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55 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen sehr atmosphärisch
Simon Beckett ist mir durch seine David Hunter Bücher bekannt und so glaubte ich mit "Der Hof ", Ähnliches zu finden. Doch ein David Hunter Thriller ist dies definitiv nicht.Wenn Sie dies erwarten, werden sie eventuell enttäuscht werden. Ich war es zu Anfang auch, muss ich zugeben. Doch je weiter ich dieses Buch las, je mehr wurde ich in diese...
Vor 2 Monaten von robby lese gern veröffentlicht

versus
15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Todlangweilig
"Der Hof", das neuste Werk von Simon Beckett, fällt durchwachsen aus, da die Geschichte kaum in Fahrt kommt und über weite Strecken keine Spannung erzeugt. Die Idee an sich erinnert an "Misery": Ein Mensch in Not wird aufgenommen und gepflegt, doch alsbald kommen Wutausbrüche, Ablehnung oder Gewalt zum Tragen, das Martyrium des Protagonisten...
Vor 2 Monaten von Nicolas Gehling (Media-Mania) veröffentlicht


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55 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen sehr atmosphärisch, 3. Februar 2014
Von 
robby lese gern (Belm) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Hof (Gebundene Ausgabe)
Simon Beckett ist mir durch seine David Hunter Bücher bekannt und so glaubte ich mit "Der Hof ", Ähnliches zu finden. Doch ein David Hunter Thriller ist dies definitiv nicht.Wenn Sie dies erwarten, werden sie eventuell enttäuscht werden. Ich war es zu Anfang auch, muss ich zugeben. Doch je weiter ich dieses Buch las, je mehr wurde ich in diese atmosphärische Geschichte hineingezogen, die es auf jeden Fall lohnt gelesen zu werden.

Aufgebaut ist dieses Buch aus zwei Erzählsträngen. Der erste schildert die Flucht des Engländers Sean in eine einsame Gegend Frankreichs, die jäh gestoppt wird, weil er in einem Waldstück in eine Falle tritt. Seine Wunde ist so schwer, dass er auf dem Hof , zu dem dieses Waldstück gehört und auf dem er kurz vorher schon um Wasser gebeten hat, halt machen muss, um sich von der Tochter des Besitzers Arnaud, Matilde, verarzten zu lassen . Er bleibt auch nach seiner Genesung weiter auf dem Hof, obwohl er merkt, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Der zweite Erzählstrang spielt in London und es wird erzählt, welche Gründe Sean zu seiner Flucht zwangen.

Das Simon Beckett atmosphärische, aktionreiche Thriller schreiben kann, hat er mir schon durch seine David Hunter Bücher bewiesen. Doch im Gegensatz zu diesem Buch, waren diese Bücher auch sehr spannend, was man bei diesem Buch nicht unbedingt behaupten kann. Wer hier eine knisternde, aktionreiche und interessante Aufklärung eines Mordfalles sucht, liegt mit diesem Buch falsch. Die Geschichte ist sehr ruhig und stimmungsvoll geschrieben.
Hier wird die zum Teil subtile Spannung durch die Atmosphäre auf dem Hof erzeugt. Man merkt als Leser sehr schnell, dass mit dieser Familie nicht alles stimmen kann , dass es ein Geheimnis gibt, das die Menschen so handeln lässt, wie sie es tun. Diese atmosphärischen Beschreibungen des Lebens auf dem Hof, das Verhalten von Arnaud, aber auch das seiner Töchter Matilde und Gretchen, haben mir sehr gut gefallen, weil sie beweisen, dass der Leser auch ohne großes Blutvergießen bei der Stange gehalten werden kann. Auch die flirrende Hitze passt gut zu der aufgeladenen Stimmung, die man in jeder Zeile spürt und man wartet eigentlich nur darauf, dass sie explodiert.

