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4.0 von 5 Sternen 300 Jahre schlafen...
‟Godspeed – Die Reise beginnt“, der erste Band einer Trilogie von Beth Revis, ist eine Dystopie mit sehr ausgeprägten Merkmalen der Science Fiction und mit einer Altersempfehlung von ab 14 Jahren ein Jugendbuch, das sich auch gut über dieses Alter hinaus lesen lässt und damit All-Age-Eignung besitzt. Ganz makellos ist es dabei allerdings...
Vor 22 Monaten von Sarah O. veröffentlicht

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zensierte Übersetzung!
Original:
The garden is more crowded than I’ve ever seen it before. The only sounds drifting through it are the pants and grunts of the people mating, rutting behind the bushes, at the base of the trees, at the foot of the statue, right in the middle of the path. I have to step over squirming, sweaty bodies to enter the Hospital. The elevator, thankfully, is...
Vor 5 Monaten von Mary Mac veröffentlicht


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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 300 Jahre schlafen..., 22. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Godspeed - Die Reise beginnt (Gebundene Ausgabe)
‟Godspeed – Die Reise beginnt“, der erste Band einer Trilogie von Beth Revis, ist eine Dystopie mit sehr ausgeprägten Merkmalen der Science Fiction und mit einer Altersempfehlung von ab 14 Jahren ein Jugendbuch, das sich auch gut über dieses Alter hinaus lesen lässt und damit All-Age-Eignung besitzt. Ganz makellos ist es dabei allerdings nicht.

Kurz zum Inhalt: Die Godspeed ist ein Raumschiff, das auf der Suche nach einem neuen Lebensraum für die Menschen zu einer 300 Jahre andauernden Reise aufbricht. Das Ziel ist ein fremder Planet, der von einigen Experten bewohnbar gemacht werden soll. Um ihr Wissen sicher zu diesem Planeten zu bringen, wurden sie vor Beginn der Reise tiefgefroren und sollen schlafen, bis das Schiff den neuen Heimatplaneten erreicht hat. Unter ihnen ist die 17-jährige Amy, die viel zu früh aus ihrem Schlaf geweckt wird und an Bord der Godspeed eine ihr völlig fremde Gesellschaft vorfindet.
Die Menschen, die seit Generationen an Bord des Schiffes leben und es in Stand halten, gehorchen einem Ältesten und dem Junior, der zu seinem Nachfolger ausgebildet wird. Während der Älteste Amy als Gefahr für den Frieden auf seinem Schiff ansieht, freut Junior sich, über ihre Anwesenheit. Er unterstützt sie bei der Suche nach dem Saboteur an Bord, der weitere Eingefrorene auftaut und dadurch tötet. Amy macht sich Sorgen, denn auch ihre Eltern schlafen im Bauch des Schiffes, in dem vieles nicht so ist, wie es scheint...

‟Godspeed“ wird aus der Perspektive der beiden Ich-Erzähler Amy und Junior erzählt, die in völlig verschiedenen Welten aufgewachsen sind. Während Amy noch auf der Erde eingefroren wurde und nichts von dem System an Bord des Schiffes und von dem merkwürdigen Verhalten seiner Bewohner versteht, ist Junior in dieser Gesellschaft mit dem Wissen aufgewachsen, sie irgendwann einmal als neuer Ältester anzuführen. Das gesellschaftliche System, das sich auf der Godspeed etabliert hat, wirkt insgesamt nicht nur sehr faszinierend und vereint einige schockierende Elemente, die zusammen eine gelungene Dystopie ergeben, sondern ist auch im Detail betrachtet sehr durchdacht und stimmig. Für mich ist die entworfene Gesellschaft eine der größten Stärken des Romans. Durch den Ältesten und die befremdlichen Regeln sowie durch die unwirkliche Vorstellung, sein gesamtes Leben in einem Raumschiff mitten im All eingesperrt zu sein, wird eine bedrohliche, düstere Atmosphäre erzeugt, die absolut lesenswert ist.

Leider hat der Roman aber auch Schwächen. So ist zum Beispiel das große Rätsel um den Saboteur an Bord, der die Kühlkammern der Eingefrorenen öffnet, für den Leser schon sehr schnell kein Rätsel mehr. Eigentlich ist die Identität dieser Person schon vorherzusehen, noch bevor er durch die ersten geöffneten Kammern überhaupt wirklich in Erscheinung trat. Nur den Romanfiguren selbst kommt diese Idee nicht und so gestaltet sich dieser Handlungsstrang – zu Beginn der vermeintlich wichtigste – eher wenig spannend.

