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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzigartig systematischer Überblick, 17. November 2012
Von 
timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Die Welt der Mumien: Von Ötzi bis Lenin (Gebundene Ausgabe)
Mit dem Begriff "Mumien" verbinden viele zuallererst das antike Ägypten, vornehmlich jene berühmter Pharaonen, wie Tutanchamun, Sethos I. und seines Sohnes Ramses II. Aber auch die Mumien hoher Gelehrter und Beamten, wie auch Tiermumien (Falken, Katzen, Krokodile usw.), die in zahllosen Museen und Sammlungen auf der ganzen Welt anzutreffen sind, haben gerade die ägyptischen Mumien zum Inbegriff des Mumifizierung und des Wunsches nach nach Unversehrtheit des Körpers im Jenseits werden lassen....

Der Autor, Prof. Dr. Albert Zink erläutert, dass sich der Terminus Mumie vom arabischen Wort "mumia" (Bitumen, Erdpech) ableitet, ein Lehnwort aus dem Persisischen, das ursprünglich Bienenwachs bedeutete (Seite 98). Bei altägyptischen Mumien wurden schwärzlich-harzigen Substanzen, seit griechisch-römischer Zeit auch Bitumen verwendet, weshalb der Begriff zuerst dort namensgebend wurde. Obgleich ursprünglich nur altägyptische Leichen als Mumien bezeichnet wurden und der Begriff bis heute auch von der archäologischen Wissenschaft nicht verbindlich definiert worden ist, hat er sich mittlerweile auch für Einzelfunde anderen Ursprungs etabliert. Hierzu gehören auch solche sterblichen Überreste, die nicht aus religiösen oder ideologischen Gründen von Menschen, sondern aufgrund günstiger Bedingungen von Klima, Umwelt etc. für die Ewigkeit konserviert wurden.

Nachdem eine Doppelseite Bilder von Mumien unterschiedlicher historischer und geografischer Herkunft präsentiert, gibt der Autor die Antworten auf vier verschiedene Fragen. Zur Entstehung einer Mumie beschreibt er die verschiedenen Mumifizierungsarten, durch welche die natürlichen, nach dem Tod eines Lebewesens beginnenden Zersetzungsprozesse gestoppt werden können. Die wohl bekannteste Form besteht in einer raschen Austrocknung des Körpers, die jegliche mikrobielle Aktivität unterbindet. Diese sogenannte Trockenmumifikation führte im alten Ägypten über die Bestattung der Toten im heißen, trockenen Wüstensand schließlich zu den ausgeklügelten Techniken, bei denen Natron und andere chemische Reagenzen zur schnellen Dehydrierung eingesetzt wurden. Eine bis in die heute Zeit angewandte Form besteht in der Einbalsamierung, bei der auch flüssige Chemikalien wie Alkohol, Formalin, Chlor, Glyzerin pp. eingesetzt werden. An anderen Orten wurde die Kombination aus geringer Luftfeuchtigkeit und ausreichender Belüftung zur Konservierung genutzt. Andere Formen der Mumifizierung können durch Einfrieren oder eine Art Gefriertrocknung (Gletschermumien) unter ständiger Bedeckung mit Eis/Schnee in Verbindung mit starkem Wind und kräftiger Sonnenstrahlung auf natürliche Weise erreicht werden. Weitere Möglichkeiten ergeben sich durch Begräbnisse, die unter vollständigem Luftabschluss vorgenommen werden oder wenn der Verstorbene in einer (beinahe) sauerstofffreien Umgebung zum Liegen kommt. Hierzu zählen auch die Moorleichen, bei denen das Vorhandensein von Gerbmitteln und Huminsäuren als begünstigende Faktoren hinzukommen. Die dritte Mumifizierungsform ergibt sich aus verschiedenen Kombinationen der beiden ersten. Hierunter fallen die Lagerung in Höhlungen innerhalb eines saugfähigen Gesteins (Tuff), die Ausnutzung eines kalten austrocknenden Luftzugs oder der mineralischen Bestandteile des Bodens (Alaungehalt).

