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4,0 von 5 Sternen
Mit Napoleon nach Russland: Tagebuch des Infanteristen Josef Deifel
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. August 2012
Hatte hohe Erwartungen an das Buch, aber beinahe alle Erwartungen wurden enttäuscht. Zur Gestaltung; 2 Jahre Fußmärsche durch Europa sind im Buch beschrieben. Nirgendwo aber eine Karte die diesen Weg nachzeichnet. Man hat also keine Vorstellung wo es da lang ging und der Weg wird auch für den Leser öde. Tiefe Einblicke ins Soldatenleben zur napoleonischen Zeit? Ich finde nichts davon. Das Tagebuch schildert weder Auseinandersetzungen noch das Leben im Detail, sondern ist eine Aneinanderreihung von vagen Erinnerungen. Es steht geschrieben, dass von über 30.000 Bayern nur wenige hundert zurückgekommen wären. Nachvollziehen kann man diesen Leidensweg in diesem Buch weder emotional noch durch geschichtliche Einordnung der Wege und Orte. Die angebliche Begegnung mit Napoleon erscheint im Buch in einem Satz und Begegnung heißt: jemand sagt Deifel das der Mann da Napoleon war. Was für ein Einblick! Man wird die ganze Zeit über den Eindruck nicht los, das J.Deifel dem Krieg immer nur hinterhergezogen wäre. Das macht die geschilderten Verluste ja nicht weniger eindrucksvoll sondern wirft viele Fragen auf die unbeantwortet bleiben. Solche Tagebücher machen nur Sinn, wenn Sie von Historikern begleitet, kommentiert und gewertet werden, ansonsten bleibt nichts haften und nichts wird verständlich. Dafür kann der arme Josef Deifel nichts, aber die die das Buch veröffentlicht haben.
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. September 2012
Kurzfassung für das bayerische Publikum

Der Pustet Verlag hat das sicher interessante Zeitdokument aus dem 19. Jahrhundert stark gekürzt für sein populärhistorisches, eher Substandard-Segment aufbereitet. Man könnte auch von einem kleinen Etikettenschwindel reden, denn den „klassischen Feldzug“ (für Bayern bis Polozk[-Moskau]) hat Deifel ja nicht mitgemacht – daher auch seine bessere Überlebenschance. So dass er überhaupt in der Lage war, ein Zeugnis zu hinterlassen. Man hatte das ja öfter in der Geschichte – von der eigentlichen deutschen „Fronttruppe“ der beiden Weltkriege sind ja auch deutlich weniger Leute übriggeblieben als insgesamt von allen Uniformträgern.

Merkwürdig ist die Auswahl der Abschnitte. Man erfährt, dass das Originalkonvolut im bayer. Kriegsarchiv um 900 Seiten (!) umfasst. Wie nun genau ausgewählt wurde für dieses kleine Büchlein von grade mal ~150 Seiten, wird nicht so recht klar. Die pauschale Weglassung des Tirol-Abschnitts (1809/10) wirkt rüde; in dieser Zeit war Deifel neu beim Militär, wurde zum Soldaten „geformt“ …machte er Kämpfe mit ? Alles im Unklaren. Obwohl interessant. Immerhin hatte Deifel 1812 damit schon „Auslandserfahrung“ und war kein „grüner Soldat“ mehr. Die Einstellung des „königlich bayerischen Soldaten“ gegenüber den „deutschen“ Tirolern ? Man erfährt beiläufig, dass Eltern ihren Söhnen mitgaben: geht ja nicht von der Fahne, diese Schande, lieber geht ihr drauf.
Ebenso beiläufig ist später vom „Korporalstock“ die Rede – aufgeworfene Frage: Disziplin, Exerzieren, Misshandlungen, „Formung“ der Soldaten – alles das bleibt im Raum der offenen Fragen…
Immerhin, es wird angedeutet, dass „history engineering“ (à la: die Bayern waren besser/disziplinierter als die französischen Teile der Großen Armee, hatten die Franzosen schon damals dick) schon im Zuge der Nationalisierung Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzte. Einige Worte über die Deifel/Deifl-Edition von 1939 (!) und ihren Kontext fehlen. Es wird immerhin klar, dass an der Napoleon-Zeit und dem Verhältnis der Deutschen zu den Franzosen in dieser NS-Zeit sehr kräftig geklittert wurde (Uebe).
Auch das Thema „Frauen“ – Fehlanzeige. Man erfährt nicht, ob im Original Andeutungen u. a. evtl. mehr vorhanden sind. Immerhin war Deifel damals um die 20 Jahre alt.

