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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Trauma und die Folgen, 30. Juni 2013
Von 
Timm Steuber (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Komplexe Traumafolgestörungen: Diagnostik und Behandlung von Folgen schwerer Gewalt und Vernachlässigung (Gebundene Ausgabe)
"Komplexe Traumafolgestörungen" erscheint 2013 in erster Auflage und befasst sich mit den Folgen schwerer Traumatisierung vor allem junger Menschen. Es ist gerichtet an Psychiater und Psychologen, die mit den Folgeerscheinungen traumatisierter Patienten zu tun haben. Der Fokus liegt einerseits auf dem jungen Patienten, der Vernachlässigung oder Gewalt erlebt hat. Andererseits werden die Folgen bis ins Erwachsenenalter verfolgt und besprochen.

Das Buch hat knapp 580 Seiten und ist unterteilt in die großen Teile "Diagnostik" und "Therapie".

Das Autorenteam um Sack, Sachsse und Schellong hat mit diesem Buch Neuland betreten. Es stand vor der Aufgabe, die Identifizierung, Diagnostik, Differenzialdiagnosen und das gesamte Spektrum der Therapieoptionen in einem Werk unterzubringen. Dass dieses Buch keine 2500 Seiten umfasst und 300 Euro kostet, ist einer hervorragenden Arbeit der Verfasser geschuldet!

Es werden von neurobiologischen Grundlagen über die zum Teil schwierige Klassifikation im ICD- System auch Details zu möglichen Folgestörungen durch Trauma und Vernachlässigung ausführlich erläutert. Hat man den Patienten erkannt und valide einer Gruppe zugeordnet, werden mögliche Therapieoptionen erörtert.

Welchem Patienten nützt eine Ressourcenaktivierung und -stabilisierung und warum sollte diese Möglichkeit vor einer geplanten konfrontativen Technik unbedingt bedacht werden?

Dieses Buch ist für den Traumatherapeuten wertvoll. Es ist wissenschaftlich aber immer auf die eine Frage bezogen:

