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5.0 von 5 Sternen solide Darstellung der Ereignisse und gute Einordnung in den Gesamtkontext
Etwas skeptisch griff ich zu dem Buch des englischen Hochschullehrers Mike Rapport. Jetzt da ich es durchgelesen habe bin ich fasziniert von seiner Art Geschichte darzustellen. Er beginnt oftmals bei der Darstellung von Einzelschicksalen, ordnet dann auf Länderebene und scheut nicht die Einordnung in einen außereuropäischen Kontext. Dies klingt nicht...
Veröffentlicht am 31. Dezember 2011 von Christian Döring

versus
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen 1848 - der Teufel im Detail
Eines muss man britischen Historikern ja lassen: Packend erzählen können sie. Mike Rapports Buch "1848 - Revolution in Europa" ist zweifellos ein Lesevergnügen. Wer aber den Anspruch eines Wissenschaftlers erhebt, sollte auch bei den Fakten genau sein und peinliche Fehler vermeiden. Sonst greift der Leser besser zu einem Roman. Hier nur ein zufällig...
Veröffentlicht am 22. Januar 2012 von Redaktor1848


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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen 1848 - der Teufel im Detail, 22. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: 1848: Revolution in Europa (Gebundene Ausgabe)
Eines muss man britischen Historikern ja lassen: Packend erzählen können sie. Mike Rapports Buch "1848 - Revolution in Europa" ist zweifellos ein Lesevergnügen. Wer aber den Anspruch eines Wissenschaftlers erhebt, sollte auch bei den Fakten genau sein und peinliche Fehler vermeiden. Sonst greift der Leser besser zu einem Roman. Hier nur ein zufällig gewählter Faktencheck zu den Märztagen 1848 in Wien:
Seite 75: Der 23-jährige Tiroler Franz Putz war nicht "Journalist", sondern Jura-Student.
Seite 77: Rapport schreibt: "Vor der Hofburg wurde Erzbischof Albert von einem Stein getroffen, als er an die Bürger appellierte, nach Hause zurückzukehren."
Richtig ist: Es handelte sich nicht um Erzbischof Albert (Erzbischof war damals Vinzenz Eduard Milde), sondern um Erzherzog Albrecht, der nicht von einem Stein, sondern von einem Stück Holz getroffen wurde, und dies auch nicht vor der Hofburg, sondern vor dem Ständehaus in der Herrengasse.
Seite 240: Es ging nicht um die "Auflösung der Akademischen Liga", wie Rapport schreibt, sondern um die "Akademische Legion", eine der wichtigen Institutionen der Wiener Revolution.
Das mögen für den einen oder anderen Petitessen sein, einem Autor von wissenschaftlichem Anspruch aber sollte man das nicht durchgehen lassen, zumal sich die Liste der Fehler mühelos erweitern lässt. Bemerkenswert schmal ist über weite Strecken auch die Basis der zitierten Quellen und der Literatur in diesem Werk. Flott geschrieben ja, aber der Teufel steckt im Detail.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen solide Darstellung der Ereignisse und gute Einordnung in den Gesamtkontext, 31. Dezember 2011
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: 1848: Revolution in Europa (Gebundene Ausgabe)
Etwas skeptisch griff ich zu dem Buch des englischen Hochschullehrers Mike Rapport. Jetzt da ich es durchgelesen habe bin ich fasziniert von seiner Art Geschichte darzustellen. Er beginnt oftmals bei der Darstellung von Einzelschicksalen, ordnet dann auf Länderebene und scheut nicht die Einordnung in einen außereuropäischen Kontext. Dies klingt nicht einfach, liest sich meines Erachtens jedoch sehr gut.

Einzelne Passagen sind beinah romanhaften Charakters. Die führenden europäischen Nationen und wichtige Politiker stellt der Autor vor und einzelne Geschehnisse schildert er so plastisch, als würde man sie vor dem inneren Auge ablaufen sehen. Bemerkenswert ist bei Mike Rapport auch folgendes: Er stellt nicht nur das Ereignis Revolution 1848 vor, er erzählt sehr genau was sich daraus für den weiteren Verlauf der Geschichte ergeben hat und sucht nach Auswirkungen bis in die heutige Zeit hinein.

