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47 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Werk für Perfektionisten
Diese Headline ist alles andere als negativ gemeint. In diesem kompakten Werk von Lutz Geißler geht es nämlich nicht ums Brotbacken für Hobbybäcker, die hie und da ein paar Sonntagsbrötchen oder ein Vollkornbrot zubereiten möchten. Es geht vielmehr darum, bei diesem Wirken das Bestmögliche herauszuholen: Penibel (bei der Planung, den...
Vor 13 Monaten von Bücherfreund veröffentlicht

versus
37 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen es wäre das genialste Brotbackbuch geworden - aber...
ich hatte mich so auf das Buch gefreut, weil ich die Brotback-Kunst von Herrn Geißler sehr schätze und auch schon sehr viele Rezepte von ihm nachgebacken habe.

Ich würde gerne wie die Vorredner das Buch loben, kann ich aber leider nicht. Denn das Buch hat seine Funktion "Buch" verfehlt. Ein Buch ist für mich ein Medium, mit dem ich mich in...
Vor 12 Monaten von Die Bine veröffentlicht


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47 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Werk für Perfektionisten, 10. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Brotbackbuch: Grundlagen & Rezepte für ursprüngliches Brot (Gebundene Ausgabe)
Diese Headline ist alles andere als negativ gemeint. In diesem kompakten Werk von Lutz Geißler geht es nämlich nicht ums Brotbacken für Hobbybäcker, die hie und da ein paar Sonntagsbrötchen oder ein Vollkornbrot zubereiten möchten. Es geht vielmehr darum, bei diesem Wirken das Bestmögliche herauszuholen: Penibel (bei der Planung, den verwendeten Utensilien und den Zutaten), pingelig (in der Durchführung), perfekt (im Resultat).
Mit der nötigen Dosis an Interesse, Neugier, Konsequenz, Geduld und Ausdauer erlernt man hier das fachmännische Herstellen naturgesunden und formvollendeten Brotes für maximalen Genuss. So etwas gab es meines Wissens auf dem deutschen Büchermarkt bisher noch nicht. Ich bin begeistert.
Mögen den Laien die Fachbegriffe in den einzelnen Rezepten auf den ersten Blick irritieren, so ist er doch keineswegs damit allein gelassen. Bereits auf der nächsten Seite steht jeweils alles im Klartext – natürlich gibt es zudem einen Glossar. Darüber hinaus ist das Brotbackbuch in drei Kategorien gegliedert (für Anfänger, für Geübte, für Fortgeschrittene), so dass auch der absolute Neuling garantiert Erfolge erzielen kann, nicht zuletzt deswegen, weil ihm die möglichen Fehlerquellen bereits im Vorfeld aufgezeigt werden.
Das Buch ist logisch und sehr übersichtlich aufgebaut. Die Rezepte sind ausgesprochen vielfältig und abwechslungsreich und bieten sicher auch für den besonders verwöhnten Gaumen noch das ganz besondere Schmankerl.
Ein Exkurs über die Grundsubstanz eines jeden Brotes, das Mehl respektive das Getreide, fehlt freilich nicht. Unter anderem finden sich tabellarisch aufgelistet detaillierte Angaben zu Mehltypen und Getreidesorten und deren Verwendung und Verarbeitung. Wasser, Hefe, Salz, Malz, Eier, Butter, Milch und z.B. Gewürze und deren Wirkungen und Auswirkungen auf das Backergebnis werden erörtert. Breiten Raum nehmen die Teigführung und das richtige Kneten des Teiges ein. Die nötigen Küchenhelfer kommen ebenso zur Sprache wie etwa die geeignete Aufbewahrung der gebackenen Köstlichkeiten.
Fazit: Nichts für Ungeduldige und nichts für Menschen, die sich nicht wirklich für die Hintergründe und für die Details und Raffinessen des Backens von Broten begeistern. Für all die anderen allerdings ein absolutes Novum und eine wahre Fundgrube von „BrotWissen“.
Ein Danke an den Autor!
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25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen jetzt schon das Standardwerk, 15. Juli 2013
Von 
O. Behrendt (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Brotbackbuch: Grundlagen & Rezepte für ursprüngliches Brot (Gebundene Ausgabe)
Wer sich mit Hingabe dem Kochen widmet, den treibt vielleicht auch irgendwann der Wunsch, eigenes Brot zu backen, zumal man mit den Produkten der großen Bäcker-Ketten unzufrieden sein darf. Da werden Millionen TK-Teiglinge aus China importiert und hier als Brötchen verkauft, wird mit chemischen Treibmitteln gebacken, Gesundheit durch Zugabe von brauner Farbe (Zuckercouleur?) vorgegaukelt usw. Erste Gehversuche, unter konsequentem Verzicht auf Backmischungen oder Backautomaten, ähnelten dennoch einem Desaster: die Brote gingen nicht auf, waren kompakt wie Ziegelsteine, rissen und bröckelten, der Sauerteig aus der Tüte bewirkte höchstens geschmacklich etwas, viel zu große Mengen Hefe verdarben den Geschmack. Im Ergebnis also enttäuschend.