Zum Glück hat die Autorin aber einige Überraschungen in der Hinterhand, welche die gesamte Handlung auch noch bei fortgeschrittener Seitenzahl eine ganz neue, unerwartete Richtung einschlagen lassen und viel Stoff für weitere Handlungsstränge in diesem ersten Band sowie für die Folgebände liefern. Die einsetzende Ernüchterung beim Leser aufgrund der Vorhersehbarkeit, was die Identität des Saboteurs angeht, ist durch die mehr als spannenden, teilweise sehr erschreckenden Wendungen wie weg geblasen und es wird sehr spannend. Besonders das Ende konnte hier punkten, denn, als die Spannungskurve eigentlich schon abgefallen war und man sich innerlich bereits auf einen gütlichen Ausklang vorbereitet hatte, spielte die Autorin ihren größten und mit Abstand überraschendsten Trumpf aus, mit dem sie sicher jeden Leser noch einmal wach rütteln würde.

Die Charaktere wirken sehr ausgereift. Speziell Amy und Junior, die auch in ihrer Beziehung zu einander ein interessantes Protagonistenpärchen abgegeben, überzeugen mit Tiefe und Zugänglichkeit für den Leser. Man versteht sie und fühlt mit ihnen. Natürlich gibt es auch in ‟Godspeed“ die für Jugendbücher obligatorische Liebesgeschichte, allerdings ist diese sehr zart und lässt zum Glück jeden, fast ebenso obligatorischen Kitsch vermissen.
Die Nebencharaktere punkten vor allem durch ihre Andersartigkeit, die dem Leser immer wieder zu denken gibt. Das Verhalten der Menschen, die seit Generationen an Bord dieses Schiffes leben und sich den so weltfremd erscheinenden Regeln des Ältesten beugen, will erst noch entschlüsselt werden.

Sprachlich hätte ich mir dabei allerdings manchmal etwas mehr erhofft. Sicher ist ‟Godspeed“ ein Jugendroman und dementsprechend erwarte ich mir keine stilistischen Glanzleistungen. Dennoch war es selbst für ein Jugendbuch teilweise holprig und der sprachliche Anspruch etwas zu gering. Auch wenn es durchaus flüssig lesbar war, erschwerte mir gerade die Sprache den Einstieg in den Roman. Der letzte Feinschliff hat mir hier noch gefehlt, auch wenn bestimmte Abschnitte, wie etwa Amys Gedanken und ihre Träume während der Zeit, in der sie eingefroren ist, sehr eindringlich beschrieben sind und überzeugen konnten.

Fazit: Ein gelungener Trilogie-Auftakt, der sich durch den starken Science-Fiction-Einfluss von der Flut anderer Dystopien abheben und mit einer starken Grundidee überzeugen kann. Durch eine sehr durchdachte Geschichte und einige packende Wendungen kann man als Leser auch die Vorhersehbarkeit der Haupthandlung verzeihen und wird gut unterhalten. Ich freue mich auf den zweiten Band. Band Eins bekommt 4 Sterne.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zensierte Übersetzung!, 7. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Godspeed - Die Reise beginnt (Gebundene Ausgabe)
Original:
The garden is more crowded than I’ve ever seen it before. The only sounds drifting through it are the pants and grunts of the people mating, rutting behind the bushes, at the base of the trees, at the foot of the statue, right in the middle of the path. I have to step over squirming, sweaty bodies to enter the Hospital. The elevator, thankfully, is empty. But it doesn’t smell as if it’s been empty for long.

Übersetzung:
Überall um mich herum tummeln sich Leute. Der Fahrstuhl ist zum Glück leer.
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Ich möchte der Übersetzerin nicht die komplette Schuld in die Schuhe schieben, denn diese katastrophale deutsche Ausgabe kann auch ebenso auf dem Mist der Verlagslektoren gewachsen sein. Fakt ist jedoch: Durch die Übersetzung wird dieses eh schon schwächelnde Buch zum völligen Reinfall.

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Original:
“But I had to tell you the truth.“ That stops me. Something inside me snaps into place, painfully. The truth grinds against my bones.

