hardelot, nicht aus dem Überfluss heraus, sondern aus erstickten Sehnsüchten, aus gesellschaftlichen Ressentiments heraus. Und glauben, dies sei der Preis für die Kontrolle über die Vorgänge des Lebens und damit für eine immer dauernde und gefestigte Sicherheit. Ein Preis, der selbst mit den eigenen Kindern keine Gnade kennt, wenn diese die gefügten Traditionen der Familiengeschichte drohen, zu durchbrechen.

Doch diese tief bürgerliche Welt wird zerbrechen. An den Umständen der Zeitgeschichte zwischen den beiden Weltkriegen ebenso, wie an der inneren Starre der Familienmitglieder und der über Generationen hinweg gewachsenen Unfähigkeit zur Erneuerung und Veränderung.

Den Niedergang des Bürgertums zu Beginn des 20. Jh. schildert Iréne Némirovsky auf gerade einmal 250 Seiten. Aber mehr noch. Die Suche und Sucht des Menschen nach Kontrolle und Sicherheit und die Unmöglichkeit, diese über das Leben wirklich zu erlangen sind die tieferen Themen ihres 1941 vollendeten und 1947 erstmals erschienenen Buchs.

Das Streben nach Kontrolle und Sicherheit lässt innerlich erstarren und aus der Angst heraus nur mehr agieren. Dramatische Wendung des Lebens, dass gerade aus dieser Suche nach Bewahrung des Vertrauten jene Kräfte abhanden kommen, die das Vertraute mit neuen Mitteln auch durch stürmische Zeiten des Lebens und der Zeitgeschichte bringen könnten. Und auch jene Kräfte erlahmen lassen, die in der Lage wären, aus den Verlusten neues entstehen zu lassen.

Der konservativen, bürgerlichen Haltung des beginnenden 20. Jh. und der verzweifelten, weil unmöglichen Tendenz des Menschen zur absoluten Bewahrung hält Iréne Némirovsky meisterhaft ihren, auch noch heute ernüchternden, Spiegel vor. Mit dem Hoffnungsschimmer der Liebe, die starre Formen zu durchbrechen vermag, auch wenn nicht immer ein Happy End winkt.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen niemals weniger als 5 Punkte..., 5. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Familie Hardelot: Roman (Gebundene Ausgabe)
....werde ich den Werken dieser Schriftstellerin geben. Sie, deren Leben, Wirken und durch die Kriegswirren bedingte erst verspätete Rezeption ihres Schaffens selbst eine Romanvorlage darstellen könnten, hat also noch einen weiteren großartigen Roman hinterlassen, bevor sie selbst von den mörderischen Strömen ihrer Zeit erfasst und zermalmt wurde. Als ich das Buch entdeckte und nachdem ich es gelesen hatte, erging es mir ebenso wie einigen anderen Rezensenten, die sich hier geäußert haben, ich wurde von der Woge der tiefen Menschlichkeit dieses Werkes erfasst. Das Schicksal der Familie Hardelot, ihre eigene Einflussnahme auf das, was sich als ihr Schicksal darstellen will, all dies gibt mir wieder ein Gefühl für das, was in jedem indiviudellen Leben am Ende zählt: die doch alles in allem sehr seltenen Momente reinen Glücks und reiner Übereinstimmung mit sich selbst oder einer Person, die man liebt. Viel mehr haben wir alle nicht in der Hand, Irene Nemirowskys Buch kommt bei mir, wie auch alle anderen, wie eine Aufforderung an, das eigene Glück des Augenblicks wahrzunehmen und darüber hinaus nicht zu viel vom Leben zu erwarten. Nichts hat Bestand außer der Veränderung, so ist es nun einmal.
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3.0 von 5 Sternen Schade, daß Iris Berben offensichtlich den Französischunterricht geschwänzt hat, 17. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Familie Hardelot. (Audio CD)
Über Irène Némirovskys Roman ist in den Rezensionen alles gesagt. Hinzufügen möchte ich meine Enttäuschung darüber, daß Frau Berben zwar sehr einfühlsam liest und einem die Geschichte der Familie Hardelot nahebringt. Ärgerlich ist jedoch, daß sie bei der Aussprache der französischen Namen sehr oft daneben liegt. (Saint Elme, champ de Mars, Reims, Charles etc. etc. etc.
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4.0 von 5 Sternen Die Familie Hardelot, 20. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Familie Hardelot: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das erste Buch von Irène Némirovsky war Suite française", aber nicht weil es ein Beststeller ist, sondern weil mich der Inhalt angesprochen hatte. Ich wurde nicht enttäuscht, sondern erfreulich überrascht. Danach versuchte ich über meine Bibliothek weitere Bücher zu bekommen und diese waren Die Hunde und die Wölfe", viel mehr gab es nicht. Erst durch den Bibliothekswechsel (Umzug) kam ich an mehr Bücher ran.

