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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen633
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am 16. Januar 2014
Das letzte Buch, das ich 2013 gelesen habe und sicherlich mit eines der Besten dieses Jahres.
Die Hauptfigur Don ist Genetiker in Melbourne, hat nur zwei Freunde, ist absolut brilliant auf seinem Fachgebiet, ein Ordnungsfanatiker und auf der emotionalen Ebene eine totale Niete.
Don hat Asperger, weiß es aber, wie anscheinend heute die meisten betroffenen Erwachsenen, nicht. Seine beiden einzigen Freunde sind ein Ehepaar, die beide Psychologen sind. Es beginnt damit, dass Don für die beiden einen Vortrag über Asperger für betroffene Kinder halten soll. (Um vielleicht eine Ähnlichkeit zu jemanden zu erkennen) Diese Szene ist so stark und gibt den ganzen Ton des Buches sehr gut wieder. Don will den Kindern in dem hochwissenschaftlichen (!!) Vortrag vermitteln, dass sie ganz besondere Fähigkeiten haben. Sie unterscheiden sich zwar vom Durchschnitt, aber dafür können sie viele Sachen einfach besser. Hier ist es teilweise erschreckend wie fixiert die erwachsenen Zuhörer sind, dass die Kinder sich bestmöglich an den Durchschnitt anpassen sollen. Die Szene hat so sehr für mehr Toleranz und Akzeptanz geworben, auf eine so charmante Weise, wie es das ganze Buch unterschwellig tut.

Die Geschichte ist aus Dons Perspektive geschildert und oft muss man über seine Denkweise schmunzeln, aber das Buch macht sich nie über seine Hauptfigur lustig. Don hat das Problem keine Frau zu finden, die seinen Ansprüchen genügt. Deshalb erstellt er einen 32-seitigen Fragebogen, der alle unbrauchbaren Kandidatinnen sofort möglichst zeitsparend aussortiert. Das klappt nur leider nicht so richtig. Neben dem Projekt "Ehefrau" hilft er als Genetiker der chaotischen Rosie dabei, ihren biologischen Vater zu finden. Aufgrund der großen Zahl möglicher Kandidaten wird das Projekt Ehefrau ständig verdrängt, was Don aber nicht weiter stört. Warum wohl?

Das Buch ist keine klassische Liebesgeschichte, was mit einem Protatgonisten mit Asperger auch nicht zu erwarten ist, aber Logik kann auch romantisch sein.
Obwohl das Buch allein schon durch die Perspektive von Don eigentlich extrem neutral und ohne gefühlbetonte Sprache auskommt, ist es zwischen den Zeilen unglaublich herzerwärmend. Was sich Don zum Beispiel für seine an Demenz erkrankte Nachbarin ausdenkt, war so eine liebe Geste, ohne das es ihm wirklich bewusst ist.
Ich liebe dieses Buch!
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am 12. Mai 2014
Nach über 100 Büchern im letzten Jahr nun eins, das mich erstmals zu einer Bewertung veranlasst. Selten so gelacht und doch auch intellektuell angeregt worden wie hier. Unbedingt empfehlenswert auch für Vielleser wie mich.
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am 20. Dezember 2014
Ich mag Typen, Charaktere, verschrobene Nerds. Da kommt mir der Genetiker Don grad recht. Don ist anders. Genetiker mit 0-1-Visum für "Personen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten", allerdings auch mit außergewöhnlichen Mängeln.
Meiner Meinung nach ist er Asperger-Autist, das wird auch gleich auf der 1. Seite angedeutet. Don erklärt in einem Vortrag, "dass das Asperger-Syndrom kein Defekt ist, sondern eine Variante des Möglichen - vielleicht sogar ein erheblicher Vorteil". Er weiß um seine sozialen Defizite, leidet jedoch nicht darunter (und käme nie auf die Idee, dass er selbst ein "Aspi" sein könnte).

Mit 39 Jahren findet es Don an der Zeit, sein Partnerinnenproblem anzugehen. Da er groß, durchtrainiert, intelligent, mit relativ hohem gesellschaftlichen Status und überdurchschnittlich gut bezahlt ist, sollte das doch klappen.
Vor allem mit Hilfe eines ausgeklügelten Fragebogens, der die Idealfrau auszusortieren hilft.
Denn die klassischen Verabredungen, die hasst Don und sie führten bisher nie zum Erfolg.