Doch mit den Hunter Krimis kann dieses Buch leider nicht mithalten. Ich würde dieses Buch auch nicht unbedingt als Thriller, sondern eher als atmosphärischen Roman beschreiben, der allerdings schon durch seine Schilderungen ein Kopfkino bei mir in Gang gesetzt hat.

Wer auf Krimis steht, die durch gut beschriebene Stimmungen hervorstechen, wird dieses Buch lieben, wer Spannung a la David Hunter sucht, wird glaube ich enttäuscht werden, doch es lohnt sich schon, auch diese Seite Simon Becketts kennen zu lernen.
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52 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sommergewitter, 12. Februar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Hof (Kindle Edition)
Ich gebe zu ich bin Rezensionskäufer und kaufe sonst selten Bücher zu denen es so viele schlechte Rezensionen gibt wie zu diesem. Bei "Der Hof" bin ich froh dies nicht getan zu haben, mir wäre sonst ein großartiger Ausflug in die flirrende Sommerhitze des ländlichen Frankreichs entgangen. Gewiss dies hier ist kein David Hunter Krimi und er mag einer gewissen Lesergruppe auch die atemlose Spannung verwehren die sie sich von einem Beckett Buch erhoffen, aber das Wörtchen "langweilig" das in den schlechteren Rezensionen so oft auftaucht ist hier gänzlich fehl am Platz.
Ich finde es keineswegs langweilig wie sich im Buch, unterstützt durch die drückende Hitze die Spannung subtil erhöht, um sich dann in einem Sommergewitter zu entladen.
"Der Hof" lebt nicht von seiner Handlung, sondern von seiner Atmosphäre, auf diese sollte man sich einlassen und sie genießen, dann kann man auch dieses Buch genießen.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen überraschend anders, 13. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Hof (Kindle Edition)
Zuallererst sei gesagt das diese Geschichte überhaupt nichts mit früheren "Becketts" zu tun hat. "Der Hof " ist etwas völlig anderes und gerade das macht die Geschichte für mich so lesenswert.
Ich glaube das Problem von vielen Lesern solcher Geschichten heutzutage ist das man immer den totalen Schocker erwartet in denen möglichst kranke Serienkiller möglichst viele Leute auf möglichst detailiert beschriebene brutale Art metzeln. Irgendwie ist da für mich das Ende erreicht, was soll da noch kommen?
Mal ganz ehrlich, an der Geschichte von "Der Hof" gibt es meiner Meinung nach sehr viele kranke Aspekte, wen das schon nicht mehr kitzelt der sollte vllt zwischendurch mal wieder was leichteres lesen. Soviel zu den negativen Rezensionen.
Die Story ist durchaus gut und spannend erzählt, vor allem noch nachvollziehbar. Langeweile kam bei mir an keiner Stelle auf. Ein erfrischend anderer Beckett, ich dachte nämlich schon das man von dem garnix mehr lesen könnte.
Den Hunter konnte ich schon länger nicht mehr sehen/lesen, deswegen von mir eine klare Empfehlung.
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28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Krimi zum Genießen, 3. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Hof (Gebundene Ausgabe)
Von der ersten Seite an nimmt Simon Beckett seine Leser gefangen. Auch wenn man die Sorge und Angst des jungen Mannes auf der Flucht spüren kann, ist die Stimmung aber eher ruhig und beinahe schon träge – passend zum einem heißen Sommertag irgendwo in der französischen Provinz. Und diese Stimmung, gepaart mit einem unterschwelligen Gefühl von dunklen Geheimnissen, bleibt den ganzen Roman über erhalten. Dieses Buch ist kein Thriller im Sinne von Action, Blutrausch und Brutalität. Vielmehr ist es ein Krimi vom feinsten.
Wir erleben alles aus der Sicht von Sean, aber wir wissen nicht, wovor oder vor wem er auf der Flucht ist. Dieses Geheimnis lüftet sich erst nach und nach durch seine Rückblenden an die Zeit in London. Hautnah erleben wir dagegen die Erlebnisse auf diesem merkwürdigen einsamen Gehöft in Frankreich, das von seinem Besitzer beinahe in eine Festung verwandelt wurde und auf dem der alte Arnaud sich und seine Töchter von der Außenwelt abschottet. Wir machen uns Gedanken über die Gründe für die Feindschaft der Nachbarn, erleben die beiden so unterschiedlichen jungen Frauen und den herrischen Arnaud und fühlen mit Sean, der hin und her gerissen ist, zwischen der trügerischen Sicherheit hier auf dem abgeschiedenen Hof und seiner Furcht, doch von der Vergangenheit eingeholt zu werden.
Ganz allmählich lüften sich die Geheimnisse, manche Dinge scheinen vorhersehbar und sind am Ende dann eben doch nicht so, wie vermutet. Manche Wendung ist überraschend und beängstigend. Die Charaktere sind stimmig und durchweg glaubhaft in ihren Handlungen (auch wenn sich manche Motive erst nach und nach erschließen).

