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5.0 von 5 Sternen Erste wissenschaftliche Gesamtschau & archäologischer Reiseführer, 27. Juli 2013
Von 
timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Thraker, Griechen und Römer: An der Westküste des Schwarzen Meeres (Gebundene Ausgabe)
Bereits der erste Blick auf das curriculum vitae von Prof. Dr. Dr. h. c. Manfred Oppermann (Jahrgang 1941) verdeutlicht, dass es dem Darmstädter Verlag Philipp von Zabern für - den in seiner Reihe Bildbände zur "Archäologie/Sonderbände der Antiken Welt" erschienenen Titel - "Thraker, Griechen und Römer an der Westküste des Schwarzen Meeres" abermals gelungen war, einen ausgewiesenen Experten zu gewinnen. Der Autor Oppermann studierte gewissermaßen direkt an der Quelle in Bulgarien, an der St.-Kliment-Ohridski-Universität Sofia klassische Archäologie, wo er 1971 auch promoviert wurde. Seine Habilitation, die er 1978 mit einer Schrift zur "Entwicklung von Gesellschaft und bildender Kunst in den römischen Provinzen Thracia und Moesia inferior vom 1. Jh. bis zur 2. Hälfte des 3. Jh." an der Universität Halle ablegte, könnte keine bessere Empfehlung für seine Autorenschaft sein. Von seinen zahlreichen Forschungsprojekten und Publikationen sind besonders zwei Bände der Reihe "Corpus Cultus Equitis Thracii" zu nennen, die Oppermann zusammen mit seinem bulgarischen Kollegen Zlatozara Goceva, einem ebenfalls international renommierten Thrakologen, verfasst hat.

In seiner Einleitung weist Oppermann daraufhin, dass vor allem acht griechische Kolonien als "Poleis" wie z. B. Tomoi (heute Constanta), Odessos (Varna) und Mesambria (Nesebar) die politische Landschaft und kulturelle Physiognomie der antiken rumänischen und bulgarischen Schwarzmeerküste geprägt hatten. In der vielgestaltigen Kulturlandschaft, in der Thraker, Griechen und Römer ihre Spuren hinterließen, entstanden nicht nur originelle Bauwerke. Denn die westliche Schwarzmeerküste hatte darüber hinaus auch ihre Beiträge zur geistigen Kultur des Altertums geleistet. Aus Kallatis stammten der im 3. Jahrhundert v. Ch. wirkende Historiker Demetrios und sein Zeitgenosse, der Biograph Satyros. Im Jahre 8. n. Chr. wurde die nunmehr römische Stadt Tomis zum Verbannungsort des Dichters Publius Ovidius Naso (43 v. Chr. - 17 n. Chr.), heute als Ovid bekannt, der dort mit seinen "Epistualae ex Ponto" und "Tristia" bedeutende Werke der Weltliteratur erschaffen sollte.

timediver® schließt sich Oppermanns Feststellung an, wonach sich die westliche Schwarzmeerküste aufgrund ihrer guten Infrastruktur längst als touristisches Ziel westeuropäischer Badegäste etablieren konnte. Gleichzeitig ist jedoch zu beklagen, dass die antiken Denkmäler selbst in der internationalen Forschung nicht immer die ihnen gebührende Beachtung erhalten haben. So hat es bisher kein deutschsprachiges Überblickswerk gegeben, in dem man die kulturelle Entwicklung der Region, beginnend bei der Gründung der ersten griechischen Kolonien bis zum Ausgang der Spätantike, dargestellt hat. Mit seiner Publikation "Die westpontischen Poleis und ihr indigenes Umfeld in vorrömischer Zeit" hatte Oppermann bereits im Jahre 2004 den Grundstein zu seiner 2007 erschienenen und nunmehr hier besprochenen wissenschaftlichen Gesamtschau gelegt.

