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122 von 126 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschütternde und dennoch objektive Darstellung
Ich habe mich entschlossen, aufgrund der hier überwiegend positiven Bewertungen dieses Buch zu lesen und musste insgesamt feststellen, dass die positiven Bewertungen über dieses Buch absolut berechtigt sind.

Es handelt sich insgesamt um einen sehr objektiv verfassten Erlebnisbericht der Geschehnisse unmittelbar an der Front beginnend mit dem...
Veröffentlicht am 20. Oktober 2006 von Bel-Ami

versus
9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Anstrengend geschrieben,aber interessant
Dieses Buch ist ohne Frage sehr authentisch, und beschreibt den Krieg in all seinen grausamen Facetten. Allerdings empfinde ich es als schwer zu lesen. Der Autor wechselt ständig (von Satz zu Satz oftmals!) zwischen Präsens und Präteritum. Spätestens in der Mitte von "Vergiss die Zeit der Dornen nicht" zieht sich die Beschreibung arg hin und es wird...
Veröffentlicht am 30. Mai 2009 von Legion


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122 von 126 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschütternde und dennoch objektive Darstellung, 20. Oktober 2006
Ich habe mich entschlossen, aufgrund der hier überwiegend positiven Bewertungen dieses Buch zu lesen und musste insgesamt feststellen, dass die positiven Bewertungen über dieses Buch absolut berechtigt sind.

Es handelt sich insgesamt um einen sehr objektiv verfassten Erlebnisbericht der Geschehnisse unmittelbar an der Front beginnend mit dem Truppentransport nach Stalingrad aus Sicht eines einfachen "Landsers", d.h. vorliegend eines MG-Schützen, welcher im Alter von 19 Jahren nach vorheriger Ausbildung im Herbst 1942 an die Front nach Stalingrad entsendet und dort eingesetzt wird. Dem Buch lagen Tagebuchaufzeichnungen zugrunde, welche der Autor erst im fortgeschrittenen Alter wiederentdeckt hatte. Entsprechend gestaltet sich die Erzählweise und Aufteilung - ähnlich einer Tagebuchform. Besonders gefiel mir hierbei die schnörkellose, wenig pathetische Schreibweise, die dem Leser den Eindruck vermittelt, dass weder etwas beschönigt und verherrlicht, noch etwas übertrieben oder gar unberechtigterweise eingefügt wird, was nicht den Tatsachen entsprach. Dennoch sind die Bericht sehr detailliert, was bei mir die Frage aufwirft, wie sich der Autor nach so vielen Jahren an derart viele Einzelheiten und Begebenheiten erinnern kann. Entweder waren es die Grenzerfahrungen, welche ein Vergessen unmöglich machen oder die Tagebuchaufzeichnungen selbst waren sehr detalliert.

Insgesamt konnte ich mich bei der Lektüre des Buches kaum der Empfindung entziehen, dass ich die Geschehnisse selbst durchlebe. Insbesondere musste ich mich immer wieder fragen, welchen Ängsten und Gefühlen ich selbst in den vom Autor durchlebten Situationen ausgesetzt gewesen wäre, was vermutlich wiederum der Schreibweise des Autors geschuldet ist, welche hierfür genügend Spielraum lässt.

