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34 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Fantasy: feminin, erotisch, spannend,
Von
Rezension bezieht sich auf: Kushiel: Das Zeichen (Taschenbuch)
Im Land Terre d'Ange zeichnen sich die Menschen durch besondere Schönheit aus. Das Land wurde von der Gottheit Elua gegründet, dessen einziges Gebot lautet "Liebe, wie es dir gefällt". Diesem Grundsatz entsprechend werden die Kinder der guten Gesellschaft häufig in den 13 Häusern des Nachtpalais ausgebildet, die den verschiedenen Spielarten der (körperlichen) Liebe gewidmet sind.Als Phèdre geboren wird, fällt sofort ein Makel auf, der nicht nur ihre Schönheit nach dem gängigen Ideal mindert, sondern auch schicksalhafte Bedeutung haben kann: ein scharlachroter Fleck im linken Auge, der Legende nach entstanden durch den Pfeil Kushiels, der Gottheit, die für die härteren Gangarten des Liebesspiels steht. Von ihren Eltern wird sie als Leibeigene an eins der Häuser des Nachtpalais verkauft und dort ausgebildet. Doch sie hat Glück und wird von Anafiel Delaunay, dem ehemaligen königlichen Hofdichter und geschickten Politiker, zu sich genommen, wo sie nicht nur Sprachen und Literatur lernt, sondern auch, alles aufmerksamst zu beobachten und ihre eigenen Schlüsse zu ziehen. Auf diese Weise kommt sie eines Tages einem bitteren Verrat auf die Spur, der das Land spaltet, den König gefährdet und sie selbst unter einen fatalen Verdacht stellt. Am Anfang tat ich mir ziemlich schwer mit dem Buch, man braucht relativ lange, um sich einzulesen, die Gesetze und Gegebenheiten der Welt von Terre d'Ange zu begreifen, zumal außer einem Personenverzeichnis und einer Landkarte keinerlei Hilfestellung gegeben wird (ein Glossar hätte mir vor allem zu Beginn doch sehr geholfen). Phèdres Ausbildung, die Freundschaften, die sie schließt, das Leben im Nachtpalais sind in schillernden Farben ausgemalt, teilweise wurde es mir da schon fast zu schwülstig. Die vor allem im ersten Viertel zahlreichen Liebesszenen hatten stellenweise beinahe Nackenbeißerqualität. Sobald aber die politische Intrige ihren Lauf zu nehmen beginnt, tritt "Naamahs Dienst", wie die Aufgaben der Kurtisanen in Terre d'Ange heißen, in den Hintergrund und fügt sich als Phèdres "Geheimwaffe" harmonisch ins Gesamtbild ein (wobei einige Sado-Maso-Szenen nichts für schwache Nerven waren), und die Spannung steigt, obwohl ich nicht immer den vollen Überblick über die komplizierten politischen Verflechtungen behalten konnte. Man muss ausschweifende Beschreibungen mögen und sich auf eine detailreich ausgearbeitete Phantasiewelt (die im übrigen eng an Europa angelehnt ist) einlassen wollen, um diesen knapp tausendseitigen Wälzer zu schätzen. Ich habe mich nach der Anlaufphase der ersten 100 Seiten prächtig mit diesem originellen Fantasyroman unterhalten und konnte das Buch zum Schluss kaum noch aus der Hand legen. Die Charaktere sind vielschichtig dargestellt und sind immer wieder für Überraschungen gut. Kampf- und Schlachtenszenen gibt es einige, zum Glück nicht breit ausgewalzt, teilweise aber schon ziemlich blutig. Das großformatige Taschenbuch ist auf der Innenseite des Einbandes mit ausklappbaren Landkarten versehen und ansonsten eher schlicht ausgestattet. Positiv fällt die gute Verarbeitung auf, denn trotz des Umfangs gab es keine Leseknicke im Rücken, die sich bei dicken Taschenbüchern ja häufig auch bei vorsichtigem Umgang mit dem Buch nicht vermeiden lassen. Im März ist der zweite Teil der Trilogie erschienen, und ich freue mich darauf! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Schönes Buch!,