Beckett hat mit „Der Hof“ einen atmosphärischen Krimi geschrieben, der auf mich wie ein französischer Film aus den 70er Jahren gewirkt hat - wäre Sean nicht rothaarig, hätte er Alain Delons Gesicht für mich ;-) - und sich wohltuend von der derzeit üblichen Thrillerkost abhebt: unaufgeregt, aber geheimnisvoll, beinahe unblutig, aber voller menschlicher Abgründe. Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und 4,5 Sterne (die man hier leider nicht anzeigen kann). Den kleinen Abzug verschuldet das ein wenig zu schnell erzählte Finale auf dem Arnaud-Gehöft.
Fazit:
Spannend, gefühlvoll, atmosphärisch und voller Geheimnisse – ein Krimi zum Genießen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen was für eine Erzählungsweise!, 25. Februar 2014
Von 
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Hof (Gebundene Ausgabe)
Ohhhh wie lange habe ich auf ein neues Buch von Simon Beckett gewartet!
Ich hatte das Buch jetzt eine Woche hier liegen und mich Anfangs nicht getraut zu lesen ... warum nicht? Ich war von allen Büchern des Herrn Beckett sehr begeistert und habe sie innerhalb von 2-3 Tagen verschlungen.
Die relativ schlechten Rezensionen hier mir ein bisschen Angst gemacht ... als ich mich dann aber doch getraut habe war ich echt fasziniert!
Natürlich ist "Der Hof" anders als die anderen Becketts ... warum auch nicht? Hrer Beckett verändert sich in den Jahren doch auch, so wie jeder.
Es ist nicht so ekelig wie die anderen Bücher, das tut dem Ganzen jedoch gar keinen Abbruch, denn seine Art mit Wörtern zu jonglieren ist einfach atemberaubend! Man fühlt sich immer mitten drin in seinen Geschichten und genauso ist es auch bei diesem Buch hier.
Und irgendwie hat die Story auch ein Happy End - Hut ab Herr Beckett!
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Todlangweilig, 12. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Hof (Gebundene Ausgabe)
"Der Hof", das neuste Werk von Simon Beckett, fällt durchwachsen aus, da die Geschichte kaum in Fahrt kommt und über weite Strecken keine Spannung erzeugt. Die Idee an sich erinnert an "Misery": Ein Mensch in Not wird aufgenommen und gepflegt, doch alsbald kommen Wutausbrüche, Ablehnung oder Gewalt zum Tragen, das Martyrium des Protagonisten scheint erst zu beginnen. Zwar wendet sich die Handlung von dieser ersten Erwartung auch wieder ab, verpasst es jedoch spannende Elemente lebhaft zu integrieren.

