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14
4,1 von 5 Sternen
Konstantinopel 1453: Die letzte Schlacht
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Juli 2010
Um es vorweg zu nehmen, Roger Crowley hat ein sehr gutes, lesenswertes Buch geschrieben. Das ist einfach Geschichte spannend geschrieben. Ich habe sein Werk an zwei Abenden gelesen.

Was mich bei seinen Gefechtsberichten allerdings störte, ist das massenhafte Auftreten von Arkebusen und Luntenschlossgewehren auf beiden Seiten. Er schreibt von Feuergefechten" als wären 1453 ganze Einheiten damit ausgerüstet gewesen. Das halte ich für absurd. Sicherlich gab es schwerfällige Wallbüchsen mit Haken und auch schon -vielleicht- mit Schwammschloss. Wahrscheinlich ist sicher, dass Genuesen und Venezianer einige mitführten und dass der Sultan auch welche aus dem Abendland einkaufen lies. Die türkischen Angreifer dürften sich wohl hauptsächlich ihres bewährten Bogens bedient haben. Ebenso die Gegenseite. Armbrüste auch wohl eher nur auf der Seite der Italiener.
Die hier beschriebenen Feuergefechte" gab es mehr als fünfzig Jahre später in Europa. Als man Einheiten mit Arkebusen und Musketen ausrüstete.

Auch seine Einteilung der angreifenden Türken in Divisionen und Regimenter sind in dieser Zeit überhaupt nicht in Gebrauch gewesen.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. September 2010
Ich finde es ein gelungenes Buch, das die Geschichte um die Eroberung Konstantinopels objektiv und lesenwert darstellt.

Vor allem wenn man die Gegend um Edirne und die Stadt Istanbul kennt, kann man sich der Faszination kaum entziehen. Sieht man die Mauern und Türme am Bosporus hat man schon eine Vorstellung davon was im Buch beschrieben wird. Kennt man die Hügel in Istanbul ist es unvorstellbar, dass Schiffe über Land transportiert wurden - und das fast unbemerkt. Ob es nun 70 Schiffe oder am Ende 30 Schiffe waren ist für mich als Leser im Jahre 2010 nicht so wichtig. Beeindruckend ist es allemal.

Für Leser die Istanbul kennen, die in allen antiken Städten eine Gänsehaut bekommen bei der Vorstellung dass genau hier vor 500, 1000 oder 2000 Jahren Pferdekarren ihre Spuren hinterlassen haben, für diese Leser ist das Buch allemal empfehlenswert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 100 REZENSENTam 20. Mai 2015
Das Besondere an diesem Buch: Roger Crowley beschreibt nicht nur die unmittelbaren Ereignisse des Jahres 1453, sondern holt weit aus, damit der Leser die Zusammenhänge versteht. Frühere Eroberungsversuche, theologische Differenzen mit Rom werden erklärt. Der Aufstieg der Osmanen wird beschrieben.

Technischer Fortschritt und Willensstärke. Hätte die Stadt auch ohne Innovationen besiegt werden können? Konstantinopel befand sich in einer schwierigen Lage. Die Ressourcen waren knapp. Die Spuren der Belagerung von 1422 waren nur bei der äußeren Mauer behoben worden. Des Weiteren waren nicht genug Männer da, um beide Mauern zu besetzen.

Bemerkenswert ist der Einfallsreichtum der Angreifer. Eine Sperrkette sicherte das Goldene Horn. Mehmets Heer musste einen weiten Umweg machen. Die Lösung: Mehmet ließ die Flotte über Land transportieren, damit sie hinter der Sperre wieder ins Wasser gelassen werden konnte. Eine hölzerne Bahn, mit Tierfett eingeriebene Rollen, Tragwiegen, um die Schiffe aus dem Wasser zu heben. Und ein Ablenkungsmanöver. Eine strategische Meisterleistung.

Und noch etwas ist interessant. Etwas, das man auch aus den geschichtlichen Ereignissen lernen kann: Verständnis für die Denkweise der anderen Seite, Einfühlungsvermögen. Das Festhalten an erprobten Taktiken brachte Konstantinopel kein Glück. Gemeint: die Drohung mit der Vereinigung der römisch-katholischen Kirche sowie die Drohung einen anderen osmanischen Thronanwärter zu unterstützen. Im Gegenteil: diese Strategie erwies sich als kontraproduktiv. Die völlige Fehleinschätzung von Mehmets Charakter und Zielen führte geradewegs in die Niederlage.