Übersetzung:
»Aber ich musste dir die Wahrheit sagen.«
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In vielen der hier vorliegenden Rezensionen wird die fehlende Tiefe der Charaktere, die Oberflächlichkeit der Erzählstruktur und die Belanglosigkeit der ganzen Geschichte bemängelt. Ja, dieser Roman hat seine Schwächen, aber eine solche Bewertung hat er dennoch nicht verdient. Dass man als Leser jedoch zu diesen äußerst negativen Einschätzung kommen muss, wenn man die deutsche Übersetzung gelesen hat, liegt für mich auf der Hand, denn was die Figuren im Original charakterisiert und formt, wird in der deutschen Ausgabe konsequent gestrichen. Ich habe die Übersetzung zugegebenermaßen nicht komplett gelesen, aber was ich gelesen habe, hat mich schwer schockiert. Aus einem interessanten Jugendroman wird ein seichtes Kinderbuch. Aus individuellen Figuren werden eindimensionale Schatten.

Literarisches Übersetzen ist ein schwieriges Feld, aber hier liegen keine grundlegenden Übersetzungsfehler vor, sondern ganz klar Zensur, deren Sinn sich mir persönlich völlig entzieht. Ich habe den Roman an keiner Stelle als zu hart oder zu anstößig empfunden. Andere Dystopien, wie zum Beispiel "Die Tribute von Panem", haben eindeutig mehr Zündstoff und sind keiner Zensur zum Opfer gefallen.

Die Geschichte ist auch in der Originalausgabe schon etwas dünn und vorhersehbar, aber immerhin kann man ihr zuschreiben, dass die Idee interessant und die Figuren glaubwürdig sind. Für die deutsche Ausgabe gilt leider nicht mal das.
Wer halbwegs sicher auf Englisch lesen kann, sollte das Buch im Original lesen. Von der deutschen Ausgabe würde ich persönlich abraten oder darauf hoffen, dass es irgendwann eine unzensierte Neuerscheinung geben wird.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Blasse Charaktere und eine langsame Geschichte - tolle Idee, nur die Umsetzung passt nicht., 31. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Godspeed - Die Reise beginnt (Gebundene Ausgabe)
Ich glaube Godspeed steht schon seit seinem Erscheinen auf meinem Wunschzettel und da mich die Idee der Geschichte immer fasziniert hat, habe ich nun doch endlich dazu gegriffen. Leider konnte ich das Lesen nicht so richtig genießen, denn Schreibstil, Charaktere und Spannungsbogen haben mir nicht gefallen und das Lesen für mich wirklich anstrengend werden lassen. Da konnte ich auch die gute Grundidee und einige, spannende Situationen den Gesamteindruck nicht mehr groß verändern.

Zum Inhalt: Dies ist die Geschichte von Junior und Amy, die beide aus ganz unterschiedlichen Welten kommen. Amy wird mit nur 17 Jahren zusammen mit ihren Eltern eingefroren um nach 300 Jahren Reise mit der Godspeed auf einem neuen Planeten anzukommen und diesen zu besiedeln. Junior ist der zukünftige Führer der Godspeed und scheint sich in seiner Rolle noch nicht so recht wohl zu fühlen.
Etwa 50 Jahre vor der Ankunft wird Amy plötzlich aufgetaut. Sie überlebt nur knapp und doch weiß niemand, wer dafür verantwortlich ist. Als bereits kurze Zeit später ein weiterer der Eingefrorenen aufgetaut wird, droht Chaos auszubrechen. Amy hat Angst um ihre Eltern und Junior muss nun der Führer sein und denjenigen aufhalten, der die Eingefrorenen bedroht.

Ich muss sagen, dass mich die ganze Idee mit dem neuen Planeten und der großen Reise dahin doch schon sehr fasziniert hat. Das ganze ist ein dystopischer Jugendroman und gehört damit auch in mein bevorzugtes Genre. Ich bin es gewohnt in solchen Büchern in ganz andere Welten entführt zu werden, in spannenden Szenen mir fast an den Fingernägeln zu kauen, oder bei der Liebesgeschichte selbst leicht Schmetterlinge im Bauch zu bekommen. Nichts davon durfte ich in diesem Buch erleben, viele der Gedankengänge sind langatmig und für den Verlauf der Geschichte eher unnötig. So sind mir ständig beim Lesen die Augen zugefallen und irgendwann habe ich nur weitergelesen, weil ich soviel Geld für das Buch bezahlt habe.
Für mich der größte Kritikpunkt sind die Charaktere. Keiner von ihnen wird dem Leser irgendwie besonders nah gebracht. Wie gesagt geht es am Anfang viel um die Gedanken von Amy und Junior, die Sichtweisen wechseln teilweise nach kürzester Zeit und so konnte ich mich auf keinen der beiden wirklich einstimmen. Junior war für mich besonders schwierig, da er überhaupt nicht wie ein Anführer denkt, sondern nur wie ein kleines Kind der eigentlich gar keine große Lust auf das Schiff hat. Amy ist etwas besser, vor allem durch die Beschreibungen am Anfang, aber auch sie blieb mir fremd und so war ich zur Geschichte nur allein deswegen sehr distanziert. Die Charaktere bleiben einfach blass, lassen einen nicht mitfiebern und hinterlassen vor allem überhaupt keinen bleibenden Eindruck.

