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5.0 von 5 Sternen Raubtierkapitalisten werden mit ihren eigenen Waffen geschlagen, 17. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Monument für ein Genie (Gebundene Ausgabe)
"Monument für ein Genie" ist eigentlich eine Science-Fiction-Erzählung, läßt sich aber auch sehr gut als Metapher dafür lesen, wie reiche Industriestaaten (oder in heutiger Zeit auch einfach Firmen) mit politisch Schwächeren umgehen. Die Geschichte beginnt mit einem Mann, der einem dieser Industriestaaten entstammt, der aber allein auf einem abgelegenen Planeten notlanden muß, auf dem es außer ihm nur einige naturverbundene Einheimische gibt. Er integriert sich in ihre Gesellschaft, da er den Planeten weder verlassen kann, noch will, und erhält den Stammesnamen Langri. Er gründet eine Familie, wird später Teil eines Ältestenrates und beginnt sich kurz vor seinem Tod Gedanken darum zu machen, was wohl mit "seinem" Volk passieren wird, falls der Planet doch einmal gefunden wird. Ein Grund, weshalb er ursprünglich dort bleiben wollte, ist nämlich, daß die Welt sich fabelhaft als Urlaubsparadies eignen würde: Azurblaues warmes Meer, saubere weiße Sandstrände, Palmen, das ganze Jahr über tolles Wetter, freundliche Bewohner... Die Vorstellung, daß Menschen seiner Herkunftskultur dort aufkreuzen und alles in den Dreck ziehen könnten, läßt Langri nicht mehr los. Er beginnt, junge Stammesmitglieder zu unterrichten, um sie darauf vorzubereiten, daß eines Tages Fremde kommen könnten, die skrupellos genug wären, den Einheimischen ihr Land wegzunehmen. Leider fruchtet der Unterricht nicht sonderlich viel (zumindest hat man als Leser zunächst einmal den Eindruck), denn weder begreifen die Jugendlichen, worum es eigentlich geht, noch können sie sich vorstellen, anders zu leben als genau so wie in diesem Augenblick. Langri stirbt und kurze Zeit später taucht tatsächlich der erste Zug intergalaktischer Raubtierkapitalisten auf. Die Fremden sehen in dem Planeten das Potential, mit Hotelketten zugebaut zu werden und schwer arbeitenden Bewohnern der Galaxis Entspannung in Form perfekt choreographierter Eingeborenentänze zu bieten. Und natürlich geht es ihnen völlig am Allerwertesten vorbei, daß dort bereits Menschen leben. Die werden einfach übergangen - man stellt ihnen moderne Bettenburgen vor die Nase und behauptet, nur ihr Bestes zu wollen. Der Hauptteil der Geschichte handelt von dieser Auseinandersetzung zwischen den Neuankömmlingen und den Einheimischen, der schließlich dazu führt, daß letztere keine andere Möglichkeit mehr sehen, als alle Tricks, die Langri ihnen noch irgendwie beibringen konnte, anzuwenden, um überhaupt am Leben zu bleiben. Dabei werden weder Einheimische, noch Fremde eindimensional dargestellt - unter den Fremden gibt es beispielsweise eine kleine Gruppe von Leuten, die den Einheimischen helfen wollen und versuchen, gegen ihre profitgierigen Landsleute vorzugehen.

~~~~~SPOILER!~~~~~

Der Planet steuert im Verlauf des Buches immer mehr auf die Katastrophe zu: Nicht nur, daß die großen Firmen das gesamte Ökosystem an den Rand des Zusammenbruchs bringen, auch die Einheimischen drohen auszusterben, weil beispielsweise die Tiere, von denen ihre Nahrungsplanung abhängig ist, vertrieben werden. Man hat den Eindruck, daß sie es unmöglich mit den Fremden aufnehmen können und in jedem Fall verlieren werden. Dem ist allerdings nicht so. Durch einen genialen Einfall Langris schaffen sie es, wieder Herren über ihren eigenen Planeten zu werden.

~~~~~Spoiler Ende~~~~~

Das interessante an der Geschichte ist - neben gut ausgearbeiteten Charakteren, dem Plot mit seiner Pointe insgesamt und dem sozialkritischen Hintergrund - die Tatsache, daß der gesamte Ablauf einem so furchtbar bekannt vorkommt. Im Prinzip könnte man sich auch irgendeine Südseeinsel vorstellen, deren Bewohner von einem einzelnen Schiffbrüchigen darauf vorbereitet werden, wie sie es verhindern können, von einer Schiffsladung Kolonialherren überrannt zu werden. Wobei ein wesentlicher Punkt von "Monument für ein Genie" sicherlich ist, daß in der Sci-Fi-Erzählung eine Art "galaktische Öffentlichkeit" zur Verfügung steht, die den "Kolonialherren" auf die Finger sieht, während eine "Weltöffentlichkeit" während der Entdeckungsphase der Erde noch nicht in dem Maße vorhanden war. Das Buch ist jedenfalls bedenkenlos zu empfehlen, weil es einmal nicht um eine fetzige Space Opera geht, in der Raumschiffe und Technik-Blabla im Vordergrund stehen, sondern um Menschen, und wie sich althergebrachte Systeme der Unterdrückung selbst in der Weltraumära fortsetzen (könnten).
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A classic tale of greed and redemption., 17. Mai 2000
Rezension bezieht sich auf: Monument (Taschenbuch)
This is a wonderful, if simple, story of humanity's greed and how one man's plan stimies the galactic power brokers.
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Monument für ein Genie
Monument für ein Genie von Lloyd Biggle (Gebundene Ausgabe - Januar 1983)
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