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am 19. Mai 2012
Inhalt

Harold Fry führt ein ruhiges und normales Leben. Der Alltag ist geordnet und wird von einer sich tagtäglich wiederholenden Routine bestimmt. Doch diese Routine wird kurzzeitig durch einen Brief von Harolds frühere Kollegin Queenie Hennessy durchbrochen, die im Sterben liegt. Harold beantwortet den Brief mit ein paar kurzen Zeilen und läuft zum nächsten Briefkasten, um den Brief schnellst möglich zu verschicken. Doch kurz bevor der Brief durch den Schlitz des Briefkasten schlüpfen kann, zögert Harold. Wieso ausgerechnet dieser Briefkasten? Im nächsten Ort gibt es einen weiteren und wenn er sich beeilt, würde er es noch vor der Mittagsleerung schaffen. Doch dann läuft er auch an diesem Briefkasten und am nächsten vorbei und ehe er sich versieht hat er die Stadtgrenze passiert und läuft immer weiter.

Harold Fry begibt sich zu Fuß auf eine Reise von Südengland bis an die schottische Grenze zur sterbenden Queenie Hennessy. Jeden Tag aufs Neue stellt er sich der Herausforderung und läuft über seine eigenen Grenzen hinaus weiter ' 87 Tage lang über 1.000 Kilometer.

Rezension
Mich hat die Geschichte um Harold Fry und seine unwahrscheinliche Pilgerreise sofort für sich gewinnen können. Anfangs war ich noch recht unschlüssig, wie ich Harold einschätzen soll. Was ist er für ein Mensch? Welche Gründe treiben ihn an 87 Tage zu Fuß quer durch England zu laufen? Welche Geschichte hat uns dieser Mann zu erzählen? Diese Fragen werden einem mit jeder Seite die man liest mehr beantwortet. Ich hatte das Gefühl, dass jeder gelaufene Kilometer, den Harold näher an sein Ziel bringt gleichzusetzen ist mit jeder Seite die ich gelesen habe, um mehr über Harolds Geschichte zu erfahren.
Auf seiner spontanen Pilgerreise begegnet Harold vielen fremden Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dennoch eines gemeinsam haben: sie alle haben eine Geschichte, die es sich zu erzählen lohnt. Man bekommt ein vielfältiges Spektrum an Eindrücken vermittelt ' sei es die englische Landschaft durch die Harold läuft, die Sehenswürdigkeiten die er auf seinem Wege besichtigt, die Wetterumschwünge, das Erwachen des englischen Sommers oder die Menschen denen Harold immer wieder begegnet. Auch wenn Harold den Fußmarsch wegen Queenie begonnen hat und sie zu besuchen das Ende der Reise darstellen soll, läuft er nicht nur für Queenie. Der Leser begleitet Harold auf den Spuren seiner Vergangenheit, hilft ihm die Gegenwart zu begreifen und die Zukunft ins Auge zu fassen.

Fazit
Eine wunderschöne Geschichte, die durch ihre Einfachheit und den so normalen Harold Fry besticht. Es ist ein Buch voller Hoffnung, Glaube, Krankheit, Verlust, Liebe, Vergangenheit, Verständnis und Verzeihen. Dennoch sollte sich der Leser im Klaren darüber sein, dass ein solches Buch nicht immer einfach zu lesen ist. Die Dinge die Harold sieht und erlebt sind viele alltägliche Dinge und Beschreibungen der Umgebung und der Natur. Er läuft den gesamten Buchinhalt quer durch England und teilweise kann das ein wenig ermüdend für den Leser sein. Ich war jedenfalls sehr angetan von der Idee um Harold Fry und seiner unwahrscheinlichen Pilgerreise durch ganz England.
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am 28. Mai 2012
"Sagen Sie Ihr Harold Fry ist auf dem Weg.Sie braucht nur durchzuhalten. Denn ich werde Sie retten, wissen Sie. Ich werde laufen und sie muss weiterleben. Werden Sie Ihr das sagen?"

