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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht ganz perfekte Antike
Rom im Jahre 55 vor Christus: Dichter Catullus zermartert sich das Gehirn, denn er will das "perfekte Gedicht" schreiben. Als er die wahre Liebe gefunden zu haben glaubt, scheint sein Ziel in greifbare Nähe zu rücken. Die politischen Intrigen, die Rom in dieser Zeit kurz vor dem Ende der Republik bestimmen, ignoriert er dabei völlig - ein großer...
Veröffentlicht am 24. August 2010 von Muschelkalk

versus
9 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Langweilig!
Zum Einen: Was ficht einen Verlag an, für so ein dünnes Bändchen 20 Euro zu verlangen? Zum Glück habe ich mir das Buch ausgeliehen, sonst hätte ich mich noch mehr geärgert.
Zum Anderen: Dieses Buch ist eine verheerende Melange aus dem brennenden Ehrgeiz, ein Buch schreiben zu wollen, viel Fachwissen zum Thema, viel weniger Ahnung vom...
Veröffentlicht am 29. Dezember 2008 von Leserleser


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht ganz perfekte Antike, 24. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Excrucior (Gebundene Ausgabe)
Rom im Jahre 55 vor Christus: Dichter Catullus zermartert sich das Gehirn, denn er will das "perfekte Gedicht" schreiben. Als er die wahre Liebe gefunden zu haben glaubt, scheint sein Ziel in greifbare Nähe zu rücken. Die politischen Intrigen, die Rom in dieser Zeit kurz vor dem Ende der Republik bestimmen, ignoriert er dabei völlig - ein großer Fehler.

Hamburg im Jahre 2010 nach Christus: Leserin Muschelkalk zermartert sich das Gehirn, denn sie will eine ausgewogene Bewertung schreiben. Aber das ist gar nicht so einfach. Das Buch hat ihr gefallen - einerseits. Andererseits aber auch nicht.

Die Grundidee des "perfekten Gedichts" verbunden mit einer Catull-Biographie finde ich wunderbar. Dazu paßt die Erzähl-Perspektive - über Catulls Leben berichtet uns sein Freund, der Anwalt Calvus. Seine Stimme erzeugt mehr Nähe zum Leser als ein in der dritten Person geschriebener Roman und mehr Distanz zur Hauptperson als ein reiner Ich-Erzähler. Außerdem immer erfreulich bei einem Roman, der das Etikett "historisch" trägt: Man merkt, daß mit dem Autor Cornelius Hartz kein Hobby-Historiker schreibt, der sich mal dieses und jenes angelesen hat, sondern ein Mann vom Fach, der sich bei den alten Römern im allgemeinen und Catull im besonderen bestens auskennt. Das zeigt sich unter anderem in dem umfangreichen Anhang mit Zeittafel, Glossar, Personenverzeichnis und Landkarten.

Weniger gefallen hat mir der Umgang mit Sprache und Charakteren. Catull wird in drei verschiedenen Lebensphasen beschrieben: Seine Geburt und Jugend, als junger Mann auf einer denkwürdigen Mittelmeer-Reise und als etwa dreißigjähriger Dichter-König von Rom. Dabei scheint er aber keinen durchgehenden Charakterzug zu haben, als Kind ist er wehrlos und von seinem verbitterten Vater eingeschüchtert, als Dreißigjähriger willenlos und haltlos, und nur in dem spitzzüngigen, euphorischen jungen Mann, der über das Mittelmeer reist, blitzt tatsächlich der Dichter auf, dem man ebenso schöne Liebeserklärungen an seine Angebetete wie beißende Spottreime auf seine Mitmenschen zutraut.
Den älteren Catull möchte man schütteln, weil er sich so offensichtlich in die falsche Frau verliebt, aber genauso sehr möchte man seinen Biographen Calvus schütteln, in dessen Brust angeblich auch ein Dichterherz schlägt, der Catulls Leben aber so technisch sachlich und ohne jeden Anflug von Poesie oder gar Humor erzählt. Irgendwann wird es richtig spannend, und was folgt als nächstes? Eine mehrseitige Abhandlung über die Geschichte der Meeresfischzucht. Erstaunlicherweise hat dieser Exkurs tatsächlich einen Sinn, er wirkt aber, wie viele Stellen, an denen römische Geschichte und Gebräuche erklärt werden... nun, halt wie Erklärungen über römische Geschichte und Gebräuche aus dem Sachbuch, geschrieben für uns Menschen des 21. Jahrhunderts - und nicht wie die Erinnerungen eines römischen Bürgers.
Ein weiterer Punkt, den ich nur erwähne, weil der von-Zabern-Verlag offensichtlich mit Qualität aus der Masse der "historischen" Romane herausstechen will: Einige sprachliche Nachlässigkeiten scheinen vor der Veröffentlichung niemandem aufgefallen zu sein - man duzt sich oder spricht sich mit Euch und Euer an, dann heißt es aber plötzlich ganz modern: "Wo ist denn... Ihr Mann?" An einer anderen Stelle liest man, daß ein Sklave zu Boden fällt und "reglos liegen" bleibt- und im nächsten Satz heißt es, daß dieser Sklave "sich bereits nicht mehr regte."