Normalerweise mag ich kurze Kapitel sehr gern, da man so recht schnell durch das Buch kommt. Hier habe ich das ständige Wechseln zwischen Amy und Junior aber meistens als störend empfunden. Es hat den Fluss der Geschichte irgendwie beeinträchtigt und noch mehr dazu beigetragen, dass die Charaktere fremd bleiben.
Der Schreibstil an sich ist ganz in Ordnung, eher jugendlich gehalten, aber durch die ganzen abschweifenden Gedanken auch schon eine ziemliche Herausforderung Abends zu lesen. Dadurch konnte das Buch bei mir in jedem Fall auch nicht auftrumpfen.

Wie gesagt ist der Spannungsbogen in dem Buch auch nicht wirklich gelungen. Sehr viele Beschreibungen, viele unwichtige Gedankengänge und dann immer mal wieder ein Knall, der aber nicht recht wirken kann, da die Charaktere so fremd sind. Ich will nichts groß von der Handlung verraten, aber wenn schon eine Fast-Vergewaltung bei mir kaum Emotionen hervorrufen kann, dann stimmt da irgendwas wirklich nicht.
Zum Schluss gibt es tatsächlich noch etwas Spannung, auch wenn ich Teile des Endes wirklich offensichtlich und nicht überraschend fand. Andere Teile empfand ich durchaus als gelungen, gute Ideen waren sicher dabei und so war das Lesen an diesen Stellen wenigstens nicht mehr quälend, von besonderer Unterhaltung allerdings auch immer noch weit entfernt.

Fazit: Ich kam nicht in die Geschichte rein. Ich hatte überhaupt keinen Bezug zu den Charakteren und anstatt Spannung habe ich seitenweise Beschreibungen und Langeweile gehabt. Der Klappentext vom 2. Teil verspricht noch nicht einmal, dass die Geschichte dort interessanter wird. Das Buch hat sich für mich gelesen wie eine sehr lange, nicht enden wollende Geschichte, die hoffnungslos ausgeschmückt wurde und wo man sich irgendwann nur noch fragt, warum man eigentlich nochmal angefangen hat sie zu lesen. Irgendwelche Emotionen kamen bei mir nicht auf, ich war nur unbeteiligter Leser, der auf das Ende gewartet hat.
Eine tolle Grundidee, aber die Umsetzung war für mich überhaupt nichts. Schade, ich werde nicht weiterlesen.

#1 Godspeed - Die Reise beginnt
#2 Godspeed - Die Suche
#3 Godspeed - Die Ankunft
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein toller Auftakt, mal etwas anderes!, 30. Januar 2012
Von 
Sandra Budde "BuchZeiten" (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Godspeed - Die Reise beginnt (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:
Voller Angst ist die 17jährige Amy aufgebrochen in ein neues Leben. An Bord der Godspeed. Eingefroren soll sie die dreihundert Jahre dauernde Reise überstehen. Doch etwas läuft schief und Amy wird 50 Jahre vor dem geplanten Zeitpunkt aufgeweckt. Ihre Eltern schlafen noch tief und fest. Amy versucht mit der ungewöhnlichen Situation auf der Godspeed klarzukommen und Junior zu vertrauen, dem zukünftigen Ältesten, dem Herrscher über die Godspeed. Doch für Amy ist alles so verwirrend. Wer versucht die Gefrorenen umzubringen, warum hat der regierende Älteste so einen Haß auf sie und warum sind die Menschen auf diesem Schiff alle so merkwürdig. Eine gefährliche Suche nach der Wahrheit beginnt.

