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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Informative Berichte und grandiose Fotos, 11. April 2010
Von 
timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Das Tote Meer: Kultur und Geschichte am tiefsten Punkt der Erde (Gebundene Ausgabe)
"Eine Hennablütentraube ist mir mein Geliebter, aus den Weinbergen von En-Gedi."
(Hohelied Salomos 1,14)

Prof. Dr. Jürgen Zangenberg weist in seinem Vorwort daraufhin, dass in dem von ihm herausgegebenen Buch die Geschichte dieser einzigartigen Region als Ganzes betrachtet wird. Orte wie z. B. Qumran oder Massada werden daher nicht isoliert, sondern aus der Region heraus verstanden. Daher wird in diese Darstellung auch neben dem besser bekannten israelisch-palästinensischen Westufer auch das in den letzten Jahren genauso gut erreichbare jordanische Ostufer des Toten Meeres in die Überlegungen einbezogen. Denn im Altertum hatten die heutigen Grenzen keine Bedeutung; die Anwohner wechselten im steten Kontakt von einer auf die andere Seite des Salzmeeres.....

.....dessen "Kultur und Geschichte am tiefsten Punkt der Erde" (400 Meter unter dem Meerspiegel) von verschiedenen wissenschaftlichen Mitarbeitern in insgesamt zwölf Beiträgen (Kapiteln) dargelegt wird. In "Region der Extreme" werden die Umwelt und Klimaveränderungen am Toten Meer von der mittleren Bronzezeit bis zum Ende des Mittelalters beschrieben. Hierzu gibt es Karten und Diagramme aus denen die vier pflanzengeographischen Territorien, die rekonstruierte Seespiegelkurve auch in Verbindung mit der Vegetation ersichtlich sind. Wolfgang Zwickel zeigt in "Ein Wechselbad der Kulturgeschichte" auf, dass die Region seit den Siedlungsanfängen im Neolithikum von Bedeutung war, auch wenn dort nie viele menschen gelebt haben. So reichen die ältetsen Schichten in Jericho bis in die zeit um 9500 v. Chr. zurück.In Ain Ghazal wurden jungsteinzeitliche Tonfiguren gefunden, die sich heute im Archaeological Museum Amman befinden. In Nachal Mischmar wurde 1961 ein Schatz von 442 verschiedenen Gegenständen gefunden, die aus dem Chalkolithikum (Kupfersteinzeit) stammen und 5500 Jahre alt sind. Mit den ganzseitigen Fotos des "Ibex-Zepter" und einer "Kupferkrone" werden zwei dieser beeindruckenden Exponate vorgestellt.

Mit einem Blick nach Westen vom 808 Meter hohen Berg Nebo beginnt der Herausgeber Zangenberg sein Kapitel über "Die Hellenistisch-Römische Zeit am Toten Meer", deren Kultur, Wirtschaft und Geschichte näher betrachtet wird. Hierzu zählt auch die Expansion des Hasmonäerstaates und die herausbildung von kullturellen Zonen wie Nabatäa, Peräa und der Dekapolis. Beschrieben werden auch die Fernstarsse nördlichdes Toten Meeres, städtische Zentren östlich des Jordan und Siedlungen am Ost- und Westufer des Toten Meeres. Danach beschreibt katharina Galor die ausgegrabenen "Winterpaläste in Jericho", die den steingewordenen Machtanspruch der Hasmonäer und Herodianer verkörpern. Besser als alle anderen Residenzen dieser Epoche erlauben die Paläste im Wadi Qelt (neben einer baugeschichtlichen Kontinuität und technologisch-stilistischen Entwicklung) besonders die architektonischen Unterschiede in der Selbstdarstellung zweier Herrscherdynastien zu studieren. Jean-Bapiste Humbert stellt anschließend die Frage "Ist das 'Essenische Qumran' noch zu retten" und steigt damit in die Diskussion ein, wonach es für eine Anwesenheit der Essener oder Essäer keinerlei Belege gefunden wurden.

"Die Schriftfunde vom Toten Meer" werden von Mladen Popovic vorgestellt. Zu den Schätzen aus den Höhlen zwischen Jericho und Massada zählen u. a. Teile der "Kopferrolle 3Q15", die zu ihrer Entzifferung in Streifen geschnitten wurde und die "Psalmenrolle 11Q5IV". Popovic gewährt einen Einblcik in die "Bibliothek von Qumran", indem er ihre einzelnen Kategorien, wie Biblische und nicht-biblische, para-biblische, sektarische und nicht-sektarische Erzählungen, religionsgestzliche Literatur etc. vorstellt. Besonders beeindruckend ist die "Kriegsrolle" in der von einem eschatologischen Endkampf zwischen den "Söhnen des Lichts" und den "Söhnen der Finsternis" die Rede ist.

Zusammen mit Gideon Hadas gibt erneut Jürgen Zangenberg eine Beschreibung von "En-Gedi", den natürlichen Grundlagen der Oase, ihrer Wirtschaft und Geschichte. Nach einem stimmungsvollen Foto, dass den Machaerus bei Sonnenuntergang und einer beeindrucken Luftaufnahme Massadas widmet sich einmal mehr Katharina Galor den "Palastfestungen des Herodes". Das "Paradies am Meeresstrand" mit den Palastanalagen von Ain ez-Zara/Kallirhoe und seinen archäologischen Areale und Befundewird von Christa Clamer erläutert. Das jordanische Südostende des Toten Meeres mit "Zoara, Khirbet, Qazone und den Nabtäern" stellt Konstantinos D. Politis vor. Mit der der Korrespondenz des Widerstandskämpfers Simon bar-Kokhbas (132 - 135 n. Chr.) und Dokumente anderer zeitgenossen gewährt Gabriele Faßbeck dem Leser persönliche Einblicke in das Leben von Menschen der Antike. Mit ihrem Bericht über "Frühe Reisende und Entdecker" stellt Joan E. Taylor europäische Historiker, Geographen und andere Wissenschaftler vor, die zwischen dem 4. bis zum 19. Jahrhundert das Tote Meer vom aus besucht habenHierzu gibt es noch eine Auswahl von Reiseberichten westlicher Autoren, die von einem anonymen Pilger aus Bordeaux (333 n. Chr.) bis zur United States Expedition to Explore the Dead Seaand the River Jordabn (1848) reicht. Den Abschluß des Buches bilden ein Lteraturverzeichnis, Anmerkungen zu den einzelnen Kapiteln und ein Abbildungsnachweis.