Dann trat Lutz Geißler in mein Leben, in Form seines Brotblogs [...]. Und schnell wurde klar: Brote backen, das macht man entweder richtig oder gar nicht. Richtig backen heißt: mit eigenen Sauerteigen arbeiten, geringe Hefemengen verwenden, dafür extrem lange Gehzeiten (bis zu drei Tagen), vernünftiges Equipment, sorgfältiges Formen der Brote, ordentlich Dampf beim Backen. Und so fand ich meinen Weg in die Welt der Brote, aus der ich noch nicht wieder herausgefunden habe. Baguettes, Vollkornbrote, Bauernbrote, Brötchen, mit Lutz Geißlers Rezepten und seiner engelsgeduldigen Art, jede Frage (zur Not zum zehnten Mal) zu beantworten, gibt es kaum noch Grenzen.

Nun hat der Mann sein geballtes Wissen (endlich) in Buchform gepackt, und heraus gekommen ist die deutschsprachige Bibel der Brotbackkunst. Wunderschön in der Aufmachung, theoretische Anleitungen, die keine Frage offen lassen, dutzende Rezepte, die gut nachzubacken sind, hier bleibt kein Wunsch offen. Die eine oder andere grafische Darstellung kann ich nicht nachvollziehen (das Stülpen der Baguettes kapiere ich einfach nicht), aber zur Not gibt es ja auch noch Videoanleitungen. Festzuhalten bleibt, dass das Backen ein Handwerk im ursprünglichen Sinne ist, das muss man lernen, und das dauert. Professionelle Bedingungen werde ich nicht immer erreichen, so kann ich z.B. meine Küche nicht auf die 26 oder 28 Grad bringen, die mancher Teig zum Gehen braucht. Aber mit diesen kleinen Einschränkungen kann ich leben.

Wer sich dem Hobby des Brotbackens ernsthaft hingeben will, für den ist dieses Buch ein Muss. Es lohnt sich.
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19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Autorenarbeit hui, Verlagsarbeit pfui, 25. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Brotbackbuch: Grundlagen & Rezepte für ursprüngliches Brot (Gebundene Ausgabe)
Mmmh, wie das duftet! Und die Kruste ist herrlich knusprig, das Brot saftig und lecker. Meine ersten Backversuche mit dem Brotbackbuch waren wirklich himmlisch und die bisher nachgebackenen Brote wirklich einwandfrei. Okay, bis auf das erste, das mir aufgrund meinems übermotivierten Backofens verbrannte. Man sollte eben doch einmal, wie im Buch empfohlen, die wahre Temperatur überprüfen. Die Anleitungen sind sehr gut erklärt, auch Brotanfänger wie ich können damit schnell und sicher leckere Brote zaubern. Und dank des grandiosen "how to" am Ende des Buches versteht man auch endlich, warum man früher nur traurig anzusehende Teigklumpen aus dem Ofen gezogen hat. Besonders positiv hervorzuheben ist auch, dass es wirklich viele verschiedene Brotsorten gibt, die man auch dank der Tipps des Autors noch einmal abwandeln kann, wodurch man eine wirklich große Menge an verschiedenen Brot- und Brötchensorten erhält.