Rezension bezieht sich auf: Kushiel: Das Zeichen (Taschenbuch)
Nachdem ich neuerdings an meinen Fantasy-Neuanschaffungen beinahe verzweifelt wäre, weil die Händlerregale vor Mittelmäßigkeit nur so überquellen und offensichtlich jeder zweite Gelegenheits-Rollenspieler meint ein Romandebüt hinlegen zu müssen (was den Büchern sprachlich leider anzumerken ist), bin ich mehr oder weniger zufällig über dieses Buch hier gestolpert.Ich muss zugeben, die Kurzbeschreibung hat mich zuerst ein bisschen skeptisch gemacht. Das "Liebe wie du willst" Prinzip erinnerte mich an Woodstock und die Beschreibung der Hauptfigur erstmal ein bisschen an die Bücher, auf deren Cover meistens Herren mit Piratenhemden prangen. Da ich eher Fan von Erwachsenenfantasy a la George Martin bin, wäre das für mich eine klare Themaverfehlung gewesen. Nachdem das Buch in anderen Ländern aber sehr erfolgreich war, habe ich beschlossen doch einen Blick zu riskieren - schlimmstenfalls hätte ich eben NOCH eine Reihe nach dem ersten Band abgebrochen. Geendet hat das Ganze so, dass ich vom ersten Nachmittag nach dem Kauf bis zum nächsten Morgen 710 Seiten gelesen hatte.. und sehr müde, aber ziemlich glücklich war. Ich versuche mal ansatzweise zu erklären wieso: Zum einen schreibt die Schriftstellerin stilistisch einfach gut. Die Beschreibungen sind ausgefeilt und sorgen für eine dichte Atmosphäre, die Dialoge sind lebensecht und Carrey spart sich grässlich Klischees wie "tödliche Blicke" und "mörderische aussehende Schwerter" und "schief grinsende Einsilben-Barbaren" über die man im Genre leider öfter stolpert. Satzbau, Wortwahl und Ambiente müssen sich vor so einigen Klassikern weit über Fantasy hinaus nicht verstecken. Darüberhinaus ist die Prämisse für die Geschichte sehr interessant. Carrey breitet vor einem eine Welt aus, in der Prostitution und sexuelle Ausrichtung jeglicher Art akzeptiert werden, ohne dass es in irgendeiner Form billig oder effekthaschend wirken würde. Selbstverständlich werden die Bücher damit beworben, dass Sex eine wichtige Rolle spielt, allerdings ist die Einstellung der Protagonisten dazu so selbstverständlich, und von Carrey so gut in die Geschichte integriert, dass diese Elemente keineswegs aufgesetzt wirken, sondern nur das Grundgerüst für die erzählte Geschichte bilden. Von der Kindheitsgeschichte der Hauptfigur an, die in einer Art Edel-Freudenhaus aufwächst, das allerdings eher höfische Strukturen aufweist und in der beschriebenen Welt einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert genießt über ihre Ausbildung zur Spionin bis zu den Intrigen um das Königshaus - für mich war die Geschichte durchgehend spannend. Natürlich gibt es auch einige Kritikpunkte. So muss man sich als Leser damit abfinden, dass es wenig gibt was die Hauptfigur nicht irgendwann lernt und noch weniger Welche, die ihr widerstehen werden. Einige Tatsachen wiederholt die Schrifstellerin auch zu oft, als ob sie dem Leser nicht ganz zutrauen würde sie im Kopf zu behalten. Mich hat dafür die interessante Grundidee, oben Erwähntes, sowie die Liebe zum Detail dafür entschädigt. Die Bücher strotzen nur so voller innovativer kleiner Ideen, die das Werk stimmig und die Welt lebendig werden lassen. Ich bin nicht sicher, ob ich das Buch reinen Gewissens Herren wie Damen gleichermaßen ans Herz legen kann (trotz für Erstere potentiell interesanter Szenen die sich zwischen einigen sehr schönen Frauen abspielen, ist doch arg viel Samt und Seide in den Büchern), aber prinzipiell an Alle, die was mit Hof-Intrigen-Erwachsenen-Fantasy anfangen können: Reinschnuppern! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Gelungener Auftakt einer Trilogie,