Gerade auch deshalb finde ich seine Anknüpfungsversuche zur friedlichen Revolution von 1989 in Deutschland und Europa äußerst spannend. So wie bei Rapport wurde der politische Umbruch von 89 in Europa noch nie diskutiert. Es gibt Stellen da sehe ich manches anders und da würde ich auch gern noch einmal nachfragen, aber so ist das mit der Wissenschaft: Nur Diskussionen bringen weiter!

Sehr zu empfehlen für Historiker und politisch Interessierte!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 1848 - die bürgerliche Revolution im europäischen Kontext, 16. Dezember 2012
Von 
Dirk Wolff-Simon (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: 1848: Revolution in Europa (Gebundene Ausgabe)
Die eindimensionale und verkürzte Sicht auf unsere deutsche Nationalgeschichte verstellt nach wie vor den Blick auf die erste bürgerliche Revolution, die 1848 nicht nur Preußen, Österreich-Ungarn und die übrigen Staaten des Deutschen Bundes ergriff, sondern darüber hinaus auch Frankreich, Italien und sogar die Schweiz erfaßte. In der deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts dominieren nach wie vor zwei Symbole die Erinnerung an 1848: die Barrikade und das Parlament. Im kollektiven Gedächtnis verankert, sind die Ereignisse der Barrikadenkämpfe zwischen dem Abend des 18. März und dem Morgen des 19. März jedoch sehr stark auf Preußen fokussiert. Doch in ihrer historischen Dimension erfasste die Revolution den Deutschen Bund in seiner Gesamtheit.
Die Barrikadenkämpfe des 18. März 1848 waren mehr als nur ein spontaner Impuls, vielmehr drückte sich in ihnen der Höhepunkt eines langen gesellschaftlichen Gärprozesses aus. Ob der Bauer im Südschwarzwald einer Rede des Radikaldemokraten Friedrich Hecker über Republik zuhörte, sich begeisterte, sich dem Zug anschloß und ein paar Kilometer gen Frankfurt mitmarschierte; ob ein Seidenweber in Krefeld gegen die niedrigen Preise der Verleger protestierte; ob ein Maschinenarbeiter der Lokomotivfabrik Borsig am 18. März auf den Barrikaden kämpfte und bald danach gegen die Unterschichten als Ordnungskraft tätig war; ob ein Paradebürger wie der Theologe David Friedrich Strauß von Stuttgart nach München zog, um nicht mehr an den Exerzierübungen und Patrouillien der Bürgerwehr teilnehmen zu müssen oder ob schließlich ein Paulskirchenabgeordneter wie Gustav Rümelin seiner Frau in vielen Briefen von der Euphorie und vom alltäglichen Chaos in der Nationalversammlung berichtete: die Palette der Handlungen und Aktionsformen während dieser „Fundamentalpolitisierung“ ist schier unbegrenzt.
Am 18. Mai 1848 gehen in Frankfurt 330 gewählte Abgeordnete in einem festlichen Zug über den Römerberg zum nördlichen Tor der Paulskirche. Entstanden war das Paulskirchenparlament aus den seit Ende Februar aufgeschreckten Institutionen des Deutschen Bundes. Dieser, jahrzehntelang unter Metternichscher Observanz ein Hort des Stillstands, suchte seit Ende Februar die Unterstützung der Liberalen. Am 10. März wurde ein Siebzehnerausschuß mit „Männern des öffentlichen Vertrauens“ gewählt, der einen Verfassungsentwurf erarbeiten sollte. So traf sich Ende März in der Paulskirche das „Vorparlament“, ein Zusammenschluß von fast 600 Vertretern aus den verschiedenen deutschen Staaten. Hier versammelten sich Liberale und Demokraten – vertreten und bestimmend waren vor allem Abgeordnete der süddeutschen Landtage.
Der 18. März und der 18. Mai symbolisieren daher die zwei grundlegenden und bestimmenden politischen Optionen des Jahres 1848 – Barrikade und Parlament. Als Gegenpol hierzu kann man die Sphäre der Höfe und Fürsten, einschließlich des Militärs, der Bürokratie und der Diplomatie, begreifen. Diese entzogen sich weitgehend der Öffentlichkeit, sie versuchten die Dynamik zu bremsen, die seit Februar 1848 entstand und sich kontinuierlich weiterentwickelte. Barrikade und Parlament haben bis heute die Erinnerung an 1848 bestimmt, sie verkörpern zwei gegensätzliche Alternativen und standen oft in Gegensatz zueinander.