Nun aber auch der negative Aspekt: Verlag und Lektor haben (stellenweise!) wirklich miese Arbeit geleistet. Das Layout und die Aufmachung des Buches sind tadellos, hier möchte ich gar nicht meckern. Auch der Einband ist wunderschön gestaltet und macht im Bücherregal wirklich was her.
Was mich aber wirklich stört:
1. Die vielen, vielen Fehler. Hier scheint wirklich am Lektor gespart worden zu sein.
2. Die viele Werbung am Ende des Buches. Wenn ich ein Buch kaufe, möchte ich eigentlich keine Werbung lesen. Ich finde es sehr unpassend, bei einem Buch dieser Preisklasse auch noch Werbung ans Ende zu schalten. Muss nicht sein.

Was ich noch beim Autor nicht unerwähnt lassen möchte: auf Brotbackbuch.de hat er selbst viele Fehler des Verlags aufgefangen, bietet noch mehr Rezepte und ein Forum, in dem man ihm selbst Fragen stellen kann. Tolle Sache! Macht nicht jeder und macht das Buch durch diese Multimedialität noch einmal zu etwas besonderem.
Alles in allem: Klare Kaufempfehlung, aber am besten die falschen Angaben per Post-it selbst nachergänzen, damit es kein unschönes Broterwachen gibt. Und für den Verlag gibts einen Klaps mit dem Nudelholz. ;-)
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51 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großer Wurf, 11. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Brotbackbuch: Grundlagen & Rezepte für ursprüngliches Brot (Gebundene Ausgabe)
Da liegt es nun seit einigen Tagen in meinen Händen, das “BrotBackBuch” von Lutz Geißler. 270 Seiten geballes und konzentriertes Wissen über die Herstellung von Broten mit dem Anspruch, in Optik und Qualität den Backwaren von Handwerksbäckern nahe zu kommen. Hierbei hat sich der Autor zum Ziel gesetzt, eine Lücke in der deutschen Bibliographie für Hobbybrotbäcker zu füllen, nämlich ein verständliches und nicht zu sehr theoretisierendes Grundlagenbuch zu schreiben.

Daß es dazu kam, daß ein Hobbybäcker und nicht ein Profi dieses Buch schreiben konnte bzw. musste, ist auf den ersten Blick erstaunlich, gilt unser Land doch als Hort des guten Brotes, weltbekannt für die Vielfalt seiner Backwaren und die Kreativität seiner Bäcker. Bei näherer Betrachtung jedoch zeigen sich in den letzten Jahren unübersehbare Risse in diesem schönen Bild, bröckelt es an allen Ecken und Enden. Gebacken wird hierzulande immer seltener Tag für Tag frisch in der eigenen Backstube und immer weniger ausschließlich mit natürlichen Zutaten. Stattdessen schießen in allen Städten Backshops wie Pilze aus dem Boden, wo lediglich industriell gefertigte Tiefkühl-Teigwaren, die zum Teil sogar aus Ostasien herangeschafft werden, aufgebacken werden.
Die in den Backshops bestehenden Kampfpreise und die vermeintliche “Frische” den ganzen Tag über zieht viele Menschen an, die diese Hintergründe nicht kennen.

Mehr und mehr Handwerksbäcker können in diesem destruktiven Wettbewerb nicht mehr wirtschaftlich arbeitenund schließen ihren Betrieb. Andere resignieren und setzen auf die gleichen Mittel wie die Backshop-Betreiber, nämlich die Verwendung von Tiefkühl-Teiglingen und Backmischungen. Entgegen den Beteuerungen der Branchen-Lobbyisten sehen wir derzeit dem Todeskampf eines alten Handwerks zu, ohne viel dagegen tun zu können. Womöglich wird man in 10 – 20 Jahren kein Brot aus rein natürlichen Zutaten mehr kaufen können.

Oder vielleicht doch?

In den letzten Jahren (verstärkt etwa seit 2005) füllt sich das Internet mit Foren und Food-Blogs, deren Thema die Selbstherstellung von Brot ist. Hobbybäckerinnen und -bäcker beschäftigen sich eingehend mit den Hintergründen zur Herstellung von professionellen Broten, bilden sich autodidaktisch und im gemeinsamen Austausch fort und diskutieren ihre Backerlebnisse- und ergebnisse. So manche von ihnen haben rasch ein Niveau erreicht, mit dem sie / er sich nicht mehr vor den Profis verstecken müssen. Das Wissen, das in der Bäcker-Branche mehr und mehr verloren geht, wird von diesen Menschen bewahrt, gefördert und vermehrt.

