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am 19. Januar 2014
Das Buch handelt erfreulcherweise nicht davon, wann welche Division wo gestanden hat und dass die Schulterstücke erst im Oktober 1915 khakifarben waren und nicht schon Mitte September 1915.
Das Buch versucht die vielen Facetten diese Krieges aufzuzeigen. Die Front, die Politik, das Leben in den Heimatländern, Mangelwirtschaft, Flucht und Vertreibung, die Rolle der Frauen, die Kriegsversehrten, das Versagen des Sozialismus, die Rolle des Pabstes, die Kriegszitterer...

Dazu noch die verschiedenen Kriegsschauplätze. Westfront, Ostfront, Alpen, Osmanisches Reich, Afrika.
Eine wahrhaft große Aufgabe, die sich die Herausgeber und Mitautoren Cabanes und Dumenil da gestellt haben.
Dass die einzelnen Kapitel nur kurz abgehandelt werden können und nicht zu sehr in die Tiefe gehen ist eigentlich verständlich und für mich kein Kritikpunkt.
Ich verstehe das Buch als Versuch einen Überblick zu geben.

Das Buch ist ein recht französisches Buch. Auch wenn der Verlag damit wirbt dass es das Produkt von Autoren aus verschiedenen Ländern ist.
So wie in Deutschland das "Diktat" von Versaille einen Schwerpunkt in Erinnerung und Diskussion hat und im Verhältnis deutlich weniger darüber gesprochen wird, was im Namen Deutschlands Menschen angetan wurde, so spielt in Frankreich der Ruhm und die Glorie eine große Rolle und weniger die Verbrechen die auf eigener Seite begangen wurden.
Und so kann man Dinge eben so oder so ausdrücken, wichtige Umstände auslassen, Adjektive einsetzen, die in einem Wissenschaftlchen Text nichts zu suchen haben.

Was mir deutlich gefehlt hat in diesem Buch, ist ein Kapitel über den Umgang der Gegner miteinander, der Soldaten, der Menschen.
Die kleinen Abkommen mit dem gegenüberliegenden Graben, nicht zu schießen, bestimmte Regeln einzuhalten, wissend dass die anderen im gleichen Elend leben oder vegetieren.
Dazu gehört natürlich auch Weihnachten 1914. Um den Widerspruch des Krieges, seinen Wahnsinn aufzuzeigen, gehört ein solches Kapitel mit hinein.
Dafür könnte dann das Kapitel "Christus erscheint Claire Ferchaud" draußenbleiben.

Solche kleinen Fehler wie, Aachen Aix-la-Chapelle zu benennen, während man in der gleichen Karte Mainz und Köln schreibt, auf Seite 378 zu schreiben "Einwohner stürzen das Denkmal Kaiser Wilhelm II" und auf dem Foto aber ganz deutlich "Friedrich" zu lesen ist, sollte man nicht zu überbetonen.

Wer noch nichts vom ersten Weltkrieg weiß, für den ist das Buch ein sehr schöner Einstieg in das Thema. Und auch für alle anderen bietet es bestimmt noch den ein oder anderen Aspekt, den man noch nicht wußte. Und auch die durchaus schönen Bilder möchte ich nicht unterschlagen.
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Der Erste Weltkrieg wird als die Ur-Katastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Er führte zu Millionen Toten, zu einer Neuordnung Europas und zum späteren Zweiten Weltkrieg. Im Ersten Weltkrieg kamen erstmalig neue Kriegsgeräte wie Panzer, Flugzeuge, Luftschiffe und Giftgas zum Einsatz.

Im Vorfeld des 100. Jahrestages des Kriegsausbruchs von 1914 erlebt man gerade eine publizistische Großoffensive von Sachbüchern und Bildbänden. Um es aber gleich vorweg zu sagen: Der vorliegende Bild-Text-Band ragt wohltuend aus der Vielzahl der 1914-1918-Publikationen heraus, denn es handelt sich nicht nur um eine Darstellung der militärischen Geschehnisse in diesen vier Jahren sondern um eine umfassende Gesamtdarstellung der poltischen und gesellschaftlichen Ereignisse zu Beginn des 20. Jahrhunderts - vor allem der „zivilistische“ Blick auf den Krieg und die Betrachtungen zur Verwobenheit von Front und Heimat in allen kriegsführenden Nationen gestatten einen kulturhistorische Sicht auf den Ersten Weltkrieg.

