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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empfehlenswert nicht nur für Nofretetefans, 11. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ägyptens Sonnenkönigin (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist für alle , die an Nofretetes Lebensgeschichte aber auch für alle Hobbyägyptologen von großem Wert , da es auch Ägyptens Geschichte vor der wohl berühmtesten Königin des Altertums abhandelt.So wird zu Zeiten von Thutmosis IV eingesetzt und später ein fließender Übergang zu dessen Nachfolger AmenophisIII gegeben , dessen Leben ebenfalls im lebendigen und lockeren Schreibstil erzählt wird. So gelangt der interessierte Leser nach einer Zeit an Echnaton den großen religiösen Reformer Ägyptens und erlebt dessen spannende Geschichte , die wohl so faszinierend wie einzigartig im Pharaonentum ist ,quasi selbst mit und erfährt über die Geschichte dessen Kinder und schließlich auch über seine bezaubernde Frau. So ist der Großteil des Buches also nicht nur auf Nofretete selbst , sondern auch auf Echnaton ,dessen Vorgänger und den Rest der Familie focussiert. Die Autorin vollbringt dabei das Kunststück eine sehr informative Biographie über eine Person zu schreiben , von der man weder genau weiß wo sie herkam , wer sie war, noch was aus ihr wurde , indem sie einfach alle gegebenen Möglichkeiten abhandelt.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sachlich fundiert, gut geschrieben, 20. November 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ägyptens Sonnenkönigin (Gebundene Ausgabe)
Nofretete zählt zu den berühmtesten Personen der ägyptischen Geschichte. Noch heute wird die zeitlose Schönheit ihrer Portraits bewundert. Joyce Tyldesley hat den Versuch unternommen eine Biographie der Königin zu schreiben und es ist ein großartiges Buch geworden. Dabei greift sie lediglich auf bekannte Fakten zurück und verzichtet auf Spekulationen. Unbedingt empfehlenswert!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein guter Kauf, 14. Oktober 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ägyptens Sonnenkönigin (Gebundene Ausgabe)
Mit einem Buch von J. Tyldesley zum Thema Ägypten kann man einfach nichts verkehrt machen. So auch hier. Wo andere populärwissenschaftliche Autoren zur Amarna - Periode wilde Spekulationen abliefern, präsentiert Tyldesley kompetent die Fakten, ohne daß der Gegenstand ihrer Betrachtungen dabei an Faszination verlieren würde. Im Gegenteil kann sich der Leser nach der Lektüre sein eigenes Bild über "Ägyptens Sonnenkönigin" machen. Schön, daß Joyce Tyldesleys Bücher in der Regel fast zeitgleich im Original und auf Deutsch erscheinen.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein gutes, mit tollen Infos geschriebenes Buch, aber keine Biographie, 30. Juli 2013
Von 
Jayanti "Mahotepa" (Château St. Germain, 1663 Gruyères, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ägyptens Sonnenkönigin (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch stellt eine im Grunde recht beeindruckende Abhandlung über eine faszinierende Frau namens Nofrete, bzw. auch bekannt als: Nefteta, Nefertiti wieder. Anfangen tut die fleißige und gelehrte Ägyptologin/ Archäologin mit dem Vater von Echnaton: Amenophis, III`. Und wen hat es nicht gepackt, das Ägypten- fieber? Denn alles rund um das alte-Ägypten, speziell aber jene berühmte Amarna-Familie (ein Teil der überaus bekannten 18 Dynastie) dem Neuen Reich, kann jeden fest in - seinen ganz eigenen speziellen Bann ziehen. Die Autorin macht in diesem Buch unter anderem deutlich, das Nofretete nicht Semenchkare gewesen sein kann. Beschreiben tut Sie es auf überzeugende Weise. Ein Beispiel aus dem Buch: Semenchkare war den Ägyptologen als schemenhafte, kaum greifbare Gestalt bekannt; er war möglicherweise der Gemahl Mertiatons und wahrscheinlich Mitregent und Nachfolger Echnatons. Wie schon Beketaton vor ihm scheint Semenchkare aus dem Nichts aufzutauchen, eine kurze Zeit als Günstling Echnatons zu existieren und dann wieder im Dunkel zu verschwinden. Die Theorie, Semenchkare sei mit Nofretete gleichzusetzen ist natürlich attraktiv. Wenn man das plötzliche Auftauchen Semenchkares mit dem ebenso plötzlichen verschwinden Nofretetes in Verbindung bringt, hat man zwei archäologische Rätsel mit einer einzigen, eleganten Lösung geklärt. Leider hatten die Vertreter der Mitregentschaftstheorie das Pech, daß neuere Untersuchungen von Mumienresten aus einem kleinen Felsengrab im Tal der Könige zu einem Ergebnis führten das ihrer Argumentation den Boden entzieht. Weiteres dazu auf Seite 230.

