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Kundenrezensionen

3,9 von 5 Sternen9
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am 5. November 2001
In seinem erfolgreichsten Buch geht der unspektakuläre und dabei höchst intensive Erzähler Bassani den Spuren und Überresten einer jüdischen Familie im Italien des aufkeimenden Faschismus nach. Ort der Handlung ist Ferrara, genauer: das etwas abseits gelegene Gut der traditionsreichen und gerade verblühenden Familie, ein großer Garten, der, von einer Mauer umgeben, sowohl das Geheimnis als auch den Mittelpunkt des Romans darstellt. Der Erzähler begehrt das Geheimnis zu erfahren, das schließlich sonderbar vielfältig sich zeigt. Eine Roman über Ausgrenzung, Isolation und darin verschlungen gleichzeitig Chronik einer vorsichtigen, überwältigend-zarten Neigung; (wenn es noch nicht zu allgemein ist: eine Liebesgeschichte, intelligent-charmant! Wunderbar zu lesen.).
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am 7. August 2002
Giorgio Bassanis klassischer Roman über die Liebe zweier junger Juden im faschistischen Italien ist für mich eines der wichtigsten Bücher überhaupt: zugleich künstlerisch perfekt und emotional wahr. Eine der zartesten Liebesgeschichten, unspektakulär und sachte beschrieben, ohne Herz+Schmerz und all den Quatsch, fast nur angedeutet, aber gerade dadurch ganz echt, wunderschön, sehr menschlich. Sicher nichts für Fans von Action und 'großen Gefühlen' (d.h. Hollywood-Kitsch), sondern im echten Sinn tragisch. Wer etwa die Erzählungen von Alessandro Baricco (Seide, Oceano Mare) mag, kann hier das Original finden: weniger 'witzige' Einfälle und Schnörkel, weniger Künstlichkeit, dafür mehr Liebe und wirklich große Literatur.
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VINE-PRODUKTTESTERam 18. Februar 2011
Der Ich-Erzähler stammt (wie der wirkliche Bassani) aus einer gutbürgerlichen jüdischen Familie, nennen wir ihn deswegen und wegen vieler anderer Parallelen zu seiner Biografie getrost Giorgio. Die Zeit: die späten dreißiger Jahre des italienischen und deutschen Faschismus, der Ort: Ferrara. Meistens spielt sich das Geschehen in den Gärten der hocharistokratischen jüdischen Familie der Finzi-Contini ab, hierher laden der jugendliche Alberto Finzi-Contini und seine gleichaltrige Schwester Micòl fast täglich ihre jüdischen Freunde und Bekannten ein, denn in Ferrara werden sie zunehmend diffamiert, und bei den Finzi-Contini ist reichlich Platz, um Tennis zu spielen oder für Giorgio, um nach dem Studium in der Bibliothek des Hauses seine Doktorarbeit zu schreiben. Man hat zunächst nicht den Eindruck, dass die jungen Leute stark von den zunehmenden Rassendiskriminierungen tangiert sind, sie scheinen sie eher leichtsinnig zu ignorieren oder reagieren sarkastisch auf sie, aber am Schluss resümiert Giorgio, dass die von ihm geliebte Micòl ihr Leben unter der Vorahnung des kommenden Unheils geführt haben muss. Sie will das Leben genießen, so weit es ihr möglich ist. Mit Giorgio jedenfalls ist es kaum möglich, denn er gehört wie sie zu den Menschen, für den "nicht so sehr der Besitz der Dinge als die Erinnerung an sie" wichtig ist (268)....
Das autobiografische Material Giorgio Bassanis wird also Gegenstand der Darstellung, denn Giorgios Veranlagung ist, "die Gegenwart sofort zur Vergangenheit werden zu sehen, um sie dann mit aller Muße lieben und anschauen zu können." (268f.). So erklären sich auch Stil und Struktur des Romans: Da das wirkliche Leben in der Regel (selbst in seinem Fall) nicht besonders dramatisch verläuft, geht es in dem Buch auch eher gleichförmig und realistisch zu: Man spielt endlos Tennis, man diskutiert, man telefoniert oder treibt sich mit dem Freund ein wenig im Rotlichtmilieu herum. Aber Bassanis Kunst besteht darin, diese Gleichförmigkeit in ein sanftes und am Schluss magisches Licht zu tauchen und unauffällig, aber ständig mit Symbolen zu arbeiten. Man muss also diese Atmosphäre, diese Nuancen und dieses Licht lieben, um den Roman zu genießen - was erklärt, dass das Buch eher ein Geheimtipp geblieben ist denn ein populärer Renner.
