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"Unser Land ist groß und reich, aber es ist keine Ordnung darinnen.
Kommt, um über uns als Fürsten zu walten und zu herrschen....."
(aus der Nestorchronik, 1113 - 1118)

In seinem, im August 2009 veröffentlichten, Softcover "Geschichte Russlands" aus der Reihe "Theiss WissenKompakt" stellt der promovierte Historiker und Autor zahlreicher historischer Sachbücher, Bert Hoppe, in der Einleitung zunächst die Frage "Russland - was ist das?".....

.....denn zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Kommunismus ist Russland noch immer auf der Suche nach seiner Identität. Die bis 1991 vorherrschende Zukunftsgläubigkeit ist einer starken Orientierung hin zur Geschichte des Landes gewichen. Uneinigkeit besteht jedoch darüber, auf welche Traditionen das "neue Russland" zurückgreifen soll. Bereits für das Adjektiv "russisch" gibt mit "russkij" (Kiever Rus; Sprache & Volk) und "rossijskij" (zum russischen Imperium gehörend) zwei grundverschiedene Adjektive. Der Unterschied zwischen "Ethnien und Imperium" bildet zusammen mit dem spezifischen Verhältnis von "Klima und Landschaft" und der räumlich-zeitlichen Dimension von "Geographie und Geschichte" die elementaren Aspekte des Buches, die im Vorwort angerissen werden. Hierzu gehört auch eine Landkarte, die neben den Eisenbahnlinien des größten Landes der Erde, auch die über den nördlichen Polarkreis hinaus reichende Permafrostgrenze und die Ausbreitung der landwirtschaftlichen Nutzung von 1900 - 1991 aufzeigt.

Zu Beginn des Bandes gibt es eine ausklappbare Landkarte in der die geographische Expansion vom Teilfürstentum Moskau (um 1300) bis zum Zarenreich des Jahres 1914 dargestellt wird. Eine weitere Karte zeigt die einstigen Satelliten der Sowjetunion, die in den 1990zigern unabhängig gewordenen Teilrepubliken und das verbliebene Restterritorium der Russischen Föderation. Am Ende des Buches findet man eine ausklappbare "Zeittafel Russland/Sowjetunion", in der die "Herrscher", "Historische Ereignisse", Kultur & Religion", sowie "Wirtschaft, Gesellschaft und Technik" für den Zeitraum 800 - 2008 synoptisch zusammengefügt wurden.....

.....und vom Autor in vier, unterschiedlichen langen, Kapiteln ausführlich behandelt werden. Das Kapitel "Von den Anfängen bis zum Ausgang des Mittelalters" beginnt bei der ersten Besiedlung des späteren Russlands, die etwa um 35.000 - 25.000 v. Chr. begann. Mit der Kurgan-Kultur im Laufe des dritten Jahrtausends vor Christus begann die Bronzezeit. In der Folgezeit traten Völker der finno-ugrischen und indoeuropäischen Sprachfamilie, wie die Skythen und Sarmaten auf. Im späten vierten nachchristlichen Jahrhundert folgten die Hunnen und die Chasaren errichteten im 7. Jahrhundert ein jüdisches Khanat am Schwarzen Meer, denen auch Ostslawen tributpflichtig waren. Im 9. Jahrhundert Chr. gründeten die "Kiever Rus" den ersten ostslawischen Staat in der heutigen Ukraine. Die Überlieferungen der "Nestorchronik" wonach im Jahre 862 ostslwawische Abgesandte die Nordmänner (Waräger) herbeigerufen haben sollen, sind ebenso umstritten wie die Herkunft oder gar Existenz von Rjurik und seinen Brüdern. Als historisch belegt gilt jedoch die Zerstörung der chazarischen Hauptstadt durch Svjatoslaw, dem Fürst der Kiever Rus im Jahre 969. Neben Kiev entstand das Großfürstentum Novgorod als Ausnahmerepublik mit einer Vollksversammlung (vece). Die alten russischen Fürstentümer wurden in den 1230ger Jahren von den Horden Batu Khans, einem Enkel Dschingis Khans erobert und tributpflichtig gemacht. Im Schatten der Mongolenherrschaft begann der Aufstieg des Fürstentums Moskau als Zelle des neuen Russlands. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichte das Moskowiter Fürstentum unter Ivan IV. Groznij (dem Schrecklichen), der sich 1547 zum ersten Zaren (Kaiser) krönen ließ. Unter der Schreckensherrschaft von Ivans Opricniki begann der Kosaken-Hetman Jermak Timofejewitsch mit der Eroberung tatarischer Khanate die Expansion nach Sibirien. Mit dem Tode Ivans IV. Begann die Zeit der Wirren (Smutnoye Vremya) in der sich von Polen und Schweden unterstützte "Prätendenten" den Thron sichern wollten.