Ob es der Schlachtenlärm ist oder die Stimmung in der belagerten Stadt, Roger Crowley lässt vor den Augen des Lesers ein monumentales Gemälde entstehen. Kopfkino pur. Hoffnungen und Untergangsangst. Es ist leicht, sich in die Lage der Bevölkerung hineinzuversetzen, wenn das Geschehen so plastisch und ausdrucksvoll geschildert wird.

Gelegentliche Zitate ergänzen den Text. Zahlreiche Fussnoten verweisen auf das verwendete Quellenmaterial. In den Anmerkungen wird deutlich wie viel Arbeit in diesem Buch steckt. Ein Register und Karten bieten nützliche Unterstützung. Lediglich Farbbilder der noch bestehenden Befestigungsanlagen und Tore der Stadt fehlen.

Kurz: Man erhält viel Inhalt und Wissen. Da die Fakten und Hintergründe sehr anschaulich geschildert werden, gibt es von mir eine Empfehlung.

Falls sich jemand fragt, warum nur vier Sterne, wo mir das Buch doch so gut gefallen hat, so muss ich zugeben, dass mir die stetige Betonung der religiösen Komponente ein wenig missfallen hat. Zumal Crowley selber schreibt, dass das Osmanische Reich 1453 ein multikulturelles Gebilde war. Sein führender General ein Grieche, sein Admiral ein Bulgare, die Kerntruppen Slawen. Ein Kampf um den wahren Glauben? Es war doch wohl eher ein Machtkampf um die Herrschaft am Bosporus. Die Meerenge war eine Schwachstelle der Osmanen. Um unangefochten über zwei Kontinente zu herrschen, um jederzeit problemlos übersetzen zu können, benötigte Mehmet die Kontrolle über den Bosporus, und das undiplomatische Vorgehen Konstantinopels lieferte ihm einen hervorragenden Vorwand.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Februar 2013
Das Buch ist spannend und informativ geschrieben. Es behandelt die Geschehnisse im Zusammenhang mit dem Fall Konstantinopels 1453 eigentlich rundweg und ist durch und durch als Standartwerk anzusehen. Sowohl was die geopolitischen Rahmenbedingungen angeht als auch das nackte Geschehen "am Boden" - sehr actiongeladen/spannend für ein Sachbuch.

Leider erfährt man wenig über das Schicksal bzw. den Werdegang der Orthodoxen Christenheit nach 1453. Auf die - von vielen Orthodoxen Gläubigen/Geistlichen abgelehnte - Not-Union mit dem Vatikan einige Jahre zuvor, geht der Autor ein. Aber auf die Auswirkungen, die 1453 auf die Orthodoxen Kirchen hatte, kommen so gut wie gar nicht vor. Weder Russlands Weg zum "3.Rom" noch das Schicksal der orthodoxen Untertanen im osmanischen Reich. Der Autor beschränkt seine Sicht der Dinge - vermutlich unbewusst - auf die geopolitische Situation zwischen den "Reichen" bzw. den weltlichen Herrschern (Sultan vs Kaiser). Die klerikale Dimension sieht er fast nur beim islamisch/osmanischen Expansions/Erboberungs-Drang, der NICHT zu kurz kommt.

Das finde ich sehr schade und für das Thema eigentlich unverzichtbar - denn Konstantinopel ist nun mal das "Rom" der östlichen/orthodoxen Christenheit; die Hagia Sofia deren Petersdom.

Trotzdem ist das Buch empfehlenswert, ebenso wie die anderen beiden Bücher von Crowley, die zusammengenommen eine Quasi-Trilogie bilden.
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58 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. Juni 2009
Ich habe selten Bücher mit mehr Vorfreude gelesen als dieses, zumal mich dieses bedeutsame Ereignis der abendländischen Geschichte seit vielen Jahren beschäftigt.

Mein Fazit vorneweg: Das Buch liest sich wie ein spannender historischer Roman. Beim Lesen wird jedoch schnell klar, dass es sehr viele Merkmale eines Phantasy-Romans aufweist. Es enthält zu viele Interpretationen und Hypothesen des Autors. Bei den historischen Quellen hat sich der Autor fast vollständig auf die der Venezianer verlassen und die zahlreicher vorhandenen byzantinischen Quellen weitgehend ignoriert, oder als unglaubwürdig in Frage gestellt. Ganz absurd wird es, wenn sich der Autor auf osmanische Quellen bezieht, von denen er sicher wusste, dass sie teilweise erst Jahrhunderte später im Auftrage der Sultane als Heldenepen geschrieben wurden.