Zum Inhalt möchte ich weiter nichts hinzufügen. Das, was der Autor an der Front durchlebt hat, ist für einen jungen Menschen wie mich weder beschreibbar, noch fassbar, da es solche Grenzerfahrungen sind, die die Existenz berühren. Kälte, Hunger, hunderte Kilometer von der Heimat entfernt, abgeschnitten von den eigenen Linien, Chaos und den Tod ständig vor Augen, sei der grausame und qualvolle Tod anderer Gefallener auf eigener und gegnerischer Seite oder der eigene Tod, welchem der Autor oftmals nur durch Zufälle und dem Standhalten des sprichwörtlichen, seidenen Fadens entrinnen konnte. In diesem Zusammenhang geht mir die Äußerung des Autors in einer lebensbedrohlichen Situation während eines Panzerangriffs der Gegenseite besonders nah und zwar der Gedanke, dass er bis dato sein junges Leben noch gar nicht gelebt habe und es an dieser Stelle schon vorrüber sein soll.
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95 von 100 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein aufwühlender Erlebnisbericht, 18. Mai 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Autor diese Buches hat den 2. Weltkrieg überlebt. Die meisten seiner Kameraden allerdings nicht (lediglich einer aus der Anfangszeit hat ebenfalls überlebt). Günter K. Koschorrek kam Ende 1942 als Mannschaftsersatz zur 24. Panzerdivision im Raum Stalingrad. Mit viel Glück konnte er sich (zusammen mit anderen Soldaten) der Einkesselung entziehen. Danach war er bis Kriegsende im Einsatz (unterbrochen lediglich durch Lazaretaufenthalte, eine Divisionsneuaufstellung, weitere Ausbildung und Urlaubzeiten). Die meiste Zeit davon im Süden der Ostfront, später dann auch an der Weichsel und in Deutschland. Koschorrek zeichnet ein ungeschminktes Bild des Krieges, wie er ihn ein einfacher Soldat erlebt hat. Sein Bericht bringt einen ziemlichen Erkenntnisgewinn über die Wirklichkeit des 2.Weltkrieges, wie sie sich den deutschen Soldaten darstellte. Ich will es bei diesen knappen Hinweisen belassen, denn mir geht es nicht darum, hier eine komplette Inhaltsbeschreibung vorzulegen. Ich empfehle dieses Buch allen denjenigen, die Interesse an militärhistorischer Literatur haben bzw. die etwas über die deutsche Wehrmacht erfahren möchten.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen !!! Top - WK 2 Buch !!!, 5. November 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das von Günter K. Koschorrek geschriebene Buch "Vergiss die Zeit der Dornen nicht" handelt von seinen selbst erlebten Erinnerungen an den Ostfeldzug der dt. Wehrmacht im 2.Weltkrieg.
Er schildert in authentischer Art und Weise anhand von Tagebuchaufzeichnungen aus seiner Sicht das Erlebte im Rahmen seiner Einheit der 24.PzDiv.
Dabei ist sein Schreibstil sehr eingänglich und leicht zu lesen.

Durch den leicht verständlichen Schreibstil liest sich das Buch wunderbar flüssig und begeistert durch die Bank von Anfang bis zum Ende.
Allgemein kann ich sagen dass G.K. Koschorrek nicht ganz so brutal die Kampfhandlungen umreisst wie etwa Sepp Allerberger in seiner ebenfalls sehr gelungenen Autobiographie: "Der Wehrmachtsscharfschütze Sepp Allerberger"

Dennoch ist das Buch äusserst eindringlich und beschreibt in nicht geschönter Weise die Erlebnisse des einfachen dt. Landsers im 2ten Weltkrieg:
Verwundung, Tod, Panzerschlachten, Nahkampf, Explosionen, Angst, Verzweiflung...

Bitte beachten!!! :

Es handelt sich bei dem Autor nicht um einen Offizier oder Wissenschaftler respektive WK2 Historiker, deswegen können einige spezifische Daten bzw. Bezeichnungen leicht verfälscht oder der Einfachheit halber für die Breite Leserschaft geeigneter ausgewählt worden sein.
Dieses Buch wurde von einem ganz normalen "Landser" (Militärjargon für einen einfachen Mannschaftsdienstgrad) nach seinen eigenen Erinnerungen und pers. erstellten Tagebucheinträgen geschrieben.
Es ist die Absicht des Autors aus der untersten militärischen Sichtweise, eben der eines Gefreiten das Grauen und die Pflichten eines dt. Soldaten an der Ostfront zu beschreiben.