Ein Brief verändert Harolds Leben. Ein Leben hinter einer perfekten Fassade (`glattrasiert und im sauberen Hemd mit Krawatte`) aus frisch gewaschener Wäsche und kurzgeschorenem Rasen, in dem es aber seit seiner Pensionierung nichts mehr zu tun gibt und er seiner Frau nichts mehr von Wert zu sagen hat. Ein Leben, das aus verpassten Gelegenheiten besteht, `dass er immer, wenn er etwas tun wollte, genau einen Augenblick zu spät kam`.

Der Brief hat Risse in Harold Frys gutbürgerlicher Fassade verursacht und es geschafft, dass er sich aus den blickdichten Bretterzäunen, die nicht nur seinen Garten umgeben, herauswagt. Aufgerüttelt durch den Brief einer alten Freundin macht er sich aus seinem eintönigen Leben auf. Er macht sicht auf seinen Weg, von Südengland bis hoch in den Norden. Während dieses Weges, den die Autorin in wundervollen Bildern (`Die Luft roch grün und nach tausendfachem Neubeginn`)erzählt, arbeitet er sich Schritt für Schritt voran, nicht nur räumlich sondern auch innerlich. Schritt für Schritt arbeitet er seine Vergangenheit auf. Obwohl die meisten Erinnerungen schmerzhaft sind und sich bildlich in seinen Blasen wiederspiegeln, kommt er gut voran, so lange er sich auf sich und seinen Weg konzentriert. So verrückt es auch scheint, dass er sich in unserer schnellen, technisierten Welt zu Fuß auf den Weg macht, um so klarer wird, dass er erst durch diese Entschleunigung die Möglichkeit bekommt zu sich selbst zu finden.
Wie wir uns selbst verlieren, wenn wir uns von den Medien und von anderen Menschen vereinnahmen lassen, wird im letzten Teil des Buches deutlich und kann als Denkanstoss ganz allgemein für unser Leben dienen.

Letztendlich findet Harold Fry seinen Weg wieder und er hat den Mut ihn bis zum Schluss zu gehen, auch wenn das Ende überraschend sein mag.
`Du hast versucht, einen Weg zu finden, obwohl du gar nicht wusstest, ob du überhaupt ankommst. Wenn das kein kleines Wunder ist, dann weiß ich auch nicht.`

Ein ungewöhnliches Buch, dass uns auffordert, sich auf den Weg zu machen. Zu uns selbst. Jeder auf seinen Weg. Und wenn wir mutig sind und offen für das Leben, in dem Wissen, dass das Leben endlich ist, dann werden wir unseren Weg finden.
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am 26. Juni 2012
Inhalt:
Der Rentner Harold Fry und seine Ehefrau Maureen leben in einem idyllischen Ort in Südengland mehr nebeneinander her als miteinander. Eines Tages erhält Harold einen Brief von einer ehemaligen Arbeitskollegin namens Queenie Hennessy. In diesem Brief möchte Queenie sich von Harold verabschieden. Sie hat Krebs im Endstadium. Er schreibt ihr einen Brief zurück, weiß zuerst allerdings nicht, was man einer an Krebs sterbenden Frau schreiben soll. Und so werden es nur ein paar sein Mitleid bekundende Worte. Als er am Briefkasten ankommt, kann er sich nicht dazu überwinden, den Brief einfach so einzuwerfen. Also geht er zum nächsten Briefkasten und beschließt schließlich, dass dieser Brief nicht ausreicht und er persönlich zu Queenie gehen muss. So beginnt die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry. Spontan, ohne Vorbereitung und ohne irgendeinen Plan. Nur das Ziel hat er vor Augen: Er muss es rechtzeitig zu Queenie schaffen. Auf seiner Reise begegnet er vielen Menschen, die sein Leben und sein Weiterkommen auf die unterschiedlichsten Arten beeinflussen.