Von
Rezension bezieht sich auf: Kushiel: Das Zeichen (Taschenbuch)
"Kushiel-Das Zeichen" ist der erste Teil einer Trilogie. Im nächsten Jahr erscheinen die Nachfögerbände "Kushiel- der Verrat (03/08) und "Kushiel-Die Erlösung"(09/08).Einige Kapitel sind bereits im Jahr 2002/2003 im Knaur-Verlag erschienen und wurden nun weitergeführt und von einem jungen Verlag neu verlegt. Das Buch ist in der Ich-Form geschrieben, dadurch bekommt man als Leser das Gefühl, die Geschichte real erzählt zu bekommen. Die Autorin bedient sich einer sehr schönen Sprache und Erzählweise. Mir fiel es gerade dadurch besonders leicht der Geschichte zu folgen. Phedre ist eine sehr interessante Protagonistin. Ich konnte mich sehr leicht in sie einfühlen. Besonders geholfen hat mir dabei, dass man als Leser, Phedre schon im Kindesalter kennenlernt und ihren Werdegang begleitet. Ein weiterer Pluspunkt des Buches ist die Übersichtskarte des Landes in dem Phedre lebt. Ich finde es schön auf einer Karte verfolgen zu können wo die Geschichte spielt. Die Erotik im Buch ist siher lich nicht jedermanns Geschmack. Phedre epfindet Schmerz als Lust und auch die Beschreibungen der Autorin sind recht deutlich. Leser, die lieber nur von romantischen Liebesszenen lesen, die von Respekt und Zärtlichkeit geprägt sind, werden mit dem Buch wahrscheinlich nicht glücklich werden und die Erotik als teilweise brutal empfinden. Wer aber bereit ist, sich auf eine erotische Fantasyreise zu begeben und offen für Neues ist, wird sicher seinen Spaß an dem Buch haben. Das einzige was mich an den Roman gestört hat, waren die teilweise langatmigen Stellen. Das hielt mich aber nicht davon ab, es innerhalb von wenigen Stunden regelrecht zu verschlingen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein herrvorragender Auftakt zu einer grossen Fantasyreihe,
Von
Rezension bezieht sich auf: Kushiel: Das Zeichen (Taschenbuch)
Dieses Buch ist meiner Meinung nach ein wirklich herrausragendes Buch der Fantasyliteratur.Der Einstieg gelingt allerdings nicht ganz leicht, da am Anfang die ganzen Namen, Orte, Götter und Traditionen dem Leser neu sind und man keine Ahnung hat, was sich dahinter verbirgt, doch nach und nach wird viel erklärt und ich bin wirklich begeistert, mit wieviel Liebe und Detailtreue die Autorin diese Welt geschaffen hat. Die erste Zeit plätschert die Geschichte eher dahin, auch wenn es sehr faszinierend ist, über Phèdres Ausbildung und ihr ungeduldiges Verlangen, endlich Namaah dienen zu können, zu lesen. Die Begegnungen mit ihren Freiersleuten führt dann in die gehobene Welt des SM und wer auf romantische und zarte Liebeszenen steht, wird nicht viel Freude daran finden. Es ist allerdings auch nicht so, dass einem schlecht davon wird, zumindest nicht, wenn man in diesen Dingen tolerant ist. Anfangs ist die Vielzahl an Leuten und die vielen Andeutungen ziemlich verwirrend, aber dank dem Dramatis personae kann man ganz gut den Überblick behalten, wenn man sich die Zeit nimmt, konzentriert zu lesen. Die zweite Hälfte ist dann von Phèdres Kampf gegen Verrat und Intrigen geprägt und man bangt mit ihr und ihren Gefährten mit und es wird wirklich spannend und an einigen Stellen war ich den Tränen nahe. Die Charaktere der Figuren sind sehr genau und komplex beschrieben und die meisten wird man einfach in sein Herz schliessen. Das Ende macht auch sehr