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24 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Motivation nachvollziehen, 22. November 2005
Von 
Christian von Montfort (Barcelona, Katalonien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Würde des Menschen ist antastbar: Aufsätze und Polemiken (Taschenbuch)
Dieses Buch ist eine Zusammenstellung von 39 Essays von Ulrike Meinhof aus der Zeit 1959-69, die in der linken Studenten-Zeitschrift "konkret" erschienen. 1970 ging Meinhof dann mit der RAF in den Untergrund. In Zeiten von zunehmendem Terrorismus in der ganzen Welt, bei dem zumeist ausführlich die Auswirkungen, nicht aber die Ursachen diskutiert werden, hilft dieses Buch, die Ursprünge des damaligen deutschen Terrorismus nachzuvollziehen.
Meinhof (1934-79), die die letzten Kriegsjahre bewusst miterlebt hatte, zeigt sich als politisch sehr engagierte Frau mit einem ausgeprägten Sinn für Demokratie und Pazifismus. Was trieb eine solchen Menschen in den Terrorismus? Diese Entwicklung wird in den Artikeln deutlich. Vertritt sie zunächst nur die Meinung, dass die Deutsche Regierung unter Adenauer und Ehrhardt sich zu einseitig auf die USA ausrichte und russisch-kommunistische Interessen boykottiere (u.a. die Abrüstungsangebote Chruschtschovs), so wird sie schrittweise aggressiver, als der Kalte Krieg eskaliert, Politiker die Welt mit Atombomben aufrüsten und ihrer Meinung nach das Grundgesetz ausgehöhlt wird (Notstandsverordnung). Weitere Artikel kritisieren die Benachteiligung von Frauen, Heimkindern und Sonderschülern.
Ihre Meinung fand breitere Zustimmung in der 68er-Bewegung, die sich vor allen Dingen gegen den Vietnamkrieg und die Angriffe auf die Zivilbevölkerung richtete sowie gegen die angeblich manipulative Berichterstattung ("Hetze") der Springer-Presse. Meinhof wirft den USA einen Imperialismus vor, so ähnlich, wie er von anderen Autoren heute wegen des Einmarsches in den Irak vorgeworfen wird, und der Deutschen Regierung US-Hörigkeit und Desinformation. An einer Stelle setzt Meinhof den Abwurf von Atombomben und Napalm auf Städte mit der Vergasung von Menschen im Dritten Reich gleich. In der Unterdrückung von Demonstrationen u.a. über Wasserwerfer, Gummiknüppel und Schüsse sieht sie einen autoritären Polizeistaat, der wahre Demokratie unterdrückt. In Gedenken an die Widerstandskämpfer des 20.Juli 1944 (einer ihrer Artikel) muss sie es zuletzt in fatalem Schluss als ihre demokratische Pflicht angesehen haben, vom Wort zur Tat zu schreiten und in den Untergrund zu gehen.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Gegen die Massenverblödung...", 21. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Würde des Menschen ist antastbar: Aufsätze und Polemiken (Taschenbuch)
Diesen Teil eines Satzes habe ich mir unter den vielen herausgepickt, da ich finde, dass er auch als Titel dieses Buches herhalten könnte. In diesem Band sind insgesamt 39 Aufsätze und Polemiken enthalten, die Ulrike Meinhof zwischen 1959 und 1969 für die Zeitschrift "konkret" verfasst hat. Zum größten Teil ist es ein Zeitzeugnis der damaligen politischen Verhältnisse. Die Politik Adenauers, Strauß', die Kratzbuckelei in Richtung USA, die anfängliche Sympathie für die SPD, die sich später in Skepsis gegenüber selbiger verwandelte, Lohnkämpfe (ein Arbeitskräftemangel herrschte vor!!!), Naziprozesse und die Unfähigkeit gerecht mit der Vergangenheit umzugehen, das möglichst schnelle Wiederaufbauen der Macht, Kennedy, Nixon, SDS und und und. Ulrike Meinhof befasste sich aber immer mit der Gesamtsituation und dazu zählen auch soziologische und pädagogische Verhältnisse. Soll heissen: z.B. findet man hier Aufsätze über die Verhaltensweisen der Gesellschaft beim Fall Bartsch (Kindermörder), die Perspektiven von Kindern aus sozial schwachen Familien und die Emazipation.