Beginnend mit den beiden Balkankriegen von 1912/13 überspannt der Bild-Text-Band etwa anderthalb Jahrzehnte bis zum Ende der 1920er Jahre, wo die Trauer abgeklungen war und Veteranenverbände neuen Auftrieb erhielten. Diese Zeitspanne wird chronologisch in knapp 70 thematischen Kapiteln analysiert. Neben den wichtigsten militärischen Ereignissen (z.B. Torpedierung der ‚Lusitania‘, Landung der Alliierten auf Gallipoli, Schlacht von Verdun oder U-Boot-Krieg) werden auch solche Themen wie der erste Giftgasangriff, der Völkermord an den Armeniern oder die Abdankung des deutschen Kaisers ausführlich behandelt.

Andere Themen - wie ‚Propaganda‘, ‚Hunger, Ersatz und Rationierung‘ oder‘ Hunderttausende Feldpostbriefe am Tag‘ - erfassen den Ersten Weltkrieg unter weiteren menschlichen Sichtweisen und lenken den Blick so auf eine umfassende Geschichtsschreibung.

Das Buch ist eine Gemeinschaftsarbeit von zahlreichen Historikern/innen - meist von französischer Nationalität. Nach der französischen Ausgabe von 2007 liegt nun dieser exzellente Bild-Text-Band in deutscher Sprache im Theiss Verlag vor und gibt dem deutschen Leser die Möglichkeit, den Blickwinkel von Historikern anderer Nationen auf diese Ereignisse kennenzulernen.

Besonders hervorgehoben werden muss die reichhaltige Illustration mit über 500 historischen, teilweise bisher unveröffentlichten Abbildungen, Dokumenten und Privatfotos. Komplettiert wird die Ausgabe durch einen umfangreichen Anhang, u.a. mit einer kurzen Chronik, die noch einmal alle wichtigen Ereignisse zusammenfasst.

Fazit: Eine umfangreiche und sehr solide Darstellung, die zum besseren und vollständigen Verständnis des Ersten Weltkrieges beiträgt. Eine wirklich komplexe und anschauliche Geschichtsdarstellung!
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"Der Erste Weltkrieg war nicht so schlimm wie der Zweite....aber die Lebensmittel waren knapp,
wir pflückten Brennnesseln für Salat und sammelten Bucheckern für um daraus Öl zu pressen."
(timediver®'s Großmutter Anna, die heute vor 108 Jahren geboren wurde.)

Der kiloschwere und auch inhaltlich gewichtige, großformatige Band war unter seinem französischen Originaltitel "Larousse de la Grande Guerre" (davon abweichend die amazon-Listung: Larousse de la première guerre mondiale) bereits im Oktober 2007 erschienen. Die Éditions Larousse sind ein Sachbuchverlag, der im Jahre 1852 von dem französischen Lexikographen und Enzyklopädisten Pierre Athanase Larousse (1817 -1875) gegründet worden war.

Im Unterschied zu Deutschland, wo die Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg (1914 – 1918) gegenüber der Katastrophe des Zweiten Weltkrieg (1939 – 1945) in den Hintergrund traten, blieb er als "La Grande Guerre" in Frankreich und "The Great War" in den englischsprachigen Ländern bis heute um ein Vielfaches stärker im kollektiven Gedächtnis präsent. Am bis dahin umfassendsten Krieg der Geschichte waren in Europa, dem Nahen Osten, in Afrika, Ostasien und auf den Weltmeeren ca. 40 Staaten direkt oder indirekt beteiligt. Während ca. 70 Millionen Menschen unter Waffen standen, forderte diese "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" (George F. Kennan) an die 17.000.000 Menschenleben. (Der Besuch des Ossuaire de Douaumont nahe Verdun im Jahre 1989 hat bei timediver® einen bleibenden Eindruck dieses Wahnsinns hinterlassen. In den nächsten Tagen werde ich mit der - an den Dardanellen (türk. Çanakkale boğazı) gelegenen - Halbinsel Gallipoli einen weiteren Landstrich besuchen, wo zwischen dem 9. Februar 1915 bis 9. Januar 1916 eine ebenfalls grauenhafte "Materialschlacht" getobt hatte.)