Für mich ist dieses Buch eine wunderbare Ergänzung zu den Cicero-Romanen von Robert Harris, denn es schildert denselben Geschichtsabschnitt aus einem anderen Blickwinkel. Diverse vertraute Gestalten tauchen auf und wieder ab. Catulls fiktive Lebensgeschichte ist ebenso intelligent wie informativ. Dennoch schwanke ich zwischen drei und vier Sternen, denn aus meiner Sicht wird das Buch den hohen Ansprüchen, die sich sowohl Autor als auch Verlag augenscheinlich gesetzt haben, nicht ganz gerecht.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Historisch und gut, 3. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Excrucior (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich bin ich kein großer Freund historischer Romane. "Excrucior" hat mich dennoch gereizt, vor allem, weil es versprach, spannend zu sein - und gut recherchiert. Immerhin wirbt der Verlag damit, und ich muss sagen: Beides stimmt. Über den Dichter Catullus wusste ich bis dahin wenig bis gar nichts, und ich finde es eine sehr gute Idee, die einzelnen Kapitel jeweils mit einem Gedicht von Catullus einzuleiten. Und auch das Hauptmotiv, die verzweifelte Suche des Protagonisten nach dem perfekten Gedicht, reißt einen mit.

Denn das Buch ist, obwohl es viel um Dichtung geht, kein abgehobener Poesie-Schmöker, sondern es geht richtig zur Sache. Der Autor hat eine sehr stimmige fiktive Biographie eines Mannes geschrieben: Von den Traumata, die Catullus bei der Geburt und später in seiner Jugendzeit erfährt, die sein ganzes späteres Leben und Handeln - bestimmen bis hin zu seiner fatalen Liebe zu Lesbia, bei der er nicht ahnt, dass sie ihn nur benutzt, um seinen besten Freund... Aber ich will ja nicht alles verraten.

Im Nachwort erfährt man, wie viel an der ganzen Geschichte tatsächlich historische Wahrheit ist, und das fand ich z.T. schon erstaunlich, vor allem, weil das Ganze ja vor mehr als 2000 Jahren spielt. Aber wahrscheinlich hat das wirkliche Leben immer noch die interessantesten Geschichten auf Lager. Da ist es auch nicht so schlimm, dass man hin und wieder ein wenig das Gefühl bekommt, dass der Autor einen belehren will, es immer interessante Punkte und Fakten. Beim Lesen habe ich mir hin und wieder fast gewünscht, zu erfahren, was Fiktion ist und was Geschichte (oder geschichtlich).