Ein sehr gutes Buch, das man selten weglegen wird. Es ist ein großartigs Zeitporträt, welches äußerst scharf und eloquent formuliert ist. Die Autorin redet nie um den berühmten heissen Brei herum, sie deckte Widersprüche und Mißstände auf und "übersetzte" das, was die Politiker zwischen den Zeilen sagten oder schrieben. Ich finde sogar, dass man ein wenig den Hang zum Terrorismus, der ja wie bekannt folgte, nachvollziehen kann. Nicht nur von Ulrike Meinhof, die sich in einem der Aufsätze sogar noch als Gegnerin der Warenhausbrandstifung (Täter u.a. Baader und Ensslin) zu erkennen gibt, nein, eigentlich von allen. Oder anders gesagt: Man wundert sich, dass nicht ALLE zu "Terroristen", zumindest aber zu Gegnern der Regierung wurden.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das literarische Vermächtnis einer hochintelligenten Frau, 19. Januar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Würde des Menschen ist antastbar: Aufsätze und Polemiken (Taschenbuch)
Ulrike Meinhof ist eine Freidenkerin gewesen, eine hochintelligente, couragierte Frau. Dies geht eindeutig aus ihren Kolumnen hervor. Sie nahm kein Blatt vor den Mund und agitierte frei heraus was sie dachte. Brilliant geschrieben und immer herausragend argumentiert sind ihre Aufsätze die sie in der Zeit 1959 bis 1969 verfasste.
40 Jahre nach der letzten Veröffentlichung, nach der letzten hier gedruckten Kolumne Meinhofs, sind ihre "Aufsätze und Polemiken" ein wichtiges Zeitdokument für jeden der sich mit dem Nachkriegsdeutschland auseinandersetzen möchte, und auch für jeden der Ulrike Meinhof versuchen möchte zu verstehen. Zu verstehen welche Ereignisse dazu führten, dass diese intellektuelle, junge Journalistin den bewaffneten Kampf aufnahm und sich einen mächtigen Gegner schuf: Das System der Bundesrepublik Deutschland und ihre Represäntanten.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wirklich lohnenswerte Lektüre!, 15. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Würde des Menschen ist antastbar: Aufsätze und Polemiken (Taschenbuch)
Vorweg: Ich habe mich zum Kauf des Buches nach einigen Rechergen zu den 68ern, der RAF und besonders zur Person Ulrike Meinhof, entschieden um vielleicht etwas mehr über diese Frau zu lernen.

Nun, warum ich diesem Buch nachdem es fertig gelesen ist, 5 Sterne gebe hat drei Gründe, die es so empfehlenswert machen:
1. Sind die Essays und Aufsätze darin hervorragend geeignet sich ein tieferes Verständnis der Politik und Gesellschaft der 60er Jahre zu verschaffen. Für mich als viel später erst geborenen ist diese Zeit bisher sehr abstrakt gewesen, Worte wie Notstandsgesetzt, Apo, SDS usw. die höchstens mal im Geschichtsunterricht oder den Medien flüchtig angesprochen, keinesfalls erklärt wurden, haben aufgehört bloße Begriffe zu sein. Stattdessen kennt man nun dazu die Geschichte, welche Ängste die drohenede Notstandsgesetzgebung in weiten Teilen der Bevölkerung weckte, die Aktionen und Personen von Apo und SDS können nun leichter im Kontext dieser Zeit eingordnet werden, da Frau Meinhof ja auch aus einem anfänglich grundlegend demokratischem, später ins linke abdriftenden Blickwinkel das Zeigeschehen kommentiert.
2. Grund ist, das dieses Buch auch einen Teil dazu beitragen kann, den Wandel der Gesinnung Ulrike Meinhofs von, wie angsprochen, zutiefst demokratisch und auch pazifistisch bis hin zu radikal links nachzuvollziehen. Über ihre leidenschaftlichen Plädoyers gegen die Nostandsgesetzte, ihre scharfe Kritik an den Verbleiben vieler Altnazis in öffentlichen Ämtern, Kritik und Frustration über Agieren der SPD, bis hin zur Erläuterung und Rechtfertigung der Kaufhausbrandanschläge Baader und Ensslins und schließlich auch der zornigen Kritik an ihrem eigenem Arbeitgeber in Bezug auf vermeintlicher Meinungsfreiheit und deren Ausnutzung. Die Kommentierung verschiedener Sachverhalte und auch ihre immer radikalere Sprache machen ihren Wandel deutlich.
3. Und letzter Grund ist, kurz gesagt, die große journalistische Qualität die sich in diesem Schriften finden lässt. Ulrike Meinhof pflegte ihren ganz eigenen Stil der heute nicht mal im Ansatz mehr erreicht wird und schwer zu beschreibend ist. Sie versteht es Statistiken und andere Meldungen zur Belegung Stärkung ihrer Aussage zu nutzen und den Sachverhalt so darzustellen, dass jeder Widerspruch, den sie darin ausmacht, förmlich wie ein Stich ins Bewusstsein, offen zu Tage bricht.