Einer von ihnen ist Lutz Geißler, der sich seit 2009 mit dem Brotbacken beschäftigt. Getrieben von einer unbändigen Leidenschaft und einem enormen Perfektionismus hat er sich in den letzten 4 Jahren ein erstaunliches Ausmaß an Wissen und praktische Fähigkeiten angeeignet. Der von ihm betriebene Plötzblog mit inzwischen mehr als 500 Rezepten rangiert verdientermaßen unter den Top-Ten der deutschen Food-Blogs. Inzwischen hat er mit seinem Blog in der überregionalen Presse Aufmerksamkeit erregt.
Das Besondere seines Blogs war und ist, daß der Autor seine Leser an seinen Erfahrungen teilhaben läßt, nicht nur mit geglückten Rezepten prahlt, sondern auch eigene Fehler zeigt und den Weg ihrer Beseitigung preisgibt. Unvergessen bleiben mir die 25 (!) Backversuche von “Baguette au levain”, die Geißler 2010 unternahm, um ein optimales Sauerteig-Baguette zu erhalten.

Aber zurück zum Anfang: Außer Fachbüchern des Bäckerhandwerks, die für Laien nur schwer verständlich sind, existierten bislang keine ernstzunehmenden Grundlagenbücher über die Brotherstellung in Deutschland. Man mußte bislang des Englischen mächtig sein, um sich ein solides Grundlagenwissen aus Büchern wie “Bread” von Jeffrey Hamelman anzueignen. Deutsche Bücher für Hobbybäcker enthielten überwiegend unausgewogene Rezepte, die mehr auf Schnelligkeit und Unkompliziertheit setzten und wenn überhaupt nur spärliches und zum Teil falsches Grundlagenwissen vermittelten.

Nun ist dieser Mißstand behoben. Aus dem vorliegenden Buch, das optisch und inhaltlich seine Anlehnung an den Stil von Jeffrey Hamelmans “Bread” nicht verhehlen kann, kann man nun endlich als Anfänger sowohl enorm viel über die Brotbacktheorie lernen, als auch erste Erfolge mit ausgewogenen Rezepten nach den Kriterien des “slow baking” feiern.

Das Buch gliedert sich in drei große Bereiche: Auf eine kurze Einführung mit den wichtigsten Fachbegriffen, die für das Verständnis von Rezepten erforderlich sind, folgen 40 ausführliche Rezepte. Den dritten Teil des Buches bilden nicht weniger als 108 Seiten über die Grundlagen des Brotbackens.

Die Einführung ist aus meiner Sicht sehr wichtig, da ohne sie die unter Verwendung des “Bäckerlateins” verfaßten Rezepte für den absoluten Laien nicht verständlich wären. Sie ist äußerst knapp gehalten und verweist auf den “Grundlagenteil” am Ende des Buches, wenn Begriffe und Techniken einer ausführlichen Erläuterung bedürfen, um sie richtig verstehen zu können. Die Idee und Umsetzung der Einführung finde ich gelungen. Ich meine allerdings, daß man vor dem Nachbacken der Rezepte sich die Zeit nehmen sollte, den Grundlagenteil einmal durchzulesen, damit man man nicht ganz so unbedarft vor den Rezepten steht.

Der Rezeptteil ist in drei Bereiche gegliedert. Beginnend mit einfachen Rezepten für Anfänger ohne Verwendung von Sauerteigen folgen später Rezepte für Erfahrenere und zum Schluß anspruchsvolle Rezepturen, an denen sich auch Profis manchmal die Zähne ausbeißen dürften. Ich will im folgenden meine Eindrücke von den Rezepten wiedergeben, einige davon kenne ich in leicht abgewandelter Form aus dem Plötzblog und habe Backerfahrungen damit gesammelt.