Trotzdem ist es ein tolles und gut geschriebenes Buch und eine Geschichte, die einen mitreißt, beeindruckt und auch hin und wieder ein wenig verstört zurücklässt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Historischer Abenteuerroman mit Hintergrund, 21. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Excrucior (Gebundene Ausgabe)
Excrucior ist sehr spannend geschrieben und sehr informativ. Ich habe es geradezu verschlungen und ganz am Ende bemerkt, dass die Geschichte auf historischen Begebenheiten beruht, was mich nur noch mehr von diesem Buch überzeugt hat.
Im Grunde geht es in der Geschichte darum, dass Calvus, der die Ereignisse über sein und das Leben seines Freundes Catullus niederschreibt, auf der Suche nach dem "perfekten" Gedicht ist. Was sich vielleicht banal anhört, ist jedoch eine aufregende Geschichte über eine Freundschaft und jede Menge abenteuerliche und auch dramatische Erlebnisse in der Zeit um 47 v. Chr. Die historischen Daten und Fakten sind genau recherchiert und so feinfühlig in das Buch eingearbeitet, dass man das Gefühl hat man erlebt die Geschichte geradezu selbst mit. Ein wunderbarer historischer Roman, der zugleich auch Thriller und Abenteuerroman ist. Die Suche nach dem "perfekten" Gedicht durchzieht das Buch wie einen roten Faden, stellt aber nicht den Hauptaspekt dar.
Fazit: Wer sich für historische Romane, das römische Reich, Abenteuerromane oder Thriller interessiert, oder auch einfach nur kurzweilige und fesselnde Unterhaltung mit Hintergrund sucht, ist hier genau richtig.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannende Sicht auf Catull und Clodia, 4. Juni 2009
Von 
J. Schröder (Zell i.W.; Baden-Württemberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Excrucior (Gebundene Ausgabe)
Mich hat an dem Buch gereizt, dass es kaum historische Romane zu bzw. über Catull gab, obwohl er in einem der spannendsten Zeiträume der Römischen geschichte gelebt hat.
Diese Lücke hat Hartz geschlossen, und es ist ihm ein ansprechendes Werk gelungen. Wer sich ein wenig mit Catull beschäftigt hat, kann schon aus dem Titel, aber auch aus der Anlage des Buches ahnen, welchen Verlauf die Handlung nehmen wird. Dafür ziehe ich einen Stern ab, da mir die unerwarteten Wendungen fehlten. Zudem ist mir die Schilderung der Morde bisweilen zu brutal und direkt.
Fasziniert hat mich aber die Sichtweise der Beziehung Catull-Clodia. Ich möchte an dieser Stelle dem Leser nicht die Spannung nehmen, aber auch wenn Hartz hier seine Fantasie sinnvoll mit in die überlieferten Texte eingebracht hat, so hat seine Sicht der Dinge meine Interpretation von Catull verändert.
Allein deshalb ist das Buch lesens- und empfehlenswert.
Den Preis halte ich im Verhältnis zum Umfang und Inhalt des Werkes für angemessen bis hoch.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf Catvlls Spuren, 13. Oktober 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Excrucior (Gebundene Ausgabe)
Die Qual der Liebe schlägt oftmals in Hass um. "Excrvcior" erzählt eine ähnliche Geschichte, in der, soviel darf schon im Voraus verraten werden, zwar die Liebe über den Hass siegt, jedoch nicht über die politischen Machenschaften des korrupten Roms 70 v. Chr.
Der Autor konstruiert ein Geschichtengewebe in dem sich überlieferte Biografien begegnen und Figuren, über die geschichtlich kaum etwas bekannt ist, von solcher Farbe und Authentizität präsentiert werden, sodass sie Berühmtheiten wie Caesar oder Cicero vorerst uninteressant erscheinen lassen.
Die Geburt des Protagonisten wird wie folgt beschrieben: "Alles, was zu hören war, war das Schreien des jungen Catullus, und keiner der Anwesenden wagte, sich zu rühren." Das Schicksal des Dichters Catvllvs zeigt sich hier bereits unter dem Schleier der Worte. Auf Lebenszeit findet er nur wenige Vertraute, denen er sich mitteilen kann. Doch hören wird man ihn später noch. Als berühmtesten Dichter dieser Zeit, der nur eines im Sinn hat: das perfekte Gedicht.

Jedes Kapitel beginnt mit einem von Hartz neuübersetzten Gedichten Catvlls. So wird dem Leser die Gedichtwelt Catvlls vorgeführt und jeweils in die Prosa Hartz' thematisch eingeführt. Hier zeigt sich die noch nicht so schulisch erschlossene Welt der Antike. Spottreden, Glücksspiel, Obszönitäten, Umgang mit Haussklaven und Mord aber auch Freundschaft, Leidenschaft und Liebe. Alles findet sich in "Excrvcior" wieder. Die Oberschicht hinter den schützenden Mauern entblößt sich dem Leser in ihrer Doppelmoral.

Hartz zeigt mit diesem Buch wie plastisch Geschichte und ihre Personen werden können. Es wäre schade, wenn "Excrvcior" das einzige poetische Buch aus seinen langzeitigen Forschungen zu Catvllvs bliebe. Doch der Catullexperte weiß sicher noch mehr historisch zu rekonstruieren. Zum Beispiel gäbe es da noch den griechischen Dichter Kallimachos. ;)