neugierig auf den zweiten Teil und ich werde ihn bestimmt lesen. Diese Triologie hat das Zeug zu richtig grosser Fantasyliteratur und ich bin wirklich von der Erzählkraft der Autorin beeindruckt. Die einzigen kleine Kritikpunkte sind, dass sich gerade der Anfang sehr lange hinzieht ohne dass man weiss, auf was das Ganze herausläuft. Auch wenn man das durch die Sprache der Autorin recht gut ertragen kann. Zudem wird mir ein bischen oft erwähnt, wie überaus schön und toll die D'Angelines doch sind und dass Phèdre von Kushiel gezeichnet ist und ist, was sie ist. Das sind wiederkehrende Sätze und irgendwann dachte ich mir: "Ja, ich WEIß es". Allerdings hat es mein Lesevergnügen nicht wirklich geschmälert, dazu ist das Buch einfach zu gut. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Toller Fantasy-Schmöker,
Rezension bezieht sich auf: Kushiel: Das Zeichen (Taschenbuch)
Habe mir das Buch zum Wocheende gekauft und mich glatt drin festgelesen. Super Schmöker! Hat alles, was ich an einem guten Fantasy-Roman mag: abenteuerliche Reisen in exotische Länder, spannende Intrigen am Königshof und eine ungewöhnliche Heldin. Phedre ist schon etwas Besonderes. Und ihr ständiger Begleiter erst, der Kriegermönch Joscelin. Eine wirklich herzzereißende Liebesgeschichte! Also ein wirklich tolles Buch, deshalb fünf Sterne. Ich kann die Fortsetzung kaum erwarten! Ach ja, die Erotik ist allerdings nichts für schwache Mägen!
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22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
diffizile Gesellschaft...,
Von aquamarin (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Kushiel: Das Zeichen (Taschenbuch)
Die Idee ist interessant: Europa in seiner heutigen geographischen Erscheinungsform, jedoch mit anderer Geschichte und anderen Ländern. Und einer anderen Kultur: Liebe wie es dir gefällt. Einer Gesellschaft, die einer sexuellen Religion gehorcht.Ziemlich ausgeklügelt hat sich Jacqueline Carey eine Monarchie ausgedacht, in deren Zentrum die 13 Häuser der Liebe stehen. Jedes liebt auf seine eigene Art und weise, jedes bildet seine Adepten zu hochspezialisierten Kurtisanen aus. In dieser Welt voller Adel und Intrigen ist die - zunächst noch "kleine" - Phèdre etwas besonderes: sie hat einen roten Fleck in der Iris, den man als "Kushiels Pfeil" bezeichnet. Ein Geschenk der Götter: Sie hat die Gabe Schmerz mit Lust zu verbinden. Die Kombination der unterschiedlichen Ebenen der Geschichte wirkt allerdings anstrengend: auf der einen Seite die persönliche Sicht der Protagonistin - mit allem was zum Leben dazugehört. Sie wird recht gut greifbar, als Person. Auf der anderen Seite jedoch drängt sich immer wieder die unpersönliche, politische Seite dazwischen, die es anstrengend macht, mit der Konzentration dabeizubleiben: da gibt es jede Menge von französischen Adelsnamen, die schwer zu merken sind - es wird mit Informationen gehandelt... ausführliche Gespräche über die staatlichen Vorkommnisse lassen den Leser ermüden und sehnsüchtig darauf warten, dass wieder etwas Leben in die Geschichte kommt. Ein mutiger Ansatz - eine Gesellschaft, die ihre eigene Kultur auf Erotik aufbaut - und noch dazu eine Protagonistin, die lustvoll ihren Masochismus auslebt. Aber die Intrigen und Detailinformationen zu Hintergründen und Staatsgeschäften lassen den Leser ermüden und ein durchgängig spannendes und/oder flüssiges Leseerlebnis vermissen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Nach etwas zähen Anfang wird man belohnt ...,
Rezension bezieht sich auf: Kushiel: Das Zeichen (Taschenbuch)