Schon die Ehefrauensuche ist sehr unterhaltsam, doch richtig toll wird es, als Rosie auftaucht. Als Lebenspartnerin völlig untauglich (für Don sogar ohne Fragebogen leicht festzustellen), verliebt sich Don Hals über Kopf in sie. Doch er merkt es nicht, da ihm Emotionen ja völlig fremd sind.
Er stürzt sich für Rosie in ein neues Projekt, nämlich das Vater-Projekt. 41 Männern muss unauffällig ihre DNS entwendet und untersucht werden, denn einer von ihnen wird aller Voraussicht nach Rosies leiblicher Vater sein.

Ein Buch, das wunderbar leicht zu lesen ist, unterhaltsam, zum Schmunzeln und herzlich lachen!
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Zitat:
„Ich denke, ich habe eine Lösung für das Ehefrauenproblem gefunden. Wie bei so vielen wissenschaftlichen Durchbrüchen war diese Lösung im Nachhinein ganz logisch, doch ohne eine Reihe außerplanmäßiger Ereignisse wäre ich wohl nie darauf gekommen.“
(S. 7)

„Ich bin neununddreißig Jahre alt, groß, durchtrainiert und intelligent, mit relativ hohem gesellschaftlichem Status und überdurchschnittlichem Einkommen als Assistenzprofessor. Gemäß den Gesetzen der Logik sollte ich für eine ganze Reihe von Frauen attraktiv sein. Im Reich der Tiere würde ich mich erfolgreich vermehren.“
(S. 9)

Inhalt:
Don Tillmann ist anders. Er lebt nach einem strikten Tagesablauf, streicht jeden nicht effektiven oder unproduktiven Teil des Kalenders und kann sich so komplett auf seine Arbeit als Genetiker konzentrieren und auch seine Lehrarbeit als Professor zur vollen Zufriedenheit erledigen. Seiner Zufriedenheit. Denn aus irgendeinem Grund hält ihn die Chefin für übergenau und daher wurde er schon des Öfteren zu ihr zitiert.
Alles in allem läuft sein Leben dermaßen gut geplant aber effizient und ressourcenschonend. Wäre da nicht die lästige Frage der Partnerin. Schließlich heißt es, dass verheiratete Männer glücklicher wären, was sich im Allgemeinen sehr vorteilhaft auf die Lebenserwartung und Produktivität auswirkt.

Nur woher nehmen? Nach einigen Fehlversuchen in Sachen Dating, was vor allem an Dons „Inkompatibilität“ mit anderen Menschen außer einer befreundeten Familie liegt. Was liegt also näher, als alles von der wissenschaftlichen Seite zu betrachten und das „Ehefrauen-Projekt“ ins Leben zu rufen. Mittels Fragebogen will Don die ungeeigneten Elemente ausschließen und eine reale Begegnung nur mit dem Rest zu wagen – nur leider fällt so ziemlich jede potentielle Partnerin durch das Raster.

Als dann aber Rosie durch Zufall in Dons Leben platzt, hinterlässt sie nachhaltige Spuren, die mit reiner Logik nicht zu erklären sind.

Meinung:
Es gibt Bücher, die einem zufällig in die Hände fallen und bei denen man denkt, dass es rational gesehen nicht ins Beuteschema passt.
So ging es mir mit dem „Rosie-Projekt“. Als „internationaler Bestseller“ angekündigt, war ich aber dennoch so neugierig, dass ich anfing zu lesen… und nicht mehr aufhörte.

Das Fazit: Ich war begeistert.
Mehr wäre eigentlich nicht zu sagen, denn diese drei Worte spiegeln meinen Eindruck klar wieder, sind daher als die effektivste Möglichkeit zu betrachten, mein Gefallen an dieser Geschichte zu verdeutlichen.

WAS?!
Tja, genau so sieht Dons Leben aus. Effektives Zeitmanagment, Pläne, keinerlei Abweichung ohne Zeitausgleich mit anderen Terminen. Daher betrachtet Don auch die Partnersuche auf herkömmliche Art als großes Problem. Blind Dates, „zufällige“ Treffen mit Bekannten, alles Zeitverschwendung, vergleicht man Aufwand und Nutzen, also die potentielle Möglichkeit, den idealen Partner auf diese Weise zu treffen.

Kurzerhand hat Don die zündende Idee. Um eine Vorauswahl zu treffen, gibt es von wissenschaftlicher Seite her keine bessere Variante als einen Fragebogen. Das Projekt Ehefrau steht in den Startlöchern.