Meinung:
Ich habe noch kein Buch gelesen, in dem mir der Schreibstil so positiv aufgefallen ist, wie hier. Rachel Joyce hat eine unglaubliche Art Dinge und Gefühle zu beschreiben. Noch nie habe ich so viele Passagen unterstrichen und herausgeschrieben, wie bei "Die unglaubliche Pilgerreise des Harold Fry". Zugegeben: Ich war anfangs sehr skeptisch, was das Buch betrifft. Vom Klappentext her hat es mich noch nicht so überzeugt. Aber schon nach den ersten gelesenen Seiten wusste ich, dass es ein ganz einzigartiges Buch ist. Ich habe Harold auf jedem Kilometer gedanklich angespornt weiterzugehen. Das Buch hat mich sehr nachdenklich gemacht und hat viele Emotionen aufkommen lassen. Ich konnte sehr gut mit Harold mitfühlen. Anfangs sind ein paar Fragen aufgekommen, die später aber restlos geklärt wurden. Das emotionale Ende hat mich gleichfalls sehr bewegt.

Fazit:
Ich würde diesem Buch am liebsten 6 Sterne geben, da es mein absolutes Lesehighlight der letzten Zeit war. Dies Buch sollte man unbedingt gelesen haben. Es verdient es aber in Ruhe gelesen zu werden, da einem sonst vieles entgehen könnte!
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am 27. Mai 2012
Ein Rentner erhält einen Brief von einer ehemaligen Arbeitskollegin, die in einem 1.000 km weit entfernten Hospiz im Sterben liegt. Das ist der Auslöser für eine ungewöhnliche Reise zu sich selbst. Harold Fry bricht eines Tages, ohne es geplant, zu haben zu Fuß auf und läuft quer durch England mit dem Ziel, die Kollegin noch einmal zu sehen. Zunächst weiß niemand etwas von seiner Wanderung, nur seine Frau Maureen ruft er an, obwohl sie schon lange nur noch nebeneinander her leben. Doch die Pilgerreise löst bei beiden einen ungewöhnlichen Prozess des Nachdenkens aus - ihr ganzes Leben mit all seinen verpassten Gelegenheiten, seinen grausamen und seinen schönen Momenten ersteht in ihren Gedanken wieder auf. Nach und nach erleben beide, getrennt von einander, wie einige Lebenslügen sich auflösen und sie sich gedanklich wieder auf einander zu bewegen. Dabei helfen ihnen Erlebnisse mit anderen Menschen: bei Harold viele, denen er auf seiner Wanderung begegnet, bei Maureen ein Nachbar, dem sie bisher immer aus dem Weg gegangen war. Diese Zeit der Veränderung wird mit großer Herzenswärme, viel Liebe für Details und schönen Einfällen geschildert - am Ende des Buches versteht man als Leserin die beiden Hauptpersonen, die zu Anfang eher langweilig und verkrustet erschienen. Neben der anrührenden Geschichte eines Ehepaares erzählt der Roman aber auch von typischen Phänomenen unserer Zeit, etwa der Medienhysterie, wenn jemand etwas Ausgefallenes tut, die Verführbarkeit der vielen sinnsuchenden Menschen, die gern jemandem hinterherlaufen, von Geschäftemachern, die jede Gelegenheit nutzen...absolut lesenwert!
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am 19. Juni 2012
... von den Menschen, denen er auf seinem Weg und in seinem Leben begegnet ist und von Erinnerungen, die er vergessen zu haben glaubte oder vergessen wollte, handelt diese wunderbare Geschichte über Harold Fry, der losläuft, um einem Brief an seine im Sterben liegende Bekannte Queenie einzuwerfen und einfach immer weiter läuft - durch ganz England, zum Sterbehospiz, in dem Queenie liegt, um sie dort persönlich zu besuchen. In 87 Tagen läuft er tausend Kilometer und jeder bringt ihn ein Stück zurück zu sich und dem Menschen, der er einmal war, bevor er sich vor zwanzig Jahren selbst verlor.