Aber warum waren Sie, die alten Ägypter und was sie repräsentierten - so eingestellt -, oder was hat sie angetrieben bzw. weswegen waren Sie ursprünglich samt Hieroglyphen- Schrift anwesend und machte sie zu der Kultur, welche sie letztlich waren? Wurden sie gar von Außerirdischen Besuchern/ innen in Iniationsriten eingeweiht oder stellt diese schwankende Hypothese absurden Quatsch dar? Denn zwar weiß ich selbst, das es als solches freilich pure Spekulationen meinerseits darstellt. Doch so gibt es eine lange, wenngleich - recht vorhandene Indizienkette -wie der Götterstammbaum im „Turiner Königspapyrus 193 es beweist. Dennoch könnten die zahlreichen Götter und Göttinnen der alt-ehrwürdigen Ägypter in der Tat Außerirdische gewesen sein, die die Ägypter in ihre eigene Religion eingeweiht haben...Hießen die Besucher deswegen vielleicht: Osiris, Isis, Horus, Hathor, Atum, Neith, Amun, Mut, Tefnet, Schu...u.s.w. Usf.? Und warum waren die Götter sterblich?. Es verbleibt vorerst bei den äußerst spannenden vielen Indizien. Doch ohne diese Einführung des Monotheismus durch Echn-Aton hätte nach Ansicht heutiger Ägyptologen ein Glaube an außerirdische Lebensformen nie aufkommen dürfen. Jesdenfalls waren die so zahlreichen Götter und Göttinnen wahrlich keine Götzen. Darüber hinaus fragt sich zugleich die Autorin in bezug zur Familie aus der Stadt Achet-Aton (das heutige Tell el-Amarna; etwa 300 Kilometer von Kairo entfernt), was der Grund für die Schädeldeformation gewesen ist?. Diesen versucht die Autorin auch auf den Grund zu gehen, scheitert aber folgend daran, weil sie sich nicht wirklich traut über den gewissen alternativ- und spekulativen- Bereich zu gehen. Die Archäologin und Ägyptologin J.Tyldesley gibt daher einen Einblick mit einer sagen wir: sanft-kritischen Note. Allerdings habe ich etwas entscheidenes vermisst. Auch bei den alten-Ägyptern ist Kritik nicht fern, obschon Frauen im Gegenüber anderer Kulturen zur deren Zeit nie besser behandelt wurden. Bedenken wir im Quervergleich den Koran oder die frauenverachtenden Passagen der meisten religiösen Bücher, allen voran der Bibel!. Denn während im Alten Reich noch ein bilineares Erbrecht herrschte, wird dieses schließlich im Neuen Reich unter dem Pharao Amenophis III. (1388-1351 v.u.Z.) durch eine unilinear-patrilineare Thronerbfolge ersetzt (das bilineare Thronerbrecht der Pharaonen). Parallel wird dieses gesellschaftliche Umwälzung von einer religiösen Umwälzung begleitet: Die aseitätische Kosmische Mutter wird zweigeschlechtlich in Göttinnen und Götter aufgespalten. Dies geht jedoch zunehmend mit einer patriarchalen Hierarchisierung in Form eines von einem Göttervater angeführten Götterpantheons einher und die Göttin wird schließlich von einem monotheistischen Vater-Gott völlig ersetzt, eben Aton. Zu einer Fehlinterpretation aus der Matriarchatstheorie heraus kommt es dann auch, wenn die Bedeutung von Frauen in der Geschichte daran aufgezeigt werden soll, dass es z.B. in Ägypten Gräber von Königinnen gibt, die besonders Reich ausgestattet sind. Eine besonders reiche Ausstattung von Gräbern, weist eindeutig darauf hin, dass es sich hier nicht um egalitäre hierarchiefreie Gesellschaften gehandelt haben kann, sondern bereits um eine herrschaftliche patriarchale Überlagerung. Obgleich ich Echnaton und auch seinen Vater nicht als Patriarchaten einstufen würde! Ich betrachte übrigens keinen einzigen Pharao als Patriarchaten! Damit lehne ich mich selbst, wie ich weiß, weit aus dem Fenster, aber beweist mir das Gegenteil.

