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5.0 von 5 Sternen Praxisnaher Überblick über neue Therapiekonzepte, 29. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Soziale Phobie (Broschiert)
Wer als praktisch tätige oder in Ausbildung befindliche PsychotherapeutIn aktuelle und praxisnah vermittelte Information zu Störungstheorien, Diagnostik und kognitiver Verhaltenstherapie bei sozialer Phobie sucht, wird hier fündig werden. Den Autoren ist es gelungen, auf gut 100 Seiten sowohl eine Beschreibung der aktuellen Störungstheorien bis hin zur Neurobiologie, der diagnostischen Kriterien und der diagnostischen Instrumente bei sozialer Phobie zu geben, als auch die Therapie so anschaulich darzustellen, dass ein gut ausgebildeter Verhaltenstherapeut nach Durcharbeiten dieses Manuals in der Lage sein wird, seine Behandlungstechnik auf den Stand des evidenzbasierten Wissens zu bringen. Hilfreich sind hierbei neben zahlreichen Fallbeispielen und Formulierungsvorschlägen die Protokoll- und Arbeitsblätter im Anhang des Buches.

Die Autoren legen überzeugend dar, dass die Therapie der sozialen Phobie bedeutend effektiver (und für die Patienten wohl auch weniger belastend) wird, wenn ein reines Konfrontations-/Habituationsparadigma verlassen wird. Letzteres ist bei der sozialen Phobie in der Praxis nur schwer umzusetzen, da es im Gegensatz z. B. zur Agoraphobie für Therapeuten nur schwer möglich ist, die Umgebungsbedingen einer Konfrontation in vivo bei ?peinlicher Situationen? so genau zu kontrollieren, wie es für eine effektive Durchführung notwendig wäre. Stattdessen wurden die Patienten zeitweise genötigt, sich diversen peinlichen Situationen auszusetzen, ohne dass hieraus ein therapeutischen Nutzen resultierte. Dieser Weg wird nun mit Hilfe eines an der Theorie von Wells und Clark orientierten Störungskonzepts verlassen. Als aufrechterhaltende Bedingung der Störung werden hierbei dysfunktionale Befürchtungen des Patienten bezüglich seines eigenen Verhaltens und seiner Außenwirkung auf Andere einerseits und katastrophisierende Annahmen über deren Reaktionen und Verhalten andererseits angesehen. Expositionsübungen werden deshalb gezielt geplant um solche dysfunktionalen Annahmen überprüfen zu können. Der Patient wird zunächst in einer vorbereitenden Sitzung dazu angehalten, seine Befürchtungen zu konkretisieren und Kriterien zu formulieren, mit der Hilfe er überprüfen kann, ob diese in der Realität zutreffen. Erst dann erfolgt die Konfrontation mit einer bisher vermiedenen Situation. Im Anschluss wird mit Mitteln der kognitiven Therapie überprüft, ob und in wie weit die Befürchtungen eingetroffen sind. Da bei der sozialen Phobie eine Komorbidität mit der selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung nicht selten ist, werden zusätzlich Möglichkeiten zur Modifikation eine negativen Selbstbildes dargestellt.

Ein spannend zu lesendes Buch, das ein neues Konzept zur Behandlung dieses häufigen Störungsbildes praxisnah darstellt.
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Soziale Phobie
Soziale Phobie von Anke Ehlers (Broschiert - August 2006)
EUR 19,95
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