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Düppel 1864: Schleswig-Holstein zwischen Dänemark und Preußen
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Der 150. Jahrestag des Ausbruchs des Deutsch-Dänischen Krieges wirft seine Schatten voraus. Das Datum dieses runden Jubiläums hat auch Klaus Alberts, ein promovierter Jurist aus Dithmarschen, genutzt, sich in einem äußerlich ansprechenden, reich bebilderten Band mit der wechselseitigen Geschichte Schleswig-Holsteins auseinanderzusetzen. Er behandelt die Zeit der Herzogtümer bei Dänemark, dann die stürmischen Jahre 1863-1866 und abschließend ihre Zugehörigkeit zu Preußen bzw. Deutschland. Leider zeigt sich der Autor nur im letzten Drittel dem Stoff gewachsen, wo er anschaulich herausarbeitet, wie schnell die neue preußische Provinz durch Maßnahmen aus Berlin den Anschluß an die Moderne gefunden hat. Gerade der Aufbau im kulturellen, wirtschaftlichen und militärischen Bereich - Bau von Schulen, Verwaltungseinrichtungen, Kasernen, Häfen, Straßen, Eisenbahnstrecken, Telegraphenlinien sowie des Nord-Ostsee-Kanals - war enorm. Wer allerdings, gelockt durch den Titel, meint, das Buch behandle vor allem die militärischen Operationen und den Sturm auf die Düppeler Schanzen, wird enttäuscht werden. Der Krieg selbst kommt gerade mal in einem kurzen Absatz auf Seite 57 vor, der Sturm auf die Schanzen ebenda in einem (!) Satz. Das ist schon ein starkes Stück und grenzt an Betrug am Leser, jedoch kommt es noch schlimmer. In diesem einen Absatz haben sich zwei kapitale Sachfehler eingeschlichen. Alberts schreibt von "tausenden" (sic) Toten, die der Sturm gekostet habe. In Wirklichkeit waren es bei Düppel genau 1.161, davon 263 Preußen und 898 Dänen (insgesamt kamen im Krieg 977 Preußen, rund 1.200 Österreicher und etwa 5.600 Dänen ums Leben). Und direkt im Anschluß: Die dänische Armee habe unter dem Kommando des hochbefähigten Julius de Meza "bravurös" (sic) gekämpft. Tatsache ist aber, daß de Meza diesen Posten nur bis zum 29. Februar 1864 innehatte. Am 18. April, dem Angriffstag, befehligte Georg von Gerlach die dänischen Truppen. Entgegen der Bildunterschrift eines Fotos auf Seite 54 von einer zerstörten Häuserzeile in Sonderburg war der Krieg kein totaler. Sonderburg wurde nicht, wie das die Abbildung suggeriert, dem Erdboden gleichgemacht. Lediglich einige Häuser nahe der strategisch wichtigen dänischen Pontonbrücke, die die Insel Alsen mit den Schanzen verband, fielen dem preußischen Artilleriebeschuß zum Opfer. Des weiteren fällt der seltsam gehetzte, stakkatohafte Telegrammstil des Autors negativ auf. Manche Sätze kommen gänzlich ohne Prädikat oder Subjekt aus. Kleine Stilblütenauswahl: "Viel Hoffnung ist." (S.34); "Wird zum Weltmann." "Innenpolitische Turbulenzen." (S. 40); "Nicht Klugheit regiert." (S.47). Zahlreiche Orthographie- und Interpunktionsfehler kommen hinzu. Für das Verständnis relevante Hintergrundinformationen fehlen häufig, Andeutungen müssen nicht selten eine adäquate Beschreibung des Sachverhalts ersetzen. Die dänische Legende einer Karte auf Seite 93 ist nicht ins Deutsche übersetzt worden. Außerdem weist Alberts die Herkunft seiner zahlreich in den Text eingestreuten Zitate nicht nach. Das am Ende des Buches plazierte Literaturverzeichnis ist eigentlich keines, denn es weist lediglich ganz allgemein auf Literatur zum Thema hin, wobei wesentliche Werke, gerade auch Neuerscheinungen der letzten Zeit, nicht aufgeführt sind. Es ist schade, daß das formal gutgemachte Buch im großen und ganzen inhaltlich nicht überzeugen kann. Der Arbeit fehlt die ordnende Hand eines qualifizierten Lektorats. Man hat den Eindruck, hier wurde an falscher Stelle gespart.
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1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Dezember 2013
Ich habe Düppel 1864" erworben, weil ich mich für die dänisch-schleswig-holsteinische Geschichte sehr interessiere. Gerade der Untertitel Schleswig-Holstein zwischen Dänemark und Preußen" schien mir sehr interessant, weil die Übergangszeit von Herzogtümern im Gesamtstaat zur preußischen Provinz für mich noch ein weißer Fleck war. Ich muß sagen, daß das Buch mich gepackt hat. Als besonders gelungen empfand ich, daß die komplizierte Geschichte vom Inhalt, aber auch von der Sprache her, so dargestellt wird, daß ich als Laie sie verstehen konnte. Sehr gefallen hat mir, wie sich an den Schicksalen der Protagonisten und Zeitgenossen die Entwicklung des Dramas zeigt. Das Buch verdeutlicht, welche ungeheure Zeitenwende es für Dänemark und Schleswig und Holstein bedeutete, daß die Herzogtümer nach 400 Jahren den Kopf von Kopenhagen nach Berlin drehen mußten. Ich empfehle dieses lesenswerte Buch.
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