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Augustus- Sein Leben als Kaiser
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Augustus (63 v.Chr. - 14 n.Chr.) war der erste Kaiser des römischen Reiches. In seiner Regierungszeit (Augusteisches Zeitalter) führte er das Römische Reich zu kultureller und wirtschaftlicher Blüte und legte die Grundlagen der Verwaltungs- und Herrschaftsorganisation für die nächsten Jahrhunderte. So ist Augustus auch noch nach 2000 Jahren einer der bedeutendsten und faszinierendsten Herrscher der Weltgeschichte.

Der Philologe Karl Galinsky (Professor an der Universität Texas) beleuchtet in seinem neuen Buch Augustus‘ Lebensgeschichte unter besonderer Berücksichtigung seiner Regierungszeit. Dennoch geht der Autor natürlich zuerst kurz auf die frühen Jahre des Augustus ein, als dieser vom Kleinstädter zum Erben Cäsars aufstieg. Nach der Ermordung Tod Cäsars setzte sich Augustus schließlich in den Machtkämpfen und in dem Bürgerkrieg gegen den 20 Jahre älteren Marc Anton durch. Detailliert stellt Galinsky die vielfältigen Gründe für diesen Erfolg vor. Er basierte auf einem Mosaik von Berechnungen, Fehleinschätzungen, Ereignissen und vor allem von Entschlossenheit.

Mit 32 Jahren war Augustus „im Besitz aller Macht“. Was nun? Nach außen bewahrte er die Formen der römischen Republik, in Wahrheit betrieb jedoch deren dauerhafte Umwandlung in eine Monarchie in Form des Prinzipats. Seine 45jährige Herrschaft, nach außen durch zahlreiche Expansionskriege geprägt, mündete aber im Inneren in eine lang anhaltende Friedensphase, die als Pax Augusta verklärt wurde.

Neben der Biografie des römischen Kaisers bewertet der Autor auch dessen geschichtliche Leistung. So versuchte Augustus, altrömische Wert- und Normvorstellungen neu zu beleben, er förderte Künstler und Dichter und stieß ein gewaltiges Bauprogramm an. Darüber hinaus erweiterte und sicherte er die Reichsgrenzen. Galinsky kommt zu dem Gesamtergebnis, die fast 200 Jahre dauernde friedliche Periode der Stabilität des römischen Reiches war jedoch seine größte Leistung.

Galinsky versteht es ausgezeichnet, dem Leser nicht nur die Person Augustus näherzubringen, sondern er vermittelt auch römische Geschichte. Dazu dienen die zahlreichen eingeschobenen Informationskästen, die historische Begriffe und spezielle Details näher erläutern. Außerdem bereichern einige Abbildungen, Karten, zwei Stammbäume und eine Chronologie diese bemerkenswerte Abhandlung, die eine klare Empfehlung für alle historisch Interessierte der römischen Kaiserzeit ist.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Als Octavius erblickte er das Licht der Welt – als Augustus erlösch es für ihn wieder. Als Octavius wuchs er in bescheidenen Verhältnissen auf – als er starb, war er einer der reichsten Männer der damaligen Welt. Als Octavius lautet die Zeitrechnung (eine Errungenschaft der Gegenwart) noch „vor unserer Zeit“ oder „vor Christus“ – als er starb, im Jahr 14 (Achtung: Jubiläum!) entfiel der Zusatz v. Chr. bzw. v.u.Z.
Er war der erste Kaiser in einer Reihe vieler, die ihm folgen sollten. Die meisten, auch die aus seiner Blutlinie, versagten oder machten durch Tyrannei von sich Reden (wie zum Beispiel Nero, der in der heutigen Wahrnehmung nur noch als Brandstifter in Erinnerung geblieben ist).
Als Adoptivsohn Julius Caesars, der im März 44 v. Chr. / v.u.Z. mit zig Messerstichen niedergestreckt wurde, standen ihm alle Türen offen. Und Augustus wusste geschickt hindurch zu schreiten.
Er sammelte Schlachtenerfolge wie andere Briefmarken. Seine ärgsten Widersacher besiegte er listenreich und erbarmungslos. Seine Familie hatte sich ihm unterzuordnen. Wer nicht für ihn war, war gegen ihn.
Als Soldat in Augustus’ Diensten ließ es sich aushalten. Bei seinem Tod vermachte er sein Vermögen unter anderem seinen treuen Legionen. Da war schon mal eine Prämie von mehr als einem Jahresgehalt drin.
Karl Galinsky zählt zu den am meisten beachteten Experten, wenn es um das Römische Kaiserreich geht. Sein Wissen und seine Fähigkeit dieses allgemein verständlich wiederzugeben, machen dieses grandiose Buch zu einem strahlenden Fixpunkt im Bücherregal. Allein die Tatsache, dass im Jahr 2014 der 2000. Todestag des Kaisers begangen wird, rechtfertigt ein Buch über diesen Kaiser, den wir jedes Jahr für 31 Tage an unserem Leben teilhaben lassen. Doch die Intensität, mit der der Autor sich dem so ereignisreichen Leben Augustus‘ nähert, schreit geradezu nach einem Band wie diesen.
Im Jahr der vielen Weltereignisse und unzählbaren Jubiläen wird das des Augustus auch dank dieses Buches besonders hervortreten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
2014 ist ein besonderes Augustusjubiläum: Vor 2000 Jahren starb der erste römische Kaiser. Sein Werdegang war geprägt von Mut, Engagement, viel sozialer Intelligenz und einer nicht unerheblichen Menge Glück. Dem jungen Octavian hätte kaum jemand zugetraut, was Augustus später gelang: Die römischen Bürgerkriege zu beenden, ein Weltreich zu stabilisieren und eine Hauptstadt zu erneuern. Aus einem kränklichen Jüngling wurde ein (fast) idealer Herrscher, dem sein Volk zu Füßen lag.

