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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ausgezeichnetes Buch (aber...), 24. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Rom und das Schwert: Wie Krieger und Waffen die römische Geschichte prägten (Gebundene Ausgabe)
Im Buch "Rom und das Schwert", beschreibt der Autor Simon James den großen Einfluss des Militärs auf die Entwicklung des Römischen Reichs. Er holt vergleichsweise weit aus und beginnt in jenen Tagen, als Rom noch ein kleiner italischer Stadtstaat war, der sich seinen Platz an der Spitze erst mühsam erkämpfen musste.
Das im Buchtitel erwähnte Schwert, hat hierbei nicht nur symbolischen Charakter; im Gegenteil, der Autor unterzieht es im Laufe seiner chronologisch geordneten Ausführungen einer näheren Betrachtung; beginnend beim Vorläufer des berühmten "Gladius Hispanensis", dem griechischen "Xiphos", bis hin zur "Spatha" der Spätantike.
Auch die restliche Ausrüstung des römischen Soldaten wird nicht außer Acht gelassen. Wobei erwähnt sei, dass das Buch trotz 50 Schwarzweiß-Abbildungen (meist Zeichnungen) eher textlastig ist.
Wer in erster Linie an aussagekräftigen, farbigen Abbildungen interessiert ist, der greife beispielsweise zu den einschlägigen Heften aus dem Zeughaus-Verlag.

Ich konnte dem Buch etliche Details entnehmen, die mir bisher noch nicht bekannt waren. Zwar hatte ich beispielsweise schon davon gehört, dass Senatsversammlungen, in denen über Krieg debattiert wurde, im Tempel der Bellona (kriegerische Göttin der Kampfeswut) stattfanden. Allerdings war mir völlig neu, dass man dort auch Abgesandte von Nationen empfing, mit denen Rom noch keine Bündnisse eingegangen war bzw. Verträge abgeschlossen hatte. Der Grund: Sie wurden automatisch als (potentielle) Feinde eingestuft...
Dass sich weiters der Begriff "Gladius", laut Varro, von "clades" (im Sinne von Gemetzel) ableiten soll, ist ebenso interessant, wie die Tatsache, dass "Gladius" im Alten Rom auch so viel wie "gedungener Killer" bedeutete - vergleichbar mit "hired gun" im Wilden Westen.

Mein Fazit: Ein gelungenes Buch, das bezüglich Entstehung und Niedergang der römischen (Militär-)Macht, viel Erhellendes beinhaltet. Da sich der Autor außerdem einer weitestgehend schnörkellosen Sprache bedient, liest es sich auch sehr angenehm.

Inhaltsverzeichnis:
--------------------

Vorwort

Danksagung

Einführung
Schwerter und Soldaten

Vorspiel
Schock und Furcht: Der unerwartete Aufstieg Roms

Kapitel 1
Das römische Schwert wird geschmiedet
-Die Republik bis 270 v. Chr.

Kapitel 2
Besessen vom Sieg
-Die imperiale Republik (270-30 v. Chr.)

Kapitel 3
"Unsere Wehr, unsere Waffen"
-Die frühe Kaiserzeit ( 30 v. Chr.-167 n. Chr.)

Kapitel 4
Tödliche Umarmungen
-Die mittlere Kaiserzeit (167-269 n. Chr.)

Kapitel 5
Das Imperium der Soldaten
-Die Entstehung des spätantiken Staates (269-376 n. Chr.)

Kapitel 6
Die Schwerter Gottes
-Untergang und Verwandlung (376-565 n. Chr.)

