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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Im Schein von Prunk und Protz, 26. Oktober 2013
Von 
timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Im Glanz der Zaren - Die Romanows, Württemberg und Europa (Gebundene Ausgabe)
"Im Glanz der Zaren - Die Romanows, Württemberg und Europa" ist das im Jan Thorbecke Verlag erschienene Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung, die zwischen dem 5. Oktober 2013 und 23. März 2014 im Landesmuseum Württemberg stattfindet. Einerseits stand timediver® das großformatige Buch schon zur Vorbereitung des Ausstellungsbesuches zur Verfügung, andererseits sollte es sich bei meinem Besuch der Stuttgarter Exposition am 26. Oktober 2013 als ausgesprochen wertvoller Begleiter erweisen.

Die im dritten Stock des Stuttgarter Alten Schlosses arrangierte Ausstellung beginnt mit einem Raum an dessen Wände eine große Karte Europas in der die Herrschaftsbereiche der Württemberger und der Romanows hervorhoben sind und eines ebenso großen Stammbaums, welcher die Zusammenhänge der beiden Dynastien aufzeigt. Im Begleitbuch sind Karte auf dem vorderen, bzw. hinteren Vorsatz zu finden. Während der Ausstellungsbesucher bereits im ersten Raum den Hinweis erhält, dass "fünf Ehen ebenso viele Chance" geboten hätten und ihm der weitere Weg durch die Ausstellung mittels eines roten Teppichs (in welchen einzelne Jahreszahlen eingewebt wurden) gewiesen wird, bietet das Begleitbuch zunächst einmal die Grußworte des Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten, Winfried Kretschmann, des Botschafter der Russischen Föderation, Wladimir M. Grinin, und das Vorwort der Wissenschaftlichen Direktorin des Landesmuseums Württemberg, Prof. Dr. Cornelia Ewigleben. Den Auflistungen der für die Ausstellung verantwortlichen Gremien und der 30 Leihgeber aus Deutschland, Russland und Frankreich folgt Teil I des Buches, der mit dem ersten von insgesamt 15 Essays verschiedener wissenschaftlicher Autorinnen und Autoren, die an russischen und deutschen Museen, Archiven und Universitäten beschäftigt sind, beginnt. (Die Autorenliste ist ebenso wie die Nennung des Beirates im Anhang, Seite 346 ff. zu finden).

In den genannten Essays, welche in den Kapiteln „Die Romanows und Europa“, „Pomp und Politik. Der Russische Hof“ und "Russland und Württemberg" zusammengefasst wurden liegt der Hauptunterschied zwischen Ausstellung und Begleitbuch. Während sich die Essays auf insgesamt 88 Seiten ausführlich auch Themen wie "Heiratspolitik zwischen Liebe und Staatsraison", „Heikle Navigation. Württemberg und Russland mal Verbündete, mal Kriegsgegner“ oder "Auswanderung aus Württemberg nach Russland" widmen, werden diese Themen in der Ausstellung, wenn überhaupt, eher marginal behandelt.

Teil II. Ist mit über 200 Seiten nicht nur der Hauptteil des Begleitbuches, sondern beinahe auch die 1:1 Umsetzung der gesamten Ausstellung inklusive Katalog der Exponate. Wie in den fünf Ausstellungsabteilungen werden auch hier fünf Kapiteln den Prinzessinnen/Großfürstinnen gewidmet, welche die beiden Dynastien miteinander verbanden: 1. Sophie Dorothee Auguste Luise Prinzessin von Württemberg (1759 – 1828), als zweite Ehefrau des russischen Kaisers Paul I. : Maria Fjodorowna, Großfürstin von Russland; 2. Katharina Pawlowna Romanowa, Großfürstin von Russland (1788 – 1819), nach Ihrer Hochzeit mit ihrem Cousin Wilhelm (1781–1864): Königin Katharina von Württemberg) durch Heirat mit Großfürst; 3. Michael Pawlowitsch: Großfürstin Elena Pawlowna von Russland; 4. Großfürstin Olga Nikolajewna Romanowa (1822 - 1892) als Ehefrau Karls I.: Königin von Württemberg; 5. Großfürstin Wera Konstantinowna Romanowa (1854 – 1912), von Karl I. und Olga von Württemberg, durch ihre Ehe mit Eugen von Württemberg: Herzogin von Württemberg.

Jedes dieser Kapitel beginnt mit einem Portrait-Gemälde, einem Einführungstext und den Lebensdaten der jeweiligen Person. Während die Einführungstexte und weitere, in der Ausstellung angebrachte Texte in einem Begleitheft zu finden sind, das dem Besucher zur Eintrittskarte mitgeben wird, sucht man die längeren Texte des Begleitbuches vergebens. In der Ausstellung sind die einzelnen Exponate zudem nur nur mit Nummern (201 – 675) gekennzeichnet, die im Begleitheft erläutert werden. Fast alle Exponate samt diesen Erläuterungen auch im Begleitbuch zu finden. So fehlt z. B. Die Abbildung der „Wengerka“-Uniform des Elisawetgrad-Husaren-Regiments von Olga Nikolajewna (N. 512) oder die ausgestellte Tracht der „Barmherzigen Schwestern der Gemeinschaft zur Kreuzerhöhung (Nr. 427). Leider fehlen im Begleitbuch auch die Alkoven, in denen der große geegnsatz zwischen Arm und Reich thematisiert wird.

Wie timediver® feststellen musste, wird die Ausstellung von mehr doppelt so vielen Damen wie männlichen Herren frequentiert. In den Gesprächen der Damen ging es vornehmlich um Pracht und Glanz der (Hochzeits)Gewänder, Haushaltsgegenstände, Schmuck und religiöse Konversion der Prinzessinnen. "Was will denn der hier?", mag sich der Besucher im Angesicht einer Büste Kaiser Wilhelms I. fragen und erhält sogleich die Antwort, dass jenem Königin Olga kritisch gegenüber gestanden hatte. Warum der Umhang Pauls I. bei der - von ihm selbst vorgenommenen - Krönung seiner Gattin Maria Fjodorowna ein Malteserkreuz trug wird jedoch nirgends in der Ausstellung oder im Begleitbuch erklärt (Nr. 247; Anmerkung: Viele Malteserritter waren nach der Absetzung ihres Großmeisters Ferdinand von Hompech zu Bolheim 1798 nach Russland immigriert und hatten den orthodoxen und verheirateten Zar Paul zu ihrem neuen de-facto-Großmeister erklärt)

Den Abschluss der Ausstellung wie auch des II. Teils des Begleitbuches bilden die "Tage der Revolution", dem im Buch noch ein Anhang mit Objektregister, Anmerkungen, Literaturverzeichnis pp. folgt.

Während die Stuttgarter Ausstellung in erster Linie tatsächlich den "Glanz der Herrschaften" mit all seinem Prunk und Protz darstellt, bietet das Begleitbuch weitaus mehr Informationen zum historischen Hintergrund und Gesamtkontext. Mit vier Amazonsternen ist das Begleitbuch daher besser zu bewerten als die Ausstellung.

Stuttgart, den 26. Oktober 2013
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Im Glanz der Zaren - Die Romanows, Württemberg und Europa
Im Glanz der Zaren - Die Romanows, Württemberg und Europa von Kein Autor oder Urheber (Gebundene Ausgabe - 5. Oktober 2013)
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