Kurz :

- Es wird alles sehr authentisch beschrieben und selbst Romanveteranen im Bereich Ostfeldzug/ Stalingrad werden bestimmt nicht enttäuscht.
- Ich habe dieses Meisterwerk innerhalb 2 Wochen durchgelesen und es hat sich zu keiner Zeit eine Langeweile oder Eintönigkeit innerhalb des 476 seitigen Buches eingestellt.
- Grundsätzlich ist das Buch empfehlenswert für alle am 2ten Weltkrieg interressierte.
- Für Jung und Alt geeignet
- Kaufen !!!
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123 von 132 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen unbedingte Pflichtlektüre für Interessierte der Materie, 1. November 2006
Um es vorwegzunehmen: dieses Buch gehört ohne Zweifel zum Besten was es zum Thema gibt. Ich bin immernoch dermaßen beeindruckt, daß ich kaum weiß wo und wie ich anfangen soll.
Der Autor schildert seinen Werdegang an der Ostfront, mit einer kurzen Episode an der Südfront, von 1942 bis zum Ende.
Der Autor läßt den Leser am eigenen Wandel vom jungen kampfeslustigen Rekruten, der nach dem ersten Angriff nicht mehr weiß wie ihm geschieht, bis zum abgehärteten, mit allen Wassern gewaschenen, hochdekorierten Landser ohne Illusionen, hautnah miterleben. Die Erzählweise ist klar und ohne "Holpersteine", tagebuchartig.
Wie in kaum einem anderen Werk nimmt Leser am Leiden der Landser teil, erlebt die dramatische Kälte, den bodenlosen Schlamm, die Verzweiflung der Landser bei Hülsenreißern und Munitionsmangel aufs internsivste.
Besonders bemerkenswert ist für mich die bereits erwähnte Darstellung des Wandels, der in der Person des Autors vor sich geht und mir so bis jetzt in Literaturform kaum untergekommen ist. Steht am Anfang noch Abscheu gegen Soldaten, die verwundete Feinde töten um nicht in den Rücken geschoßen zu werden, ertappt sich der Autor später beinahe selbst dabei.
Ebenso der Wandel im Feindbild, entstehender Haß gegen Feind und Partei, und als besonders bemerkenswert die beschriebene intensive Kameradschaft. Sogar die besondere Beziehung des Autors zu seinem "Werkzeug", dem MG42, wird deutlich. Hieran mag nun der eine oder andere Anstoß nehmen, im Kontext ist dies aber sogar besonders interessant zu lesen. Besonders die beschriebenen Szenen der Menschlichkeit, unter Kameraden, wie auch unter Feinden lassen mal um mal eine Gänsehaut entstehen.
Für mich hat dieses Buch einen beinahe aufklärerischen Charakter über das Wesen und Denken des einfach Landsers, seiner Leiden, und den Schrecken des Krieges an der Ostfront und allgemein.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen hammerhart, 11. Mai 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Hammerharter Erlebnisbericht.Der Autor beschreibt seine persönlichen Kriegserlebnisse von 1942 bis 1945. Die ganz großen Siege sind vorbei. Im Osten tobt der Kampf ums Überleben. Flüssig geschrieben aus der Sicht des soldaten ganz vorne. Unbedingt Lesenswert.
Historisch interessant- der Autor war bei der Rückeroberung von Nemmersdorf dabei. Leider wird dieses Erlebnis nur kurz angesprochen, zu schrecklich war das Erlebte. Wenn ich bedenke das in den neueren Diskussionen (z.b. ZDF History,WIKEPEDIA) Nemmersdorf immer mehr verharmlost wird, so wäre es interessant gewesen wenn der Autor hier seine Erlebnisse präzisiert und damit der Nachwelt erhalten hätte.
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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hautnah dabei, 22. Mai 2007
Für Interessierte des Zweiten WK ist dieses Buch ein Muss.Anders als bei anderen Büchern der Materie erlebt man hier hautnah das Leben eines Landsers.Vom euphorischen Einzug an die Ostfront(ist jedenfalls besser als die Schikanen bei der Ausbildung)(Gedanken des Autors) über das Entkommen aus dem Kessel von Stalingrad,Einsatz in Italien(Partisanenbekämpfung)Rückkehr zur Ostfront und der ständige Rückzug über Rumänien,Ostpreussen und dem Reich bis zur Kapitulation ist hier alles dabei.Verluste von liebgewonnen Freunden,Vorgesetzten und russischen Einwohnern gehören ebenso dazu,wie schicksalshafte Begegnungen mit einem jungen russischen Soldaten,der dem Autor seine Stiefel schenkt und damit die Flucht vor der nahenden russischen Armee.Dieses Buch ist spannend und lehrreich,weder pathosbehaftet noch unschuldig,einfach die Realität dieses und anderer Soldaten.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Stück deutscher Geschichte - einmalig berührend und hochinformativ, 26. September 2012
Rezension bezieht sich auf: ZEITGESCHICHTE - Vergiss die Zeit der Dornen nicht - Ein Soldat der 24. Panzerdivision erlebt die sowjetische Front und den Kampf um Stalingrad - FLECHSIG Verlag (Gebundene Ausgabe)
Diesem Buch gelingt auf ganz einmalige Weise ein Spagat, den es nur selten zu lesen gibt. Auf der einen Seite ist es ein hochspannender Tatsachenbericht in trockener, tagebuchartiger Sprache, der schon im Vorwort des Verfassers den Leser in den Bann reißt. Gleichzeitig regt es zum Nachdenken an - und zwar mehr, als viele Geschichtsbücher es tun könnten.