Der etwas andere Protagonist, der 39-jährige Don Tillman, hat sich vom ersten Moment in mein Herz geschlichen. Durch einen geschickten Umweg konnte mir der Autor vermitteln, woher diese Andersartigkeit denn stammt. Don selbst, der in Ich-Perspektive/Vergangenheit erzählt, erkennt dieses „Problem“ nicht, lediglich die durch sorgfältige Analyse geschlussfolgerte Sicht der anderen auf ihn.

Eben jene analytische Art, man könnte es auch verquer nennen, macht Don so dermaßen liebenswürdig und gleichzeitig urkomisch. Er ist laut mehreren Aussagen "sozial inkompetent", kann Emotionen und Reaktionen anderer nicht deuten, Sarkasmus nicht verstehen und zeitverschwendende Dinge des Alltags wie Smalltalk und Belanglosigkeiten nicht mit seinem Verständnis von Effektivität unter einen Hut bringen. Don ist strukturiert, effizient und null flexibel.
Wer ihn kennengelernt hat, sich mit seiner Art zu leben zurechtgefunden hat, ist selbst schockiert über das Auftreten von Rosie und kann sich vorstellen, wie eine solche Person das Leben von Don durcheinanderbringt.

Rosie ist ebenfalls alles andere als normal, geht jedoch in eine völlig unkonventionelle Richtung, hält sich oft nicht an selbst aufgestellte Regeln und wirft kurzerhand Dons Pläne über den Haufen. Sie ist nach eigenen Angaben „verkorkst“, was Don als sehr seltsame Beschreibung einzustufen vermag.

Als Gegenteil der idealen Partnerin kommt Rosie für das Ehefrauen-Projekt natürlich nicht infrage, für ein freundschaftliches Verhältnis aber perfekt. Denn schnell stuft Don die Treffen mit ihr unter den „besten Tagen seines erwachsenen Lebens“ ein.

Jedem normalen Menschen, vermutlich allen Lesern, ebenso Dons bester (einziger) Freunde Gene und Claudia ist klar, was mit Don passiert. Nur ihm selbst eben nicht. Und das ist das Geniale an diesem Buch. Ich durfte hautnah miterleben, wie sich der Protagonist Don entwickelt, schmunzelte über seine Aussagen, lachte laut auf, als er wieder neue Theorien und Interpretationen des Beobachteten von sich gab.

Der Schreibstil von Herrn Simsion ist einfach, aber eher als gehoben einzustufen, dem Protagonisten angepasst, der immerhin Assistenzprofessor ist. Jegliche andere Art des Erzählens würde die Geschichte unauthentisch machen und ihr Charme ginge komplett verloren. Diesem besonderen Charme ist es auch zu verdanken, dass das „Rosie-Projekt“ keinerlei herkömmlicher Spannung oder schnulziger Parts benötigt, um einen Lesesog zu entwickeln, dem ich mich nicht entziehen konnte. Ich musste es einfach wissen: Kann das Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss kommen?

Urteil:
„Das Rosie-Projekt“ traf bei mir einen Nerv. Mag es an der mangelnden Kompetenz oder Erfahrung im Contemporary-Bereich liegen, aber dieses Buch hat mich von der ersten Seite an begeistert. Der so eigene Protagonist und seine unfreiwillig komische Art waren ein Highlight für mich und ich konnte einfach nicht damit aufhören zu verfolgen, wie Rosie Dons Leben durcheinanderbringt und so dem emotionalen Teil den Weg ebnet. Dafür gibt es ganz klar 5 Bücher.

Wer eine etwas anspruchsvollere Art von Liebesgeschichte sucht, einen besonderen Protagonisten kennenlernen will, versuchen möchte, der Liebe auf logische Weise auf die Spur zu kommen, verfolgen will, ob die Suche nach einer Ehefrau auch auf wissenschaftliche Art funktioniert, muss zu diesem Buch greifen. Lest in die Leseprobe. Wenn euch das erste Kapitel überzeugt, gefällt euch sicher auch der Rest.