Allgemeines:
Die Rezepte sind allesamt sehr ausführlich beschrieben. Alle Zutaten werden nicht allein in ihren absoluten Mengen genannt, sondern auch die sogenannten “Bäcker-Prozente” angegeben, die es erfahreneren Hobbybäckern erleichtern, die Rezepte besser einzuschätzen und in andere Mengen umzurechen. Hierfür bin ich ausgesprochen dankbar, da ich häufig größere Brote backe, als Lutz. Grafiken und sehr schön gelungene Skizzen erläutern die Textbeschreibung, dies weckt Erinnerungen an Hamelmans Buch “Bread”. Neben einer ausführlichen Textbeschreibung findet sich auch eine stichpunktartige Beschreibung, die erfahreneren Bäckern zum Nachbacken ausreicht. Insgesamt habe ich selten so gelungene Rezeptbeschreibungen gesehen.
Einige Rezepte verlangen dem Hobbybäcker allerdings eine recht große zeitliche Flexibilität ab, die sich manchmal nur schwer in die Freizeitgestaltung von berufstätigen Menschen, die womöglich noch familiäre Verpflichtungen haben, integrieren läßt. Hier taucht im Hinterkopf manchmal die Frage auf: “Backst Du noch, um zu leben oder lebst Du schon, um zu backen :-) “. Diese Kritik kommt allerdings von jemandem, der in seiner Freizeit sicher wesentlich weniger strukturiert ist, als Lutz Geißler. Mir persönlich gelingt es einfach nicht, nach einer sehr strukturierten 60-Stunden-Arbeitswoche einen ganzen Tag die Küche in Beschlag zu nehmen, um einen minutiös vorgeplanten Backtag mit bis zu 10 verschiedenen Rezepten zu bestreiten. Ein solches Maß an Freizeit-Organisation geht mir irgendwie ab. Ich behelfe mir zugegebenermaßen häufig damit, z.B. die Vorteig-Reifezeiten auf 12-14 Stunden zu reduzieren, wodurch man ohne spürbare Nachteile ein Brot auch innerhalb eines 24-Stunden-Tages fertig backen kann.

Anfänger-Rezepte
Die Anfänger-Rezepte erscheinen mir allesamt sehr gut ausgewogen. Einzig beim “Körnerbrot” gibt es durch die zutatenbedingte potenziell unterschiedliche Wasseraufnahmefähigkeit des Quellstücks eine Unabwägbarkeit, die zu einem zu weichen Teig führen kann. Aber dem kann man einfach dadurch begegnen, beim nächsten Backen dann weniger Anschüttwasser zu verwenden. Ansonsten dürften mit diesen Rezepten rasch Erfolge zu erzielen sein.

Fortgeschrittenen-Rezepte
Bei den Fortgeschrittenen-Rezepten wird es zum Teil etwas anspruchsvoller. Insbesondere mit der Garesteuerung und den Temperaturen muß man schon Erfahrungen gesammelt haben, sonst wird das Ergebnis schwerlich an das des damit äußerst erfahrenen Autors herankommen. Dies gilt z.B. beim “Dreier”, das nur Wenigen auf Anhieb wie im Buch gelingen dürfte. Auch kommen bereits bei diesen Rezepten die von Geißler häufig verwendeten großen Vorteigmengen zum Einsatz. Teils wird bis zu 50 % der Gesamtmehlmenge als Vorteig und Sauerteig angesetzt – z.B. “Rundbrot”. In Kombination mit den vom Autor vorgeschlagenen – aus meiner Sicht – recht langen Vorteig-Reifezeiten von bis zu 20 Stunden bei Raumtemperatur besteht hier ein nicht zu vernachlässigendes Risiko einer zu hohen enzymatischen Aktivität im Hauptteig. Wenn dies passiert, erhält man bei Weizenmischbroten Hauptteige, die nur unzureichend Kleber aufbauen können, sich nur schwer formen lassen, im Ofen breitlaufen. Roggenmischbrote werden dann gerne klitischig und bilden Krumenrisse aus.
Daß die Rezepte funktionieren können, zeigen die bestechend schönen Fotos im Buch und im Plötzblog. Ich persönlich hatte aber manchmal Schwierigkeiten beim Nachbacken solcher Rezepte.
Sehr überzeugend finde ich die Rezepte vom “Speckfettbrot” und von der “Dinkelsonne”, die ich sicher nachbacken werde. Sehr schön beschrieben ist auch die Herstellung von Baguettes. Die Beschreibung der 2-Strang-Flechtung des “Mohnzopf” ist zwar gut, aber hier wird man die auf der Internet-Seite des Brotbackbuchs zu findende Video-Anleitung zum Verständnis benötigen. Diese sollte man sich mehrfach ansehen und dann mit zwei Segler-Tampen üben.

