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ADHS im Erwachsenenalter: Symptome, Differentialdiagnose, Therapie
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. Februar 2014
Vielleicht sollte man direkt zu Beginn erwähnen, dass es sich hier um ein Fachbuch und keinen Ratgeber für Angehörige und Betroffene handelt. Wer eine leicht verständliche, gut lesbare Einführung ins Thema möchte, sollte eher auf andere Bücher ausweichen. Wer aber umfassende, fundierte Informationen zum Thema Erwachsenen-ADHS sucht und das Lesen wissenschaftlicher Texte nicht scheut, der ist mit Krause & Krause gut beraten. Ich muss dazu sagen, dass ich weder Mediziner noch Psychologe bin, den Großteil des Buches aber trotzdem sehr verständlich finde. Durch die vielen Fallbeispiele und Schilderungen aus Sicht der Betroffenen werden die Erläuterungen anschaulich und für den Laien nachvollziehbarer.

Inhaltlich bieten Krause & Krause einen sehr breiten Überblick von Neurobiologie über Symptome hin zu Behandlungsmöglichkeiten, wobei alles durch aktuelle Studien belegt wird (soweit ich das als Fachfremder beurteilen kann). Besonders interessant und hilfreich finde ich den ausführlichen Teil zu Differentialdiagnosen und Begleiterkrankungen, in dem Unterschiede und Überlappungen zu teilweise sehr ähnlichen Krankheitsbildern bzw. Störungen aufgezeigt werden. Das Buch ist gut gegliedert und übersichtlich, wodurch sich auch auf spezifische Fragen sehr schnell Antworten finden lassen.

Durch dieses Buch ist das für mich bis dahin eher diffuse Konzept ADHS endlich klarer und viel greifbarer geworden. Ich würde es (mit den oben erwähnten Einschränkungen) auch Betroffenen und Angehörigen empfehlen, sowie allen, die eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema jenseits der teils absurden Darstellungen in den Medien suchen.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Als der Arzt Heinrich Hoffmann seinem dreijährigen Sohn zu Weihnachten ein Heft mit 14 einseitig beschriebenen und aquarellierten Zeichnungen schenkte, ahnte er sicher nicht, dass ihn die 1845 erschienene gedruckte Ausgabe weltberühmt machen würde. Die zweite Auflage publizierte er unter dem Titel „Struwwelpeter und enthielt auch die Geschichte vom Zappelphilipp. Sein Pseudonym „Reimerich Kinderlieb“ legte er allerdings erst ein Jahr später ab.

Was Heinrich Hoffmann aufgrund von Beobachtungen in seiner Familie beschrieb, trägt heute den Namen ADHS. Aber was in Deutschland bis Ende der 1990er Jahre ausschließlich als Verhaltensstörung von Kindern und Jugendlichen galt, findet sich eben auch bei Erwachsenen. Dass zwischen 1 – 6 Prozent davon betroffen sind, drang nicht zuletzt durch einen Artikel im Magazin „Time“ ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit. Denn der Autor mutmaßte, dass auch Benjamin Franklin, Winston Churchill, Albert Einstein und Bill Clinton zu den Erwachsenen mit ADHS gehören. Die Erwähnung solch prominenter Namen sorgte nicht nur für Aufmerksamkeit, sondern korrigierte auch die allgemeine Einschätzung dieses Krankheitsbildes.

Es ist nicht nur Ignoranz, wenn jemand ADHS noch immer für eine Erfindung der Psychiater und Psychologen hält. Zu dummen Sprüchen gegenüber Betroffenen tragen die Medien ebenso bei wie die Diskussionen über die oft fahrlässige Abgabe von Ritalin oder ähnlichen Medikamenten. Es ist daher nur logisch, dass die Autoren dieses Standardwerks ausführlich auf die medikamentöse Behandlung der ADHS eingehen.

Eine vierte Auflage drängte sich nicht nur wegen der großen Resonanz auf. Da die offizielle Zulassung einer Stimulanzien-Behandlung bei Erwachsenen mit ADHS endlich erfolgte, erhält ein wissenschaftliches Werk wie dieses automatisch mehr Gewicht. Zudem wurde erstmals ein spezielles Kapitel über Frauen mit ADHS aufgenommen. Und in der 4. Auflage gehen die Autoren auch auf das Messie-Syndrom, die Computerspielsucht und gutachtliche Fragen ein. Und natürlich werden dem Leser auch alle neuen Erkenntnisse präsentiert, was sich auch im überarbeiteten und über 70 Seiten umfassenden Literaturverzeichnis zeigt.

Was dieses Buch besonders auszeichnet, ist die gelungene Gratwanderung zwischen Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Verständlichkeit. Gerade weil die beiden Autoren zu den führenden Köpfen auf dem Gebiet der Forschung und Behandlung von ADHS bei Erwachsenen gehören, halten sie sich mit Spekulationen und populärwissenschaftlichen Verkürzungen zurück. Man darf sich also als Leser nicht daran stören, wenn nicht alle Fragen beantwortet werden. Wo die empirische Datenlage keine gesicherten Aussagen zulässt, werden auch keine gemacht. Und so muss er damit leben können, dass über das Sexualleben, die Kriminalitätsrate oder Prognostizierbarkeit von Lebensläufen nur das geschrieben steht, was einer empirischen Überprüfbarkeit standhält.

Mein Fazit: Von all den Büchern, die ich über ADHS bei Erwachsenen gelesen habe, hat mir das von Johanna und Klaus-Henning Krause mit Abstand am meisten gebracht. Die beiden Autoren gehören nicht nur zu den Pionieren auf diesem Gebiet, sondern verstehen es auch ausgezeichnet, ihren immensen Wissensschatz anschaulich zu vermitteln. Auch wenn sich dieses Referenzwerk mit vielen Fallbeispielen in erster Linie an Fachleute richtet, bietet es auch Betroffenen ohne medizinische Fachkenntnisse viele wertvolle Informationen. Sich nur im Internet schlau zu machen, reicht eben oft nicht aus.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Juni 2014
Nicht nur für Fachleute.
Dieses Buch liefert einige Fakten zum aktuellen Forschungsstand zu dem Thema ADHS.
Man weiß bislange bestimmt nicht alles, aber ich empfehle interessierten erwachsenen Betroffenen sich selbst dieses Buch zuzulegen. Dort werden einige Aspekte behandelt die möglicherweise hilfreich sind, seine eigenen Symptome ein wenig mehr zu verstehen und nebenbei werden einige interessante Dinge über das Störungsbild an sich erklärt.
Ich bin dankbar für soviel geballte Fachinfo in einem!
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