Für das Vorwort der deutschen Ausgabe des französischen Standardwerkes konnte mit Prof. i. R. Dr. Krumeich ein Experte gewonnen werden, der sich um den wissenschaftlichen Austausch zwischen deutschen und französischen Historikern verdient gemacht hat. Als einer der Vizepräsidenten des "Historial de la Grande Guerre", dem 1992 eröffneten Museum zum Ersten Weltkrieg in Péronne an der Somme und dem daran angeschlossenen internationalen "Centre de Recherche" ist er Mitherausgeber der mittlerweile ebenfalls zu einem Standardwerk avancierten "Enzyklopädie Erster Weltkrieg" sowie Autor einer Vielzahl mentalitätsgeschichtlicher Publikationen. Krumreich betont, dass es an guten Gesamtdarstellung des Ersten Weltkrieges inklusive fremdsprachiger Übersetzungen auf dem deutschen Buchmarkt bisher zwar nicht gemangelt habe, mit der "Larousse Histographie" jedoch erstmals aus kulturhistorischer und zivilisatorischer Sicht ein "zivilistischer" Blick auf den Krieg und seine permanente und unauflösliche Verwobenheit von Front und Heimat in allen kriegsführenden Nationen unternommen wird. Zu den Themenstellungen des Bandes gehören auch neue Forschungsinteressen, etwa wie Kinder den Krieg erlebt hatten, welche Formen von Religiosität der krieg hervorbrachte oder wie Überzeugungen von einer sich mehr und mehr verschärfenden Propaganda erzeugt und verstärkt wurden.

Jenseits nationaler und persönlicher Schuldzuweisungen bietet der Blickwinkel von Historikern anderer Nationen fast 100 Jahr nach Kriegsbeginn und ohne stereotype Zerrbilder wie der sogenannten "Dolchstoßlegende", eine Bereicherung der Perspektiven. Hierzu gehört die Geschichte der Krankenschwester Edith Cavell, die wegen Fluchthilfe für alliierte Soldaten am 19. Oktober 1915 in Belgien hingerichtet wurde. Ebenso die im deutschen Historikerdiskurs vollständig verloren gegangene Tatsache, dass aufgrund der "Operation Michael" und der nachfolgenden Angriffe das Deutsche Kaiserreich den Krieg auch im Westen noch im Sommer 1918 hätte erfolgreich beenden können.

Neben den beiden Hrausgebern Bruno Cabanes und Anne Duménil Heather Jones, die selbst jeweils 20, bzw. 18 Artikel besteuern, zeichnen sich für die anderen 30 sieben weitere international renommierte Historiker verantwortlich, die selbst eine Reihe wichtigen Sachbüchern publiziert haben: Heather Jones (Violence against Prisoners of War in the First World War: Britain, France and Germany, 1914-1920 (Studies in the Social and Cultural History of Modern Warfare)), Sabine Kienitz (Beschädigte Helden: Kriegsinvalidität und Körperbilder 1914-1923), Vejas Gabriel Liulevicius; von timediver® am 8. April 2012 rezensiert: (Kriegsland im Osten. Eroberung, Kolonialisierung und Militärherrschaft im Ersten Weltkrieg), Nathalie Moine (Le mouvement social, N° 222, janvier-mars : Enquêter sur la guerre), Pierre Purseigle (Warfare and Belligerence: Perspectives in First World War Studies (History of Warfare (Brill))]) und Leonard V. Smith ([[ASIN:0521666317 France and the Great War 1914-1918 (New Approaches to European History)),

Gleichwohl der Band wie eine Chronik aufgebaut ist, in der die jeweiligen Ereignisse und Themen unter einem bestimmten Datum erörtert werden, stellt er dies jedoch in einen gesamthistorischen und europäischen Zusammenhang. Die Beiträge beginnen mit dem Ersten Balkankrieg am 18.10.1912 und enden mit einer europäischen Bevölkerung in den Jahren, die in den Jahren 1927/1928 "La Der des Ders" (Der Krieg, der alle Kriege beendete) und der Hoffnung "Nie wieder Krieg" in eine ungewisse Zukunft blickte. Neben dem zeitlichen Rahmen, geht auch der räumliche und thematische Rahmen weit über die Betrachtungen bisheriger Gesamtwerke hinaus, beispielsweise beim Genozid an den Armerniern und dem Osteraufstand in Dublin, der Aufteilung des Nahen Ostens oder zur Jahrhundertpandemie Spanische Grippe. Zum Beitrag "Hunger, Ersatz und Rationierung" (Eingangszitat) werden sich heute sicherlich nur noch sehr wenige Zeitzeugen finden, ebenso wie zu den Themen "Millionen Heimatlose" und "Ruhrbesetzung".