Enttäuscht worden bin ich Insgesamt überhaupt nicht, doch einerseits überrascht über ihren Schreibstil. Wie ich weiter verärgert war, dass sie sich nicht wirklich getraut hat offener mit der Tatsache umzugehen, das jenes uns allseits bekanntes Christentum seine Wurzeln u.a. (auch in Sumer) sowie im alten Ägypten, zu suchen hat. Nirgendwo sonst als in der 18. Dynastie wird dies deutlich. Mittlerweile spricht man von ganzen 200 (!) Gemeinsamkeiten. Auch könnten sich die höchst patriarchalischen Bibelschreiberlinge bei Nofretete und Echnaton bedient haben. Dahingehend beschreibt die Autorin den Sonnenhymnus, der eine PAN-animistisch-theistische Sichtweise erkennen lässt, und sich unter anderem in jenem mittlerweile bekannten 104. Bibel-Psalm wiederfindet. Aufschlußreich erzählt die gelehrte Autorin, welche Rolle Echnaton als Vermittler bzw. Fürsprecher zu Aton hatte, und wie seine Große Königliche Gemahlin dabei fungiert hatte. Einer der ersten Vertreter dieser Schule im Hinblick altes-Ägypten vs. Bibel Parallelitäten war James Henry Breasted, der später zeitweise Howard Carters Tutanchamun-Grabungsteam angehörte. In seinem Buch „Dawn of Consience“ kommt er zu dem Schluß, dass der Monotheismus des als Häretiker bekannten Echnaton ein Vorläufer des israelischen Eingottglaubens (der aber nicht wirklich ein Eingottglaube ist; Echntaton bildete mit Nofretete eine Triade....) gewesen ist. Breasteds These beruht auf Ähnlichkeiten ägyptischer Texte mit entsprechenden Passagen des Alten Testaments. Hier hebt er insbesondere die Sprüche Salomos hervor. Sein schlagenstes Argument ist aber die Parallelität zwischen dem 104. Psalm und dem großen Aton- oder Sonnenhymne Echnatons und Nofretetes. Die auffälligsten Übereinstimmungen im 104. Psalm mit dem Aton-Hymnus sind in den Versen bis 26 enthalten. Aufgrund der Belegsituation, könnte man durchaus, so meint es auch die Autorin zur Ansicht kommen, dass die Königin neben ihrem Gatten der wichtigste denkende Kopf der religiösen Reform war und aktiv an der Einführung des Atonkultes mitwirkte. Doch woher rührte, so fragt die Autorin auch, Nofretes profundes theologisches Wissen? Wer waren die wirklichen "Berater" hinsichtlich der "Neuen Lehre"? Wer dazu den Aton-Hymnus genau studiert, kommt aber zu dem Ergebnis, dass mindestnes noch eine weitere ominöse Person am Aton-Monotheismus mitfeilte. Bevor man zu ergründen versucht, um welche Person es sich handeln könnte, sei hier dargelegt, wie die Forschung diesen theologisch-archäologischen Kriminalfall gelöst hat. Die Antwort ist herrlich einfach, wenn man sie denn weiß: Sie rührt aus einem genauen exegetischen Vergleich des atonistischen Hymnus mit dem 104. Psalm der christlichen Bibel. Der bringt nämlich überraschendes zutage:

Bibel, 104 Psalm
Vers 20: Schickst du Finsternis, so wird es Nacht. In ihr schleicht alles Waldgetier umher.
Vers 21: Die Löwen brüllen nach Raub; sie verlangen von Gott ihre Nahrung.
Vers 22: Strahlt die Sonne auf, dann verkriechen sie sich und lagern in ihren Höhlen
Vers 23: Nun geht der Mensch an seine Arbeit und an sein Tagwerk bis gegen Abend.
Vers 24: Wie zahlreich sind doch deine Werke Herr! Sie alle schufst du in Weisheit, die Erde ist erfüllt mit deinem Eigentum.
Vers 25: Da ist das Meer, so groß und weitumfassend, darin Gewimmel ohne Zahl: Lebewesen klein und groß!
Vers 26: Schiffe ziehen dort einher, der Seedrache, den du geformt, damit er darin spiele.

Aton-Hymnus
Kolumne 3: Lässt du dich im westlichen Lichtort nieder, hüllt Dunkel die Erde.
Kolumne 4: Sein Lager verlässt das Raubzug,...
Kolumne 5: Doch die Erde erstrahlt...
Kolumne 8: Wie mannigfaltig sind deine Werke!