Waren punktuelle Erfolge in den einzelnen deutschen Klein- und Mittelstaaten infolge liberaler Verfassungsreformen zu verzeichnen, die in Teilen wenig später – wie das Beispiel des Königreichs Hannover zeigte – vom Monarchen wieder zurückgenommen wurden, so hatte die Revolution nur in der Schweiz umfassenden und bleibenden Erfolg. In einem Vorspiel zur großen europäischen Revolutionswelle brach 1847 der Schweizer Sonderbundkrieg zwischen liberalen und konservativ-katholischen Kantonen aus, der am Ende dazu führte, dass von allen gesellschaftlichen Umwälzungen nur die liberale Verfassung der Schweizer Eidgenossen die politischen Umbrüche bis in die Gegenwart überdauerte.
In allen anderen Staaten siegte der reaktionäre Konservatismus; liberale und nationale Forderungen blieben nach kurzen Anfangserfolgen unerfüllt. In der umfassenden Betrachtung ist der Verlauf des ereignisreichen Jahres 1848 nur zu verstehen, wenn man die Wunschvorstellungen und Schreckbilder der Akteure als Faktoren im politischen Geschehen betrachtet. Bauern wollten die Befreiung von ihrer Abgabenlast, städtische Unterschichten Arbeit, Bürger politische Reformen. Die Forderungen waren zahlreich und ganz unterschiedlich, gemeinsam war hingegen das Ziel, künftig frei von jeglicher Obrigkeit zu sein.
Die Abfolge der Ereignisse des Jahres 1848 bildete einen Prozeß, dessen Richtung unbestimmt war. Die kurzfristige Verbindung von revolutionärer Gewalt und politischer Vision setzte im Frühjahr 1848 eine Dynamik in Gang, die schnell zu einer Entfesselung der Gesellschaft führte. Jetzt wurde die soziale und politische Vielfalt mit einem Mal offenkundig und virulent. Das beförderte den Reformprozeß, und es begrenzte ihn zugleich. Es stellt sich bei der Betrachtung der Ereignisse die Frage, warum 1848 in Deutschland die, um einen Marxschen Ausdruck zu benutzen, „ursprüngliche Akkumulation“ in Richtung einer liberalen Gesellschaftsordnung so leichtfüßig begann. Warum blieb der demokratische Übergang im Sinne einer stabilen verfassungsmäßigen Akzeptanz aus und wie gelang es schließlich den alten Obrigkeiten, sich so leicht zu behaupten?
Durch den Wegfall der Zensur, durch Mobilisierung der Öffentlichkeit in Vereinen, Parlamenten, der Presse, durch das Aufkeimen großer Hoffnungen und Befürchtungen brach in die „halkyonische“ Ruhe des Vormärz, wie Ranke es genannt hat, ein Stimmengewirr, das sich zunächst jeder Vereinheitlichung entzog. Aus der Unruhe, aus der plötzlichen Vielfalt der Stimmen und Akteure, entstand keine revolutionäre Symphonie, sondern sehr bald trat die Disharmonie der gespielten Instrumente und der bevorzugten Melodien in den Vordergrund.
Die Nachricht von der Februarrevolution wurde, dank Eisenbahn und Telegraphen, in allen Regionen des Deutschen Bundes nahezu gleichzeitig wahrgenommen. Daß es im Westen und Süden raschere Reaktionen und schnellere Veränderungen gab, hängt nicht mit einem „Wandern“ der Revolution zusammen, wie man gelegentlich meinte, sondern damit, daß dort politische Institutionen bestanden, wie Gemeindeparlamente und Landtage, die für politisches Handeln eingeübte und akzeptierte Verfahrensweisen zur Verfügung stellten. Deshalb konnte schneller reagiert – und agiert – werden. Die Institutionen mit ihren Handlungsmöglichkeiten wirkten kanalisierend. Für die Deutschen, Italiener, Ungarn , Rumänen, Polen, Tschechen, Kroaten und Serben sollte dieses Jahr der „Völkerfrühling“ sein, eine Chance, ihr eigenes Nationalbewusstsein zum Ausdruck zu bringen und politische Anerkennung zu finden.
