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24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantastischer Begleitband zu einer fantastischen Mega-Ausstellung, 23. September 2012
Von 
timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Welt der Kelten - Zentren der Macht - Kostbarkeiten der Kunst (Gebundene Ausgabe)
"Die Entwicklung der keltischen Kunst hat dem keltischen Durst viel zu verdanken."
(Ausstellungstext zu einer Schnabelkanne)

Wie timediver® beim Besuch der Stuttgarter Ausstellung "Die Welt der Kelten" am 22. September 2012 feststellen konnte, handelt es sich - wie der Untertitel des Begleitbuches bereits vermuten lässt - tatsächlich um zwei völlig unterschiedlich konzipierte Ausstellungen. Zweifellos sind für die Mehrzahl der Besucher die am Standort des Landesmuseum Württemberg im alten Schloss Stuttgart ausgestellten "Kostbarkeiten der Kunst" die "Eyecatchers" dem Gesamtexposition. Dieser Teil ist aus der Ausstellung "Kunst der Kelten" hervorgegangen, die 2009 im Historischen Museum Bern gezeigt wurde und für die das Landesmuseum Stuttgart ohnehin als weitere Station geplant war. Den Grundstock der gezeigten Artefakte bilden daher auch die hochkarätigen Sammlungsbestände der beiden Museumspartner, die um Leihgaben aus über 130 Museen 15 verschiedener Länder ergänzt und bereichert wurden. Die Zeitspanne umfasst das keltische Kunstschaffen vom 7. Jahrhundert vor Chr. bis zu seiner Nachblüte in der christlich-irischen Buchmalerei im 8. Jahrhundert. Neben prachtvollem Schmuck zeugen auch reich verzierte Gebrauchsgegenstände aus Eisen, Bronze, Silber und Gold sowie kultische Objekte und Grabbeigaben mit den Darstellungen von Fabelwesen von den hochentwickelten Fähigkeiten keltischer Metallurgie und Kunsthandwerk. Das Ergebnis dieser in sechs Epochen gegliederten Zusammenstellung muss als erster Beitrag des Nordens zur europäischen Kunstgeschichte angesehen werden.

Die Vorgeschichte des zweiten Teils der Ausstellung "Zentren der Macht" geht bis in das Jahr 2003 zurück, als die Deutsche Forschungsgemeinschaft ein Schwerpunktprogramm zu früh-keltischen Fürstensitzen eingerichtet hatte. Unter der Federführung des Landesamtes für Denkmalpflege Baden-Württemberg beteiligten sich mehrere unabhängige Forschungseinrichtungen, Universitäten und Institutionen der Denkmalpflege aus fünf Bundesländern an den wissenschaftlichen Untersuchungen, die im Jahre 2010 abgeschlossen werden konnten. Die Forschungsergebnisse können wenige Gehminuten vom Alten Schloss entfernt, im Stuttgarter Kunstgebäude betrachtet werden. Dort wird die Entwicklung der keltischen Zivilisation in Mittel- und Westeuropa vom Beginn der Eisenzeit im 8. vorchristlichen Jahrhundert bis zur Ankunft der Römer im 1. Jahrhundert vor Chr. chronologisch präsentiert. Dieser Teil der Ausstellung wurde thematisch in 5 Abteilungen mit der Betrachtung einer Vielzahl von Einzelaspekten zum täglichen Leben, Wirtschaftsweisen, Handelsbeziehungen, technologische Innovationen, Religion und Gesellschaftsordnung gegliedert. Im Mittelpunkt stehen sowohl die sogenannten "Fürstensitze" der früh-keltischen Elite im 6. 5. Jahrhundert v. Chr., als auch die Entstehung der spät-keltischen Oppida im 2. und 1. vorchristlichen Jahrhundert.

Den Besuchern dieser weltweit einzigartigen Mega-Ausstellung stehen vor Ort Videoclips sowie interaktive Bildschirme und andere Möglichkeiten, wie das Blättern in dem Faksimile eines Evangeliars, zur Verfügung. Erstaunt ist man jedoch auch darüber, dass die "Kostbarkeiten der Kunst" im Alten Schloss nicht in einem chronologischen Verlauf, beginnend im 8. Jahrhundert v. Chr. exponiert werden, sondern mit den spät-keltischen Nachklängen in Großbritannien und Irland beginnen, um den Besucher dann noch weiter in die Vergangenheit zu führen.