Sean, der zuvor dem Leser namenlos seine Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt, trifft auf dem Hof auf Arnaud, den tyrannischen Hausherren, in dessen Falle er trat, ebenso wie auf seine beiden Töchter. Strenge regiert den Hof und das bekommt auch der unerwünschte Besucher zu spüren. Aus der misslichen Lage heraus, dass er seinen Fuß kaum belasten kann, muss Sean einige Zeit auf dem Anwesen verbringen und sich nützlich machen, damit er Kost und Logis erhält. An den Ort gefesselt, quält er sich die ersten Tage ausgiebig mit seiner Vergangenheit, ehe er dem "dunklen und tödlichen" Geheimnis überhaupt näher kommt. Beckett verwendet viel Zeit und damit viele Zeilen auf die Darlegung von Seans innerem Zustand. Die drückende Gedankenwelt dominiert die erste Hälfte des Werkes so sehr, dass der vielversprechende Klappentext zu diesem Zeitpunkt beinahe vergessen ist.

Wer eine packende Geschichte in Richtung "David Hunter" oder etwas Thriller-Feeling erwartet, wird bitter enttäuscht. "Der Hof" verrennt sich in kleinen Anspielungen mit viel Deskription, bisweilen todlangweilig. Zwar ist das Verhalten der Charaktere untereinander interessant erzählt, aber mehr auch nicht. Der düstere Part wird erst auf den letzten Seiten mit einigen Wendungen beinahe belanglos aufgeklärt und wirkt, wie große Teile des Werkes, lustlos. Bei den wenigen handelnden Protagonisten ist es für den Leser auch nicht sonderlich schwer den groben Handlungsverlauf vorherzusagen, die passenden Hinweise sind unübersehbar in die Geschichte integriert. Da hilft es auch wenig, dass Beckett die Handlung in zwei Richtungen aufbaut. Streng genommen ist nämlich nur die Hälfte des Buches dem titelgebenden Hof geschuldet, die andere Hälfte - immer brav kapitelweise abwechselnd erzählt - zeigt der Autor Seans Weg dorthin, seine alten Freunde, seine Beziehung, die Taten bis zur Flucht. Hintergrundwissen kann eine Geschichte zum Leben erwecken, aber die Handlung in Frankreich ist beinahe so wie die Substanz der beschriebenen Häuser: klapprig, verwittert und öde.

Kurzum: "Der Hof" ist ein Werk ohne Spannung mit sehr zähen Abschnitten, in denen es kaum vorangeht. Der Klappentext verspricht mehr als die Geschichte je hergibt. Der lang erwartete Beckett überzeugt nicht.
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie sie sich mit einer vertrauten Geste eine Strähne hinters Ohr schiebt..., 4. Februar 2014
Von 
A. Zanker (CH) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Hof (Gebundene Ausgabe)
Sean ein junger Engländer, flüchtet nach Frankreich, wo er bei einem entlegenen Hof hängenbleibt. Warum und vor was er auf der Flucht ist, erfahren wir erst im Laufe der Auflösung gegen Ende der Geschichte. Dort wird er den komischen und griesgrämigen Schweinezüchter Arnaud kennenlernen, der dort mit seinen beiden Töchtern und einem Enkelkind lebt. Eine zurückgezogene Familie, die ihr Grundstück eingezäunt und mit Fussfallen versehen hat. Arnaud ist nicht gut auf die dortigen Dorfbewohner zu sprechen und umgekehrt ebenso. Als Sean in eine solche Tretfalle tritt, wird sein Fuss schwer verletzt. Eine Tochter des Bauern findet ihn und beide Töchtern bringen ihn zum Hof um ihn zu verarzten. Obwohl er kein gern gesehener Gast dort ist, gibt es kleine Annäherungen, die schliesslich dazu führen, dass Sean dort beginnt, das baufällige Haus zu reparieren, gegen Kost und Logis - versteht sich. In kleinen Schritten, bekommt er langsam Zutritt in diese kleine Familie, die sich ein wenig für ihn öffnet und interessiert, doch herrscht dort ein recht gereiztes und seltsames Familienklima. Mathilda ist die ältere und Gretchen die jüngere Tochter.