Epilog
Rom und das Schwert

Anhang
Chronologie
Anmerkungen
Bibliographie
Bildnachweis
Register

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Eine abschließende Bemerkung:
Die englische Originalausgabe kostet günstige € 19,90, während die deutsche Variante mit € 29,99 zu Buche schlägt. So weit, so schlecht.
Hinzu kommt, dass sich bei mir auf dem von Amazon gelieferten Exemplar ein großer gelber Aufkleber befand, auf dem geschrieben stand:

Originalpreis € 29,95
jetzt nur
€ 14,95 (D)
€ 15,40 (A)
sFr 24,90

WTF, dachte ich mir, und es stellte sich rasch der Eindruck ein, hier übervorteilt worden zu sein - schließlich bezahlte ich den vollen "Originalpreis".
Wenig überraschend war es, dass mir die Amazon-Hotline nicht weiterhelfen konnte. Stattdessen redete man sich auf die berüchtigte Buchpreisbindung aus und verwies mich an den zuständigen Verlag Philipp von Zabern. Bei diesem verspürte man aber offensichtlich keine Lust, auf meine E-Mail-Anfrage zu antworten - was freilich einen eher üblen Nachgeschmack hinterlässt...
Wie auch immer, außer im Rahmen der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft, scheint dieses im Januar 2013 erschienen Buch tatsächlich bei sämtlichen Händlern knapp 30 Euro zu kosten. Es bleibt somit die Frage, was dieser ominöse Aufkleber auf dem Buch zu suchen hatte...

Update (08. Mai 2013): Sehr Spät aber doch, hat sich der Verlag bei mir gemeldet. Dem Vernehmen nach fiel man sozusagen aus allen Wolken, als man von diesem Preisschild erfuhr. Man kann sich nicht erklären, wie er aufs Buch kam und meinte, es wäre möglicherweise ein Witzbold im Auslieferungslager dafür verantwortlich gewesen.
Nun, vielleicht war das so...
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Alpha und Omega des Imperiums, 24. Februar 2013
Von 
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Rezension bezieht sich auf: Rom und das Schwert: Wie Krieger und Waffen die römische Geschichte prägten (Gebundene Ausgabe)
"Hic faciet, si vos non feceritis."
(Cornelius, Centurio)

Die englische Originalausgabe wurde bereits im September 2011 unter dem Titel "Rome & the Sword: How Warriors & Weapons Shaped Roman History" vom Londoner Verlagshaus Thames & Hudson publiziert. Während der anderthalbjährigen Wartezeit auf die deutschsprachige Ausgabe wurde dem Buchautor und langjährigen Dozenten, Simon James Ph.D., im April 2012 der Professorentitel verliehen und ein Lehrstuhl für die Archäologie der Eisenzeit und römischen Zeit an University of Leicester übertragen. Seine Forschungsschwerpunkte sind die römische Welt und ihre Wechselwirkungen mit den Kelten und dem Nahen Osten Völker. Durch Publikationen wie über die erste chemische Kriegsführung (Excavations at Dura Europos: Final Report VII: Arms and Armour and Other Military Equipment: Final report 7") und "The Atlantic Celts: Ancient People or Modern Invention?" hatte James bereits in früheren Jahren ein Medienecho ausgelöst.

Das erste Wort in Vergils Epos Aeneis, dem imperialen Gründungsmythos Roms, lautet "arma" (Kriegsgerät). Das zwölfte und letzte Buch der Aeneis gipfelt in den Versen 940 - 952 mit einer Konfrontation zwischen dem Rutuler-König Turnus und Aeneas, welche der letztgenannte mit dem Schwert entscheiden kann. Dem Mythos nach wurde Aeneas zusammen mit seiner zweiten Gattin, Lavinia, einer Tochter des Königs Latinus, die er Turnus weggeschnappt hatte, zum Stammvater der legendären Könige von Alba Longa und den sieben Königen von Rom. In seinem Werk "Ab urbe condita libri CXLII" berichtet der römische Geschichtsschreiber Titus Livius (59 v. Chr. - um 17 n. Chr.) davon, dass der Streit der legendären Gründer der Stadt Rom durch das Schwert zugunsten des Romulus entschieden wurden. Der von seinem Zwillingsbruder ermordete Remus sei jedoch mit seinem Schwert am Thron des Romulus verewigt worden.