Läßt man die Literatur über die europäische Revolution von 1848/49 im Doppelschatten der Revolutionen von 1789 und 1917 Revuepassieren, so scheint es kein Geheimnis mehr zu geben, das nicht bereits ausgeleuchtet wurde. Erinnert werden sollte hier an den Doppelband von Veit Valentin über die „Geschichte der Deutschen Revolution“ oder über das Werk der Historiker Dowe, Haupt und Langewiesche „Revolution und Reform“. Und doch leiden die meisten der historischen Abhandlungen über dieses epochale Ereignis, das bis weit in das letzte Jahrtausend hinüberstrahlte, darunter, daß sie die Ereignisse und Interdependenzen in einer Flut von Komplexität geradezu ersticken. Der englische Historiker Mike Rapport leistet demhingegen mit seinem Buch einen Beitrag dafür, daß die Geschichte der bürgerlichen Revolution von 1848 in einer leicht verständlichen Beschreibung der Zusammenhänge mit Genuß zu lesen ist. Er wird diesem Anspruch gerecht und noch viel mehr: er zieht den Leser auf gut 400 Seiten geradezu in seinen Bann.
Dabei führt er in seinem Buch die drei wichtigen Komplexe Nationalismus, Verfassung und Demokratie und die soziale Frage in einer Gesamtbetrachtung zusammen und untersucht die einzelnen Problemkreise anhand von Augenzeugenberichten, Memoiren und einer umfangreichen Auswahl an Sekundärliteratur, ohne den Gesamtzusammenhang damit für den Leser zu komplex werden zu lassen. Mike Rapport arbeitet mit seinem Buch das Defizit auf, die Revolutionsjahre 1848/49 nur aus dem jeweiligen nationalen Kontext her zu betrachten. Selbst wenn 1848 kein „europäisches“ Phänomen in dem Sinne war, dass jedes Land eine Revolution sein Eigen nannte, trifft doch zu, dass auch Ländern, die keine unmittelbare Rebellion erlebten, von den Erhebungen nicht unberührt blieben. England, Belgien, die Niederlande, Schweden und Norwegen bekamen zwar keine Revolten, aber doch Erschütterungen zu spüren. Und im größeren Rahmen internationaler Politik waren alle europäischen Mächte davon tangiert. Insofern muß der Blick auf die Ereignisse von 1848 einem größeren europäischen Fokus geöffnet werden.
Rapport arbeitet heraus, warum so unterschiedliche Länder 1848 eine Revolution erlebten, war doch das Volk überall von einer schlimmen landwirtschaftlichen und industriellen Krise betroffen, die den Revolutionen eine starke paneuropäische Dimension verlieh. Die Europäer zahlten einen schrecklichen Preis dafür, dass, trotz vollmundiger Solidaritätsbekenntnisse aller revolutionären Akteure, ihr Interesse ein zutiefst nationales war – eine europäische Dimension stand noch nicht im Vordergrund. Erst nach zwei mörderischen Weltkriegen und schmerzlichen ethnischen Konflikten der jüngsten Vergangenheit bildeten sich wirkliche politische und wirtschaftliche Strukturen für Europa heraus. Die Revolutionen von 1989 in Mittel- und Osteuropa wiesen starke Anklänge an die 1848er-Revolutionen auf, obgleich die Parallelen nicht exakt übereinstimmen, und das nicht zuletzt, weil die vielen Intellektuellen und Dissidenten, die den antikommunistischen Widerstand anführten, unerbittlich den Wunsch verfolgten, mit Europas revolutionärem Erbe zu brechen, anstatt es wieder aufleben zu lassen. Rapport ist es mit seinem Buch gelungen, die historische Dimension der europäischen Ereignisse von 1848 in einen größeren Kontext zu setzen und in die jüngere Geschichte zu projizieren. Seinem Buch ist, auch unter historischen Laien, daher eine breite Leserschaft zu wünschen.
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1848: Revolution in Europa
1848: Revolution in Europa von Mike Rapport (Gebundene Ausgabe - 1. April 2011)
EUR 34,95
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