Profi-Rezepte
Es geht gleich los mit einem richtigen Profi-Rezept: “Langbrot”. Die Verwendung von 45 % der Gesamtmehlmenge in Vorteigen mit langer Gehzeit, die hohe Teigausbeute und die Erfordernis einer punktgenauen Garesteuerung führen zu so manchem seitlich eingerissenen Brot, wenn man es gestipfelt backt. Zu Recht empfiehlt der Autor, dieses Brot bei Unsicherheit mit der Gare lieber einzuschneiden. Ich kann allerdings bestätigen, daß das Brot phantastisch schmeckt und sich der Aufwand lohnt.
Optisch ausgesprochen gelungen finde ich das Knospenbrot. Gut finde ich auch, daß beim “Französischem Baguette” die Teigausbeute in einen Bereich gesenkt wurde, der es einfacher form- und transportierbar macht, als das Vorbild aus dem Plötzblog.
Vom Anspruch her empfinde ich die Rezepte aus dem Profi-Bereich bis auf wenige Ausnahmen (z.B. “Mediterranes Brot”, “Französische Baguettes”) als nur wenig “schwerer” als die aus dem Bereich für Fortgeschrittene.

Nach den Rezepten folgt dann der lang ersehnte Teil, wegen dessen das Buch vor allem geschrieben wurde: das “Grundlagenbuch”. In diesem Teil des Buches versucht Geißler, dem Leser die theoretischen und praktischen Grundlagen des Brotbackens nahezubringen, deren Kenntnis es dem Hobbybäcker erst ermöglichen, mit seinen Ergebnissen denen der Profibäcker näher zu kommen. Von den absoluten Grundlagen über die Zutaten und Hilfsmittel, den biologischen und chemischen Prozesse im Teig während der Bereitung und während des Backens bis zur Wirk- und Backtechnik ist hier alles so erschöpfend beschrieben, daß eigentlich keine Wünsche offen bleiben. Kleine Tips und Tabellen lockern das Schriftbild auf und geben Zusatzinformationen auf einen Blick. Die Abschnitts-Überschriften sind wohl in der Intention, einen peppigeren jugendlichen Stil zu pflegen, etwas neckisch gestaltet. Überschriften wie “Fettes Brot” und “Zucker und Peitsche” muß man mögen. Dafür sind die Texte professionell und ausgesprochen verständlich geschrieben. Zum Schluß findet man sogar noch einige gängige Brotfehler und ihre Abhilfe aufgeführt. Für mich ist der Grundlagenteil ausgesprochen gut gelungen und wird seinem Anspruch in jeder Weise gerecht. Die von Schelli kritisierte mangelnde Genauigkeit / Ausführlichkeit in der Beschreibung der biologischen Prozesse geht meines Erachtens an der Zielsetzung dieses Buches vorbei, denn die Details dürften nur Lebensmittelchemiker interessieren. Diese Dinge wegzulassen kann auch nicht die Lösung sein. Wenn man weiß, daß Geißler aufgrund des beschränkten Platzes im Buch so manche Kröte schlucken mußte, dann wirft das ein anderes Bild auf die Ausführlichkeit der Texte.
Ein unschätzbarer Mehrwert des Buches ist die Internetseite des BrotBackBuchs. Hier besteht die Möglichkeit, Errata durchzusehen, mit dem Autor in Kontakt zu treten und Videoanleitungen anzuschauen. Man kann die dahinter steckende Arbeit des Autors nicht genug loben.