Seine chronologische Vorstellung der Städte und Exponate hat der Autor in fünf Kapitel, die jeweils einer längeren historischen Epoche entsprechen, gegliedert: 1. "Das Zeitalter der Kolonisation", 2. "Vom Anfang des 5. Jahrhunderts v. Chr. bis zum Beginn der Makedonenherrschaft", 3. "Von Alexander dem Großen bis zum Beginn der Römerherrschaft", 4. "Von der Konstituierung der Römerschaft bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr." und schließlich 5. "Die Jahrhunderte der Spätantike". In jedem Kapitel erfolgt die Beschreibung der am Schwarzen Meer gelegene Orte in Nord-Süd-Richtung.

Nach mehreren Reisen an die Schwarzmeerküste, betrachte ich die Pläne der Innenstadt von Constanta, Nesebar und Varna in denen die antiken Bauwerke und Fundstätten der vormaligen Städte Tomis, bzw. Mesambria und Odessos nummeriert eingezeichnet wurden, als gute Hilfe für eine Besichtigung vor Ort. Während auch weitere Lagepläne ausgezeichnet und eine ganze Reihe von Farbfotos beeindruckend sind, ist die "Karte der Westküste des Schwarzen Meeres" am Ende des Bandes tatsächlich – wie es bereits von einem Vorrezensent bemerkt - "sehr einfach" geraten. Während den antiken Ortsbezeichungen der heutige Name hinzugefügt wurde hätte man sich zumindest gewünscht, dass die Grenzen der römischen Provinzen Moesia und Thracia sowie die heutigen Landesgrenzen zwischen Rumänien und Bulgarien (dem einstigen Nordthrakien) darin eingezeichnet sind. Daneben wurde leider auch nicht das beeindruckende, acht Kilometer südlich von heutigen Pomorie, im zweiten vorchristlichen Jahrhundert errichtete thrakische Hügelgrab "Trakijskata Grobnica" erwähnt, welches timediver® im Mai 2006 besichtigen konnte.

Trotz aller Kritik ist der einzigartige Band, der den historisch und archäologisch interessierten Lesern auch als Reiseführer empfohlen werden kann, mit 5 Amazonsternen zu bewerten.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Landschaft im Lauf der Jahrhunderte, 4. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Thraker, Griechen und Römer: An der Westküste des Schwarzen Meeres (Gebundene Ausgabe)
Die Westküste des Schwarzen Meeres eignet sich besonders gut, ein Buch über die verschiedenen Völker und Kulturen in dieser Landschaft zu veröffentlichen. So getan vom Verlag Philipp von Zabern in der Reihe Bildbände zur Archäologie. Und wieder ist ein schönes und lesenswertes Buch herausgekommen. Eingeteilt in einzelne Kapitel, die streng chronologisch angeordnet sind, werden innerhalb der einzelnen Kapitel die Fundorte näher beschrieben. In diesen Kapiteln wird dann wieder auf unterschiedliche Funde und Fundorte eingegangen: Skulpturen, Siedlungsreste, Nekropolen usw. In einfacher Sprache werden die wichtigsten historischen Daten vermittelt, und sodann anhand der archäologischen Zeugnisse erläutert und anschaulich dargestellt. Wie immer hat der Band zahlreiche sehr schöne Abbildungen und Karten.

Ein kleiner Wermutstropfen, und deshalb nur 4 Sterne, ist die sehr einfach geratene Karte am Ende des Bandes und die Tatsache, dass der Band gelegentlich zu eine Art Reiseführer wird, wenn der Autor bestimmte archäologische Fundorte mit den Straßennamen und Hausnummern der betreffenden modernen Städte bezeichnet. Da muss man als Leser dann doch schon mal vor Ort gewesen sein, damit einem das was nützt.
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Thraker, Griechen und Römer: An der Westküste des Schwarzen Meeres
Thraker, Griechen und Römer: An der Westküste des Schwarzen Meeres von Manfred Oppermann (Gebundene Ausgabe - 1. Februar 2007)
EUR 12,95
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