Wie kann ich dem konkreten Patienten bestmöglich helfen?
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein tolles neues Lehrbuch, 20. Mai 2013
Von 
Manfred Sandau (Hespe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Komplexe Traumafolgestörungen: Diagnostik und Behandlung von Folgen schwerer Gewalt und Vernachlässigung (Gebundene Ausgabe)
In einer Diskussionssendung über die Wiederauswilderung von Bären im Alpengebiet, bemerkte der weltberühmte Besteiger des Nanga Parbat, Reinhold Messner: „Wir haben den Bären ihr Habitat weg genommen“. Das scheint mir, wenn ich das mit dieser Metapher ausdrücken darf, auch das Hauptproblem komplex traumatisierter Menschen zu sein. Sie haben ihren Rückzugsraum, ihren Lebensraum, ihren Schutz durch Artgenossen und durch Angehörige der gleichen Gruppe verloren, oder haben ihn nie besessen.
In einem Vorwort zu einem Buch über komplexe Traumafolgestörungen beschreibt Judith L. Herman, den unglaublichen und unerträglichen Verrat, dessen Opfer manche komplex traumatisierten Menschen werden. So wie sich ein Bild, ein Geruch, eine Sinneswahrnehmung vom traumatischen Geschehen im Gehirn festsetzt, und zwar isoliert, getrennt von der narrativen Erklärung des Vorganges, so brennt sich der Eindruck des Ungeschützt- seins, der Tatenlosigkeit zusehender und wissender Angehöriger ein.
Wir wissen immer mehr über die Posttraumatische Belastungsstörung. Über Depression, über manisch-depressives Verhalten. Über den Zusammenhang von traumatischen Erlebnissen und Suchtentwicklung. Über die Entstehung von somatoformen Störungen, Es gibt vielerlei Überschneidungen der einzelnen Diagnosen.
Als Autoren haben sich zu der Entstehung, die kompetentesten Theoretikerinnen und Praktiker der Trauma- Landschaft versammelt. Sie haben sich 2 Jahre lang getroffen und die Beiträge stellen einen Teil des Diskussionsprozesses dar, in dem es darum geht, das Phänomen der Komplexen Traumafolgestörung, eines Begriffes der von Judith L. Hermann eingeführt wurde, anhand von Kriterien zu identifizieren und somit sicher zu diagnostizieren und zu behandeln. Man könnte diesen Prozess auch als die Vorarbeit einer Neuschaffung eines ICD 10 oder DSM IV oder einer ganz eigenen Klassifizierung bezeichnen.
Wie viele Patienten stellen sich in einer Praxis vor. Die sagen nicht: „ich leide an einer PTSD“. Sie sagen auch nicht: „ich habe eine schlimme Kindheit gehabt, Ich wurde vernachlässigt. Es hat sich keiner um mich gekümmert. Mir wurde weder eine sichere Bindung angeboten, noch wurden meine Rufe nach einer solchen gehört. Ich bin allein gelassen worden. Als es einen Stiefvater gab, der zu mir ins Bett gekrochen ist, da bin ich wieder allein gelassen worden.“ Nein, solche Sätze würde die Patientin nie in der ersten Explorationssitzung von sich geben. Wenn sie sie sagen könnte, wäre es sicher nicht ihr erster Therapieversuch.
Wahrscheinlich wird sie sich anfangs mit einem harmloseren Symptom vorstellen: „Ich bin so erschöpft. Ich habe so viel zu tun. Mir wachsen meine vielen Aufgaben über den Kopf“. Trauma-Diagnostik ist eine akribische Auswertung von mindestens 10 Fragebogen. Es ist unwahrscheinlich dass eine Patientin bereits in den ersten Tagen eines Klinikaufenthaltes in der Lage ist solche Fragebogen zutreffend zu beantworten und damit zu einer korrekten Diagnose beizutragen.
Wer als Student lernen möchte was Trauma- Therapie ist, welche Tests es gibt, welche imaginativen und konfrontativen therapeutischen Verfahren es gibt und wie diese heute in der Praxis und in der Klinik angewendet werden, der ist mit diesem Buch auf dem neuesten Stand.
Die wichtigsten Phasen von Traumatherapie: Beziehungsaufbau - Ich-Stärkung/ Stabilisierung - Konfrontation – Integration, werden sehr ausführlich aus unterschiedlichen Perspektiven der vielen Autoren dargestellt. Eine für mich neue Perspektive war: Therapie traumatisierter Straftäter.
Als ich einmal anfing mich mit dem Thema „Trauma“ zu beschäftigen, da war ich der Meinung man müsse sofort in die Mitte der Arena und den Stier bei den Hörnern packen, und ihn zu besiegen. Ich war weit davon entfern diesen Mut jemals aufzubringen. Heute würde ich, gerade aufgrund der in diesem Buch dargestellten Techniken sagen: „ Alles andere ist viel wichtiger“. Es ist viel wichtiger für sich zu sorgen. Selbstfürsorglich zu sein. Im Alltag zu funktionieren. Hobbys zu pflegen, gute Freunde zu haben. Sich ein Habitat zu schaffen. Das könnte man auch mit einem „sicheren Lebensraum“ für sich übersetzen. Zu lernen mit dem eigenen Körper und der eigenen Seele behutsam und mitfühlend umzugehen. Das Geschehene zwar noch einmal im Rahmen der Therapie zu betrachten, Aber zu lernen es als beendet zu sehen, ein Ereignis das in der Vergangenheit liegt und überwunden, verarbeitet ist. Das geschieht in einer erfolgreichen Therapie.
An diesem Buch haben die kompetentesten Lehrer und Therapeutinnen mitgewirkt die man sich vorstellen kann. Ich danke dem Schattauer Verlag für den Mut, dieses wertvolle Grundlagenwerk herauszubringen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein guter, praxisorientierter Überblick!, 29. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Komplexe Traumafolgestörungen: Diagnostik und Behandlung von Folgen schwerer Gewalt und Vernachlässigung (Gebundene Ausgabe)
Martin Sack/ Ulrich Sachsse/ Julia Schellong (Hrsg.): Komplexe Traumafolgestörungen. Diagnostik und Behandlung von Folgen schwerer Gewalt und Vernachlässigung
(Stuttgart 2013)