Wer die vielzitierten und -gedruckten "Verlorenen Siege" der deutschen Generalität nach dem Krieg gelesen hat, erfährt hier zum ersten Mal, was damit gemeint ist. Günter Koschorrek beschreibt hautnah, wie er sich und seine jungen Kameraden ab Winter 1942 Tag für Tag der mehrfach überlegenen Streitkräfte der Roten Armee entgegenstellen musste, abseits eines erkennbaren Führungskonzepts, nur zum Aushalten verdammt, eine Angriffswelle nach der anderen abschlagend, aus Schlammlöchern immer wieder in Gegenstößen mit keuchender Lunge den Gegner zurückgeschlagen, bloß um schließlich doch die Stellung irgendwann einmal zu räumen oder sogar von Panzern überrollt zu werden und mit nichts anderem in der Hand, als der Pistole um sein Leben zu rennen, sich tagelang durch das Hinterland zu schlagen, um später an der nächsten Verteidigungslinie eingesetzt zu werden.

Besonders eindrucksvoll sind dabei immer wieder Koschorreks Beschreibungen, wie er versucht mit diesen Situationen und dem Tod und Verletzungen seiner zahlreichen Kameraden umzugehen; Gründe zu finden, sich zu motivieren und sich dann an ganz einfachen Dingen festhält, um den gesunden Menschenverstand zu behalten: das Essen und der Kaffee, sich wenn immer es ging gesund zu halten, sich auf seine Aufgabe als MG-Schütze soweit zu spezialiseren, wie es nur möglich war und alles daran zu setzen, einfach nur das Bisschen stärker zu sein, als der Feind, um auch beim nächsten Mal zu überleben. Durch seine direkte und wertefreie Erzählsprache der Ereignisse kann Koschorrek auf ganz einmalige Weise über viele grausame und brutale Erlebnisse berichten, ohne dass jemals ein Anflug von Vorwurf oder Pathos mitklingt. Das Geschehene spricht völlig für sich selbst. Auch wenn Teile seiner Fronterfahrungen fast schon filmreif sind (das geschenkte Feuerzeug das ihn vor einem Brustschuss rettet, die weinende Russin die den Tod der Kameraden voraussieht, der junge Russe, der ihm zur Flucht die Stiefel schenkt) so nimmt man dem Autor zu jedem Zeitpunkt seine Handlungen ab und fragt sich irgendwann einmal, was ein Mensch alles auszuhalten vermag, noch dazu in so jungen Jahren. Dies wird vor allem gegen Ende des Buches sehr nervenaufreibend, als Koschorrek trotz seiner zahlreichen Gefechte und Verwundungen so lange Zeit - in einer der gefährlichsten Infantriegattungen - überlebt hat, bloß um in den letzten Kriegsmonaten durch eine Laune eines unerfahrenen Kommandierenden, völlig vergessen auf ein letztes Himmelfahrtskommando geschickt wird.