©his-and-her-books.blogspot.de
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Don Tilman ist ein besonderer Mensch. Er hat seinen Tagesablauf nach einem strikten Plan organisiert und jede überflüssige Begebenheit aus seinem Kalender gestrichen. So kann er sich voll und ganz auf seine Arbeit als Genetiker konzentrieren, die in einem Lehrauftrag gipfelt. Zwar gerät er hin und wieder mit der Dekanin aneinander, doch Don würde sein Leben als nahezu perfekt beschreiben. Wäre da nicht die Suche nach einer Partnerin. Eines Tages hat Don die Idee seines Lebens: Er entwirft einen mehrseitigen Fragebogen, um mit dessen Hilfe die perfekte Ehefrau zu finden. Sein Freund Gene sieht dem Ehefrauen-Projekt mit gemischten Gefühlen entgegen. Als dann durch Zufall Rosie in Don's Leben auftaucht, ist das Chaos vollkommen, denn Rosie entspricht nicht im Geringsten Don's Vorstellungen von seiner künftigen Frau. Sie arbeitet als Barkeepern, raucht und ist vollkommen unorganisiert. Allerdings hat sie es auf Don wegen eines anderen Projektes abgesehen, denn sie benötigt seine Fähigkeiten als Genetiker, da sie auf der Suche nach ihrem leiblichen Vater ist. Und so stürzt sich Don neben dem Ehefrauen-Projekt auch noch in das Rosie-Projekt.

DAS ROSIE-PROJEKT ist der Debütroman des Australiers Graeme Simsion. Weltweit stürmt sein Erstling die Bestsellerlisten und hat dafür gesorgt, das Don und Rosie in über vierzig Ländern bekannt sind. Diese Begeisterung ist über weite Strecken des Buches auch gerechtfertigt. Mit Don Tilman hat der Autor eine der interessantesten Romanfiguren der letzten Jahre zum Leben erweckt. Der am Asperger Syndrom erkrankte Tilman kann gerade zu Beginn des Romans den Leser begeistern. Einfühlsam, sympathisch, humorvoll und nachdenklich lässt Graeme Simsion seinen Protagonisten agieren. Allein die Entwicklung, die sein Held im Verlauf der Geschichte durchlebt, rechtfertigt die Lektüre dieses Romans. Mit Rosie hat er ihm dann eine Frau an die Seite gestellt die ihn (und den Leser) fordert. Durch Rosie entstehen viele Konfliktpunkte, die dem Leser jede Menge Spaß machen.

Allerdings musste ich ab der Hälfte feststellen, dass die Geschichte etwas von ihrem anfänglichen Charme verloren hat. Der Leser hat sich auf die beiden Charaktere eingestellt und manche Szenen, die gerade zu Beginn lustig waren, verlaufen sich jetzt ein wenig im Nirgendwo. Hinzu kommt, dass ich das Ende zwar nicht wirklich schlecht, aber doch sehr genretypisch fand. Hier hat man ein wenig den verdacht, als habe der Autor auf eine mögliche Verfilmung geschielt.

Der Schreibstil von Graeme Simsion ist okay. Mit einfachen Sätzen lässt er seine Protagonisten agieren.

DAS ROSIE-PROJEKT ist definitiv eine der schönsten und ungewöhnlichsten Liebesgeschichten der letzten Zeit. Mit Don und Rosie gibt es zwei Protagonisten, mit denen sich der Leser gerne einlässt. die überschwänglichen Kritiken sind größtenteils gerechtfertigt. Mir hat der Roman gut gefallen, auch wenn ich ab der Mitte nicht mehr ganz so euphorisch dabei gewesen bin. Trotzdem kann ich DAS ROSIE-PROJEKT empfehlen!
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am 24. April 2016
Langweilig bis zum Einschlafen. Der Roman geht doch am normalen Leben vorbei. Er hat dauernd Listen aufgestellt und bei Rosi wußte man nicht ob sie ihn nun liebt oder nicht. Dieses Theater mit dem zu erwartenden Baby war unglaublich am Leben vorbei. Nee, das war rausgeschmissenes Geld.
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am 6. Januar 2014
Zum Inhalt:
Don Tillmann, 39, groß, durchtrainiert und intelligent, ist Genetiker und hat sein Leben komplett verplant. Er benötigt beispielsweise genau 94 Minuten um sein Bad zu reinigen und er hat einen standardisierten Plan, bei dem er für jeden Wochentagen auch ein bestimmtes Abendessen hat. Was er allerdings nicht hat, ist eine Frau. Deshalb startet er das Ehefrau-Projekt und macht sich auf die Suche nach der perfekten Frau für ihn. Mit Hilfe eines (bereits gekürzten) 16-seitigen Fragebogens kann er bereits eine Vorauswahl treffen, um seine wertvolle Zeit nicht mit unnötigen Dates zu vergeuden.