Obgleich der im Jan Thorbecke Verlag erschienene Begleitband weder ein klassischer Ausstellungskatalog noch eine "1:1 Umsetzung" der beiden Ausstellungen ist, bietet das mehrere Pfund schwere Werk nicht nur die neuesten Forschungsergebnisse, sondern auch eine unglaubliche Vielzahl beeindruckender Fotos, Karten, Lageplänen, Sichtfeldanalysen, Schemata etc. Ein Anhang bietet weitere Materialien wie z. B. eine doppelseitige Chronologie, eine systematische zehnseitige Gliederung der weiterführenden Literatur und eine Liste von 70 international renommierten Experten, die an den Arbeiten beteiligt waren. Der fantastische Begleitband zu einer fantastischen Ausstellung wirft somit auch nicht die Frage eines "entweder oder" zwischen einem Besuch der Ausstellung (bis zum 17. Februar 2013) und dem Kauf des Bandes auf, sondern die Empfehlung eines "sowohl als auch".
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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spurensuche in der Vergangenheit, 10. Oktober 2012
Von 
Volker M. - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Welt der Kelten - Zentren der Macht - Kostbarkeiten der Kunst (Gebundene Ausgabe)
Die letzten 25 Jahre brachten bahnbrechende Erkenntnisse über die Kelten. Archäologen, Sprachwissenschaftler und Historiker sind dieser alten Kultur so nahe gekommen, wie nie zuvor und haben einige Mythen zerstört, die sich bereits im kollektiven Gedächtnis festgesetzt hatten. Besonders hart mag es die Irland-Fans treffen, denn die heutige irisch-keltische Kultur hat leider keinerlei Bezug zu vorchristlich-heidnischen Riten und Bräuchen, sondern ist durch und durch mittelalterlich.
Aber das ist nur eine kleine (wenn auch interessante) Anekdote am Rande, denn "Die Welt der Kelten" schlägt einen weitaus größeren Bogen. Die Probleme beginnen bereits damit, dass die Kelten als Volk umso unschärfer werden, je genauer man hinschaut. Es gibt ausschließlich historische Berichte ÜBER die Kelten, jedoch keinen einzigen VON den Kelten selber verfassten. Es gibt auch keinen Beleg über ein Volk, das sich selber "Kelten" nannte, sondern diese Bezeichnung verwendeten immer nur Dritte - an erster Stelle Julius Caesar, dessen Beschreibung bis heute die geografisch präziseste ist. Und da setzt bereits das nächste Problem an: Die Wissenschaftler sind sich über den genauen Siedlungsraum immer noch nicht einig. Von Schottland bis Nordspanien, von Irland bis in die Türkei reichen die Spuren, aber die Gemeinsamkeiten erschöpfen sich oft im Kunsthandwerk. Sie hatten keine gemeinsame Sprache, keine gemeinsamen Bräuche, keinen gemeinsamen Glauben, keine gemeinsame Schrift. Mit ungeheurer Hartnäckigkeit führten die Keltenstämme untereinander Krieg. Ein homogenes Volk? Fehlanzeige.

Das Archäologische Landesmuseum Baden-Württemberg, das Landesmuseum Württemberg und das Landesamt für Denkmalpflege richten gerade gemeinsam eine überaus reich bestückte Ausstellung zum Thema Kelten in Stuttgart aus und "Die Welt der Kelten" ist der mindestens ebenso reich bebilderte Begleitband. Kein Katalog wohlgemerkt (obwohl alle Ausstellungsstücke abgebildet sind), sondern ein Sachbuch auf dem neuesten Stand der Forschung, mit Beiträgen von vielen internationalen Koryphäen, für ein Laienpublikum geschrieben, dabei immer wissenschaftlich präzise. Auffällig ist die Sorgfalt, mit der auch überregionale Zusammenhänge dargestellt werden, denn gerade die keltische Kultur war international vernetzt. Wenn man sich die Leihgeber der Ausstellung ansieht, finden sich Museen aus ganz Zentraleuropa und dem Balkan. Die Liste ist wirklich eindrucksvoll.

Die Artikel beleuchten neben allgemeinen Aspekten der aktuellen Keltenforschung die Entwicklung vom 7. vorchristlichen Jahrhundert bis ins 4. nachchristliche, als die Christianisierung den heidnischen Kulten den Garaus machte. Allerneueste Grabungsergebnisse, besonders von der Heuneburg, werden im Detail beschrieben, aber auch technische, kunsthistorische und rituelle Erkenntnisse zum Leben der Kelten werden in über 80 Einzelbeiträgen dokumentiert. Dass bei der Vielzahl von Autoren nicht alle von gleicher sprachlicher Qualität sind, versteht sich von selbst, die inhaltliche Qualität ist ohne Tadel. Es mag ein wissenschaftlicher Allgemeinplatz sein, aber angesichts der Fülle an neuen und wirklich erstaunlichen Funden wird dem Leser schnell klar: Wo die Forschung eine Antwort gibt, tun sich zwei neue Fragen auf.