Eine nach Enzyklopädien, Überblickswerke und Einzelthemen gegliederte Bibliographie, eine synoptische Chronik über internationale Beziehungen, Politik, Westfront, Ostfront und andere Kriegsschauplätze, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sowie ein Register bilden einer umfassenden und komplexen Darstellung. Zusammen mit über 500, zum Teil farbigen und ganzseitigen Abbildungen eröffnet das epochale Werk die Möglichkeit zu einem besseren und vollständigen Verständnis des Ersten Weltkrieges.
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am 23. Februar 2014
Von den drei bereits vorhanden Rezensionen trifft meines Ermessens Peter Arnold die Sache am besten. Man sollte sich von diesem Buch nicht zu viel erwarten - man muss im Blick behalten, dass es keine fachhistorische Abhandlung ist, sondern eine im Zusammenhang des Geschichtsmuseums "Historial" in Péronne geschriebene Einführung für ein breiteres Publikum, für die Museumsbesucher, nicht nur für Spezialisten. Das Ziel einer Erstinformation für Interessierte erreicht das Buch allerdings sehr gut.

Der Band ist chronologisch aufgebaut und bietet in erster Linie Faktengeschichte. Die Versuche, thematisch übergreifend zu arbeiten (z. B. bezüglich der Religion), müssen angesichts der kurzen Kapitel immer unbefriedigend bleiben. In dieser Hinsicht ist der Band "Der Weltkrieg. Ereignis und Erinnerung", den das DHM vor zehn Jahren herausgebracht hat, in seinen Essays deutlich fortschrittlicher (bei, allerdings, weitaus enger Auswahl der behandelten Themen).

So international ist die Autorenschaft keineswegs; den überwiegenden Hauptteil haben Cabanes und Duménil erbracht. Entsprechend ist die Perspektive durchaus französisch geprägt. Für einen deutschen Leser ist das sehr fruchtbringend, weil man die hiesigen Stereotype doch schon allzu genau kennt. Insbesondere die Betonung der Verwüstungen in Belgien und Frankreich, die der Krieg mit sich gebracht hat, und was das für eine Belastung mit sich bringt, wird in D doch meist ausgeblendet. Das verschiebt aber auch die Bewertung der Ruhrbesetzung etwas. Trotzdem fehlen für die deutsche Perspektive wichtige Aspekte (z. B. Scapa Flow), sodass dieses Buch nicht wirklich eine "europäische" Perspektive liefert. Auch fragt man sich, ob alle Kriegsverbrechen wirklich nur von den Deutschen und ihren Verbündeten begangen worden sind (bzw. nur sie die Kriegstechnik in Richtung Brutalisierung vorangebracht haben) - dieses Bild entsteht bei der Lektüre aber, angesichts des Fehlens anderer Berichte. Gibt es wirklich keine? Das Fehlen weckt Zweifel.

Auch behält das Buch die Frontstellung Westalliierte-Deutsche bei. Was ist mit Österreich-Ungarn? Ist wirklich Deutschland und nur Deutschland schuld am Krieg - nicht vielleicht auch ein bißchen Österreich, oder ...? Was mit dem osmanischen Reich? Was mit Russland? Warum handelt es sich um einen WELT-Krieg, wenn es doch (fast) nur um die dte. Westfront geht? Alles andere wird in "Themenkapiteln" kurz abgehandelt, und was nicht in diesen Themenkapiteln steht, betrifft übergreifend die Westfront.

Eine POLNISCHE oder eine JAPANISCHE Geschichte des ersten Weltkriegs wäre mal interessant!

Also, Fazit: Auf jeden Fall lesenswert (da auch sehr kurzweilig geschrieben) - insbesondere auch wegen des fantastischen Bildmaterials - aber für eine nähere Beschäftigung mit dem Thema sicher nicht ausreichend. Trotzdem und auf jeden Fall ein guter Einstieg in das Thema und das beginnende "Jubeljahr".
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am 8. Oktober 2013
Im nächsten Jahr ist es genau einhundert Jahre her, dass der Erste Weltkrieg begann. Anlass schon heute, dass mit schwergewichtigen Büchern daran erinnert wird, gerade auch im Hinblick auf die gegenwärtige Krise des zusammenwachsenden Europa. Eine Entwicklung, die 1914 weit entfernt von allen möglichen Vorstellungen oder gar Utopien war.

Dennoch: im ausgehenden 20. Jahrhundert gab es genau auf dem Boden dieses Europa kriegerische Konflikte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die man lange auf diesem Boden für ausgeschlossen hielt. Nicht nur die Kriege auf dem Balkan, sie aber besonders irritierten eine Vorstellung, dass in Europa die Zeiten vorbei seien, in denen verschiedene Volksgruppen mit unglaublicher Brutalität und Unmenschlichkeit gegeneinander vorgehen.