Bereits in seiner Einführung hebt James überdeutlich hervor, dass bereits die mythische Vorgeschichte des späteren Imperiums vom Einsatz geschärften Eisens geprägt wurde. Daneben beklagt er jedoch auch, dass viele populärwissenschaftliche und auch manche akademische Publikationen das römische Militärwesen als eine "strahlende Kriegsmaschine" von nie dagewesener Effektivität preisen, die sich nach zugegebenermaßen blutigen Eroberungen von einer militärischen Dampfwalze in furchtlose Grenzwächter verwandelt hat, welche das entmilitarisierte Reich vor "Barbareneinfällen" schützte. James bemerkt weiterhin zu Recht eine geradezu libidinösen Weise, mit der sich die Medien der römischen Kriegsführung widmen, während sich die gegenwärtige Forschungsliteratur kaum direkt mit den Realitäten des Krieges auseinandersetzten würde. Die Gräuel der Eroberungszüge würden zumeist als Pflichtübung mit hastiger Oberflächlichkeit abgewickelt, um sich schnell angenehmeren Themen wie der Entwicklung von Provinzen und deren Romanisierung widmen zu können. Wenn überhaupt, würde dann das römische Militär dann nur noch für seinen Beitrag zur Etablierung der "Pax Romana" gewürdigt. Tatsächlich wird, abgesehen von dem speziellen und schaurig faszinierenden Kontext der Gladiatorenkämpfe, mit dem Abschluss der Eroberungen Gewalt jeglicher Art als Faktor des römischen Lebens kaum jemals thematisiert....

Auch die "Pax Augusta", wie der "römische Friede" auch genannt wird, begann mit einer unverhohlenen Drohung im Auftrag Octavians gegenüber dem Senat, dass ihn der Gladius zum Konsul machen würde, wenn man ihn nicht wähle (Eingangszitat aus Suetons "De vita Caesarum, Augustus, Kapitel 26"). Auch die römische Kaiserzeit wurde bis zum Zerfall des Imperiums von einer ökonomisch-politisch-militärischen Ambivalenz der offenen Hand und des Schwertes geprägt.

Nach dreißigjährigem Studium der römischen Geschichte und antiker Militärtechnik ist es Prof. Dr. Simon James gelungen, einen neuen Blickwinkel auf die römischen Armeen und ihre Individuen im Zusammenhang mit der Entwicklung des Imperium Romanum zu eröffnen. Neben Waffentechnik, Strategie und Taktik geht die wissenschaftliche Arbeit (28 Seiten mit Anmerkungen) in ihren sechs Kapiteln auch auch soziale, ethnische, fiskalische und andere Aspekte ein. Der lebendige Erzählstil des einstigen Museumspädagogen, der vom Übersetzer Dieter Prankel auch die deutschsprachige Edition übertragen werden konnte, machen das epochale Werk zu einer flüssig zu lesenden Lektüre. Zahlreiche schwarzweiße Abbildungen, im Kontext gebrauchte antike Zitate und eine von 753 v. Chr. bis 644 n. Chr. reichende Chronologie bieten anschaulich weitere Informationen.

5 Amazonsterne und die Anwartschaft auf den Titel "historisches Sachbuch des Jahres".
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein "must-have", 23. April 2013
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Rezension bezieht sich auf: Rom und das Schwert: Wie Krieger und Waffen die römische Geschichte prägten (Gebundene Ausgabe)
Sehr gute und anschauliche Zusammenfassung der römischen Militärhistorie und Anpassung der Ausrüstung.
Liest sich sowohl für den interessierten Laien, als auch für den bewanderteren Historiker aufschlussreich und kurzweilig.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr detailliert, 26. Januar 2014
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Rezension bezieht sich auf: Rom und das Schwert: Wie Krieger und Waffen die römische Geschichte prägten (Gebundene Ausgabe)
Geht sehr weit in die Tiefe. Ist auf jeden Fall interessant aber wesentlich schwerer zu lesen als andere Sachbücher. Ich persönlich bevorzuge den Stil von Dr. Juncelmann
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Rom und das Schwert: Wie Krieger und Waffen die römische Geschichte prägten
Rom und das Schwert: Wie Krieger und Waffen die römische Geschichte prägten von Simon James (Gebundene Ausgabe - 20. Februar 2013)
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