Was so zusammengefasst vielleicht etwas hochtrabend philosophisch klingt, ist jedoch eine toll geschriebene, poetische und berührende Geschichte über das Leben, mit (einem) zauberhaften Protagonisten, den (die) man von der ersten Seite ins Herz schließt. Obwohl man erst sehr spät über die Geheimnisse von Harolds Vergangenheit aufgeklärt wird, folgt man ihm von der ersten Seite an und wünscht sich nichts sehnlicher, als dass er endlich ankommt - weniger bei Queenie, sondern an einem Punkt in seinem Leben, wo er wieder glücklich sein und die Liebe zu seiner Frau, mit der er eine zerrüttete Ehe führt, wieder leben kann. Die vielen Begegnungen, die er auf seiner Reise hat, sind oft zu schön, um wahr zu sein, schließlich dann medienkritisch realistisch und allesamt bedeutsam - für den Leser genau so, wie für Harold. Für mich ist diese Geschichte eine der schönsten, die ich in den letzten Jahren lesen durfte und wie gesagt: Fast zu schön, um wahr zu sein. Aber deshalb ist es ja auch ein Buch ;o)
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TOP 500 REZENSENTam 26. Juli 2012
Bei so viel positiver Resonanz tut man sich als Rezensent üblicherweise keinen Gefallen, ein Buch zu kritisieren. Aber Für mich konnte das Buch nur wenig von dem halten, was Einband, Werbung und 5-Sterne Lobeshymnen versprachen.

Es ist die Geschichte einer gescheiterten Ehe, die den Rentner Harold auf eine gut 1000km lange Reise vom Süden Englands bis nach Schottland führt. Zu Fuß auf Segelschuhen unterwegs, pilgert er zu seiner im Sterben liegenden ehemaligen Kollegin - und entdeckt die vielen guten Seiten seines bisher als gescheitert angesehenen Lebens wieder. Die knappe Zusammenfassung einer Geschichte, die sehr wohl berühren und in Teilen auch begeistern kann. Leider in sich aber zu wenig konsistent ist und von einer Autorin niedergeschrieben wurde, die in Belletristik bis dato nicht zu Hause war.

"Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Frei" ist vor allem genau das: unwahrscheinlich. Harold ändert sich vom zurückgezogen und feigen Einsiedler zu einem Menschen, der nach wenigen Tagen alles beherrscht, um ohne Geld und Ausrüstung in der Natur zu überleben. Hilfsbereitschaft schlägt ihm allerorten entgegen und selbst die ferne Ehefrau beginnt auf einmal wieder einen liebenswerten Mann in ihm zu sehen, nachdem die lezten 2 Jahrzehnte nur Hass und Gleichgültigkeit zwischen ihnen geherrscht haben. Aber diese Verwandlung ist im Sinne der Geschichte hinnehmbar, würde sie nicht im letzten Drittel wieder ins Gegenteil zurückschlagen und das mit einer Vehemenz, die durch die Ereignisse und den Rummel um ihn nur schwer zu rechtfertigen ist.

Das Ende des Buches und das Lüften der ganzen Geschichte rund um Kindheit, Kind und Freundschaft verblüfft in Teilen positiv, ist aber letztlich sehr weichgespült oder auf gut deutsch: einfach kitschig. Besonders störend beim Lesen ist aber die Art, wie blumig und aufgeblasen die Natur beschrieben wird - sei es ein Tagesanbruch, eine Quelle am Wegesrand oder der Mond bei Morgendämmerung. Künstliche Wortspielereien, die Poesie und Tiefgang ausdrücken sollen, aber letztlich nur bemüht und anstrengend wirken, blähen den Text auf, ohne wirklich Bedeutung zu erzielen.