"[...] mit einem Mal, war es wieder still im Raum. So still wie unterhalb der Villa am Ufer des Sees, wenn in einer dunklen windstillen Sommernacht nicht einmal ein leises Plätschern des Wassers die Stille zu stören vermag - bis einen ein Kauz mit seinem Schrei aus den Gedanken reißt und man meint, dieses Tier sei geradewegs aus der Unterwelt gekommen, allein dazu, einen mit seinem Ruf zu erschrecken."
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen lebendig, gut recherchiert, spannend, authentisch, historisch, römisch - EXCRUCIOR, 2. Oktober 2008
Von 
C. Prange (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Excrucior (Gebundene Ausgabe)
Dieser Roman von Cornelius Hartz ist frisch, lebendig und kenntnisreich geschrieben, voller Details sowohl aus dem täglichen Leben als auch aus dem politischen, skandalumwobenen Geschehen der sich neigenden Blütezeit des römischen Reiches. Der Autor orientiert sich dabei eng an den überlieferten Quellen, z.B. den Briefen Ciceros und einer zeitgenössischen Cicero-Biografie. Das verleiht dem Roman bei aller dichterischen Freiheit eine wohltuende Authentizität. Personenverzeichnis, Zeittafel, Glossar im Anhang tragen ihren Teil dazu bei. Excrucior ist trotzdem kein typischer historischer Roman. Grade Leser, die durch 1000-seitige, nichtssagende Wälzer von diesem Genre abgeschreckt sind, werden an dem dichten 241 Seiten starken Werk ihre Freude haben. Dieses Buch ist bestens geeignet, um es innerhalb einer Nacht zu verschlingen. Cornelius Hartz schildert das Leben seiner Hauptfiguren Calvus und Catullus rasant und fesselnd, spannend wie ein Krimi, jedoch niemals oberflächlich. Dazu schafft er es, durch eine klare Sprache den Leser atmosphärisch ins alte Rom zu holen ohne dabei gekünstelt zu wirken. Auch die vom Autor ins Deutsche übersetzten Catullgedichte, welche den einzelnen Kapiteln programmatisch voranstehen, tragen dazu bei. Ein grandioses Buch.
Hoffen wir, dass wir bald mehr von Cornelius Hartz lesen dürfen.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein äußerst vielschichtiger Roman!, 19. Oktober 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Excrucior (Gebundene Ausgabe)
Ich bekam dieses Buch merkwürdigerweise zum Geburtstag geschenkt... Da hat wohl jemand nicht gewusst, dass ich bisher noch nie einen historischen Roman gelesen hatte; bisher hatte es mich nämlich nicht wirklich gereizt. Mir gefallen hauptsächlich Klassiker der Literatur, Bücher mit Tiefe - oder auch einfach nur Krimis. Letzteres hat mich dann schließlich nach anfänglichen Zweifeln doch dazu gebracht, dieses Buch mal anzulesen... Und dann konnte ich nicht mehr wirklich damit aufhören, bis ich es durchgelesen hatte, so sehr hat es mich entgegen meiner Erwartungen von Anfang an gefesselt. Denn nicht nur die historischen Facts sind hier interessant und sehr geschickt mit der Fiktion verwoben (darüber haben sich meine Vorgänger hier ja ausreichend ausgelassen), sondern dieses Buch hat meiner Meinung nach noch ganz andere Qualitäten: Ich fand es philosophisch, es erinnerte mich in mancher Hinsicht an Hesses "Narziß und Goldmund" oder "Siddharta", es handelt nämlich ganz viel von Freundschaft und auch davon, ein Ziel im Leben zu haben und dies ohne Furcht zu verfolgen.
Auch Bernhards "Untergeher" funkelte da und dort ein wenig durch, es geht hier wie da um ein Genie - hier Catull und dort Glenn Gould - gegen die die anderen Figuren talentmäßig nicht ankommen.
Auch Freunde der Drei ??? werden hier Spaß haben, der Spannungsbogen ist ähnlich straff gespannt, die Protagonisten dieser im Rückblick erzählten Geschichte sind jung und voller Tatendrang.
Dazu bekommt man eine ganze Reihe interessanter Informationen über das alte Rom, erlebt die Halbwelt mit, deren Beschreibung durch atmosphärische Dichte besticht. Man kann förmlich den unvermischten Wein riechen.
Mir hat's jedenfalls Spaß gemacht! Genial, darüber zu spekulieren, was passieren würde, wenn einer das perfekte Gedicht schriebe... Das kann man
prima noch nach der Lektüre durchspinnen.
Ein gelungenes Debut.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die dunklen Abgründe einer gequälten Dichterseele, 8. Juni 2009
Von 
callisto (Freiburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Excrucior (Gebundene Ausgabe)
Der VERLAG PHILIPP VON ZABERN ist ein international führender Fachverlag auf allen Gebieten der Archäologie, Geschichte und Kunstgeschichte.