Für alle weiteren zwei Bände und für das erste ab ca. Seite 200 würde ich insgesamt 5 Sterne geben.Nur, wie gesagt, musste ich ca 200 Seiten des ersten Teils durchstehen - die Kindheit von Phèdre - ihren Werdegang zur Kurtisane - bis hin zu ihrer eigentlichen Rolle ... einer Agentin/Spionin, die eine entscheidene Rolle in der Politik spielen wird. Aber dann wird es interessant. Jaqueline Carey zeichnet das Leben von Phèdre chronologisch nach. Deshalb muss man mit der Spannung und dem fantastischen Elementen auch warten, bis sie alt genug ist, und sich von ihrem "Ausbilder" Anafiel Deaunay trennen muss, um ihn zu rächen. Phède wächst einem ans Herz, obwohl sie nicht einfach zu verstehen ist. Sie ist etwas besonderes - eine Auserwählte mit Kushiels Zeichen. Jedem, der die ersten 200 Seiten übersteht, verspeche ich ein ungewöhnliches Buch mit allem, was das Herz begehrt: Spiritualität, Erotik (wenn auch manchmal sehr grenzwertig - also man btaucht als Leserin starke Nerven und einen stabilen Magen), Abenteuer, Intrigen und Kämpfe ... ja , und die wahre Liebe. Ich habe inzwischen alle drei Kushiel-Bücher von Carey gelesen und bin durchweg begeistert. Natürlich verlangt die Autorin Konzentration und sprachliche Begeisterung. J. Carey unterhält exquisite und provokant. Sie lässt sich nicht so schnell konsumieren, wie einige andere Werke der Fantasy die ich sonst auch gern verschlinge. Hier ist Anspruch und Unterhaltung auf einer hohen Ebene verbunden. Wer sich hineindenken kann wird diese Bücher nie wieder vergessen. Kushiel ist für mich ein Meilenstein der gehobenen Fantasy! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Review: Kushiel - Das Zeichen,
Rezension bezieht sich auf: Kushiel: Das Zeichen (Taschenbuch)
Review:Für die Inhaltszusammenfassung soll der Covertext genügen, denn wenn ich jetzt anfange und selber die Geschichte noch einmal zusammenfasse, sprengt das hier den Rahmen einer Review, denn bei nicht ganz 1000 Seiten kommt einiges zusammen. So komme ich auch gleich zu meinem einzigen Kritikpunkt - das Buch ist einfach zu lang. Gerade die ersten 400 Seiten ziehen sich ziemlich hin und da hätte man manches straffen können, weil dort wird die Geschichte nicht wirklich vorangetrieben. Anfangs gibt es zwar eine schöne Einführung der Figuren und Häuser und wer mit wem und darauf wird immer wieder Bezug genommen und manches scheint sich zu wiederholen. Hier hätte man ruhig etwas wegkürzen können und später auch - es wären durchaus 300 Seiten weniger drin gewesen. Und auch weil die ersten 400 Seiten eine kleine Hürde sind. Hat man diese aber überwunden, bekommt man eine sehr schöne Fantasygeschichte zu lesen. Also wo andere Bücher von der Seitenzahl her schon enden, fängt 'Kushiel - Das Zeichen' erst an. Allerdings sollte man hier keinen typischen Fantasy-Roman mit Orks, Elfen, Drachen und Magier erwarten, denn die sucht man hier vergebens. Viel mehr findet man sich in einem alternativen Europa des 16. oder 17. Jahrhunderts. Also gibt es Könige, Adlige, Ritter, Schlösser und die diversen Häuser, die zum Teil auch im Klinsch und ihre Intrigen führen. Da muss man auch aufmerksam lesen, sonst steigt man da irgendwann nicht mehr durch und dann kann es schnell langweilig werden. Bei anderer Fantasyliteratur kann man mal geistig abschweifen, hier sollte man dies nicht tun, weil irgendwann ist man raus und dann entgeht einem auch eine schöne Geschichte. Alternativ in 'Kushiel' ist auch die Religion, für die wohl das Christentum als Vorlage diente, denn Kushiel