Ein spannender, manchmal sogar atemberaubender Blick in die Vergangenheit. Die Kelten bleiben sicherlich noch eine Weile ein faszinierend rätselhaftes Volk. Wenn es sie denn als Volk jemals gab.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine längst untergegangene Welt wird wieder lebendig!, 22. November 2012
Von 
H. Schneider (Aichtal) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Welt der Kelten - Zentren der Macht - Kostbarkeiten der Kunst (Gebundene Ausgabe)
Wer kennt sie nicht, die trinkfesten, verfressenen und immer zu einer Rauferei aufgelegten Gallier um den berühmten Comichelden Asterix, die mit ihren Streichen und ihrer unbezwingbaren Widerspenstigkeit die römische Besatzungsmacht immer wieder zur Weißglut treiben und auf's Kreuz legen.
Aber abgesehen von dieser kommerziell ausgeschlachteten medialen Berühmtheit- was weiß man wirklich von den Kelten, jenem bis heute rätselhaften und sagenumwobenen Volk aus der Frühzeit Europas, welches für die Comicadaption Pate stand?
Ausgehend von den spektakulären archäologischen Funden der letzten 25 Jahre und anhand einiger der bedeutendsten Fundstücke aus dem keltischen Kulturraum als Leihgaben internationaler Museen versucht die derzeitige große Landesausstellung (bis Februar 2013) in Stuttgart diese Frage zu beantworten und damit gleichzeitig ein neues Licht auf die Facetten einer bis heute weitgehend unbekannten Kultur zu werfen. Ausgehend vom "Beginn" der "keltischen" Kultur mit der Hallstattzeit zu Beginn der mitteleuropäischen Eisenzeit im 8. Jhr. v. Chr. über die Zeit der sogenannten "Fürstensitze" (z. B. Heuneburg) über La Tène und die Zeit der keltischen Wanderungen und die Spätzeit mit den Gründungen der mächtigen Opida als den ersten "Städten" in Mitteleuropa bis zur Unterwerfung der Kelten durch die Römer bis hin zur letzten Blüte der keltischen Kultur im anglo- irischen Raum im frühen Mittelalter wird anhand der archäologischen Befunde die Entwicklung einer komplexen frühzeitlichen Gesellschaft durch alle Zeiten ihres Bestehens beschrieben und die sich in den unterschiedlichen, einander ablösenden Kunststilen selbst reflektiert. Geschickt werden so auch viele der gängigen Vorurteile gegenüber den Kelten, z. B. sie seien primitive, unzivilisierte und kriegslüsterne Barbaren, als auf einseitigen und parteiischen antiken Quellen beruhende unhaltbare Stereotype widerlegt. Stattdessen wird das Bild einer durchaus fortschrittlichen und innovativen, wenn auch nicht immer einheitlichen Zivilisation entworfen, die zu durchaus erstaunlichen Leistungen imstande war und nicht unbedingt hinter den mediterranen Kulturen zurückgestellt werden muss.

Mein Fazit: der sehr schön bebilderte und faszinierende Begleitband zu einer faszinierenden Ausstellung!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Historischer Stellenwert der Kelten aufgewertet, 10. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Welt der Kelten - Zentren der Macht - Kostbarkeiten der Kunst (Gebundene Ausgabe)
Ausgezeichnete Zusammenstellung der schönsten Artefakte aus dem europäischen Einzugsgebiet der Kelten. Dabei werden die unterschiedlichsten Themen angeschnitten und dem interessierten Forscher und Leser neue Impulste und Denanstösse vermittelt. Sehr empfehlenswert, auch für Laien.
Urs A, Mueller-Lhotska, Historiker, Zürich.
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5.0 von 5 Sternen Buch, 30. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Welt der Kelten - Zentren der Macht - Kostbarkeiten der Kunst (Gebundene Ausgabe)
Ein absolut faszinierendes Buch: kritischer fundierter Text, vielfältig und umfassend, aussagekräftige Bilder, guter Aufbau, spannend und das zu einem unschlagbaren Preis. Für jede Person, die sich für europäische Frühgeschichte interessiert, ein Muss.
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5.0 von 5 Sternen Die Kelten, 25. Dezember 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Welt der Kelten - Zentren der Macht - Kostbarkeiten der Kunst (Gebundene Ausgabe)
Ein sehr gutes Buch, das seinesgleichen sucht eines der Besten das es über die Kelten gibt und deren handwerklichen
Fertigkeiten.
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Die Welt der Kelten - Zentren der Macht - Kostbarkeiten der Kunst
Die Welt der Kelten - Zentren der Macht - Kostbarkeiten der Kunst von Kein Autor oder Urheber (Gebundene Ausgabe - 7. September 2012)
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