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"Si le christianisme eût été arrêté dans sa croissance par
quelque maladie mortelle, le monde eût été mithriaste."
(Ernest Renan; 1823 - 1892)

Im ersten Kapitel macht der Autor bereits deutlich, dass der Mithras-Kult in Rom oder Ostia (=wo) entstanden ist, gleichwohl die zentrale Frage seiner Entstehung (=wie) trotz zahlreicher Kongresse, Tagungen und einer fast unübersehbaren Flut von Aufsätzen immer noch umstritten bleibt. Um von vornherein Verwechslungen zu vermeiden, nennt er den aus dem alten indoeuropäischen Pantheon des 2. Jahrtausends v. Chr. stammenden persisch-hellenistischen Gott "Mitra" (Sanskrit: Vertrag, Freund). Auch in der römischen Antike war Mithras nur ein Gott unter vielen und sein Kult nur einer der damals zeitgemäßen und zahlreichen Mysterienreligionen, die eine ganze Reihe von Elementen, wie geheime Initiationsriten, Schweigegebot, Imitation des Göttlichen zur Errettung, Erlösung und Auferstehung gemein hatten. Der Mithras-Kult breitete sich von Italien über beinahe drei Jahrhunderte im gesamten Imperium Romanum aus. Clauss weist auf die Problematik hin, beim Mithras-Kult von einer einheitlichen Religion zu sprechen. Denn es gab eine Fülle von lokalen und regionalen Besonderheiten, die den Kult am Rhein anders aussehen ließen als am Nil.

Nach den Kapiteln "Zeitliche und räumlichen Verbreitung" und "Anhängerschichten" widmet sich das vierte der Bauweise, Ausstattung und Benutzung des Kultraumes.Die Kulthandlungen fanden meistens in unterirdisch angelegten oder in Fels gehauenen Mithräen statt, die in der Regel nur bis zu zwei Dutzend Gemeindemitgliedern Platz boten. Da es ein römischer Kult war, wurden die Heiligtümer als "templum", in Einzelfällen auch als "fanum" oder "crypta" bezeichnet. Besonders ansprechend sind die Grundriss- und Rekonstruktionszeichnungen verschiedener Mithräen und ihres Inventars, da diese heute in ihrer ursprünglichen Form und Ausstattung nicht mehr anzutreffen sind. (timediver® konnte zwar mehrere Mithräen besichtigen, deren Grundmauern heute oberirdisch liegen (wie in Riegel am Kaiserstuhl und London) oder deren einstige farbenprächtige, unterirdische Ausstattung nicht mehr vorhanden wie im Untergeschoss der Kirche San Clemente in Rom). Im Gegensatz zu anderen Religionen fanden sämtliche Kulthandlungen in der Höhle des Mithräum statt, wo sich die Gemeinde ein Abbild des Kosmos (Decke als Sternenhimmel), eine menschliche Wohnstatt und einen Ort der Begegnung mit Mithras geschaffen hatte. Eine wichtige Bedeutung kommt den Weihereliefs und Statuen mit Darstellungen der Mithras-Legende zu. Felsgeburt, Wasserwunder, Stierjagd und -tötung (Tauroktonie), den Dadophoren Cautes und Cautopates sowie die Tiere der Kultreliefe werden im fünften Kapitel und Farbtafeln präsentiert und erschöpfend erklärt.

Die nachfolgenden Kapitel befassen sich mit der Kultfeier, zu der Initiation, Gebete und Kultmahl gehören, dem Kultgerät und den sieben Weihegraden. Dem Zeugnis der Inschriften und den Morallehren ist ebenso ein Kapitel gewidmet, wie der synkretischen Beziehung des Mithras zu Sol und anderen griechisch-römischen Gottheiten sowie zu dem aus Ägypten stammenden, löwenköpfigen Gott der Zeit (Aion). Betrachtungen zu Mithras und Jesus bilden den Abschluss des Buches. Hierbei wird die Diskussion um das Eingangszitat von Clauss als unhistorisch bezeichnet, da sie eine Wettbewerbssituation postuliert, die aus Sicht der Mithras-Anhänger nicht existierte. Die meisten Übereinstimmung (Wassermythos, Kultmahl, Gottesgeburt am 25. Dezember) führt er auf die gemeinsamen Ursprünge im hellenistisch-orientalischen Umfeld zurück. Während Isis noch bis ins Mittelalter hinein bekannt bleiben sollte, geriet Mithras bereits am Ende der antiken Welt in Vergessenheit. Wohl auch deshalb, weil sein geheimer Kult nur Männern vorbehalten war.

Prof. em. Dr. Dr. Dr. h. c. Manfred Claus ist eine wissenschaftliche Arbeit gelungen, die sich auf über 230 Fußnoten mit einer internationalen Bibliographie stützt, sowie von 124 schwarzweißen Abbildungen,18 Farbtafeln, einem reichen Kartenwerk und einem Ortsregister begleitet wird.
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TOP 1000 REZENSENTam 26. April 2016
Heute vergessen, war der Mithraskult 60 Jahre lang die Staatsreligion des römischen Imperiums, synkretistisch vermischt mit Sol Invictus. Unter Kaiser Aurelian wurde der 25. Dezember als Geburt des Erlösers gefeiert, aber der Erlöser war nicht Christus, sondern Sol Invictus/Mithras. Viele Gemeinsamkeiten (Wassermythos, Kultmahl, Gottesgeburt am 25. Dezember) legen den Verdacht nahe, dass viele Elemente der christlichen Liturgie einfach dem Mithraskult nachgemacht wurden, weil Kaiser Konstantin die Staatsreligion des Sol Invictus in eine christliche umwandeln wollte. Ab da erst wurde aus der Religion der Barmherzigkeit eine Religion der Macht.
siehe auch: Opelt, die Legionen des Varus
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