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4,0 von 5 Sternen
Das Gold der Horusfalken: Auf den Spuren altägyptischer Grabräuber
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Als wir bei unserer klassischen Studienreise von der Besichtigung einiger Gräber der Noblen in Qurna den Hügel hinunter schlenderten, hielt uns ein Ägypter mit einem in Zeitungspapier gewickelten Gegenstand auf. Flüsternd öffnete er das Päckchen und zeigte uns ein offenbar sehr altes grüngraues Uschebti. "Kaufen! Nefertari-Grab. Echt, Original. Kannst prüfen. Gute Preis." Leicht war es nicht, ihn abzuwimmeln.
Wenige Schritte weiter wartete unser Reiseleiter, ein deutscher Ägyptologe, der in der Nähe gegraben hatte, mit einer Überraschung auf. Mittagessen im Sennefer Guesthouse von Mohamed Snake - "bester Grabräuberadel", Nachkomme der berühmt-berüchtigten Grabräuberdynastie Abd -el Rassul, der uns stolz seine Visitenkarte überreichte. Die Rassuls haben ihr kleines feines Hotel direkt auf ein Grab aus pharaonischer Zeit gebaut. (Das wußten wir schon aus einer TV-Doku, die sogar Einblicke in die unterirdische Welt ermöglichte.)
Hier - unter freiem Himmel bei herrlichem Blick - zu speisen jagte einem einen leichten Schauer über den Rücken. Erst recht, als wir in einem der Kellner jenen Mann mit dem "echten" Uschebti erkannten. ...
Was wunder, dass ich Höveler-Müllers Buch geradezu verschlang. Ein altägyptischer Krimi, der bei aller Wissenschaftlichkeit den Vorzug hat, spannend zu sein. Sachliche Rekonstruktion von "Kriminalfällen ohne Beispiel" quasi.
Sicher hat der Altägyptenfan schon Romane über Grabräuber im pharaonischen Zeitalter gelesen. Möglicherweise den dokumentarischen Spielfilm "Die Grabräuber von Theben" gesehen, der übrigens auf einem der in diesem Buch behandelten Fälle basiert. Mit hoher Wahrscheinlichkeit weiß er auch, dass 14 der so genannten Grabräuberpapyri die Zeiten überdauerten, leider über alle Welt verstreut sind und nur von Experten gelesen werden können.
Das Hauptverdienst von Michael Höveler-Müller, Ägyptologe, Ausgräber, Kurator des Ägyptischen Museums Bonn, das er mit aufbaute, ist es, die in dieser Monographie zusammengeführten Akten aus der Zeit von Ramses IX. und Ramses XI. neu übersetzt, ausgewertet und kommentiert zu haben. Und das in einer Sprache, die jeder versteht.
So lernt man nicht nur die gierige, dreiste, brutale Vorgehensweise der Täter kennen, sondern erhält zugleich einmalige Einblicke in das Gerichts- und Strafwesen (Todesstrafe Pfählung!) Thebens zwischen 1110 und 1084 v. Chr., in Lebensweise und Nöte des einfachen Volkes als das Pharaonenreich zerbrach sowie in Intrigantentum und ausgeprägte Korruption der Mächtigen. Nie zuvor habe ich so viel über diese instabile Zeit erfahren. Das goldene Bild des glanzvollen Pharaonenstaates erhielt mehr als ein paar Kratzer.
In ihrem Buch "Das Tal der Könige" schreiben Reves/Wilkinson: "Die Grabräuberei ist zwar nicht Ägyptens ältester, aber eindeutig zweitältester Beruf." Diesen Satz illustriert Höveler-Müller mit einer kurzen, doch profunden Geschichte der Grabräuberei und ihrer Hintergründe. Damit zieht er den Radius über die Akten hinaus.
Das Buch fällt auch durch hervorragende Ausstattung und Layout sowie eine für 88 Seiten reiche Bebilderung aus dem Rahmen des Üblichen. Neben Farbbildern gibt es Nachzeichnungen von Grabmalereien, Karten, Pläne, Repros von Aktenauszügen, dazu Info-Kästen und Übersichten.
Summa summarum: Ich bin begeistert.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. Februar 2008
Als ich dieses Buch in den Händen hielt, dachte ich, was für eine gute Idee, Grabräubereien im Alten Ägypten anhand von zeitgenössischen Verhörprotokollen darzustellen. Doch leider liest sich das Buch gerade deswegen schwer. Der Autor zitiert ausführlichst aus diesen Protokollen, und so kämpft man sich durch die doch gewöhnungsbedürftige Sprache, liest viele Namen (die man zumindest nach der Einführung des Autors richtig aussprechen kann), und verliert doch irgendwann die Übersicht, über welchen Grabraub gerade überhaupt geschrieben wird.
Die sehr guten Fotos sind auch keine wirkliche Hilfe, bilden sie zwar Stätten ab, an denen die Grabräubereien stattfanden, doch stehen für mich die Bilder trotzdem irgendwie ohne Bezug im Buch.
Schade, ich denke, so eine gute Idee kann man sicher besser umsetzen. Im Endeffekt ist das Buch eher Lektüre für Experten, aber nicht für Laien, die sich für das Alte Ägypten interessieren.
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am 4. Januar 2012
Tolles Buch mit schönen Fotoaufnahmen. Sehr informativ und nicht so oberflächig.
Das Buch gibt einen herllich einblick in die Geschichte der Grabräuber.
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