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5.0 von 5 Sternen Oberst Franz Pfeiffer (1907-1994) und das Rätsel um das verschwundene Reichsbankgold, 5. Juli 2014
Von 
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Rezension bezieht sich auf: Ritterkreuzträger - Oberst Franz Pfeiffer - Vom Kommandoführer der "Brandenburger" zum Geheimnisträger des Reichsbankschatzes - FLECHSIG Verlag (Gebundene Ausgabe)
Rezension zu:

"Oberst Franz Pfeiffer - Vom Kommandoführer der "Brandenburger" zum Geheimnisträger des Reichsbankschatzes"

Zum historischen Hintergrund:

Franz Pfeiffer, 1907 in München geboren, trat 1924 in die Reichswehr ein und wurde Berufssoldat. Anfang der
30er-Jahre gelang Feldwebel Pfeiffer die Übernahme in die Offizierslaufbahn. Pfeiffer -selbst ausgebildeter
Heeresbergführer- machte schnell Karriere und war an der Front zuletzt Kommandeur des Gebirgsjägerregiments
100 in der Division "Brandenburg". Hochdekoriert, u.a. mit dem Ritterkreuz und dem Deutschen Kreuz in Gold,
war Pfeiffer gegen Kriegsende Oberst und Kommandeur der Gebirgsjägerschule in Mittenwald.

Anfang März 1945 lagerte die Reichsbank den größten Teil ihrer Gold-, Silber- und Devisenbestände von Berlin
nach Thüringen aus. Als Auslagerungsort wählte man das alte Bergwerk Kaiserrode in Merkers (im Wartburgkreis,
an der Werra gelegen).

Am 4. April 1945 marschierten amerikanische Truppen in Merkers ein und beschlagnahmten sofort die im Bergwerk
eingelagerten Gold-, Silber- und Devisenbestände, die von US-Finanz-Experten gesichtet und von diesen auf ca.
250 Millionen US-Dollar geschätzt wurden.

Als die Russen schließlich immer näher auf Berlin vorrückten, beschloß die Reichsbank, den Teil ihrer Gold- und
Devisenbestände, die sich noch in Berlin befanden, nun ebenfalls auszulagern. Als Auslagerungsort wählte man Ein-
siedl am Walchensee (Bayern). Die wertvolle Fracht wurde dem Kommandeur der Gebirgsjägerschule in Mittenwald,
Oberst Franz Pfeiffer, übergeben, der diese in mehreren Erd-Depots vergraben ließ. Bei der Fracht handelte es
sich um 728 Reichsbank-Goldbarren und um Devisen im Wert von mehreren Millionen in ausländischen Währungen.

Nach dem Einmarsch der Amerikaner forschten diese sofort nach dem Verbleib des Reichsbank-Schatzes und fanden auch
mehrere der Depots, die Oberst Pfeiffer angelegt hatte.

Oberst Pfeiffer tauchte kurz nach Kriegende unter und war auch nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland nicht
mehr auffindbar, als deutsche Behörden ihn wegen des Reichsbankschatzes befragen wollten.

Pfeiffer hatte sich nach Argentinien abgesetzt. Er starb im Jahre 1994.

Zur Bewertung:

Roland Kaltenegger hat in den letzten Jahren eine Reihe interessanter Bücher über Offiziere der Gebirgs-Truppe der
ehemaligen deutschen Wehrmacht geschrieben. Diese Buchreihe stellt einzelne Biographien von heute kaum noch bekann-
ten Offizieren der Gebirgstruppe der deutschen Wehrmacht vor und ist daher vor allem Lesern, die sich für die Ge-
schichte der deutschen Gebirgstruppe interessieren, zu empfehlen. Diese Einzelbände sind aber auch für den geneig-
ten Leser eher als interessante Zusatzinformation zu verstehen.

Diese Biographie -erschienen in Flechsig-Verlag- ist hochwertig und ansprechend gestaltet: gebunden; Format 17 x 24 cm;
ca. 160 Seiten; ca. 122 schwarz-weiß-Abbildungen.

Oberst Franz Pfeiffer hat eine beachtenswerte Militärlaufbahn vorzuweisen. Durch Fleiß und Ehrgeiz schaffte er es, als
Unteroffizier in die Offizierslaufbahn übernommen zu werden. Anfang der 30er-Jahre war dies noch äußerst selten.

Franz Pfeiffer bleibt aber trotzdem vor allem in Erinnerung wegen seiner ungeklärten Rolle beim Verschwinden eines Teils
des Reichsbank-Vermögens. Man geht heute davon aus, dass am Walchensee ca. 100 Goldbarren und mehrere Millionen ausländi-
scher Devisen verschwunden sind.

Man beschuldigte Oberst Pfeiffer, dass er sich am Reichsbank-Vermögen bedient hätte und somit womöglich seine Flucht und
sein weiteres Leben in Argentinien finanziert habe.

Bekannt ist aber auch der Fall des US-Colonels James G. Fisher aus Wilmette, der von der US-Militär-Regierung in Berlin
damit beauftragt wurde, das Reichbank-Gold und die verschwundenen Devisen zu finden und der dann schließlich selbst beim
illegalen Handel mit Gold erwischt wurde! Colonel Fisher wurde verhaftet und von einem US-Gericht zu einer Gefängnisstrafe
verurteilt. US-Präsident Truman schaltete sich persönlich ein und ordnete die sofortige Haftentlassung des verurteilten an.

1950 wurden in den USA mehrere Hundert Goldbarren, die den deutschen Reichsadler trugen, ein- bzw. umgeschmolzen und die
"neuen" Goldbarren wurden mit dem US-Wappen versehen.

Fazit:

Roland Kaltenegger hat sich als Schriftsteller auf das Thema "Gebirgs-Truppe" spezialisiert und sich in den letzten Jahren
einen guten Ruf erworben. Besonders im Bereich militärischer Biographien schließt er im Bereich der Gebirgs-Truppe eine
Lücke. Auch die hier vorgestellte Biographie ist gut und interessant geschrieben und absolut lesens- und empfehlenswert!

Meine positive Bewertung soll auch für den Autoren und für den Verlag eine Ermutigung sein, diese interessante Buchreihe
fortzusetzen.

P.S.:

Bis heute suchen Hobby-Schatzsucher nach dem Rechsbank-Gold am Walchensee in Bayern. Diese Schatzsucher sind sich sicher,
dass noch über 100 Goldbarren, aber auch eine Vielzahl von Säcken, die Gold- und Silbermünzen enthielten, dort irgendwo
vergraben liegen.

Wahrscheinlicher ist es aber, dass dieser Schatz, nach dem heute noch gesucht wird, bereits kurz nach Kriegesende von
den Amerikanern gefunden wurde. Es klingt auch wahrscheinlich, dass sich Franz Pfeiffer seinen Neuanfang in Argentinien
durch Reichbank-Devisen ermöglichte.

Aber trotzdem: Der Mythos des "Reichsbank-Gold-Schatzes vom Walchensee" wird weiterleben!!!
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