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am 2. Mai 2014
Von einer hohen Mauer umgeben liegt das hochherrschaftliche Anwesen mit dem als Domus magna bezeichneten Herrenhaus und seiner parkartigen Gartenanlage, auf deren gewaltige Dimensionen der Plural im Titel des Romans «Die Gärten der Finzi-Contini» schon hindeutet. Dieses Buch von Giorgio Bassani gehört zum Zyklus des «Romans von Ferrara», es trägt unverkennbar autobiografische Züge mit sehr vielen Parallelen in den Biografien von Ich-Erzähler und Autor.

Die Geschichte spielt sich in der Zeit des Faschismus ab, kurz vor dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs, als durch die Rassegesetze von 1938 die Juden in Italien plötzlich verschiedenen Pressionen ausgesetzt sind, die zunächst nur vom Vorlesungsverbot an der Universität bis zum Ausschluss aus dem Tennisverein reichen. Daraufhin öffnet die bis dahin von der Öffentlichkeit weitgehend abgeschirmt lebende jüdische Familie Finzi-Contini ihren privaten Tennisplatz für Freunde ihrer erwachsenen Kinder, und so kommt der namenlos bleibende Ich-Erzähler wieder mit Micòl, der schönen und klugen Tochter des Hauses zusammen, mit der er einst nur eine kurze Begegnung im Schulkindalter hatte. Die beiden verstehen sich blendend, führen viele anregende Gespräche miteinander, als er aber verliebt ungeschickte Annäherungsversuche unternimmt, bleibt Micòl kühl und abweisend, einem zaghaften Kuss gar weicht sie aus. Wohin soll das denn führen, fragt sie irritiert, sollen wir uns etwa verloben? Standesunterschiede und wohl auch seine angestrebte Profession als Poet stehen dem, unausgesprochen allerdings, offensichtlich entgegen. Sie bleiben trotzdem gute Freunde, er aber leidet still an dieser unerfüllten Liebe, bis es ihm eines Tages gelingt, sich davon völlig zu lösen. Bei seinen Studien nämlich ist er auf ein englisches Zitat bei Stendhal gestoßen, «all lost, nothing lost», das ihn auf den Boden der Realität zurückholt. Daraufhin meidet er konsequent jeden weiteren Kontakt zu Micòl und ihrer Familie.

Die vier Teile des schwermütigen Romans werden von Prolog und Epilog eingerahmt. Bei einem Besuch der etruskischen Gräberstadt Cerveteri, erfahren wir im Prolog, beschließt der Ich-Erzähler, seinen langjährigen Wunsch, über die Finzi-Continis zu schreiben, nun endlich in die Tat umzusetzen. Er erinnert sich nämlich an die monumentale Familiengruft der Familie, in der aber außer dem frühverstorbenen Sohn niemand von den anderen ihm bekannten Angehörigen begraben liegt. Denn sie alle wurden im Herbst 1943 nach Deutschland deportiert, und keiner weiß, ob sie denn überhaupt ein Grab gefunden haben. Im Nachwort erinnert er sich an die prophetischen Worte von Micòl, der die Zukunft an sich eine entsetzliche Vorstellung sei, der sie, durchaus hedonistisch, die Gegenwart bei weitem vorziehe, und mehr noch «die geliebte sanfte, barmherzige Vergangenheit». Er endet mit den schönen Satz: «Und weil dies, - ich weiß – nur Worte waren, die üblichen trügerischen und verzweifelten Worte, die nur ein richtiger Kuss ihr vom Mund genommen hätte, sei gerade mit ihnen und nicht mit anderen Worten das wenige besiegelt, woran das Herz sich zu erinnern vermochte».

Mir wurde erst nach der Lektüre klar, warum diese einseitige Liebesgeschichte so seltsam blutleer geschildert ist. Für den Autor nämlich war Homosexualität, wie ich seiner Biografie entnehme, wohl zeitlebens ein Problemthema, seine Ehe könnte eine ähnlich camouflierende Funktion gehabt haben wie einst die von Thomas Mann mit seinen sechs Kindern. So jemand aber ist kaum in der Lage, die knisternde erotische Spannung zwischen Mann und Frau realitätsnah in Worte zu fassen, damit hatten beide Literaten gleichermaßen ihre Probleme. Aber das ist nun wirklich nur eine Facette dieses im Übrigen sehr berührenden, gefühlvoll und ruhig erzählten Romans, der einen in seiner Tragik zutiefst betroffen macht.