Obwohl wir über reiches Quellenmaterial verfügen, ist dessen Interpretation nicht ganz unproblematisch. Der Historiker und Philologe Karl Galinsky weist in seinem Vorwort gleich darauf hin, dass einzelne Aspekte, wie die Diskrepanz zwischen Augustus' Brutalität während der Bürgerkriege und seiner ausgleichenden späteren Friedfertigkeit, ungeklärte Rätsel sind, die die Wissenschaft bis heute beschäftigen. Galinsky bezieht in solchen Fällen Position, nicht ohne auf die laufende Diskussion hinzuweisen. Sein Buch richtet sich ausdrücklich an den interessierten Laien und damit entfallen scholastische Spitzfindigkeiten, die ansonsten die allgemeine Verständlichkeit beeinträchtigt hätten. Es gelingt ihm, mit einer klaren, eingängigen Sprache auch komplizierte Sachverhalte darzustellen, sodass sich der Text ausgesprochen flüssig liest. Als Beispiel mag die sehr komplexe Situation während des Bürgerkrieges dienen, die er bei aller Kürze doch sehr gut strukturiert und aufarbeitet. Diese Phase der römischen Geschichte so zu beschreiben, dass der Leser nicht verlorengeht, das ist wahrlich nicht jedem Augustus-Biografen so gut gelungen.

Ein großer Fokus liegt auf dem Menschen Augustus, der außer seiner Res Gestae Divi Augusti (wörtlich „die Taten des vergöttlichten Augustus“) keine eigenhändigen Zeugnisse hinterlassen hat. Seine Autobiografie ist leider verschollen. Immerhin gibt es zahlreiche zeitgenössische (oder zumindest zeitnahe) Biografen, die noch direkten Zugriff auf Originalquellen hatten und diese mit erstaunlich wissenschaftlicher Methodik auswerteten. Trotzdem bleiben einige Aspekte der Persönlichkeit Augustus' unklar. Galinsky beschreibt ihn als sehr komplexen Charakter, dessen herausragende Eigenschaft sicherlich seine soziale Kompetenz und sein sicheres Gespür für die Empfindlichkeiten des Volkes war. Darin unterschied er sich grundsätzlich von einem Caesar oder einem Antonius. Dass sein Aufstieg letztlich aber doch das Ergebnis von vielen Zufällen und von verpassten Gelegenheiten seiner Gegner ist, auch daran lässt Galinsky keinen Zweifel. Augustus besaß einen unbeugsamen Willen, enorme Disziplin und er hatte schlichtweg auch jede Menge Glück. Er war der richtige Mann zur richtigen Zeit. Dass er als einziger römischer Kaiser auch echte Freunde hatte, denen er bedingungslos vertraute und die ihm auch unliebsame Dinge sagen durften, das wirft vielleicht noch das hellste Licht auf seinen Charakter. Überhaupt ist relativ viel über die Privatperson Augustus überliefert. Seine rebellische Tochter hatte er zeitlebens weniger im Griff als sein Riesenreich und über sein sonstiges, ebenfalls reichlich turbulentes Familienleben berichteten die Zeitzeugen fast so detailliert, wie heute die Regenbogenpresse über das britische Königshaus. Galinsky unterscheidet dabei immer sorgfältig zwischen möglichem "Klatsch" und gesicherter Erkenntnis.

Natürlich kommen auch politische und militärische Aspekte nicht zu kurz, aber es ist vor allem der "Friedensstifter" Augustus, dessen Kulturleistung nicht zu unterschätzen ist. Er ist einer der wenigen Einzelpersonen, die tatsächlich den Lauf der Geschichte auf Jahrhunderte hinaus geprägt haben und selbst unsere Gegenwart trägt immer noch Spuren seines Erbes (z. B. im Rechtswesen). Dass ihn sein Volk in späteren Jahren im wahren Sinn "vergöttert" hat, das ist mehr als nachvollziehbar.

Karl Galinsky ist eine spannende, ausgezeichnet lesbare Biografie gelungen, die neben den historischen Begebenheiten den Menschen Augustus so klar hervortreten lässt, wie das nach 2000 Jahren nur möglich ist. Eine politische Ausnahmebegabung mit Charakter und Überzeugungen. Schade, dass es solche Politiker heute nicht mehr gibt.
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am 21. Januar 2015
Das vorliegende Werk handelt die wichtigsten Fakten zu Augsutus prägnant und verständlich ab. Übersichtlich gegliedert ist es ebenfalls. Besonders positiv fällt der verständliche und humorvolle(!) Schreibstil auf.

Mindestens ein Stern muss aber offen bleiben, zumindest wenn wir einen wissenschaftlichen Anspruch an das Werk herantragen, denn es gibt ein Manko in Form kleiner Grammatikfehler, die beispielsweise aus einem unbestimmten Artikel genitiv singular maskulinum einfach mal einen genitiv singular neutrum machen. (Und das bereits auf S. 18.)
klingt dann komisch, ist aber so. Schade.
Wer sich davon nicht die Laune verderben lässt, wird den Kauf nicht bereuen. Der Unterhaltungswert ist vergleichsweise hoch.
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