Während Mathilda ihren Vater mit Kochen und Haushalt versorgt, hasst dagegen die jüngere Tochter ihre ältere Schwester, die sich irgendwie dort, doch wie einem Gefängnis vorkommt, aus dem sie sich nicht befreien kann. Ihre Mutter ist schon gestorben und so leben dort der Vater (Arnaud) und seine Töchter. Es werden dort Sanglochons" gezüchtet, eine Kreuzung zwischen Haus - und Wildschweinen. Je länger Sean dort ist, desto mehr spürt er, was dort für ein Leben herrscht, wo verschiedene Geheimnisse gehegt werden, denen er sich langsam annähert, wobei er immer aufpassen muss, nicht selbst in die Fänge des unberechenbaren Arnaud zu gelangen, der schon mal gerne ein Gewehr in die Hand nimmt und in der Gegend rumballert. Als Sean, Jean-Claude vom Dorf kennenlernt, erfährt er, dass sein Bruder Louis schon seit 18 Monaten vermisst wird. Louis war angeblich mit der älteren Tochter Mathilda liiert. Jean-Claude glaubt, dass Arnaud, seinen Bruder umgebracht hat. Das ist die Eintrittstür, in jene seltsamen Geheimnisse, die diesen undurchschaubaren Schweinezucht-Hof umwittert...

Beckett lässt auf zwei Erzählebenen die Story parallel vor sich her laufen. Entweder sind wir auf dem französischen Hof, oder wir sind in England, genau genommen in London. Von dort schildert Beckett, das Leben, bevor Sean nach Frankreich geflüchtet ist. Er schildert darin eine Liebe zu Chloe, die einen tragischen Verlauf nimmt und schliesslich dazu führt, dass eben Sean abhauen muss. Zumindest hier sind die Gründe für die Flucht, relativ bald voraussehbar. Die Story, die sich anfangs etwas zäh dahinschleppt, kommt dann aber doch vor allem gegen Ende richtig in Fahrt. Auf den ersten 200 Seiten, wird man wirklich nur mit kleinen Details informiert, bis man überhaupt einmal einen Gesamtüberblick über den Plot bekommt. Wunderbar geschrieben, sind Passagen in denen Sean in eigener innerer Beschäftigung seine Situation reflektiert und welchem liebevollen Blick er dort den Menschen begegnet, auch wenn sie nicht immer mit ihm nett und freundlich umgehen. Die Zeichnung der Charaktere finde ich toll herausgearbeitet, gerade Mathilde und Sean sind zwei Hauptfiguren, mit denen man sich irgendwann als Leser zu solidarisieren beginnt. (Wenn man mal von dem süssen Hündchen Lulu" absieht, der am Schluss eine Extra-Honorierung erfährt.)

Auch wie Beckett, hier Körpersprache deutet und auf den Punkt bringt (Wie sie sich mit einer vertrauten Geste eine Strähne hinters Ohr schiebt") finde ich schon einfach klasse von ihm gemacht. Zwischendurch wird's immer wieder ein wenig gruselig, ohne dass ganz grass werden würde, wie das ja bei seinen früheren Büchern wohl der Fall war (rote Buchtitel wie etwa Tiere, was mir jedoch NICHT gefallen hat). Am Ende kommt der Leser auf jeden Fall auf seine Kosten und dürfte unter anderem auch den Erfolg von Simon Beckett erklären lassen. Auch wenn die erste Hälfte etwas langatmig noch nicht so richtig in die Gänge kommt, hat Beckett trotz allem einen sehr lesenswerten und soliden (Soft-)Thriller geschrieben, der klasse geschrieben ist, auch wenn er vielleicht nicht ganz an die Klasse seiner Hunter-Reihe herankommt. (Das letzte Buch von ihm Verwesung: David Hunters 4. Fall hat mir besser gefallen) Nur deswegen, ist dieser Roman noch lange kein schlecht Geschriebener! Eine Geschichte die auch mit erzeugter Atmosphäre und weniger Spannung daherkommt und (trotz vieler enttäuschter Leser), trotzdem toll gemacht ist. Die enttäuschten Meinungen finde ich sehr schade. Warum kann ein Autor wie Beckett, nicht auch einmal noch etwas anderes versuchen? Warum muss immer an das vorangegangene die Messlatte gehalten werden??? Ich bedauere das sehr. Und vor allem: Das ist für mich bei weitem kein Grund, dieses Buch schlecht zu bewerten...So, das muss mal gesagt sein!