Weil Koschorrek darauf verzichtet, das Erlebte in einen politischen oder wertenden Kontext zu ziehen, stellt sich irgendwann zwangsläufig beim Leser die Frage, wie es denn überhaupt zu so solchen Missständen kommen konnte: Hier ist nichts zu lesen von der technischen Überlegenheit der Wehrmacht. Stattdessen stellt man sich die Frage, warum Tausende von Deutschen auf diese Weise geopfert wurden, weil keine Panzer zur Verfügung standen oder weil die russischen Kampfflieger nach gut Willen angreifen konnten. Warum man den stundenlangen Artilleriebombardments nicht mehr entgegenzusetzen hatte, als tief gegrabene Schützengräben, in denen beim Anrollen der Panzermassen die Soldaten herauskrochen und unter Einsatz ihrer letzten Kräfte ausgehungert um ihr Leben kämpften. Das Buch fasst diese Geschichte auf einmalige Weise in Bilder und vermittelt damit etwas, was eben auch in den "Verlorenen Siegen" steht: das völlige Misslingen der deutschen Logistik im Feindesland, seinen Soldaten auch nur Notwendigste an materialler und personeller Unterstützung zukommen zu lassen. Und übergeordnet das völlige Fehlen seitens der militärischen Führung nach '41 ein Kriegskonzept vorzulegen, und stattdessen "dauerhaftes Operieren" auf den Rücken des einfachen Landers: mit einzelnen, verlassenen Soldatengruppen riesige Frontlöcher zu stopfen, Alarmeinheiten pausenlos von einem Brennpunkt zum anderen zu verschieben, bloß dass die vielleicht mit Klappspaten und Bajonett verteidigte Front an anderer Stelle wieder von anrollenden Panzermassen überrollt wird. Auch wird deutlich, wie hilflos die Soldaten dem eiskalten Anrennenlassen der sowjetischen Menschenmassen zuschauen mussten und jeden Tag mit einer zahlenmäßig unfassbaren Überlegenheit an Waffen und Technologie des Gegners konfrontiert wurden. So wird alleine durch die Beschreibungen Koschorreks klar, wie die in Taktik und Führung bis dato so erfolgreiche Generalität nach '41 ihre eigenen Landsleute - junge Menschen wie Koschorrek - an der Ostfront eigentlich hat ausbluten und im Stich gelassen hat.

Nach dem Lesen dieses Buches habe ich als junger Mann jedenfalls tiefen Respekt vor den Leistungen des Autors. Nicht, weil und wie er als Soldat gekämpft hat, sondern wie er versucht hat ein Mensch zu bleiben in einem schier unfassbaren Schicksal in so jungen Jahren; und wie er es mit Mut, Ausdauer und Glück geschafft hat, dem Tod letzten Endes doch zu entkommen. Und man will sich gar nicht vorstellen, wie viele tausende andere Soldaten - unsere Großeltern oder Urgroßeltern - diese endzeitliche Mischung aus Todesangst und Hass erlebten, dabei das Glück hatten zu überleben, aber im Nachkriegsdeutschland den Rest ihres Lebens mit diesem Schmerz lebten.

Hier kommt dann auch, wenn man so will, die einzige Wertung des Autors zu Tage: Der Titel sagt, dass sich diese Zeit leider nicht verdrängen lässt.

Kurzum: ein Buch, das ganz leicht 5 Sterne verdient, nicht weil es ein literarisches Meisterwerk ist, sondern weil es versteht, ein Stück deutscher Geschichte zu erzählen und mit ihr umzugehen.
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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein furchtbares Schicksal, 23. September 2007
Ich war noch nie von einem Buch so sehr gefesselt wie von diesem!
Ich kann mir garnicht vorstellen, dass ich noch einen Zeitzeugenbericht so realistisch und gut finden könnte.

Der junge Soldat hat Tagebuchaufzeichnungen über seine Kriegserlebnisse und Gefühle gesammelt und bietet uns so einen Einblick in die grauenvolle Zeit and der vordersten Front.