und seine Gefährten sind so was wie gefallene Engel und auch diese verführten die Menschen, aber im positiven Sinne, denn der Grundsatz ist "Liebe, wie es dir gefällt". Und geliebt wird hier reichlich und Kushiels Anhänger auf besondere Art und Weise. Diese gewinnen Lust aus Schmerz und da wird schnell klar, dass es sich hier um BDSM-Spielarten handelt. Die Portion Erotik, die man hier bekommt, ist nicht so was wo der Stallknecht mal eben mit der Magd im Heu verschwindet oder sich ein Adliger in Hurenhäusern vergnügt, sondern es geht um freiwillige Unterwerfung und eben den Lustgewinn durch Schmerzen. Anfangs dachte ich noch, dass es ganz nett ist mit den soften BDSM-Spielchen, aber dann kam auch so etwas wie Cutting, und das sind dann doch schon die härten Spielweisen. Es wird also ein breites Spektrum abgesteckt, aber es geht nie in Exploitation über. Also die Erotik ist nicht so explizit wie in anderen Werken, die sich auch mit dieser Thematik befassen, aber es ist auch nicht verklärt. Man kommt da schon auf seine Kosten, aber auch Leser, die sonst nichts mit diesen Spielarten anfangen können oder über so was lesen wollen, werden nicht abgeschreckt. Denn das Ganze passiert in wenigen Sätzen und dann liegt es halt am eigenen Kopfkino, mit welchen Bildern man es sich ausfüllt. Zu erwähnen wäre noch, dass es sich hier um den Debüt-Roman von Jacqueline Carey handelt, denn vorher schrieb sie nur ein paar Kurzgeschichten. 'Das Zeichen' ist auch der erste Band einer Trilogie, die glücklicherweise komplett bei Egmont Lyx erschienen ist. Es gab wohl schon mal eine andere Veröffentlichung des ersten Bandes, aber die war zweigeteilt und es kam nicht so gut bei den Lesern an, und dann sah der damalige Verlag von weiteren Veröffentlichungen zu 'Kushiel' ab. Aber nun bekommt man den zweiten Band 'Der Verrat' und als dritten Band 'Die Erlösung' und auch die werden zu einem späteren Zeitpunkt von mir reviewt. Dies kann allerdings dauern, denn mein Bedarf an Fantasy/Erotik ist erst einmal gedeckt und so werde ich in anderen Genren wildern. Abschließend sei gesagt, dass 'Kushiel - Das Zeichen' trotz Startschwierigkeiten ein interessanter und spannender Erotik-Fantasy-Roman ist, der mal andere Wege als der gewöhnlichen Fantasy beschreitet. Wer da mal Lust drauf hat, sollte hier einen Blick riskieren. Von mir gibt es eine klare Empfehlung. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Atemberaubende Fantasy,
Von
Rezension bezieht sich auf: Kushiel: Das Zeichen (Taschenbuch)
Zum Roman:Phèdre, die im Nachtpalais der 13 Häuser lebt, hat eine besondere Gabe: Sie empfindet Lust am Schmerz, denn sie wurde mit Kushiels Pfeil gezeichnet. Als Anafiel Delaunay sie an ihrem 10. Geburtstag zu sich holt, muss sie sich als gefügige Schülerin zeigen, Sprachen lernen und als Kurtisane am königlichen Hof dienen. Dort kommt sie allmählich einer Verschwörung auf die Spur, welche nicht nur sie, sondern ganz Terre d'Ange bedroht... Fazit: Die Geschichte an sich ist wirklich atemberaubend, das muss man so echt sagen. Man hat wirklich das Gefühl, hier wurde eine neue Religion, eine neue Welt und neue Sitten, Völker etc. geschaffen. Carey hat einen wunderschönen Sprachstil, welcher während des gesamten ersten Teils (Das Zeichen) der Trilogie auf beständig hohem Niveau bleibt. Selbst die Sexszenen werden weder osbszön, noch irgendwie pornohaft dargestellt. Sie kann wirklich gut umschreiben. Die Relation zu den 953 und der Erotik fällt einem durchaus ins Auge und nicht selten muss man wirklich bei manchen Beschreibungen