Kleiner Nachtrag / 13.2.2014:

Für interessierte Leser die Beckett noch nicht kennen, empfehle ich dieses Buch ganz besonders! Und: Beckett ist diese Woche unterwegs an die Spitze der Spiegel-Liste auf Platz Nr.1, ein Beweis dafür, dass sich Leser auch von den enttäuschten Berichten nicht abhalten lassen wollen. Leser, die die Hunterreihe noch nicht kennen oder nur teilweise kennen, wozu ich auch gehöre, dürfen sich noch zusätzlich auf die früheren Bücher (Hunter-Reihe) wie Die Chemie des Todes: David Hunters 1. Fall, Kalte Asche: David Hunters 2. Fall, Leichenblässe: David Hunters 3. Fall oder Verwesung: David Hunters 4. Fall freuen, das ist doch auch was. Finden Sie nicht?

2.Anmerkung / 10.3.2014

Heute in der einzigen Lesung von S.B. in der Schweiz gewesen. Beckett hat einen kleinen Ausschnitt von seinem nächsten Roman gelesen und für alle Fans sei schon mal vorgespurt: Der nächste Beckett wird ein Hunter-Roman!
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27 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein großer Name allein macht noch kein gutes Buch, 3. Februar 2014
Von 
deep read - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Hof (Gebundene Ausgabe)
Ich-Erzähler Sean ist auf der Flucht vor der Polizei. Er hat sich aus London nach Südfrankreich abgesetzt und trampt jetzt getarnt als Rucksacktourist in der flirrenden Sommerhitze über einsame Landstraßen. Zufällig gerät er dabei auf das Waldstück des Bauern Arnaud, wo er sich in einer rostigen Bärenfalle fast den Fuß abhackt. Arnauds Töchter Mathilde und Gretchen können den Verletzten gerade noch aus dem Eisen befreien. Weil ihr Vater das martialische Ding aber illegal aufgestellt hat (und zwar nicht gegen Bären, sondern unliebsame Nachbarn), bringen die Frauen ihn nicht ins Krankenhaus, sondern päppeln ihn auf dem Hof wieder auf. Ein baufälliges Gemäuer umgeben von Nichts als einem dichten Kastanienwald und einem spiegelglatten See. Hier scheint die Zeit still zu stehen. Es gibt kein Telefon, keinen Computer, das Gelände ist mit Stacheldraht umzäunt. Schnell wird Sean klar, dass nicht nur er ein Geheimnis verbirgt, sondern auch seine Gastgeber etwas gezielt vor der Außenwelt verstecken. Und er scheint nicht der erste Fremde zu sein, dessen Spur sich auf dem Hof verliert....

Wie so oft wählt Beckett ein abgelegenes Plätzchen sowie eine überschaubare Zahl an Figuren für seinen Plot, sodass sich eine fast kammerspielartige Atmosphäre einstellt. Das Problem ist, dass man durch diese beschränkten Mittel auch sehr schnell darauf kommt, welche Geheimnisse dieser Ort womöglich birgt. Das ging mir aber auch schon bei Becketts Debüt "Chemie des Todes" so, den einzigen anderen Krimi, den ich bisher von diesem Autor gelesen habe. Damals wusste ich auch ziemlich flott, wer der Mörder ist (es war der Gärtner, wenn ich mich recht entsinne, und es hatte irgendwas mit einer speziellen Blumenerde zu tun). Ich bin wirklich keine detektivische Leuchte, aber auch in "Der Hof" blinken die etwas zu auffällig platzierten Hinweise wie große Neon-Werbetafeln in der Wüste.