Kolumne 8: ...nach deinem Willen hast du allein die Erde geschaffen, die Mensch, die Herden großes und kleines Getier,...
Kolumne 6: Schiffe ziehen flussauf und flussab.

Dieses Auffälligkeiten und mehr bespricht die gelehrte Autorin in einem Kapitel, traut sich leider dennoch nicht zu weiteren Ausführungen, welche eben so dringend nötig gewesen wären. Warum hat sie es nicht Offensiver angegangen? Die Antwort könnte vereinfacht, wie ich`s schon vorab vermutet habe, im gewissen christlichen Hintergrund der Autorin, zu finden sein. So ist es wahrlich an-und-für sich bedauerlich, dass der eigene spirituelle Hintergund (und egal wie wichtig das fur den einzelnen ist) hindert, weiter ernsthaft zu forschen um jede Beeinflussung von Nofretete und Echnaton als solches abzustreiten. Aber nicht nur diese Ähnlichkeiten der Texte sind geradezu frappierend. Zwei in weiten Teilen übereinstimmende Texte aus der Antike – es sind schon auf wahrlich weniger handfestem Material archäologische Theorien aufgestellt worden. Das führt doch letztlich zu der Frage: Gab es eine Persönlichkeit, die mit sogar an beiden Texten mitwirkte – und Nofretete kannte? Es kann diese Person existiert haben, doch ist sie in der Wissenschaft heftigst umstritten. Indes haben sich auch Fachfremde wie der Wiener Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud, mit dieser Persönlichkeit ausführlichst befasst. Es handelt sich um keinen geringeren als den Religionsstifter Moses, der in den drei Weltreligionen (Christenheit, Judentum, und Islam) einen bedeutenden Platz einimmt!. Die relativen Übereinstimmungen zwischen dem Israeliten und dem ägyptischen Königspaar sind beeindruckend: Gemeinsam mit Echnaton war Nofretete jedenfalls eine Religionsstifterin – Moses ebenso. Nofretete hatte sich dem Monotheismus verschrieben – genauso wie Moses. Und wie Nofretete wirkte gleichfalls Moses (zeitweise) am ägyptischen Hof. Und Echn-Aton wird in vielen Büchern als Begründer des Monotheismus bezeichnet. Die monotheistischen Vertreter der abrahamitischen Religionen zweifeln dies jedoch an, weil sie – natürlich -, keine ägyptischen Wurzeln haben wollen.

Die Mühlen der Wissenschaft mahlen oft langsam. Es sollte noch circa fünfzehn Jahre dauern, bis sich „Breasteds Schneeball“ zu einer „Weigallschen Lawine“ mauserte. Arthur Weigall war Ägyptologe und entwickelte, auf der Basis von James Breasted, ein Szenario, das erstmals einen direkten Zusammenhang zwischen dem Exodus, Echnaton und Tutanchamun herstellt. In etlichen Schriften stellte Weigall ab 1910 sein Konstrukt vor, das zusammenfassend folgende Pärmissen beinhaltet: Exodus und Echnaton religiöse Revolution waren direkt miteinander verbunden, standen in direktem Zusammenhang. Der Exodus erfolgte am Ende der Regierungszeit Tutanchamuns, Doch hat man sich darunter keine Flucht des „auserwählten Volkes“ vorzustellen. Vielmehr erfolgte eine Vertreibung durch die Ägypter unter Führung des Generals Haremhab, der zum übernächsten Herrscher nach Tutanchamun aufsteigen sollte. Ein weiteres interressantes Detail ist, dass das Wort „Ägypten“ in der Bibel insgesamt sechshundertachtzig Mal vorkommt, das Wort Isreal in ägyptischen Texten aber nur ein einziges mal.