Mit der Wahl Michail Romanovs zum Zaren (1613) beginnt das zweite Kapitel "Mit dem Blick nach Westen - Russland in der Neuzeit" und der Aufstieg zur Großmacht. Peter der Große, Katharina die Große, der Aufstand Emejan Pugacevs, der Krieg gegen Polen, Schweden, das Osmanische Reich und Napoleon, der Krimkrieg, der Heilige Krieg des Awaren Schamils und der Antisemetismus sind hierbei exponierte Themen. Mit 63 Seiten ist das dritte Kapitel "Gewaltsame Utopien und der Aufstieg zur Weltmaccht (1905 -1964)" zum Schwerpunkt des Bandes geworden. Die enormen gesellschaftlichen Spannungen entluden sich zum Beginn des 20. Jahrhunderts in mehreren blutigen Revolutionen, die 1917 schließlich in die bolschewistische Diktatur mündeten. Offener Staatsterror und Personenkult fanden erst mit dem Tode Josef Stalins am 5. März 1953 ein Ende. Neben Stalinismus werden u. a. Hitlers Vernichtungskrieg, der Holocaust in den besetzten Gebieten der Sowjetunion und der Partisenenkrieg thematisiert. Der Auftakt des Kalten Krieges, die halbherzige Entstalinisierung, Ungarnaufstand, Kubakrise, die zum Teil "pharaonischen Bauprojekte" und Umweltkatastrophen markieren die Zeit bis 1963.

"Das Ende des Sozialismus und die Wiedergeburt Russlands" lautet die Überschrift des vierten Kapitels, das mit einer bis 1984 währenden Zeit der Stagnation im Kalten Krieg beginnt. Die Zeit der Reformen mündet schließlich im Zerfall der Sowjetunion. Nach dem gescheiterten Augustputsch 1991 wurde die KpdSU verbotenund Rußland entwickelte sich zu einer Präsidialdemokartie mit einem Dauerkonflikt zwischen Präsident und Parlament. Mitz den Tschetschenienkriegen und der autoritären Entwicklung unter Vladimir Putin verblasste allmählich der "Traum der Demokratie".....

Der Haupttext wird an zahlreichen Stellen durch farblich in rostbraun abgesetzte Essays wie z. B. "Stadtluft macht nicht frei" (S. 30) oder "Der Sowjetische Geheimdienst" (S. 120) und kleinen Themenkästen auf beigen Grund, wie "Strelitzen" (S. 50) oder "Transsibirische Eisenbahn" (S. 96) pp. aufgelockert. Ein fünfseitiger Anhang mit Glossar, Hinweisen zur Umschrift und Aussprache, sowie eine nach Sachgebieten gegliederten Liste "Weiterführende Literatur" runden das Gesamtbild einer großzügig illustrierten und mit Spannung zu lesenden Chronik ab.

5 Amazonsterne für das Wesentlichste der Geschichte Mütterchen Russlands".
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am 26. September 2015
Wir haben dieses Buch während unserer Russlandreise gelesen. Das hat dieses Erlebnis ungemein bereichert.
Bert Hoppe erweist sich als ein Kenner der Materie und als ein Könner seines Fachs. Sein ca. 190-seitiges Buch ist ein Geschichtsbuch wie es sein sollte: es informiert zum Einen über das, was passiert ist und warum, es erläutert dann aber auch sehr anschaulich, welche Auswirkungen die Ereignisse auf den Einzelnen, auf einzelne Gruppen oder die Politik des ganzen Landes hatten. Die wechselseitigen Zusammenhänge zwischen Gesellschaft und Politik werden dadurch klar.
Die Geschichte und Geschichten erzählt er in einem sehr gut lesbaren, kurzweiligen und manchmal auch ironisch-sarkastischen Erzählstil. Der eigentliche Text, der reich bebildert und illustriert ist, wird dabei durch Infoboxen oder Infoseiten ergänzt, die spezielle Begebenheiten, Gruppen, Organisationen oder Personen näher vorstellen.
Das Buch eignet sich daher für den Russland-Einsteiger sehr gut, aber auch der Russland-Kenner wird noch viele Dinge erfahren, die er noch nicht wusste. Oder können Sie spontan sagen, weshalb es z.B. in der Zarenzeit das Phänomen der "dicken Zeitschrift" mit mehr als 160 Seiten gab?
Wir waren beim Lesen des Buches richtig begeistert und fast ein wenig enttäuscht, als es zu Ende war!
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