Ich hab das Buch dennoch fast in einer Rutsche weggelesen. Allerdings nicht, weil ich mir vor Spannung fast die Fingernägel abgekaut hätte, sondern weil ich natürlich wissen wollte, ob ich mit meinen Vermutungen recht behalten würde. Ich fand es dann auch durchaus interessant zu beobachten, wie die einzelnen Fäden zu einem durchaus catchy Showdown im Mondenschein zusammenlaufen. Für mich war aber der eigentliche Star des Romans der titelgebende Hof. Beckett schildert den Verfall des Anwesens wie die Verwesungsstadien einer Leiche, in allen schillernd morbid-verrotteten Farben. Man riecht den Moder und den Schimmel.

"Der Hof" bietet also viel Sphäre, aber auch viel heiße Luft. Denn allein ein unheimlicher Ort trägt noch keine Geschichte. Vielleicht ist es aber auch ein großes Missverständnis, diesen Roman als "Thriller" zu bezeichnen (was explizit auf dem Cover steht). Beckett selbst wehrt sich in einem Interview auf seiner Homepage gegen dieses Genre-Korsett. Er will sich nicht unbedingt als Spannungsautor verstanden wissen. Das ist okay, irgendwie bescheiden, vielleicht aber auch ausweichend. Denn um mehr zu sein, psychologisiert oder poetisiert er zu wenig. Auf welcher Mission ist dieser Mann also? Ich jedenfalls bin unschlüssig, was ich von diesem Roman halten soll. Als Thriller ist er bestenfalls Durchschnittsware. Möglicherweise würde das Buch sogar in der Masse komplett untergehen, wenn nicht Beckett draufstehen würde. Für Fans ist der Roman möglicherweise ein Fest, das fällt mir schwer zu beurteilen. Für alle anderen ist "Der Hof" kein Must-have für diese Saison. Nach dem neuen Don Winslow die nächste große Enttäuschung.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eher Roman als Hunter-Thriller, trotzdem sehr lesenswert!, 27. Februar 2014
Von 
€nigma - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Hof (Gebundene Ausgabe)
Mir ist es so gegangen, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte, bis ich es beendet hatte. Es ist kein Thriller im üblichen Sinne mit Mord ---> Ermittlung samt forensischen Details ---> Aufklärung, sondern eher ein psychologisch ausgerichteter Roman. Die Personenkonstellation hat mich total gefesselt, besonders Arnaud und Gretchen haben in mir sehr starke Emotionen (Wut, Ablehnung) ausgelöst. Die Darstellung des Arnaud ist genial: er ist ein absolut unsympathisches Ekel, aber eine der fesselndsten Romanfiguren, die mir bisher begegnet sind. Selten ist eine Romanfigur für mich so lebendig geworden.
Auch sonst ist es dem Autor gelungen, mich emotional sehr zu "involvieren": z.B. in der Szene im "Schlachthaus", die einen Tierfreund nicht kaltlassen kann.
Die Atmosphäre des heißen, drückenden Sommers mit der durch unausgesprochene Geheimnisse verbundenen unterschwelligen Angst wird sehr gut rübergebracht.
Der zweiteilige Aufbau sorgt für Abwechslung, wobei der extreme Kontrast zwischen dem modernen Lebensstil im lauten, schnelllebigen London und dem total abgeschotteten, stillen Leben auf dem Hof in Südfrankreich bereichernd ist.
Mich hat dieses Buch sehr intensiv angesprochen und mir mindestens(!) so gut gefallen wie die David Hunter-Romane, wobei diese Bücher nicht vergleichbar sind. Für mich gehört "Der Hof" auf jeden Fall zu den Lesehighlights des Jahres.
4,5 Sterne
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tiefgehender Psychothriller "light" mit überraschender Wendung, 1. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Hof (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:
Sean ist auf der Flucht. Er hat etwas Schreckliches getan und flieht aus London in das ländliche Frankreich. Auf dem Hof der Arnauds erholt er sich von einem "kleinen Fehltritt". Während sich Arnauds ältere Tochter Mathilde hingebungsvoll aber stillschweigend und in sich gekehrt um seine Wunden kümmert, geht Gretchen, die jüngere Schwester in die Offensive und versucht den Engländer zu verführen. Ein perfides Spiel um Macht, Schuldgefühle, Unterdrückung, Vertuschung und Geheimnisse beginnt - und nichts ist wie es zunächst scheint...