Fazit
Ich betrachte dieses Buch als den ersehnten “großen Wurf” in der deutschen Brotback-Literaturszene und bin begeistert. Interessierten wird mit diesem Buch endlich ermöglicht, mit Hilfe eines Werkes an das Backen hochwertiger, gesunder und bekömmlicher Brote herangeführt zu werden. Der Ulmer-Verlag ist für seinen Mut nicht genug zu loben, Lutz Geißler die Möglichkeit zur Veröffentlichung eines Grundlagenbuchs zu geben. Ich könnte mir auch keinen besseren Autor hierfür vorstellen als Lutz, der sich wie fast kein anderer Wissen über die Thematik angeeignet und an unzähligen Backtagen praktisch erprobt hat.
Meine Kritikpunkte sind angesichts des Gesamtwerkes lediglich “Peanuts”, die auch als solche verstanden werden werden sollten. In meinem Bücherregal hat das “BrotBackBuch” seinen berechtigten Platz direkt neben meinem absoluten Lieblings-Buch “Bread” von Jeffrey Hamelman gefunden. Genau dort gehört es nämlich hin.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gutes Buch trotz Fehler, 5. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Brotbackbuch: Grundlagen & Rezepte für ursprüngliches Brot (Gebundene Ausgabe)
Lutz Geißler hat ein sehr umfassendes Buch zum Thema Brotbacken abgeliefert. Seine Leidenschaft und vor allem sein großes Wissen sind deutlich zu erkennen.
Es hat eine sehr schöne Aufmachung, gute Bilder und anschauliche Skizzen. Die Gliederung ist gut durchdacht und die Rezepte sind verständlich aufgebaut.

Der Autor ergänzt seine gut geschriebenen Texte immer wieder durch praktische Tipps, die seine große Ehrfahrung wiederspiegeln. Es scheint, als ob er alle Fehler selbst schon gemacht hat und nun alle anderen davor bewahren möchte. Alle außer den Anfängern, ihnen rät er einfach loszubacken und mit Hilfe des Buches aus den Fehlern zu lernen.

Das Buch ist kein reines Backbuch, sondern mehr ein Nachschlagewerk zum Thema Backen von Brot und Brötchen. Die Rezeptanzahl ist für die Dicke des Buches eher gering, es enthält 30 Brote und 11 Brötchenrezepte, die allerdings mit 2 bis 3 Seiten plus Bild sehr ausführlich beschrieben sind. Die andere Hälfte des Buches besteht aus praktischen Informationen rund ums Backen wie Teigführung und -steuerung, planen eines Backtages, kneten und wirken. Die einzelnen Kapitel ähneln einem Lehrbuch mehr als einem Backbuch, was aber kein Nachteil ist.

Die enthaltenden Fehler im Buch werden für mich fast wett gemacht durch die Internetseite [...], mit ergänzenden Anleitungen Fotos und Tipps. Dort kann man direkt mit dem Autor in Kontakt treten und persönliche Hilfestellung erhalten.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brotbackbuch, 6. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Brotbackbuch: Grundlagen & Rezepte für ursprüngliches Brot (Gebundene Ausgabe)
Auf 270 Seiten befinden 157 Seiten mit Rezepten und Tipps für den Start. Die zweite Hälfte gibt umfangreiche Tipps rund ums Brotbacken. Die Kapitel sprechen sowohl reine Anfänger an als auch Menschen, die bereits etwas Übung haben und Fortgeschrittene. Von Land- und Körnerbrot über Kartoffel-, Speckfettbrot, Laugenbrezeln, Dinkelsonnen bis zu Buttermilch-, Weiß- und Schwarzbrot gehen die Rezepte. Immer und überall – egal ob Tipps vorher/ nachher oder Rezepte – gibt Lutz Geißler klare Anweisungen. So gibt es pro Rezept erstmal eine kleine Einführung zu dem Brot an sich, z. B. sind Fladenbrote urtümlich, werden in vielen Kulturkreisen als Hauptnahrungsmittel gesehen und sogar teilweise nur aus Mehl und Wasser hergestellt. Weiter geht es mit den Charakteristika und den zu erwartenden Aromen. Ebenso wie der Teig geknetet werden muss, Hinweise zu Stock- und Stückgare, Aufarbeitung, Backzeit und die Zeit, die der gesamte Prozess von der Teigherstellung bis zum Backen, benötigt, Informationen zum Gewicht und natürlich den Zutaten.