Das Ergebnis ist also eine Mischung au eigener Phantasie und Konsensfindung im Wikipedia-Stil. Die geschichtlichen Ereignisse werden so dargestellt, dass sich keine der betroffenen Parteien heute angegriffen fühlen muss - die Osmanen kommen halbwegs gut weg, genauso wie die die Griechen, die Italiener und sogar die katholische Kirche, die ja bekanntlich aus rein machtpolitischen Gründen eine Hilfe für die Glaubensbrüder in Konstantinopel verweigert hat. Bei Crowley liest es sich dann so, dass der Vatikan zwar helfen wollte, aber die Finanzen es nicht erlaubten.

Sehr wahrscheinlich hatte der Autor beim Schreiben auch gleich die Verfilmung im Sinn, denn wie anders lässt es sich erklären, dass er einen venezianischen Söldner zum alleinigen Helden der Verteidigung der Stadt hochstilisiert, der fast im Alleingang die Osmanen aufgehalten hat und das Schicksal der Stadt erst nach dessen Verwundung besiegelt war?

Die Enttäuschung ist, realistisch betrachtet, auch gar nicht anders zu erwarten gewesen, da nicht genug Aufzeichnungen dieses Ereignisses erhalten geblieben sind, um daraus einen Roman, samt Titelhelden und entsprechender Dramaturgie zu erschaffen. Der Autor war somit gezwungen, viele Lücken durch seine Fiktionen zu füllen, um eine zusammenhänge, spannend lesbare Erzählung abzuliefern.

Crowley ist sicher kein Däniken, ist aber trotzdem an der Aufgabe gescheitert, dieses historische Ereignis angemessen zu behandeln.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Januar 2011
Die Eroberung der Stadt Konstantinopel wird sehr flüssig und auf das wesentliche reduziert erzählt. Das die Primärquellen kritisch zu bewerten sind wird vom Autor zum Schluß dargestellt. Ein wirklich spannendes Buch für den geschichtlich interessierten Laien. Wieso allerdings ein Buch so viele Schreibfehler enthalten kann ( ständig fehlen Artikel o.ä. Flüchtigkeitsfehler )kann ich mir nur durch einen fahrigen Übersetzer und Lektor erklären.
Zur Veranschaulichung der verschiedenen Angriffe wären ein paar Karten mehr sehr wünschenswert.( Hätte wohl die Druckkosten erhöht ) Hierzu kann ich nur das Buch Constantinople 1453 vom Osprey Verlag mit seinen Darstellungen empfehlen.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Mai 2009
Der Fall von Konstantinopel im Jahre 1453 wird hier spannend und auf den geschichtlichen basierend dargestellt. Dem Autor gelingt dabei der schwierige Spagat, dieses kriegerische Aufeinandertreffen von Christentum und Islam wertneutral darzustellen. Dies ist umso bemerkenswerter, als die Aufzeichnungen der damaligen Autoren - je nachdem, ob sie auf Seiten der Belagerer oder der Belagerten standen - stark subjektiv geprägt waren. Insoweit waren diese natürlich mit Vorsicht zu behandeln. Ich denke, dass dies dem Autor aber gut gelungen ist.
Etwas bedauerlich finde ich, dass das Buch nur spärlich mit Karten ausgestattet ist und bildliche Darstellungen der Belagerung - davon wurden im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche angefertigt - zur Gänze fehlen. Auch beinhaltet das Buch leider etwas zu viele Schreibfehler.
Insgesamt ist es aber für jeden zu empfehlen, der Geschichte einmal spannend erleben möchte!
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21 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. März 2009
Ein unterhaltsames Buch, das einen in die Ereignisse von 1453 hineinzieht und spannend bleibt, obwohl man den Ausgang der Geschichte bereits kennt. Zitate sind wunderbar in die Geschichte integriert. Die mitgelieferten Karten sind sehr Hilfreich. Sicherlich hätte man im angebotenen Kartenmaterial etwas großzüger sein können.

Die Einwände vom Rezensenten Cevdet Lacin sind für mich nicht nachvollziehbar. Der Autor Crowley macht nämlich deutlich, dass die Quellenlage auf osmanischer Seite, trotz der enormen Bedeutung dieses Ereignisses für die türkische Geschichte, eher dünn ist.

Zudem finde ich es sehr sympathisch, dass die Geschichte hier nicht aus der Sicht der Sieger, sondern aus der der Besiegten dargestellt wird.