Dann jedoch lernt er Rosie kennen, die durch die Hilfe von Genetiker Don, ihren leiblichen Vater sucht.

Meine Meinung:
Don Tillmann ist einfach genial. Ich fand ihn von der ersten Seite, vom ersten Satz an, klasse. Auch alle andere Personen im Buch, also natürlich Rosie, aber auch Dons Freunde Gene und Claudia, sind toll. Während Don mich immer wieder einmal an Sheldon Cooper aus The Big Bang Theory erinnert hat, habe ich bei Gene an Barney Stinson von How I Met Your Mother denken müssen :-) Für Freunde dieser Serien ist das Buch also absolut zu empfehlen!

Die Geschichte um den sonderbaren Don Tillman, der doch eigentlich nur sein Leben so lebt, wie er es für richtig hält, ist einfach schön zu lesen. Graeme Simsion hat das gesamte Buch in einem einzigartigen Stil geschrieben, der mir unglaublich gut gefallen hat. Durch viele kleine zusätzliche Details hat er es geschafft, dass das Buch absolut lesenswert ist.

Don Tillman wirkt ein wenig altmodisch, aber trotzdem unglaublich interessant. Gleich zu Beginn des Buches muss er einen Vortrag über das Asperger-Syndrom halten. Dabei beschreibt er Symptome, an denen er offensichtlich selbst leidet, was er jedoch gar nicht zu bemerken scheint. Er hat eine interessante Art und Weise, das Leben zu betrachten und vor allem seine Mitmenschen. Ich fand es sehr amüsant, wie Don mit Rosie und allen umgeht und wie er sein Ehefrauproblem angehen will. Durch Rosie und ihre Suche nach ihrem Vater wird er jedoch auch ein wenig davon abgelenkt. Neben seinem Ehefrau-Projekt hat er sich also auch noch um das Vater-Projekt zu kümmern.

Dieses Buch macht Spaß! Die Geschichte ist schräg und Don Tillman ist so ein interessanter Charakter, ich möchte unbedingt mehr von Graeme Simsion lesen!
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TOP 1000 REZENSENTam 26. Januar 2014
Da ich ja wirklich pingelig bei Hörbuchsprechern bin, war ich hier bei Robert Stadlober etwas skeptisch, als Schauspieler finde ich ihn nämlich mehr so ähm... semigut.
Als Hörbuchsprecher hat er mich hier jedoch überzeugt. Seine Stimme paßt zu Don Tillman perfekt. Und Don Tillman paßte zu mir, herrlich, wie er sich bemüht Gesellschaftsregeln einzuhalten und genau deshalb immer wieder über sie stolpert. Wie er eine Rede vor Asperger Kids hält und sich noch darüber ausläßt, daß erwachsene Asperger dies meist nicht wissen und außer ihm jeder weiß, daß er dazu gehört. Herzzerreißend, innig, warm, lustig, traurig und bewegend wird hier eine Geschichte geschildert, die anders ist, anders sein will und zeigt, daß man auch anders sein darf, muß, kann und sollte.
Konventionen sind schön und gut, sie hier und da zu durchbrechen, ist viel schöner.
Zwar ahnte ich bereits sehr früh, das Ergebnis des "Vater-Projekts", das tat meiner Hörlust aber keinen Abbruch, gerne begleitet man Don und Rosie auf ihrer Suche nach der "perfekten Ehefrau" und dem "wirklichen Vater" und schmunzelt darüber, wie beide miteinander umgehen.

Das hat mir wirklich wirklich wirklich gut gefallen, ein sehr angenehmer, nie böser oder verletzender Humor, ein schöner Schreibstil und ein guter und passender Sprecher.
Das macht neugierig auf weitere (Hör-)Bücher...
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am 15. Januar 2016
Dies ist ein ganz besonderes Buch und wirklich mal "ganz was Anderes".
Und ich hätte es fast nie gelesen bzw gehört, da mich Bücher immer abschrecken, wenn alle darüber reden und besonders, wenn alle davon begeistert sind.
Auch Harry Potter wäre auf diese Art und Weise fast an mir vorbeigerauscht...
Worum geht es?

