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"Wenn auch durch Latiums Gesittung ihr Wesen ein andres geworden,
blieb sie Germanin doch stets, Augen blau, blond auch ihr Haar.
Zweifel erweckt bald die Sprache und bald die Gestalt des Mädchens:
Hiernach wär' sie am Rhein, danach in Latium zuhause."
(Decimus Magnus Ausonius, um 310 - 393 über Bissula)

Während seine Gallienfeldzuges traf Gaius Julius Cäsar um das Jahr 50 v. Chr. erstmals auf dem Boden der späteren römischen Provinz "Niedergermanien" gallische und germanische Stämme. Eine andauernde militärische Präsenz gab es dort jedoch erst seit 12 v. Chr. mit den Feldzügen des Drusus. Nach der Beendigung der rechtsrheinischen Feldzüge des Germanicus wurden in dem Gebiet, das verwaltungsmäßig zu Gallien gehörte, zwei Legionen in Vetra (Xanten), sowie jeweils eine Legion in Novaesium (Neuss) und vicus bonnensis Bonn stationiert. Erst in den späten 80er Jahren des ersten nachchristlichen Jahrhunderts wurde der einstige Heeresbezirk mit seiner Haupstadt Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln) zur römischen Provinz "Germania Inferior" organisiert. Nachdem im Jahr 275 die Siedlung Colonia Ulpia Traiana und das Kastell Vetra (beides bei Xanten) von Germanen zerstört worden waren, sollte die Provinz um das Jahr 400 unter dem Ansturm der Völkerwanderung endgültig zusammenbrechen.....

Der bereits im September 2007 erschienene band "Germania Inferior. Eine Provinz an der Nordgrenze des Römischen Reiches" gehört zu der im Verlag Philipp von Zabern erschienenen Bildbandreihe "Orbis Provinciarum". Der studierte Historiker und Archäologe, Dr. Tilmann Bechert, bietet hierin dem Leser einen allgemeinverständlichen Überblick zur Archäologie, Geschichte und Kultur einer eingehend erforschten römischen Provinz, die sich einst über die westlich des Rheins gelegenen Teile der heutigen Niederlande, Belgiens und Deutschlands erstreckte.

Den geographischen Rahmen bestimmen zwei doppeltseitige Landkarten am Anfang und am Ende des Bandes. Zu Beginn gibt es eine topographische Karte des Römischen Reiches Mitte des zweiten nachchristlichen Jahrhudnerts, in die neben den Provinzgrenzen und den wichstigsten Städten auch die verschiedenen Formen der römischen Grenzbefestigungen eingezeichnet sind. Die zweite topographische Karte am Ende des Buches zeigt die römische Provinz Germania Inferior und ihre angrenzenden Provinzen und Landschaften. Neben den Verwaltungssitzen, Legionslagern und den einheimischen Stämmen sind hier die Grenzen und Hauptorte der Civitates eingezeichnet. Nach einem Vorwort stellt Dr. Bechert die 500jährige Geschichte der Provinz in fünf Kapitel vor:

Am Ende der Eisenzeit (1. Jh. v. Chr.)
Besetzug und Konsolidierung (1 Jh. n. Chr.)
Angleichung und Romanisierung (2. - 3. Jh. n. Chr.)
Krisenzeit und späte Blüte (3. - 4. Jh. n. Chr.)
Zwischen Antike und Frühmittelalter (4. - 5. Jh. n. Chr.)

Eine reiche Bebilderung berücksichtigt insbesondere neue Funde, aktuelle Befunde und moderne Rekonstruktionen. Hierzu zählen u. a. Luftaufnahmen, Rekonstruktionszeichnungen von Bauwerken und Grundrissen, sowie eine Vielzahl beeindruckender Exponaten. Der Begleittext ist in Abschnitte gegliedert, in denen einzelne Aspekte unter Schlagwörtern in wohl dosierten Unterabschnitten behandelt werden. Eine zusätzliche Auflockerung wird durch zahlreiche antike Zitate erreicht. Nach dem Epilog "Ein Stück Germanien auf römischem Boden" runden Register, ein Abskürzungsverzeichnuis für lateinische und griechische Autoren, Inschriften und Zeitschriften, sowie ein Literatur- und Quellennachweis eines gelungenen Werkes ab.

5 Amazonsterne für ein kompetent zusammengestelltes und anschauliches Werk, das auch zur Besichtigung der beschriebenen archäologischen Stätten, allen voran der "Colonia Ulpia Traiana" mit seinem Amphitheater(seite 48) und rekonstruierter römischer Stadmauer (Buchcover), einlädt.
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