In den letzten zwanzig Jahren gab es im relativ neuen Arbeitsbereich der Psychotraumatologie einen durchaus gesunden Wildwuchs an Forschungserkenntnissen, Definitionen, Konzepten, Methoden, therapeutischen Erfahrungen und (nicht zuletzt) profilierten Darstellungen von Betroffenen. Für fachliche HelferInnen wurde es schwer, sich zwischen all dem praxisnah zu orientieren. –

Notwendige Grundlage für weitere Forschung und Therapie ist jetzt eine Klassifizierung von Traumafolgestörungen auf dem heutigen fachlichen Niveau. (Die beiden finanzierungsbezogenen diagnostischen Systeme ICD-10 und DSM-V erfüllen diese Aufgabe bekanntlich nicht.) Eine Arbeitsgruppe der DeGPT erarbeitete in den letzten Jahren einen Vorschlag zur Klassifikation "Komplexer Traumafolgestörungen". Diese meiner Meinung nach sehr zweckmäßige neue Konzeption bildet den Kristallisationskern des vorliegenden Buches (und wird dort umfassend dargestellt). Notabene: "Komplexe Traumafolgestörungen" meint also nicht "Komplexe PTBS" (nach Herman).

Das Buch enthält auf 580 zweispaltig gedruckten Seiten 33 Beiträge; die meisten AutorInnen arbeiten als ÄrztInnen und PsychotherapeutInnen im fachklinischen Bereich. Sie bieten eine zumeist praxisorientierte Übersicht über das Spektrum der Folgen schwerer und langdauernder Traumatisierungen und deren Therapie. Grundlegende Kapitel beschreiben Neurobiologie, Diagnostik und Differenzialdiagnostik. Der größere Teil des Buches befaßt sich mit therapeutisch relevanten Zusammenhängen. – In einer höchst subjektiven Auswahl sollen hier einige Worte folgen über Beiträge bzw. Hinweise, die für mich etwas Besonderes waren.

> Schellong: 'Diagnostische Klassifikation von Traumafolgestörungen'. Hier befindet sich der oben erwähnte Vorschlag zu einer erweiterten Klassifikation von Traumafolgestörungen.

> Menne und Ebbinghaus machen in ihrem Beitrag zu 'Befund und Diagnosestellung' aufmerksam auf die Konzeption der "Entwicklungstraumastörung" (nach van der Kolk).

> Innerhalb des Beitrags von Wirtz/ Overkamp/ Schellong: 'Instrumente zur strukturierten 'Diagnostik' finden sich Hinweise auf Instrumente (Fragebögen/strukturierte Interviews) zur Ressourcendiagnostik.

> Ebbinghaus: 'Gutachterliche Diagnostik'. – Thema u.a.: Glaubwürdigkeit.

> Rießbeck/Sachsse: 'Komplexe Versorgungsmodelle für komplex Traumatisierte': Beantragungs- und Argumentationsmöglichkeiten gegenüber MDK und anderen Kostenträgern. Korreliert mit den Überlegungen zur gutachterlichen Tätigkeit (Ebbinghaus).

> Karameros und Sack: 'Grundstrategien in der psychotherapeutischen Behandlung'. – Ein wunderbarer Beitrag, der ebenso präzise wie sinnlich nachvollziehbar methodenübergreifende Grundkriterien für die Traumatherapie anbietet. Ein Gegengift gegen die zunehmend grassierenden Therapiemanuale!

> Ziegler: 'Komplexe Traumafolgestörungen bei älteren Patienten'. – Überblicksdarstellung zu einem sehr selten diskutierten Thema!

> Rießbeck: 'Patienten mit Behinderungen'. – Gut, daß das Thema mit einem Beitrag gewürdigt wird, jedoch schreibt der Autor zu Recht in seinem Eingangssatz: "Menschen mit Behinderungen können keinesfalls als eine Gruppe angesehen werden."