Da zweite Frage nach der geographischen Verbreitung von Mumien wird anhand einer Weltkarte mit nummerierten Fundorten auf allen Kontinenten und einer entsprechenden Auflistung beantwortet. Mit der etwa 9400 Jahre alten "Spirit Cave Man" aus dem US-Bundesstaat Nevada wird die Frage nach der ältesten Mumie geklärt. Viele Fragen zur Herkunft, Geschlecht, Krankheiten usw. der Mumien können heute dank radiologischer und endoskopischer Untersuchungen, biochemischer und histologischer Verfahren sowie molekularbiologischer Analysen beantwortet werden. Im Hauptteil des Buches werden einzelne Mumien aus den verschiedenen Regionen der Welt bildlich und anhand ihres/ihrer Lebens, Todes- und Mumifizierungsart, Auffindung usw. vorgestellt.

Für timediver®, der in den letzten Jahren und Jahrzehnten neben den Königsmumien im Ägyptischen Museum von Kairo auch die der Guanchen in den Museen auf Teneriffa und Gran Canaria, die Mumien von Qilakitsoq im Grönländischen Nationalmuseum von Nuuk, die einbalsamierten Leichname Lenins (Moskau), Maos (Peking) und Ho-Chi-Minhs (Hanoi) und zuletzt die Trockenmumien in der Kapuzinergruft von Palermo besichtigen konnte, bietet Albert Zink mit seinem Buch einen wohl einzigartig systematischen Überblick.

Der Band "Die Welt der Mumien", der getrost auch mit "Die Mumien der Welt" betitelt werden könnte, verdient eine Bewertung mit 5 Amazonsternen
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessanter Bildband, 21. November 2013
Von 
karin1910 - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Welt der Mumien: Von Ötzi bis Lenin (Gebundene Ausgabe)
In diesem reich bebilderten Werk hat Albert Zink es sich zum Ziel gesetzt, dem Leser einen Einblick in die weite Welt der Mumien zu gewähren.
Es zeigt sich, dass dieses Phänomen nicht nur ägyptische Pharaonen oder bekannte Einzelexemplare wie den berühmten "Ötzi" umfasst, sondern sich aus fast allen Erdteilen und historischen Epochen Beispiele finden lassen. Besonders deutlich illustriert wird dies anhand einer Weltkarte, in der alle wichtigen Fundstellen eingetragen sind.
Nach einem allgemeinen Kapitel darüber, welche Mumifizierungsarten es gibt und welche verschiedenen Prozesse dabei ablaufen, werden dann nacheinander Südamerika, Europa, Ägypten und Asien besucht, und jeweils nach einer Gesamtschau der dortigen Mumifizierungsgeschichte einige Mumien exemplarisch näher beschrieben.
So bietet dieses Buch jedenfalls einen breit gefassten Überblick über ein Thema, das seit jeher viele Menschen fasziniert.

Angesichts der Charakterisierung des Autors als "renommierter Mumienforscher" war ich allerdings etwas enttäuscht über den mangelnden inhaltlichen Tiefgang. Zwar ist es positiv, dass auch weniger bekannte Mumien Erwähnung finden, näher beleuchtet werden aber großteils nur solche Exemplare, die ohnehin regelmäßig in diversen Medienberichten auftauchen - und auch deren Behandlung beschränkt sich auf die wichtigsten Fakten, wenngleich zumindest einige neuere Forschungsergebnisse eingearbeitet wurden.

Wenn man sich darauf einstellt und eben keine (populär)wissenschaftliche Abhandlung erwartet, ist dieses Werk aber dennoch empfehlenswert.
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Die Welt der Mumien: Von Ötzi bis Lenin
Die Welt der Mumien: Von Ötzi bis Lenin von Albert Zink (Gebundene Ausgabe - 25. Oktober 2012)
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