"Das Tote Meer" ist ein informatives Leseerlebnis über die Geschichte einer einzigartigen Region, das nicht zuletzt wegen seiner grandiosen Fotos (z. B. Oberes Herodion; S. 137) auch als Reiseandenken geeignet ist.

5 Amazonsterne.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schönes Sachbuch für Leute mit historischem Vorwissen, 6. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Das Tote Meer: Kultur und Geschichte am tiefsten Punkt der Erde (Gebundene Ausgabe)
Wer sich durch die hübschen Landschaftsbilder auf dem Umschlag zum weiterblättern verführen lässt, wird nicht enttäuscht. Das Buch "Das Tote Meer", herausgegeben von Jürgen Zangenberg, zeigt viele wunderschöne Farbaufnahmen: Salz, Sand und Felsen, Küste und Wüste. Doch die Region ums Tote Meer war nicht immer so unwirtlich, wie sie heute scheinen mag. In klimatisch günstigeren Phasen gab es im ganzen Küstenbereich blühende Siedlungen. Die Ruinen der Paläste von Jericho, die Festung Masada und die Heilbäder von Kallirrhoe zeugen ebenso wie der Schatz von Nahal Mishmar oder die Schriftrollen von Qumran und En-Gedi von kulturellen Höchstleistungen. Dieser Band zeigt die Entwicklung des Kulturraums rings ums Tote Meer, von der Steinzeit bis ins Mittelalter. Beiträge von internationalen Fachleuten liefern einen profunden Überblick über die aktuelle Forschungslage, wobei erstmals auch das jordanische Ostufer einbezogen wurde. Der interessierte Leser sollte allerdings über Grundkenntnisse in Archäologie und Geschichte verfügen, ansonsten wirken einige Beiträge so trocken wie die Wüste, die heute die Ruinen umgibt. Auch eine lebhafte Vorstellungskraft kann nicht schaden, denn leider fehlen übersichtliche Pläne, die gerade bei längeren Beschreibungen von Tempeln oder Palastanlagen sehr wünschenswert wären. Generell ist das mangelnde Zusammenspiel zwischen den Texten und Abbildungen die Schwachstelle dieses Werks. Schade, denn mit wenig mehr redaktionellem Aufwand hätten viele dieser Patzer vermieden werden können. Zum Glück lassen faszinierende Berichte über das Leben in längst vergangenen Zeiten diese Mängel vergessen: die Schilderung von König Herodes etwa, der sich prunkvolle Palastanlagen baut, dabei aber das Sparen nicht vergisst und die Marmorverkleidung der Wände nur aufmalen lässt. Oder der Artikel über die Papyrusfunde von En-Gedi, die erstaunliche Details über das Alltagsleben zweier Frauen preisgeben. Die Berichte von europäischen Reisenden seit dem Frühmittelalter, die neben eigenen Beobachtungen auch massenhaft fantastische Behauptungen liefern, runden das Bild ab. Dieses hochwertige Sachbuch liefert nicht nur einen gradlinigen Überblick, sondern eignet sich durch die vielen Querverweise auch gut als Einstieg in die vielfältigen archäologischen Forschungsgebiete in der Region des Toten Meeres.
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5.0 von 5 Sternen nach meiner Reise ans Tote Meer, 11. August 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Tote Meer: Kultur und Geschichte am tiefsten Punkt der Erde (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich muesste ich sofort wieder dorthin fahren, um all das zu sehen, von dem das Buch erzaehlt. Ein sehr ansprechender Band, dem ich noch einige Zeit werde widmen muessen!
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein toller Band mit großartigen Bildern, 21. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Tote Meer: Kultur und Geschichte am tiefsten Punkt der Erde (Gebundene Ausgabe)
Dieser Band über das Tote Meer bietet wirklich alles, was das Herz begehrt. Detallierte Hintergrundinfos aus Geschichte, Archäologie, Naturwissenschaften. Alles gut geschrieben und vor allem: hervorragend bebildert. Der Verlag hat sich sichtlich Mühe gemacht und einiges in die Bebilderung investiert - und auch ins Layout, das sehr modern daherkommt, was zusätzlich Spaß macht. Anspruchsvolle Bücher müssen nicht langweilig gestaltet sein! :-)Anders als man es heutzutage ja schon fast von solchen Büchern gewohnt ist, sind die Texte zudem mit vielen Fußnoten wissenschaftlich belegt, und es gitb ein ausführliches Literaturverzeichnis. Sowohl als Einstieg in die Kultur Israels/Jordaniens geeignet als auch zur intensiveren Beschäftigung.
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Das Tote Meer: Kultur und Geschichte am tiefsten Punkt der Erde
Das Tote Meer: Kultur und Geschichte am tiefsten Punkt der Erde von Jürgen Zangenberg (Hrsg.) (Gebundene Ausgabe - 18. März 2010)
EUR 14,95
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