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am 16. Oktober 2011
In dem sehr flüssig geschriebenen Roman schwingt über den kompletten Inhalt eine Art Melancholie, die aber nicht ins Kitschige abrutscht. Vielmehr ist der Roman so geschrieben, dass man sich zum Lesen gemütlich aufs Sofa legt und in die Geschichte eintaucht. Man kommt aber nie zur Ruhe, weil es einem das Herz zerreißt - eine unglücklich endende Romanze bzw. Verliebtheit vor dem Hintergrund des beginnenden Holocaust. Alle - Handelnde und Leser - ahnen, dass das Unheil des Nationalsozialismus dem Streben nach Liebe und Geborgenheit den letzten, endgültigen Todesstoß versetzt. Das Buch erzeugt eine Wut gegenüber den Nazis, wie es kaum eine grausame Schilderung der geschichtlichen Tatsachen vermag. Denn man weiß als Leser, dass die mögliche Romanze, diese Liebe, nicht zustande kommen wird, man fühlt mit den Menschen, man spürt die gegenseitigen Gefühle und man wird heute als Leser von den Nazis um das mögliche Happy-End der Geschichte beraubt. Passend dazu die für mich schönste Formulierung im Buch: "Für mich zählte nicht weniger als für sie nicht so sehr der Besitz der Dinge als die Erinnerung an sie, die Erinnerung, mit der verglichen der Beistz an und für sich nur enttäuschend, banal und unzulänglich erscheinen kann. Wie gut sie mich verstand! Meine Sehnsucht, die Gegenwart sofort zur Vergangenheit werden zu sehen, um sie dann mit aller Muße lieben und anschauen zu können - sie teilte sie vollkommen. Es war unser Laster, nämlich dies: mit stets rückwärts gewandtem Kopf vorwärts zu gehen. War es nicht so?"
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am 12. August 2012
"Man spielt endlos Tennis, man diskutiert, man telefoniert oder treibt sich mit dem Freund ein wenig im Rotlichtmilieu herum. Aber Bassanis Kunst besteht darin, diese Gleichförmigkeit in ein sanftes und am Schluss magisches Licht zu tauchen und unauffällig, aber ständig mit Symbolen zu arbeiten. Man muss also diese Atmosphäre, diese Nuancen und dieses Licht lieben, um den Roman zu genießen...", so einer der Rezensenten.
Bei mir war es nicht der Fall. Ich habe weder ein sanftes, geschweige denn magisches Licht empfunden, sondern eine sich in ständiger Wiederholung zäh entwickelnde Handlung. Das Ende war bereits vorgegeben, so daß nach 80 Seiten das Interesse bei mir immer mehr nachließ und schließlich völlig erlosch. Schade.
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am 13. März 2010
Vielleicht hat Giorgio Bassani die schwierigen Verhältnisse deshalb so meisterhaft beschreiben können, weil er als schwuler Mensch Ausgrenzung und Abwertung am eigenen Leib erlebt hat. Das Buch verzaubert durch die Feinheit der Sprache, die unaufdringlich von den Lesenden Besitz ergreift.
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am 14. März 2013
Der Rezensent "Manni1116" gibt eine treffende Beschreibung des Romans, der über 300 Seiten dahinplätschert. Ich kann ihn weder "herzzereißend" noch "überwältigend" finden, höchstens "melancholisch", wie ein Rezensent schreibt. Schließlich ist das tragische Ende der Familie Finzi-Contini von Beginn an bekannt. Die Bedrohung durch den italienischen Faschismus und den Nationalsozialismus wird ab und zu thematisiert, von den Betroffenen aber nur registriert und nicht recht ernst genommen. Man erfährt nicht, was in ihnen wirklich vorgeht.
Was die "überwältigend-zarte" Liebesgeschichte betrifft, so ist diese ziemlich einseitig. Es bleibt unklar, ob die junge Frau jemals mehr als Freundschaft für ihren Verehrer empfindet. Er dagegen wird immer aufdringlicher, versucht trotz ihrer Abwehr, sie zu küssen ("auf den Mund"), wirft sich auf die krank zu Bett Liegende ("während sich mein Körper, ohne mein Dazutun, konvulsivisch über dem ihren bewegte..."), sie dagegen bleibt "starr wie eine Statue". Schließlich quält er sie mit Fragen nach möglichen Liebhabern; erstaunlich, wie geduldig sie bleibt. Das Hindernis für diese Verbindung, für den Fall, dass Micól doch Liebe für den jungen Mann empfinden sollte, ist die damalige Konvention, der gesellschaftliche Unterschied, und die wenig versprechende angestrebte Laufbahn des Ich-Erzählers als Schriftsteller, wie sein Vater nüchtern feststellt.
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am 20. Februar 2009
Der Roman schildert die Situation einer jüdischen Minderheit in Italien zu
Beginn der DUCE-Diktatur. Unter dem Druck von aussen schließt sich die sonst aufgrund der Vermögensverhältnisse gestaffelte Gesellschaft zusammen. Das Buch ist angenehm zu lesen.
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