> Fliß: 'Behandlung von Opfern organsierter Gewalt' und: 'Psychotherapie bei noch bestehendem Täterkontakt'. – Die sehr übersichtlichen Darstellungen sind auch hilfreich für TherapeutInnen, die mit diesem Klientel (noch) nichts zu tun hatten.. – oder es zumindest nicht gemerkt haben!

> Heyden: 'Behandlung von Tätern mit komplexen Traumafolgestörungen'. – Gerade weil die Mehrzahl von fachlichen HelferInnen mit diesem Klientel nichts zu tun haben, ist dieser in das gern ignorierte Thema einführende Beitrag umso begrüßenswerter. (Wer will, kann weiterlesen bei der umfassenden Monografie von Heyden/Jarosch im selben Verlag.)

> Gahleitner: 'Genderaspekte in der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit komplexen Traumafolgestörungen'. – Es wird deutlich, daß es gerade im Bereich der menschengemachten Traumatisierung Sinn macht, zwischen weiblichen und männlichen Opfern bzw. Tätern zu unterscheiden und Therapiekonzepte entsprechend zu nuancieren!

> Lüdecke/ Voigt/ Teunißen/ Schäfer: 'Behandlung von Patienten mit Suchtproblemen'. – Sucht & Trauma, diese sehr häufige Komorbidität erfordert spezielle therapeutischen Konzepte.

> Sack und Mattheß: 'Somatoforme Störungen und komplexe Traumafolgestörungen'. – Sehr wichtig der Hinweis auf die intrusive Symptomatik somatoformer Störungen.

> Schäfer: 'Behandlung von Patienten mit komplexen Traumafolgestörungen und psychotischen Erkrankungen'. – Noch vor zehn Jahren wollte im psychiatrischen Umfeld kaum jemand etwas wissen von Zusammenhängen zwischen Trauma und Psychose; da scheint sich etwas zu ändern!

> Reichel: 'Psychosomatische und psychiatrische Pflege bei Patienten mit komplexen Traumafolgestörungen'. – Ein wunderbarer, an der Praxis des Pflegepersonals orientierter Beitrag! Die Autorin ist Pflegedienstleiterin in einer Traumafachklinik, gleichwohl könnte ihr Beitrag nützlich sein auch für Pflegeteams in Akutpsychiatrien. Einweisungen von PatientInnen mit Traumafolgestörungen führen aufgrund der typischen Stationssituation zu viel zusätzlichem Leid bis hin zu Retraumatisierungen. Manches davon ist vermeidbar.

Alles in allem: ein Schmöker im besten Sinne, und während der Lektüre wurde für mich nochmal sinnlich sehr deutlich die Notwendigkeit neuer Orientierungen im Fachgebiet der Psychotraumatologie mit all seinen Facetten. Das vorliegende Handbuch ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg!

DISSOZIATION UND TRAUMA
Trauma Beratung Leipzig
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragend, 28. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Komplexe Traumafolgestörungen: Diagnostik und Behandlung von Folgen schwerer Gewalt und Vernachlässigung (Gebundene Ausgabe)
ich habe hier viel Neues erfahren und bin erstaunt, daß dieses Thema mit dieser therapeutischen Relavanz erst jetzt als Lehrbuch erschienen ist.
Gott sei Dank wird so die komplexe PTBS durch die hervorragende Arbeit in das Bewußtsein der Therapeuten gerückt.
Ich habe so viele Patienten erlebt, de genau darunter leiden, die falsch diagnostiziert (Depression, Angststörung und sogar Borderline) und damit auch völlig inadequat behandelt wurden.

Ich finde in diesem Buch wird zum einen eine sehr menschliche Haltung gegenüber den Betroffenen und ein sehr hoher fachlich und wissenschaftlicher Standard sichtbar.

Ich kann nur jedem therapeutisch Tätigen nur raten, zumindest einen Blick in dieses Buch zu werfen, damit Patienten mit diesem Beschwerdebild in Zukunft die passende Behandlung bekommen.
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Komplexe Traumafolgestörungen: Diagnostik und Behandlung von Folgen schwerer Gewalt und Vernachlässigung
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