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5.0 von 5 Sternen Sagenhafte Dokumentation der ersten UNESCO-Welterbestätte, 16. Januar 2011
Von 
timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Abu Simbel: Felsentempel Ramses des Großen (Zaberns Bildbande Zur Archaologie) (Gebundene Ausgabe)
"Völker können Wunder vollbringen, wenn sie für einen guten Zweck zusammenarbeiten".
(Muhammad Anwar as-Sadat; 1918 - 1981)

In den Jahren zwischen 1260 und 1250 v. Chr. ließ der ägyptische Pharao User-maat-Re 1500 Kilometer südlich von seiner Hauptstadt in Nubien zwei gewaltige Tempel errichten. Der weniger wegen seiner militärischen Fähigkeiten und zweifelhafter Erfolge (z. B. Schlacht von Kadesch), denn seiner ruhelosen Bautätigkeit (inklusive Ursurpation älterer Monumente) als "Ramses (II.) der Große" bekannt gewordene Herrscher, schuf sich hiermit eine "göttliche Aufenthaltsstätte", in der er symbolisch durch seine göttliche Legitimation als irdischer Herrscher mit den Gottheiten Kontakt aufnehmen konnte. Beide Tempel dienten daher als Bindeglieder zwischen Himmel und Erde im Rahmen der altägyptischen Kosmologie. Während der große Tempel den Göttern Ptah von Memphis, Amun-Re von Theben, Re-Harachte von Heliopolis und Ramses II. selbst (!) geweiht ist, diente der in nordöstlicher Richtung 150 Meter entfernte kleine Tempel der Verehrung der Göttin Hathor von Ibschek und Nefertari, der Gemahlin des Pharaos....

....nachdem beide Kolossalbauten über Jahrtausende in Vergessenheit geraten waren, bekam der schweizerische Forscher Johann Ludwig Burckhardt den am Nilufer beim Ort Ebsambal gelegenen Hathor Tempel am 22. März 1813 als erster Europäer zu Gesicht. Der große Ramses Tempel war hingegen durch eine Sanddüne weitgehend verdeckt, das Tempelinnere unzugänglich. Viereinhalb Jahre später ließ der italienische Abenteurer Giovanni Battista Belzoni den oberen Eingang vom Sand befreien und konnte ins Innere vordringen. Eine französisch-toskanischen Expedition unter der Leitung von Jean-François Champollion und Ippolito Rosellini erstellte 1828 eine wissenschaftliche Dokumentation des Tempelzustands. Weitere, von Robert Hay (1830) und Karl Richard Lepsius (1844) geleitetete Expeditionen folgten. Nachdem Robert Hay den großen Tempel durch technische Maßnahmen vor der ständigen Zuschüttung durch Sand schützen konnte, wurde die vollständige Freilegegung der Fassade jedoch erst im Jahre 1909 abgeschlossen.

Mit der Planung des Assuan-Hochdamms gerieten beide Tempel in Gefahr, in den Fluten des angestauten Nasserstausees zu versinken. Nachdem die UNESCO um internationale Hilfe zur Rettung der Tempelanlagen ersucht wurde, erfolgte zwischen November 1963 und September 1968 die Zerlegung der Tempels, die Abfuhr der gesamten Felsmasse und ihr Wiederaufbau auf einem höher gelegenen Territorium.

Während seiner zweiten Ägyptenreise im Januar 1989 wurde timediver® nach einem 54minütigen Flug von Assuan nach Abu Simbel in den Bann der beiden kolossalen Bauwerke gezogen. Meine Videokamera war infolge eines Sandwirbels bereits einige Tage zuvor in Sakkara funktionsuntüchtig geworden. Leider hatte ich auch keinen Fotoapparat bei mir, um die überwältigenden Anblicke festzuhalten. So musste ich auf Fotografien zurückgreifen, die von Mitreisenden gemacht wurden, die nach mehr als 3 1/2stündiger Fahrt mit dem Bus die beiden Tempel erreicht hatten....

....mehr als 21 Jahre danach wurde von Joachim Willeitner im Mainzer Verlag Philipp von Zabern in der Reihe "Bildbände zur Archäologie" im Oktober 2010 eine sagenhafte Dokumentation herausgegeben, die dieser ersten UNESCO-Welterbestätte voll und ganz gerecht wird. In neun Kapiteln wird, beginnend mit ihrer Wiederentdeckung, die Geschichte der beiden Tempel durch die Jahrtausende hindurch erzählt. Neben ihrer Baugeschichte und Erläuterung der Anlagen, ist ein Kapitel auch beiden Staudammbauten von Assuan und ihren Folgen gewidmet. Den Überlegungen zur "Standortwahl und dem Sonnenwunder" folgen Schlussbetrachtungen, die mit einem doppelseitigen Bild eines Nachbaus des großen Tempels aus Spielsteinen im Legoland bei Billung/Dänemark ihren Abschluss finden. Ein Anhang bietet noch ein umfangreiches Literaturverzeichnis, einen Bildnachweis und sogar die private Adresse des Autors.

Insgesamt -89-, zum Teil phänomenale Farb- und Schwarzweiss-, sowie vier Zeichenabbildungen setzen beeindruckende optische Akzente zu einem mit Spannung zu lesenden Text.

5 Amazonsterne!
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Abu Simbel: Felsentempel Ramses des Großen (Zaberns Bildbande Zur Archaologie)
Abu Simbel: Felsentempel Ramses des Großen (Zaberns Bildbande Zur Archaologie) von Joachim Willeitner (Gebundene Ausgabe - 27. Oktober 2010)
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