Meine Meinung also ist, dass ich mit diesem Buch mehr bekam, als ich mir vorstellen konnte, es wohl unter den besten Bücher, die ich bisher 2011 gelesen habe, einordne und gleichzeitig nun beim Gedenken und Weiter-Rechergieren über Ulrike Meinhof, ein Bedauern empfinde, dass sie damals statt der Feder das Schwert wählte (mit bekanntem Ausgang) und uns so sicherliche eine große Journalistin verloren ging.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Authentische Wut, 2. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Würde des Menschen ist antastbar: Aufsätze und Polemiken (Taschenbuch)
Um andere anzustecken muss man selber brennen. Um die bürgerliche Gesellschaft zu kritisieren muss man erkennt haben wie sie tickt, muss man sich der Analyseinstrumente bedienen die politisch implizieren man wolle diese Gesellschaft auch umwälzen. Sie hat das hinbekommen. Und nun mögen die Leute, die die Gewalt der RAF ablehnen sich zu mir gesellen, denn auch ich finde das abknallen der Altnazis nicht richtig, wäre Beate Klarsfeld eine richtig linke gewesen hätte das meine volle Hochachtung. Was aber Ulrike ausmacht, ist der unbedingte Wille, ist die Kraft, diesen Verhältnissen und authentischer und klar rübergebrachter, dabei aber nicht geheuchelter oder gespielter Wut die eigene konsequente Linie entgegen zu setzen. Ihre Würde können sie nicht mehr antasten.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entwicklung, 6. Januar 2010
Von 
Rolf Stamm "Helmer" (Ostthüringen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Würde des Menschen ist antastbar: Aufsätze und Polemiken (Taschenbuch)
Beim Lesen dieser Aufsätze und Kolumnen von Ulrike Meinhof wird einem die innere Entwicklung dieser Frau zur Staatsfeindin Nr. 1 ziemlich deutlich. Ihre Beschwernisse mit der Bundesrepublik Deutschland der 60iger Jahre sind deutlich erkennbar und auch nachvollziehbar. Die Verkrustungen der Adenauer-Ära wurden nicht aufgelöst, die braune Vergangenheit einer Vielzahl von Beamten und anderen öffentlich Bediensteten bis hin zu den Spitzen des Staates war nach wie vor evident. Nennen könnte man da Globke, Vialon, Seebohm, Oberländer, ja selbst Bundeskanzler Kiesinger war einst Mitglied der NSDAP. Meinhof war nicht bereit oder in der Lage, sich mit diesen Zuständen abzufinden. Nur ihre Konsequenzen aus diesen kritikwürdigen Zuständen waren völlig unakzeptabel.Gegen die Massen hat noch nie jemand eine Revolution organisieren können und Terror wird von der Bevölkerung abgelehnt. Gesellschaftliche Veränderungen sind mit Terror nicht zu bewerkstelligen. Ich denke auch, dass ihr zum Ende ihres Lebens hin dieser Irrtum bewusst geworden ist. Ihr intellektuelles Niveau hat diese Frau in sinnlosen Aktionen verschleudert. Das war für die menschlich Betroffenen und für sie selbst tragisch.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial, 23. Januar 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Würde des Menschen ist antastbar: Aufsätze und Polemiken (Taschenbuch)
Ulrike Meinhof als Essay Schreiberin bzw. Journalistin war genial. Mit diesem Buch beweist man das. Jeder einzelner Aufsatz ist stilistisch einfach nur super gut. Es machte Spaß dies Buch zu lesen und ich kann jedem Empfehlen, der sich mit Geschichte Deutschlands Mitte Ende der 1960er Jahre beschäftigen will. Vielleicht versteht man Meinhof dank dieses Buches besser! LESEN!
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wow!, 20. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Würde des Menschen ist antastbar: Aufsätze und Polemiken (Taschenbuch)
Endlich mal eine Terroristin, mit der man sich identifizieren kann - sehr lesenswert. Man kann -wenn man will- den Radikalisierungsprozess nachlesen. Vor allem spannend: die RAF-Disse (natürlich vor der eigentlichen Gründung) nach dem Kaufhausbrand.
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Die Würde des Menschen ist antastbar: Aufsätze und Polemiken
Die Würde des Menschen ist antastbar: Aufsätze und Polemiken von Ulrike Marie Meinhof (Taschenbuch - 1. Februar 2008)
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