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3.0 von 5 Sternen Griechisch-römischer Horizont, 20. Juli 2014
Von 
timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Götterwelten: Die Religionen der Antike (Gebundene Ausgabe)
Nachdem sich timediver® bereits im März 2013 mit "Katastrophen in der Antike" beschäftigt hatte, weckte die im Juli erschienene neueste Publikation des Professors an der Universität Stuttgart, Dr. Sonnabend (Jahrgang 1956), erneut mein Interesse.

In insgesamt acht Kapiteln stellt er nacheinander die Religion der Griechen (auf 33 Seiten), antiken Juden (19 S.), Ägypter (13 S.), Sumerer und Babylonier (11 S.), Römer (37 S.) Kelten (17 S.), Germanen (17 S.) und schließlich der antiken Christen (21 S.) vor. Hierbei präsentiert der Autor die einzelnen Religionen nicht nur in ihrem jeweiligen Kontext, sondern auch in ihren gegenseitigen Bezügen. Durch letzteres würden 'überraschende Verbindungen' aufgedeckt, wie Sonnabend in seinem Vorwort festzustellen vermag. Weiterhin konstatiert er, dass Religion keineswegs etwas Statisches ist, sondern sich vielmehr entwickelt und verändert. Ziel des Buches sei es daher, Informationen und Einsichten in all diese Zusammenhänge zu liefern. Ein weiteres Anliegen des Buches sei die Unterhaltung des Lesers, dem sich die antiken Religionen im Hinblick auf ihre Götter, Mythen und Kultgeschichten ausgesprochen fantasiereich anböten. Daneben könne die Beschäftigung, so Sonnabend, mit den so vielgestaltigen und unterschiedlichen religiösen Vorstellungen der Antike schließlich auch ein Schritt auf dem Weg zu der heute so viel beschworenen, gleichwohl so häufig missachteten religiösen Toleranz sein. Hervorzuheben ist jedoch der Schlusssatz im Vorwort, wonach jede Religion der man sich heute zugehörig fühlt, historisch gesehen nur eine unter unzähligen darstellt.

Ein Blick auf das Curriculum Vitae und die bisherigen Publikationen des Mit-Initiators und Mit-Organisators des 'Stuttgarter Kolloquiums zur Historischen Geographie des Altertums', lässt Erkennen, das Sonnabends Forschungsschwerpunkte vornehmlich auf dem Gebiet der Geschichte Griechenlands und des Römischen Reiches liegen. Vor diesem Hintergrund wird nicht nur deutlich, warum er sich bei der Vorstellung der Religionen entgegen dem „Zeitstrahl“ am Ende des Bandes nicht an die Chronologie ihrer jeweiligen Entstehung gehalten hat. Es bietet sich auch eine Erklärung für die Auswahl und Gewichtung der verschiedenen Religionen, deren Präsentation er nicht mit den ältesten (Sumerer und Ägypter), sondern beim griechischen Adel der archaischen Zeit beginnen lässt. Daher ist auch verständlich, dass 40% der Seiten dem griechisch-römischen Horizont gewidmet sind, der dann noch durch seine Konfrontation mit dem Judentum und dem maßgeblichen Einfluss des Christentums um weitere 20 % erweitert wird. Auch die auf den ersten eher peripheren Religionen der „Kelten“ und „Germanen“ [beides bloße Termini der griechischen, bzw. römischen Rezeption] können durch die Interpretatio Romana in weiten Teilen in dieses Blickfeld integriert werden.

Die weitaus älteren Religionen des pharaonischen Ägyptens und Alten Orients, deren Glaubensvorstellungen in vielen Bereichen als Synkretismen zunächst in den Hellenismus und das Judentum, dann als Mysterienreligionen [im Kapitel 'Die Religion der Römer' auf nur zweieinhalb Seiten dargestellt] in den römischen Kosmos und schließlich auch in das Christentum Eingang fanden, werden demgegenüber äußerst knapp abgehandelt. Entgegen dem Sprichwort 'ex oriente lux', beschränkt sich Sonnabend bei der Religion der Sumerer auf eine knappe Seite. Sein schwerwiegendstes Versäumnis ist jedoch die Aussparung des Zoroastrismus, den er auch mit dem Hinweis auf den persischen Ursprung des Mithraskultes noch nicht einmal touchiert. Ohne die zwischen 1800 – 600 v. Chr. entstandene und von Zarathustra kanonisierte Religion, die heute auch als Zarathustrismus, Mazdaismus oder Parsismus bezeichnet wird, gäbe es kein Judentum, Christentum und auch keinen Islam.

Dem Autor ist auch diesmal unter einem durchaus treffenden Titel eine populärwissenschaftliche Darstellung gelungen, die sicherlich eine breite Schar von interessierten Lesern ansprechen wird. Da er jedoch seinem Anspruch 'Informationen und Einsichten in all diese Zusammenhänge zu liefern' durch die Auslassung der ältesten, noch heute praktizierten (monotheistischen) Weltreligion nur zum Teil gerecht wird, können seine "Götterwelten" und "Religionen der Antike" nur mit 3 Amazonsternen bewertet werden.
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Götterwelten: Die Religionen der Antike
Götterwelten: Die Religionen der Antike von Holger Sonnabend (Gebundene Ausgabe - 1. Juli 2014)
EUR 29,95
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