Der Roman ist immer noch ein ordentliches Debut, aber vor dem Hintergrund des hohen Preises für knapp 370 Seiten ist es deutlich zu wenig. Zu viele schriftstellerische Schnitzer reduzieren den Lesespaß und etwas weniger Happy End wäre dem Gesamtwerk dienlich gewesen. Schade!
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Als Harold Fry einen Brief seiner ehemaligen Kollegin Queenie Hennessy erhält, in dem sie ihm mitteilt, dass sie im Sterben liegt, verfasst er ein Antwortschreiben und will es zum nächsten Briefkasten bringen. Er merkt dann jedoch, dass er seine Gefühle nicht in einem Brief ausdrücken kann und beschließt zu ihr zu laufen. 87 Tage, 1000 Kilometer, vom seinem Heimatort in Südengland bis an die schottische Grenze, wo Queenie in einem Hospiz untergebracht ist. Er ist überzeugt, wenn er die gesamte Strecke zu Fuß bewältigen kann, wird er Queenie damit retten können. Also läuft er...

Auf dieses Buch bin ich durch die Wanderbuchaktion des Verlages aufmerksam geworden und fand es toll, dass die Pilgerreise des Harold Fry thematisch aufgegriffen wird und nun auch etliche Bücher auf "Pilgerreise" gehen sollen. Auf 378 Seiten begleitet der Leser Harold auf seiner Wanderschaft und erfährt nicht nur, wie ihn die Reise physisch und teilweise auch psychisch belastet, wodurch er jedoch immer wieder neue Energien sammelt oder wie die Umwelt auf ihn reagiert, sondern auch etliches über seine Vergangenheit und warum gerade Queenies Brief ihn so bewegt hat. Schnell wird jedoch klar, dass Harold nicht nur für Queenie läuft. Er läuft auch für sich, für andere Menschen, für den Glauben und die Hoffnung.

"Das Leben war ganz anders, wenn man sich zu Fuß darin bewegte."
(Seite 54)

Rachel Joyce hat einen gefühlsbetonten Roman geschrieben, der den Leser bewegt. Sie berichtet über zufällige Begegnungen, deren Wert unschätzbar ist, über Geheimnisse, die schon viel zu lange im Dunkeln liegen, über Liebe, Verlust, Mut und Durchhaltevermögen. Dabei driftet sie fast nie in Gefühlsduselei ab, sondern schreibt nachdenklich, gefühlvoll und mit Tiefgang. Besonders interessant fand ich die bereits erwähnten zufälligen Begegnungen. Harold stößt bei seiner Wanderschaft auf viele Personen. Manche sind hilfsbereit und wollen mehr erfahren, ihm vielleicht sogar helfen. Für andere ist er lediglich ein Spinner, ein alter Mann, der sich selbst überschätzt, um den man besser einen großen Bogen machen sollte.

Ich musste für mich leider die Erfahrung machen, dass ich scheinbar nicht die richtige Zielgruppe für diesen Roman bin. Die Geschichte und die große Umsetzung fand ich interessant, der Roman lässt sich flüssig lesen und trotzdem kam mir alles etwas zäh vor. Ich kann auch nicht behaupten, dass nicht viel passieren würde, denn Harold trifft ständig auf neue Personen, aber trotzdem konnte mich der Roman nicht fesseln und wirkte oft eher etwas langatmig. Den gewollten Tiefgang habe ich zwar gespürt, aber mir hätte es gereicht, wenn mir jemand die Handlung in einer Kurzfassung geschildert hätte. Das Buch ist jedoch keineswegs schlecht, man muss nur diese ruhige Art mögen, dann kann man sicherlich die bewegende Handlung, die teilweise sogar mit einem Augenzwinkern geschrieben wurde, genießen.

Fazit: Für mich leider nicht das richtige Buch, obwohl es flüssig und mit Tiefgang geschrieben ist.
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am 18. Juni 2012
Auf Grund anderer Rezensionen hab ich mir dieses Kindle-Buch zugelegt.
Ich muss sagen, das war bisher das beste Buch, welches ich auf meinem Kindle hatte.