Meine Meinung:
Die Erzählweise des Buches ist interessant: zunächst hat man als Leser nämlich mal überhaupt keinen Dunst was überhaupt passiert ist. Erst nach und nach erfährt man häppchenweise ein bisschen etwas über Seans Vergangenheit in London. Nach beinahe jedem Kapitel fügt sich nahtlos eine Rückblende zu Seans Vergangenheit ein und so entsteht Kapitel für Kapitel ein Bild, mit dem man zu Beginn nicht gerechnet hat.

Geschrieben ist das Buch aus der Sicht von Sean, dem jungen Engländer, der auf der Flucht vor der Polizei (und auch sich selbst) ist. Kurze, prägnante Sätze geben dem Leser das Gefühl, Teil der Handlung zu sein. Dadurch dass alles im Präsens gehalten ist, also in der Gegenwart geschieht, wird dieses Gefühl nur noch mehr verstärkt.

Auch wenn ich das Buch bis ca. 2/3 eher langweilig fand, weil einfach nichts Dramatisches, Aufregendes o. ä. passieren wollte, musste ich trotzdem immer wieder weiterlesen: es hätte ja noch etwas kommen können. Und es kam. Wenn auch erst zum Schluss.

Bis Seite 300 hatte ich irgendwie das Gefühl, dass der Autor Simon Beckett mit irgendwas hinter dem Berg hält, etwas zu Papier bringen wollte... Und genau so war es dann auch. Der Plot kam irgendwie nicht so recht in Schwung. Mehrmals hatte ich das Gefühl, dass Sand oder Steine im "Plot-Getriebe" wären. Beim Zuklappen des Buches und meiner Kinnlade jedoch kristallisierte sich heraus, dass das wohl durchaus beabsichtigt war, um den Leser an der kurzen Leine zu halten.
Im Nachhinein gesehen wurde Nichts zu früh und auch Nichts zu spät verraten. So gesehen war alles perfekt. Auch die plötzliche Wende fand ich sehr gelungen.

Trotzdem hat es mich nicht zu 100% packen können. Irgendwie kamen zwischen den wirklich interessanten Seiten immer mal wieder seitenweise "Lückenfüller" und endlose Wiederholungen vor, die es nicht gebraucht hätte. Muss man gefühlte 100 Mal hintereinander den Verbandwechsel mit der damit einhergehenden Säuberung der Wunde schildern? Klar verheilt eine Wunde und somit sieht sie auch anders aus, aber will oder muss man das als Leser auf zig Seiten wirklich so detailgetreu erfahren?

Das Einzige was mich von Anfang an irgendwie in den Bann gezogen hat, war der See auf dem Grundstück der Arnauds. In dem wäre ich bei dem Wetter, der Gegend auch gerne baden gegangen - oder auch nicht.

Ein unter die Haut gehender, Psychothriller "light", der seine Wirkung erst ganz zum Schluss entfaltet.
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Der Hof
Der Hof von Simon Beckett (Gebundene Ausgabe - 1. Februar 2014)
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