Allerdings fand ich es sehr gut, wie die Autorin Echnaton auch in Schutz nimmt; im Gegensatz zum Vater: Amenophis` III. Denn Echnaton, also Amenophis IV.` (die richtige Schreibweise wäre hierbei die des Amenhotep) war aus Sicht der Autorin keineswegs ein mystischer TRämuer oder gar ein Revolutionär oder an einer sonstigen Krankheit leidender Mann gewesen. Nach Glanvilles Ansicht verdiente er als König nichts als Tadel, Breasted feierte ihn als ersten Individualisten der Geschichte, für Gardiner wiederum trug er Züge eines Fanatikers, und Pendlebury hielt ihn für einen an religiösem Wahn Leidenden. Denn so ist es vollkommen richtig, wenn die Autorin schreibt: Nur eine außergewöhnliche Persönlichkeit kann über die Jahrtausende hinweg ein derart kontroverses Spektrum an Meinungen und Betrachtungen erzeugen. Der oftmals vielleicht missverständlich gefürchtete Pharao Echnaton galt auch als großer Eingeweihter, Mystiker und Träumer. Von folgenden Sätzen distanziert sich auch die Autorin: Bei allem, was man zugungsten Echnaton sagen kann, bleibt er doch im Geiste bis zum Ende totalitär. Das Recht des Individuums, sich frei zu entscheiden, war ihm gänzlich fremd. Er war der Vertreter einer universellen himmlischen Macht, die universelle Unterwerfung forderte, universelle Wahrheit beansprichte und von der keine weitere Offenbarung zu erwarten war. Ich kann mir kein unangenehmeres Regime vorstellen, unter dem Leben zu müssen jemanden beschieden sein kann. Dem kann man einfach nicht zustimmen, und warum dem so ist, genau dieses erklärt, und beschreibt die Autorin mit wahrer Leidenschaft. In bezug zu Moses ein weiterer Vergleich: Nur der Pharao selbst hatte Zugang zu Naos (Tempelkapelle), wo er allmorgendlich die Gottheit erweckte und die Gesetze für sein Volk erhielt, damit die Welt der Menschen weiterexistierte. Auf ähnliche Weise war es in der Bibel Moses, der die „Zehn-Gebote“ beziehungsweise die „Worte-Gottes“ empfing. Auch war es immer wieder nur Moses, der den persönlichen Kontakt zu „Jahwe“ haben durfte. In Anbetracht der Tatsache, daß die biblischen Psalme wortwörtlich der „Aton-Hymne“ entnommen wurden, erscheint auch die Verknüpfung der hebräischen Tradition mit der Vorlage des Echnaton als realistisch. Überdies hatte Echnaton in der Tat zwei Wesire, die „Nacht“ und „Ra-Mose“ hießen!. Zwar meine ich, das die Autorin weit über`s Ziel hinaus schießt, in welcher sie Nofretete als Pharaonin vorstellt, quasi als Mitregentin neben dem wahren und wirklichen König Echnaton. Aber es kann gar kein Zweifel daran bestehen, das Echnaton und seine "Große Königliche Gemahlin" Nofretete eine Art verschmolzenes Ehepaar darstellten, und überdies freilich sicher mehr waren, als nur ein einfaches Königspaar!.

Warum Echnaton dann aber, worauf die Autorin in ein paar Seiten auch entsprechend eingeht, die Außenpolitik so dermaßen vernachlässigt hat, kann an dem intensiven Verhältnis zu seiner Frau gelegen haben. Man könnte also auch behaupten, das die zwei einfach mitsamt ihrem ganzem "Clan" in einer irgendwie ganz-und-gar anderen eigenen Welt, lebten. Alles in allem ist das Buch absolut weiter zu empfehlen, denn die Autorin kontert mit zwar sanfter Kritk, und so wird dieses vor allem deutlich beim Kapitel über Amenophis`III., den Vater Echnatons, doch sie weiß im Grunde in vielerlei Hinsicht zu überzeugen, auch wenn sie es liebt abschweifend zu werden, um eigene persönliche Überlegungen auf die Amarna-Zeit zu projizieren. Dieses wird widerum klar ersichtlich in dem Kapitel über die ägyptische Religion, besonders der jener Aton-Theologie, und in den Deutungen der verschiedenen Kunstreliefs. Dennoch war auch das Analysieren des neuen Kunstils sehr einfühlsam beschrieben und erklärt. Genau das Gleiche gilt auch für die Beschreibung was den Bau der neuen Stadt betrifft, in welche Echnaton übersiedelte, das hat mit gut gefallen. Insgesamt wurde ich nicht enttäuscht. Man kann Nofretete ohne Zweifel in eine Reihe von Pharao Hatschepsut, Merit-Neith (Pharaonin?) Ah-mes-Nefertari, Ah-Hotep, Nitokris, Hetep-her-es (Mutter des Cheops) Nefru-Sobek, Tauswere, stellen. Die Autorin ist eine Archäologin/Ägyptologin, welche sich sehr gut auskennt, ihren Beruf liebt, und auch entsprechend so darüber schreibt. Und ja, sie schreibt nur so voller Tatendrang und Esprit.
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Ägyptens Sonnenkönigin
Ägyptens Sonnenkönigin von Joyce Tyldesley (Gebundene Ausgabe - 1999)
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