Wenn sich Herr Lacin daran stört, dass dem Sultan Mehmet, unter Nennung von Quellen, Homosexualität unterstellt wird, halte ich das angesichts der übrigen Greueltaten, die über ihn belegt sind für eine Nebensächlichkeit. Anstatt sich über eine solche Nichtigkeit zu ärgern, würde ich mich nach dem Lesen des Buches eher darüber verwundern, dass auch in Deutschland Moscheen nach einem Menschenfeind wie Sultan Mehmet benannt sind.
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16 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Der Autor hat sich Zeit seines Lebens für die großen Schlachten der Weltgeschichte interessiert, sich eine Zeit lang in Istanbul aufgehalten und vor Ort gründlich recherchiert.

Konstantinopel, Istanbul, diese über zweieinhalbtausend Jahre alte Stadt an der Grenze zwischen Asien und Europa, hat schon viele Namen getragen und sehr viele Herrscher kommen und auch wieder gehen gesehen. Nur Unwissende können glauben, dass mit dem heutigen Zustand die Geschichte schon an ihrem Endpunkt angelangt ist.

In den 1 153 Jahren, in denen das heutige Istanbul Konstantinopel hieß und die christliche Hauptstadt des byzantinischen Reiches war, wurde diese Stadt 23 Mal belagert, aber nur einmal eingenommen, ausgerechnet von christlichen Glaubensbrüdern. Papst Urban rief bekanntlich in seinem berühmten Appell 1095 dazu auf, dieses "heidnische Volk" zu vertreiben. Das war der Auftakt zu einer 350 Jahre währenden Epoche westlicher Eroberungszüge im Zeichen des Kreuzes. Den Kreuzfahrern erschienen die Byzantiner als verdorbene Ketzer.

Konstantinopel war ein Ort, an dem der Kampf um Islam und Christentum, um den wahren Glauben, seit 800 Jahren aufeinander getroffen war, im Krieg oder im Frieden. Byzanz war nicht nur die letzte Erbin des Römischen Reiches, sondern auch die erste christliche Nation, verkörperte die betörende Verheißung von Wohlstand und Sicherheit und war ein Sammelbecken für unzählige Reliquien der Christenheit. Das Ansehen des Römischen Reiches verband sich mit seinem Ansehen.

Konstantinopel hatte, mittels einer Verbindung aus technischer Innovation, massiven Befestigungsanlagen, raffiniertem diplomatischen Geschick und Doppelspiel und nicht zuletzt auch aus Glück jeden Ansturm des Islams überlebt.

Nach Meinung des Großen Türken Mehmet Bei, einer widersprüchlichen und komplizierten Persönlichkeit, dürfte es nur ein Reich geben, einen Glauben und einen Herrscher der Welt. Seine Feuertaufe erlebte er 1448 in der zweiten Schlacht auf dem Amselfeld. Mehmet war schon in jungen Jahren fasziniert von der Möglichkeit die christliche Stadt einzunehmen und sich zum Erben des Römischen Reiches einzusetzen.

Der Eroberung wurde eine messianische Bedeutung beigemessen, denn es sollte damit insbesondere das Verhältnis zwischen den beiden monotheistischen Religionen neu geregelt werden.

Von dieser Stadt, ihrem Untergang als christliche Kapitale und ihrem Fortleben als muslimische Metropole handelt dieses Buch. Dabei breitet es die Schätze und Skurrilitäten der Geschichte aus. Zur Durchsetzung seiner Ziele lässt Sultan Mehmet am 6. April 1453 eine gewaltige osmanische Streitmacht vor den scheinbar unüberwindbaren Mauern Konstantinopels in Stellung gehen.200 00 Mann waren dabei, darunter 60 000 Fußsoldaten und 30 000 bis 40 000 Reiter. Sieben Wochen leisten 7000 tapfere Byzantiner, eine wirklich multinationale Streitmacht, dem türkischen Heer Widerstand. Szenen schrecklichen Verrats, Todesfälle und Errettungen, Angriffe zu Wasser und zu Land werden von dem Autor detailliert, spannend, ausgesprochen schwungvoll und wissenschaftlich untermauert erzählt, bis dann am 29. Mai Nachts das Unheil über die Stadt hereinbricht.

Man möchte das Buch in einem Rutsch durchlesen, weil es wegen Neugier und Wissensdurst eine unglaubliche Sogkraft entwickelt.
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am 31. Dezember 2012
Ein richtig schönes Buch, das Geschichte näher bringt und erlebbar macht. Mit vielen Facetten der damaligen Zeit bestückt und sprachlich gut zu lesen.

Hier eine Kritik von Daniel Scheck: [...]
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