der Folterungen inne halten, das war teilweise wirklich schlimm, da muss man einfach mitfühlen. Die Charaktere sind alle, wirklich ohne Außnahmen, gelungen. Sie wirken so authentisch und individuell, doch so glaubhaft und kommen so gut rüber, dass man sie entweder lieben oder hassen kann. Ich muss sagen, dass der Cassaline mein Lieblingscharakter ist, Melisande mein liebster Hasscharakter. Einen Antagonisten auf diese Weise darzustellen schaffen nur sehr wenige, Carey ist es wahrlich mehr als gut gelungen. Ein paar kleinere Längen waren vertreten, die dann durch andere Szenarien im Roman jedoch leicht in Vergessenheit geraten. Immer wieder schafft es die Geschichte einen zu fesseln, erstaunen zu lassen und reißt einen mit. Zwischen Entsetzen, Angst, Mitgefühl und Spannung, sowie Erleichterung ist ein sehr enger Grad gesetzt, der beim Lesen wie eine Droge wirkt. Dementsprechend muss man wirklich sagen, dass ich selten so ein gutes Buch gelesen habe, auch wenn die politischen Intrigen und Namen teilweise echt verwirrend sind. Wenn man nicht alles genau mitliest, verliert man schnell den Überblick, es ist in diesem Sinne also keine allzu leichte Kost und auch nicht jedem zu empfehlen (z.B. würde ich sowas 12-15 Jährigen schonmal gar nicht zutrauen, natürlich gibt es Außnahmen). Die Mischung aus Spannung, Erotik und geheimnissvollen Intrigen bietet Gänsehautfeeling pur, und somit würde ich das Buch wirklich nur empfehlen. Von mir 5 Sterne für den tollen Autakt dieser Fantasytrilogie! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Farbenprächtige, erotische Politikfantasy!,
Rezension bezieht sich auf: Kushiel: Das Zeichen (Taschenbuch)
Geht das denn zusammen? Offensichtlich. Frau Carey hat eine Welt entworfen, die sich angenehm vom Einheitsbrei der High Fantasy abhebt. Europa wird in seinen geographischen Begebenheiten beibehalten, doch die Völker haben eine andere Geschichte und ihre Kultur wurde....sagen wir mal...ein wenig übertrieben.Herausgekommen ist dabei das Land Terre D'Ange, in welchem es nur den vom Heiligen Elua gesprochenen Grundsatz gibt: "Liebe, wie es dir gefällt!" Die Protagonistin Phédre wächst im Palais der Nachtblumen auf, im Cereus-Haus, einem der 13 Häuser der Liebe, eines für jede Spielart der Lust. Sie hat jedoch einen Makel, einen roten Fleck in der Iris. Erst Anafiel Delauny erkennt diesen Makel als "Kushiels Pfeil" und damit Phédres Gabe, Lust im Schmerz zu empfinden. Er nimmt sie bei sich auf und bildet sie zur Spionin und Kurtisane aus. Phédres Begabung kann jedoch nicht den Komplott gegenüber ihrem Meister aufdecken... Die Geschichte wird aus der Sicht Phédres erzählt, was sie dem Leser menschlich ziemlich gut greifbar macht. Aber auch die Nebencharaktere haben Charme, und sicherlich hat Carey eine der intigrantesten Figuren der Fantasy entworfen. Leider gibt es auch einige lgische Lücken, die zwar eine Rechtfertigung in der Kultur Terre D'Anges finden und in der Beziehung zwischen Melisande und Phédre, aber es hat doch einen leicht bitteren Beigeschmack, wenn die Autorin so etwas braucht, um ihre Heldin rauszuhauen. Seis drum. Ich habe selten eine so komplexe, vielschichtige erotische Fantasy gelesen. Der politische Einschlag kommt mir sehr entgegen und dank des Dramatis Personae zu Beginn verliert man im Wirren der Adelsfamilien nie den Überblick. Fazit: Unbedingt lesen! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Kushiel: Das Zeichen von Jacqueline Carey (Taschenbuch - 15. September 2007)
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