Der Schreibstil des Autors ist sehr schön und flüssig und es wird nie etwas übertrieben dargestellt. Einfach alles exakt so aufgeschrieben wie es war, nichts dazu gedichtet, nichts verfälscht.
Mir wurde nicht an einer Stelle im Buch langweilig,es ist sehr spannend, traurig und grausam. Man leidet mit dem Soldaten mit und an grausamen Stellen musste ich manchmal sogar kurz meinen Blick vom Buch abwenden, da es so furchtbar war. Die detaillierten schrecklichen Ereignisse rühren oft zu Tränen und Fassungslosigkeit. Nichts für schwache Nerven.

Man kann die Entwicklung des jungen Soldaten zu einem kampferprobten, mit Orden dekorierten Frontkämpfer gut miterleben. Am Anfang ist er noch von der Kriegspropaganda geblendet und denkt das sie für etwas gutes in den Krieg ziehen und das sie Stalingrad im Spaziergang erobern werden.
Dort angekommen trifft ihn die Realität wie ein Schlag, es war ein Himmelfahrtskommando und die Einheit wird eingekesselt und überrollt, durch die Hölle von Panzern, Bomben, Granaten und Flugangriffen kann er geradeso entfliehen doch nur wenige können diesem Angriff entgehen.
Nun weiß er wie furchtbar das alles ist und das am heiligen Abend.

Nach der Genesungszeit wird er auch in Italien und anderen Ländern eingesetzt, wo sich ebenfalls grauenhafte Szenen abspielen und er seine besten Kumpels auf brutalste Art und Weise verliert. Unter den Soldaten entwickelt sich ein Hass auf die Kriegsführer die die jungen Menschen einfach so verheizen und selbst noch nie an der Front waren. Es geht den Soldaten nicht im geringsten um politische Ziele der Kriegsführung, es geht ihnen nur noch darum mehr oder weniger gesund aus diesem Krieg herauszukommen und ein friedliches Leben zu führen.

Man fragt sich bei diesem Buch oft, wie man das alles ertragen kann.

Ich habe großen Respekt vor all diesen Soldaten, die in den Krieg mussten, obwohl sie das nicht wollten. Die schönste Stelle im Buch war für mich, als der Autor heimlich bei einem russischen Soldaten mit ihm zu Mittag gegessen hat und dieser ihm seine Stiefel gegeben hat, da der Autor verwundete Füße hatte und in seinen eigenen Stiefeln nicht mehr laufen konnte.
Es ist einfach rührend das es doch noch Freundschaft und Mitgefühl in so einer schrecklichen Zeit stattfand, auch wenn das bestimmt sehr selten vorgekommen ist.

Das Buch hat mich zutiefst bewegt, mein absolutes Lieblingsbuch zu diesem Thema.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr interessant und ehrlich geschrieben !!!, 12. März 2006
Von Ein Kunde
ich bin fasziniert von diesem buch, da es ehrlich aber trotzdem äußerst spannend geschrieben ist. hier wird nichts verherrlicht oder verschleiert und gerade diese tatsache macht das buch so gut. ich kann es nur empfehlen - kein roman kommt an die echten und ungeschminkten erlebnisse heran - sehr gut !!!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das darf man nicht verpassen, 3. Januar 2010
Das Buch ist völlig authentisch aus der Sicht eines deutschen Landsers geschrieben.
Dabei wird alles sehr realistisch wiedergegeben. Von feuchtfröhlichen Runden, Liebeleien mit Mädchen, über widerwertige Ausbilder, schwerste Verwundungen, bis zu tragischen Ereignissen als gute Kameraden neben ihm fielen.
Der Autor macht auch keinen Hehl von großem Respekt zu einzelnen Vorgesetzten und auch von der Unfähigkeit einiger Offiziere. Sehr intensiv beschreibt er das gegenseitige Vertrauen der Kameraden untereinander. Er beschreibt auch, dass er ohne diese grandiose Kameradschaft den Krieg nicht überlebt hätte. Dann wäre auch nicht dieses fantastische Buch entstanden dessen Kauf ich sehr empfehlen kann.
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