Don Tilman ist etwas anders als andere Menschen, er erinnert stark an "Rainman" aus dem gleichnamigen Film.
Wahrscheinlich aber leidet Don eher an dem Asperger-Syndrom, einer leicht "abgeschwächten" Form des Authismus, wenn man etwas so Ernstes so flappsig ausdrücken kann.
Jedenfalls ist Don eben anders, auf eine ganz niedliche und paddelige Art.
Sein Tagesablauf ist komplett durchstrukturiert, für das Duschen braucht er genau 3 Minuten und 12 Sekunden, außer wenn er auch Haare wäscht, dann sind es 4 Minuten 16 Sekunden.

Don weiß, daß er mit anderen Menschen nicht gut umgehen kann, bzw sie mit ihm.
Also hat er gelernt, Gesichtsausdrücke zu deuten. Noch schlimmer ist es mit Gefühlen, ein ganz heikles Thema. Er weiß sehr wohl um seine Unzulänglichkeiten und hat viele Tricks im Laufe seines 40jährigen Lebens gelernt, um mit anderen zu interagieren.
Immerhin ist er Genetikprofessor in Melbourne, total inteligent, aber viele Freunde hat er nicht.
Denn das zwischenmenschliche ist und bleibt heikel.

Das Buch ist so einfühlsam geschrieben, trotz des ernsten Themas erfrischend.
Trotzdem sehr humorvoll, ein gutes Zeichen, daß man mit Anderssein, Krankheit oder Behinderung auch so umgehen kann. Nicht immer nur dramatisch.
Es hat echt Spaß gemacht und ich habe es innerhalb von nur 2 Tagen gehört.
Großartig vorgelesen von Robert Stadlober.
Und nun muß ich mich den vielen begeisterten Lesern vor mir anschließen, in dem ich ihm überzeugte 5 Sterne gebe.
Und ich kann es nur weiterempfehlen, ein echter Genuß.
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Don Tillman beschließt mit 39 Jahren, die geeignete Frau für das Leben an seiner Seite zu suchen. Der hochintelligente Wissenschaftler mit den autistischen Zügen hat dabei eine ganz eigene Vorgehensweise. Für sein Ehefrau-Projekt entwickelt er einen Fragebogen, der die perfekte Frau aus der großen Menge an Bewerberinnen herausfiltern soll. Er sucht eine Partnerin, die weder raucht, unpünktlich ist oder einen BMI von mehr als 22 hat. Durch Zufall trifft er Rosie und muss erkennen, dass auch ohne Fragebogen manchmal alles beantwortet wird.

Graeme Simsion schafft in seinem Roman über den unter dem Asperger-Syndrom leidenden Don die Gratwanderung, einen witzigen Unterhaltungsroman zu schreiben und gleichzeitig auf das Leiden der betroffenen Menschen aufmerksam zu machen. Das Syndrom äußert sich vor allem darin, dass eine Beziehung nur schwer aufzubauen ist. Erschwert wird das, weil die Betroffenen nicht auf körpersprachliche Signale reagieren können. Im Gegensatz dazu steht ihre überdurchschnittliche Intelligenz. Das Leiden ist mit bloßem Auge nicht zu erfassen, weswegen es im Umgang mit anderen häufig zu skurrilen Situationen kommt.

Der Autor beschreibt in seinem Protagonisten sämtliche Symptome und stellt Rosie an seine Seite. Sie kann Dons eingefahrenen Rituale in Bezug auf Essensplan und Tagesablauf durchbrechen und ihm Alternativen aufzeigen. Zwar scheint sie alles andere als die ideale Partnerin zu sein, kann den Bindungswilligen aber eher ungewollt überzeugen. Als weitere Bezugspersonen hat Don seinen Freund, den ebenfalls in der Genforschung tätigen Gene und dessen Ehefrau und Psychologin Claudia. Diese kleine Welt lernt auch der Hörer dieses von Robert Stadlober unnachahmlich vertonten Buches kennen.

Der Sprecher variiert nur mäßig mit seiner Stimmlage. Zudem spricht er eher schnell als langsam. Das drückt die Art aus, in der Don denkt. Als Hörer kann man sich so hervorragend in Don hineinversetzen. Die unfreiwillige Komik entsteht durch den Bezug zu allgemein bekannten Denkweisen und Handlungen. Die rund sechseinhalt Stunden dauernde autorisierte Lesefassung erzählt von einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte, die in „Der Rosie-Effekt“ seine Fortsetzung findet. Als Hörfassung trifft sie die Kernaussage noch besser als das Buch. Genau wie Don sich über manche Entscheidungen der anderen wundert, gibt es auch für uns erstaunliche Einblicke in sein Leben.
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