Das vorliegende Buch, für das zum ersten Mal in der Darstellung des Ersten Weltkriegs und seiner Ursachen Wissenschaftler unterschiedlicher Nationalitäten (auch aus den USA) zusammenarbeiteten, verlässt die bisher in der Historiographie übliche nationale Einseitigkeit und wirft einen vielschichtigen Blick auf die „europäische Katastrophe“ des Ersten Weltkrieges.

Von den Kämpfen auf dem Balkan 1912 bis zur Besetzung des Ruhrgebiets 1923 bietet das vorliegende, reich bebilderte Buch nicht nur eine vollständige Chronologie der Ereignisse des Ersten Weltkriegs, sondern die Beiträge versuchen auch immer, das historische Geschehen einzuordnen in ein einen gesamteuropäischen Zusammenhang.

Es ist ein kulturhistorischer Ansatz, dem sich die unterschiedlichen Autoren verpflichtet wissen, die zahllose vergessene Seiten dieses Krieges beleuchten und dem interessierten Leser nach der Lektüre eine Vorstellung davon geben, welche Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten die Nationen in diese Vernichtung getrieben haben.

Bei Larousse in Frankreich schon 2007 erschienen, hat der Theiss Verlag nun eine deutsche Übersetzung möglich gemacht, die unter den Publikationen zur einhundertsten Wiederkehr des Kriegsbeginns schon heute herausragt.
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Bruno Cabanes und Anne Duménils "Der Erste Weltkrieg" in deutscher Übersetzung ist ein interessantes Werk sowohl für Historiker als auch für Interessierte.
Die kurzen Texte in dem großformatigen Werk bieten den Vorteil, eine große Anzahl an Aspekten und Ereignissen zu behandeln. Der Nachteil ist dafür, dass viele Texte zu kurz sind, um ins Detail zu gehen. Für einen Überblick und fundierten Einstieg ins Thema ist das Buch daher hervorragend geeignet. Für Historiker und Experten bietet dieses facettenreiche Konzept allerdings auch jede Menge Anregungen, wenn auch keine tiefer gehenden Details.

Der eine oder andere Text ist auch deshalb erwähnenswert, weil die Geschichtswissenschaft in anderen Ländern auch andere Schwerpunkte hat. Einige Aspekte, die in Deutschland nur selten Beachtung finden, werden in diesem Band behandelt, beispielsweise die Neuordnung des Nahen Osten oder der Osteraufstand in Dublin. So wird aus einer nationalen Perspektive eine europäische oder sogar eine weltweite.

Die vielen, oftmals farbigen Abbildungen von hoher Qualität ergänzen dazu die prägnanten und spannenden Texte in einer Weise, die die Lektüre zum Vergnügen macht. Das Buch lädt mit seiner Gestaltung ein, es einfach durchzublättern und dort zu lesen, wo man gerade hängen bleibt.

Dieser Band ist in jedem Fall sein Geld wert. Viele spannende Themen werden angesprochen, kurz und prägnant beschrieben und sehr schön bebildert. Empfehlenswert!
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TOP 1000 REZENSENTam 12. Oktober 2013
Neun internationale Historiker zeichnen in 68 Kapiteln unter jeweils einem Tagesdatum den Ersten Weltkrieg nach. Die fast 500 Fotos auf 480 Seiten sind herausragend. Trotzdem wandert das Werk nicht in meinen knapp bemessenen Bücherschrank. Das Werk leihe ich aus einer Bibliothek. Die Texte im Cabanes sind mir nicht analytisch, nicht politisch genug. Die Julikrise wird zum Beispiel auf einer Seite abgehandelt. Da gibt es noch vieles mehr dazu zu sagen.
Im Cabanes werden die Fakten des Krieges, vor allem die Geschehnisse an der Front, oberflächlich aufgezählt. Die Debatten an den Schaltstellen der Macht, in Frankreich, Deutschland, England, USA, bleiben im Hintergrund.

Das Buch von Cabanes kann zu Clark und Münkler ergänzend gelesen werden, eben wegen den Fotos, aber ich kann es nicht als vollwertigen Beitrag anerkennen.
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am 27. November 2013
Das Buch ist objektiv verfasst und erweitert durch authentische Bilder den Horizont über die Ereignisse zur damaligen Zeit.
Gut gemacht.
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