Es war immer interessant, was als nächstes passiert, wie Harold seine Reise gestaltet (ich wiederhole jetzt nicht die teilweise sehr ausführlichen Schilderungen anderer Rezensenten über den Inhalt), wie er (und seine Frau) sich ändert.
Der Erzählstil ist beeindruckend, es gibt keine der üblichen Floskeln, auf jeder Seite fand ich eine bemerkenswerte Darstellung. Dadurch wird auch das Buch nirgends langweilig!

Vielleicht hab ich manch andere Rezension nicht so richtig verstanden, aber es ist definitiv kein religiöses Buch! Es wird zwar auch über den Glauben gesprochen, wie in einem der ersten Kapitel:
"Man muss glauben. Meine ich jedenfalls. ... Wenn wir fest an etwas glauben, können wir alles schaffen."
Diese Sätze (eines Mädchens an einer Tankstelle, die Harold trifft) finde ich aber nicht religiös, sondern eher philosophisch.

P.S: Ich bin schon gespannt, ob von der Autorin noch was neues kommt!
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am 12. Juni 2012
Jeder einzelne Satz - geschrieben in einer unübertrefflichen Schlichtheit - und dessen Aussagekraft trifft mitten ins Herz und Seite für Seite merkt man, daß man selber "leichter" wird.

Keiner teilt das Schicksal Harolds, aber jeder bekommt die Chance die Sicht auf die Welt, das was passierte und was passieren wird, durch ein kleines Stückchen "Lernen von Harold" für sich neu zu sehen und sich von Lebensschuld frei zu sprechen....wenn man bereit ist, sich wirklich darauf einzulassen.

NIchts in diesem Buch ist zufällig, jeder, der auf Harolds Weg auftaucht, bringt Harold, aber auch den Leser in seiner eigenen Welt weiter....denn jeder kennt einen "Onkologen", der problemlos in der Lage ist, uns argumentativ und sezierend unsere Träume zu nehmen.

Ich lese wirklich sehr viel, aber, wenn ich dieses Buch beendet habe, werde ich es noch einmal von vorne anfangen, weil es sehr viele "ganz einfache Dinge" enthält, die ein Leben lebenswert machen und ich befürchte, daß mir sonst etwas entgeht.
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am 7. September 2012
Der Inhalt des Romans ist wahrscheinlich hinlänglich bekannt und auch schnell erzählt.
Harold erhält von einer ehemaligen Kollegin die Nachricht, daß diese im Sterben liegt. Er will ihr einen Brief schicken und macht sich auf zum nächsten Briefkasten. Doch plötzlich faßt er einen Entschluß: Er läßt den Briefkasten hinter sich und will sich zu Fuß auf den Weg zu der todkranken Frau machen; eine Reise quer durch England liegt vor ihm........
Der Roman von Rachel Joyce hat mich ein wenig zwiegespalten. Die Reise von Harold - immer wieder durchsetzt mit Erinnerungen Harolds an seine Frau Maureen und seinen Sohn David, dessen Beziehung durch ein Erlebnis nicht das Beste zu sein scheint - ist recht langwierig beschrieben und erinnert an eine Mischung aus Forrest Gump und einen "Hector auf der Suche nach was auch immer"-Roman.
Harold trifft bei seiner Wanderung auf diverse Menschen; ich vermag jedoch nicht zu erkennen, daß irgendeine dieser Begegnungen unglaubliche Tiefe besitzt, die für wen auch immer von Nutzen sein könnten. Für mich ist dies ein relativ plumper Versuch, dem Leser irgendwelche Pseudo-Lebensweisheiten zu verkaufen.
Erst am Ende erfährt der Leser, was der Auslöser für Harold war, diese beschwerliche Reise auf sich zu nehmen und es setzte zum ersten Mal ein wenig Ergriffenheit bei mir ein.
Trotz des sehr bewegenden Abschlusses waren bei mir allerdings nicht mehr als drei Sterne drin, da mich die Pilgerreise an sich einfach nur gelangweilt hat.
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