Im zweiten Teil geht es ums nötige Zubehör, Analyse von Fehlern, Zutaten inklusive verschiedener Mehl- und Getreidesorten, Teigführung, Knettechniken und vieles mehr. Immer gibt der Autor den Tipp, erst zu backen und dann erst die Seiten mit den möglicherweise vorkommenden Fehlern anzusteuern: Erst die Hände arbeiten lassen bei eingeschaltetem Verstand statt verkopft an die Sache mit dem Brotbacken heranzugehen. Ein weiser Tipp, denn manches lernt man vor allem durchs Tun!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderschönes und zugleich lehrreiches Backbuch, 12. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Brotbackbuch: Grundlagen & Rezepte für ursprüngliches Brot (Gebundene Ausgabe)
Schon beim ersten Durchblättern des Brotbackbuchs von Lutz Geißler war ich sehr von diesem Werk angetan. Die ansprechende Gestaltung, die gut durchdachte Aufteilung der Kapitel, die schönen, mit viel Liebe gemachten Fotos des Buches und vor allem das große Wissen um die Brotbackkunst, das darin steckt, ist sehr beeindruckend und vor allem inspirierend. Es macht Spaß das Buch in der Hand zu halten, es durchzublättern und darin zu schmökern.
Das Buch ist ein Gewinn für jeden Hobbybrotbäcker, egal ob ambitionierter Anfänger oder Fortgeschrittener. Ich kann es nur wärmstens empfehlen

Meine größte Hochachtung für dieses geniale Werk eines Hobbybäckers.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jetzt schon ein Klassiker!, 11. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Brotbackbuch: Grundlagen & Rezepte für ursprüngliches Brot (Gebundene Ausgabe)
Hier zeigt es sich mal wieder: wir brauchen verrückte, begeisterungsfähige Fanatiker, damit überzeugende Bücher entstehen. Jeder, der Brotbacken ernst nimmt und gutes Handwerk nicht weniger schätzt als geistige Hochleistungen, wird dieses Buch besitzen wollen. Lutz Geißler und sein Mitarbeiter Felix Remmele haben kein Detail ausgelassen. Gute Didaktik, umfassendes Wissen, lesbare und verständliche Sprache - und vor allem: erfahrungsorientierte, Schritt-für-Schritt-Anleitungen machen Lust und motivieren zum Nachmachen. Endlich ein deutsches Brotbackbuch für Hobbybäcker, das diesem wunderbaren Handwerk vollauf gerecht wird.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich ein wirkliches Fachbuch zum Thema Brotbacken, 11. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Brotbackbuch: Grundlagen & Rezepte für ursprüngliches Brot (Gebundene Ausgabe)
Vielen Dank, Herr Geißler!
Endlich mal ein Buch zum Thema Brotbacken, in dem das Thema etwas wissenschaftlicher angegangen wird. Es werden ausgezeichnete Hintergrundinformationen geliefert. Ich habe bislang nur ein Rezept ausprobiert, aber das war schon ein voller Erfolg. Am WE wird das nächste ausprobiert.
Die Rezepte sind sehr gut aufgebaut und die Techniken sind gut beschrieben und bebildert.
Die auf der Homepage [...] bekannt gegebenen Fehler sind zwar lästig, ich habe sie mir aber einfach handschriftlich dazugeschrieben, so dass es mich nun überhaupt nicht mehr stört. Die 2. Auflage wird dann perfekt ;-)

Schon die 1. Auflage des Buchs kann ich jedem SEHR empfehlen! Ich weiß schon jemanden, dem ich es zu Weihnachten schenken werde ;-)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Macht Appetit, 20. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Brotbackbuch: Grundlagen & Rezepte für ursprüngliches Brot (Gebundene Ausgabe)
Aufmerksam gemacht durch die Rezension vom "brotdoc" in dessen blog, habe ich mir das Buch bestellt und heute erhalten.
Auspacken, aufschlagen und sich erst einmal von der Umwelt verabschieden...
Ein Buch, das kaum einen Wunsch eines Hobby-Brotbäckers offen lässt. Ich habe schon vorher im blog des Autors gelesen und manchen Tipp für mich gefunden, aber dieses Buch ist einfach eine Wucht.
Auführlich(st)e Erläuterungen schon im Vorfeld. Die Führung durch die Rezepte ist in jeder Hinsicht (auch für mich als absoluten Brotback-Neuling) nachvollziehbar. Dazu tolle Fotos, bei denen einem bereits das Wasser im Mund zusammen läuft.
Und dann Wochenende und nicht genug Mehl im Haus :-(
Nächste Woche gehts los.
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Das Brotbackbuch: Grundlagen & Rezepte für ursprüngliches Brot
Das Brotbackbuch: Grundlagen & Rezepte für ursprüngliches Brot von Lutz Geißler (Gebundene Ausgabe - 4. Juli 2013)
EUR 24,90
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