2008 erweiterte der Verlag sein Repertoire um historische Romane. Auch hier bleibt der Verlag jedoch seinen selbst gesetzten hohen Standards und seinen Qualitätsansprüchen treu.
Mit Excucior legt Dr. Cornelius Hartz, ein klassischer Philologe, der bisher für Bücher wie "Zur Rezeption griechischer Epigramme bei Catull" und "Catulls Epigramme im Kontext hellenistischer Dichtung" bekannt ist, seinen ersten Roman vor. Excrucior handelt vom berühmten römischen Dichter Catull, der bekannt war für seine bissigen, wortgewandten Gedichte, welche die römische Oberschicht verspotteten. Catull wurde ca. 85 v. Chr. in Sirmione in der Nähe von Verona geboren. Wenig ist von seinem Leben bekannt, aber anhand von Zeitzeugenberichten und basierend auf seinen Gedichten erschafft Cornelius Hartz ein farbenfrohes Sittengemälde der damaligen Zeit und erzählt von der zwiespältigen, gequälten Künstlerseele des römischen Dichters.
Cornelius Hartz lässt Gaius Licinius Macer Calvus am Vorabend seines Todes seine seit Knabenzeit besztehende Freundschaft zu Catullus Revue passieren. In Episoden, die eingebettet sind in die Beschreibung des letzten Abendessens mit Catullus, erzählt Calvus vom bewegten Leben seines Freundes.
Catullus, geboren als Gaius Valerius Catullus wurde mit einem Feuermahl, welches einen Großteil seines Gesichtes bedeckte, geboren. Seine Mutter starb bei seiner Geburt und sein Vater hasste ihn deswegen. Als sein Bruder, teils durch Catulls Mitverschulden, ermordet wird, sperrt er den Jungen zunächst wochenlang fort und schickt ihn anschließend nach Rom, um ihn nie wieder sehen zu müssen. Schon früh in seinem Glauben an die Liebe und Zuneigung pater familias erschüttert, muss Catull bereits mit 15 Jahren seinen eigenen Weg finden. Statt jedoch Anwalt zu werden, wie es sein Vater für ihn beschlossen hatte, entdeckt er seine Leidenschaft zur Dichtkunst und verfällt der fixen Idee, das perfekte Gedicht zu schreiben, die sein weiteres Leben beherrschen soll.
Aus dem übermütigen Jungen wird mit der Zeit ein Besessener, der sich in die berühmt berüchtigte Clodia verliebt, welche ihn jedoch nur benutzt und verachtet. Zerrissen zwischen Liebe und Hass zu dieser Frau ergeht sich Catullus in Selbstzerfleischung und Weltschmerz, die ihn kreativer werden lassen den je.
Cornelius Harzt beschreibt sprachgewandt und fesselnd die Kindheit, Jungend und kurze Lebenszeit dieses größten römischen Dichters; die freundlichen und hellen Seiten der Dichterseele aber auch deren dunklen Abgründe.
Jedes der Buchkapitel beginnt mit einem passenden Ausschnitt aus einem von Catulls Gedichten, die auch als historischer Beleg des Erzählten gelten können. Abgerundet wird der Roman durch eine Zeittafel der historischen Ereignisse, einer Tafel der römischen Konsuln, einem ausführlichen, erklärenden Glossar, einem Verzeichnis der historischen Personen mit kurzer Biografie, einem Literaturverzeichnis und Kartenmaterial.
Mit diesem Auftakt an ersten historischen Romanen im Verlag Philipp von Zabern beweist dieser, dass historisch exakt recherchierte Romane fesselnd und spannend sein können ohne sich in der Bücherwelt gängigen Mustern beugen zu müssen.
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9 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Langweilig!, 29. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Excrucior (Gebundene Ausgabe)
Zum Einen: Was ficht einen Verlag an, für so ein dünnes Bändchen 20 Euro zu verlangen? Zum Glück habe ich mir das Buch ausgeliehen, sonst hätte ich mich noch mehr geärgert.
Zum Anderen: Dieses Buch ist eine verheerende Melange aus dem brennenden Ehrgeiz, ein Buch schreiben zu wollen, viel Fachwissen zum Thema, viel weniger Ahnung vom Schreiben und völliger Humorlosigkeit.
Man spürt mit jeder Zeile, wie wichtig der Autor sich, sein Büchlein und seinen Protagonisten nimmt.
Die Handlung ist so belanglos, dass ich mir weitere Kommentare sparen möchte. Wer einen guten historischen Roman lesen will, sollte sich "Die Henkerstocher" vornehmen, oder, wenn es denn klassisch sein soll, Gisbert Haefs "Hannibal".
Aber nicht diesen halbgaren Schwachsinn...
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Excrucior
Excrucior von Cornelius Hartz (Gebundene Ausgabe - 27. August 2008)
Gebraucht & neu ab: EUR 3,94
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