Aus Trägheit ? verzichtete man auch auf ein Glossar, eine begleitende Kommentierung der stellenweise recht zahlreichen, grade für einen wenig vorbereiteten Leser, schwer verständlichen Begriffe. Wollte man nur einen Mann aus ferner Zeit „sprechen lassen“, so als „Anmutung“, wie ein Zentralbayer im 19. Jahrhundert dahergeredet hat ? Mit fortschreitender Lektüre und Durcharbeitung drängt sich immer mehr der ärgerliche Gedanke auf, dass es sich um eine Art populärhistorischen Schnellschuss handelt, hastig hingeklatscht, kurz, kein anständiger Apparat (so werden die neueren einschlägigen Bücher von Ute Planert, bereits Standardwerke, überhaupt nicht erwähnt !), getreu der zwanghaften Produktion, die immer aus Anlass durch 5 teilbarer Jahrestage (hier 200/1812-2012) einsetzt.

So war man auch zu faul, die verballhornten Ortsnamen auf Deifels Marschweg 1812/13 in Klartext zu übertragen, grade in Polen, obwohl das keineswegs unmöglich gewesen wäre. Man könnte so den Weg und die Anstrengungen noch besser nachvollziehen ! Aber anstatt dessen wird eine Karte gebracht vom Weg der eigentlichen Armee bis Moskau (Juni-Oktober und zurück bis Dezember 1812), und keine konkrete Karte von Deifels persönlichem Marschweg. Deifel kam nur bis Wilna und wurde in einer etwas wirren Geschichte später, 1813, bereits auf seinem Rückweg in Schlesien, nochmal bis Minsk in die russische Gefangenschaft verschleppt…
Also insgesamt der Eindruck: nach bewährter Manier will man den angenommenen „bayerischen“ Durchschnittsleser, von dem man offensichtlich eine vergleichsweise beschränkte Sprachkraft, Lese- und Rezeptions- und Reflexionsfähigkeit annimmt - „wenn wir das Buch zu dick machen, legt es unser lieber Averagebayer schnell erschöpft weg, und zu teuer wird’s ausserdem!, dann kaufts niemand - mit Details nicht allzu sehr überfordern. Man kennt das ja aus Zeitung, Funk und Fernsehen zur Genüge.
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am 12. Mai 2015
Joseph Deifel ist ein guter Beobachter,schildert das Leben und Leiden eines einfachen Soldaten der Napoleonischen Kriege , sehr
eindringlich.ein muss für jeden Geschichts intressierten sollte zur Pflichtlektüre an Schulen werden.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. März 2013
Das Werk ist absolut authentisch. Die Sprache jener Zeit passt dazu und ist für den Leser des 21. Jhd. an sich schon hoch interessant. - Man merkt ganz eindeutig, dass der "arme Deifel" nichts dazu erfunden hat, sondern die Realität dieses fürchterlichen Rückzuges schildert. Eine rare archivalische Quelle, denn Geschichtsschreibung erfolgte bis weit ins 19.Jhd. hinein nahezu ausschließlich "von oben". Entsprechende Erlebnisschilderungen einfacher deutscher Soldaten kennt man erst wieder seit den Kolonialkriegen vom Beginn des letzten Jahrhunderts. - Nicht zuletzt wird dadurch den vielen Tausend bayerischen Kämpfern, die diesen Feldzug nicht überlebten ein Denkmal gesetzt. "Auch sie starben für das Vaterland" (Inschrift eines Obelisken in München).
- Dem historisch interessierten Leser wird es ähnlich wie mir ergehen: Ich habe das Büchlein an zwei Abenden von vorne bis hinten gelesen und werde es auch wieder in die Hand nehmen.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. August 2014
Der Einblick in die Geschehnisse dieser ach so schweren Zeit im Vorfeld, war von großer Wichtigkeit,um die folgenden geschriebenen Erlebnisse des J. Deifels in Gedanken mit zu verfolgen.
Im Laufe des Gelesenen, konnte ich mich in die Lage des Infanteristen J.D. versetzen und mit ihm fühlen.
Deses Buch gibt Aufschluss darüber, über das Leben und die Situationen dieser Zeit.
Ich kann es nur jedem empfehlen der sich mit geschichtlichen Ereignissen auseinander setzt.
Noch dazu ist es für mich ein Stück geschriebene Heimat, um so mehr auch ein Vorfahre meiner Seits, an diesem Großen Kriege teilnahm und auch er einer der Wenigen war der zurückkehrte.
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