Dieses Buch hat mich wieder in ihre Welt hineinversetzt. Irène Némirovsky schreibt sehr dichterisch, anfangs noch verwirrend für mich, aber dann ein herrlicher Genuss, die Sätze hin schwebend zu sehen.

Mit genauem Blick beschreibt Irène Némirovsky das Leben der Familienmitglieder Hardelot vor, zwischen und in den Weltkriegen. Trotz unterschiedlicher Charaktere und Lebenseinstellungen halten die Menschen zusammen und unterstützen sich in Notsituationen. Auch kommt hier wieder die Liebe stark zu tragen, denn diese hält den Menschen aufrecht und macht aus deren Sicht das Leben lebenswert.

Trotz der Kriege lassen sich die Personen nicht schwächen und unterkriegen. Sie kämpfen dafür ihre Kinder und ihre Liebsten wiederzusehen.

Der neben Thomas Mann doch aus Sicht einer Französin das Leben erleben möchte, lege ich dieses Buch ans Herz.
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5.0 von 5 Sternen Die französischen Buddenbrocks, 6. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Familie Hardelot: Roman (Taschenbuch)
Eigentlich ist es eine alte Geschichte: Pierre und Agnés leben in der französischen Provinz am Vorabend des 1. Weltkriegs. Sie sind in einander verliebt, doch die Fabrikantenfamilie Hardelot hat für ihren jüngsten Spross Simone ausersehen, die zwar nicht attraktiv, aber dafür mit einer respektablen Mitgift ausgestattet ist. Die jungen Leute widersetzen sich dem familiären Zwang und brechen mit der bürgerlichen Konvention. Die zersplitterte Familie kommt erst im Laufe des Kriegs auf Umwegen wieder zueinander. Doch so wie das kleine Provinznest vom Krieg regelrecht ausradiert wurde, ist auch das, was einmal das Bürgertum war, wie weggewischt. Mehr schlecht als recht halten sich die Hardelots über Wasser, ziehen die nächste Generation heran, die es wiederum drängt, voller Inbrunst und Hingabe noch größere Fehler und Dummheiten zu begehen. Und genau wie im Kleinen wiederholen sich im Großen mit noch größerer Gewalt die Katastrophen...

Iréne Némirovsky ist eine außergewöhnliche Erzählerin, die mit kleinen, feinen Strichen eine Situation skizziert, das Wesentliche umreißt. Der Leser fertigt sich das vollständige Bild im Geiste, belebt die Szenerie. Das ist anregend und überraschend. Selbst wenn das Thema des Romans bei erster Betrachtung etwas altmodisch wirkt, nimmt die Art, wie die Autorin ihre Geschichte entwickelt, schnell gefangen. Hinzu kommt Némirovskys feine Darstellung des ewig Menschlichen. Immer wieder blitzen Gedankensplitter der Figuren auf, die das wahre Denken der Personen in Gegensatz zu ihrem Sprechen oder Handeln bringen, eben so wie es uns wirklichen Menschen ergeht.

Mit einem dramaturgischen Trick treibt Némirovsky die Handlung zügig voran. Von Kapitel zu Kapitel vergeht unterschiedlich viel Zeit, mal nur ein paar Tage oder Wochen, dann wieder mehrere Monate oder sogar Jahre. Für den Leser ist es, als begegne er den Protagonisten immer mal wieder und erfahre bei dieser Gelegenheit in der rückblickenden Erzählung vom Schicksal der Familie. Das macht es der Autorin möglich, eine sich über drei Jahrzehnte erstreckende Familiengeschichte prägnant und ohne epische Längen zu erzählen. Vielleicht war dieser Kunstgriff aber auch der Tatsache geschuldet, das Iréne Némirovsky ahnte, ihr würde nicht mehr viel Zeit zum Schreiben bleiben.

"Die Familie Hardelot" ist von der Anlage her eine Art "Buddenbrocks" in der französischen Provinz. Iréne Némirovsky entwirft in ihrem Roman das Bild der Proletarisierung des Bürgertums im Zeitalter der großen Weltkriege. Wie auch bei Thomas Mann wird der Niedergang einer Familie zum Symbol des Untergangs eines Standes und einer ganzen Epoche. Ohne es letztlich selbst erlebt zu haben, hat Némirovsky vorweggenommen, dass es nach den Kriegen des 20. Jahrhunderts ein klassisches Bürgertum nicht mehr geben würde. Ein Glück, das diese grandiose Autorin wiederentdeckt worden ist.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Familie Hardelot, 21. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Familie Hardelot: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein wunderschönes, interessantes Buch, das pünktlich geliefert wurde und meinen Erwartungen voll gerecht wurde. Der Verkäufer ist weiter zu empfehlen
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Die Familie Hardelot: Roman
Die Familie Hardelot: Roman von Irène Némirovsky (Gebundene Ausgabe - 9. November 2010)
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