Meine Meinung:
Eine ungewöhnliche Geschichte. Man stelle sich mal vor, man würde tatsächlich eingefroren werden in der Erwartung dreihundert Jahre später aufzuwachen. Die Schilderungen der Autorin, wie das Einfrieren vor sich geht und was für Gefühle und Ängste Amy dabei empfindet, waren ganz schön beängstigend. Zumal scheinbar nicht alles so glatt läuft, wie man es erwarten müßte.

Genau wie das zu frühe aufwecken. Die Schilderungen des Schiffs und der Personen die hier eine Rolle spielen waren großartig. Denn es fiel mir überhaupt nicht schwer, mein Kopfkino anzuschalten und gemeinsam mit Amy und Junior Zeit auf der Godspeed zu verbringen. Ich fand es bemerkenswert, an wieviele kleine Details die Autorin dachte, wie wundervoll sie diese Kleinigkeiten in den Text einfügte, so daß eigentlich keine Fragen übrig blieben und es trotzdem nicht wie eine endlose Erklärung wirkte.

Ich finde das ganze Thema unglaublich spannend, denn wer weiß, ob wir nicht irgendwann tatsächlich in der Lage sind, solche Dinge zu vollbringen. Doch würde man sich dieser Gefahr wirklich stellen. Würde man wirklich jemandem seinen Körper so anvertrauen, in der Hoffnung, daß man wirklich wieder erwacht - eines Tages.

Ein sehr interessantes Thema, über das man glaube ich unendlich lang spekulieren könnte. Und ich fand es großartig von der Autorin umgesetzt. Es wurde wirklich zu keinem Zeitpunkt langweilig. Im Gegenteil. Immer neue Enthüllungen, Geschehnisse und Gefühle ließen das Buch zu einem regelrechten Pageturner werden. Auch die Tatsache, daß die Kapitel immer wieder abwechselnd aus der Sicht von Amy und Junior geschildert werden, machte das Buch sehr abwechslungsreich. Trotzdem lief die Geschichte immer flüssig weiter. Und viel zu schnell war es auch schon vorbei. Man kann nur hoffen, daß wir nicht mehr allzulange auf den zweiten Teil der Trilogie warten müssen.

Auch noch erwähnen möchte ich das wirklich unglaublich tolle Cover. Nicht nur das Papiercover, auch das Buch selbst schaut wirklich toll aus - und als Krönung ist innen im Papiercover auch noch eine Zeichnung der Godspeed mit den einzelnen Decks - das finde ich genial!

Fazit:
Ein toller Auftakt einer Trilogie, der uns in eine Geschichte eintauchen läßt, die die ungewissen Zukunft nicht spannender darstellen könnte. Unterhaltsam und abwechslungsreich ohne allzuviel Herzschmerz. Sehr empfehlenswert.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Idee aber unausgereifte Umsetzung, 18. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Godspeed - Die Reise beginnt (Gebundene Ausgabe)
Das Buch hat meiner Ansicht nach definitiv zu viele Mängel. Insbesondere sind viele Dinge einfach nicht detailliert genug beschrieben. Hier sei vor allem das Leben auf dem Raumschiff erwähnt, das immer mal wieder skizzenhaft dargestellt wird: Plötzlich tauchen hier Wiesen, Kühe und Bauern auf, dann wieder Krankenstationen, Archive etc. Vor meinem geistigen Augen entstanden leider keinerlei Bilder, die sich sinnvoll ineinander fügten. Auch die unterschiedliche Sprechweise und das Aussehen der Zukunftsleute kommen in ihrer Beschreibung wesentlich zu kurz. Nicht zuletzt gab es etliche rhethorische Merkwürdigkeiten: Als die Paarungszeit in vollem Gange ist, und alle miteinander anscheinend öffentlich Geschlechtsverkehr haben, heißt es im Buch: "Überall tummelten sich die Menschen." ???

Die Charaktere Amy und Junior zeigen insgesamt wenig Tiefe. Der Junge, der sein ganzes Leben in einer diktatorisch organisierten Gesellschaft verbracht hat, ist erstaunlich schnell bereit, das Leben auf der Godspeed auf den Kopf zu stellen. Und Amy, die den Kryoschlaf als furchtbar empfunden hat, denkt nicht einmal daran, wie es denen ergeht, die noch eingefroren sind.
Ebenfalls bemängeln muss ich die Logik der Handlung: Die Aufdeckung der Rätsel geht meiner Ansicht nach viel zu einfach von statten. Perfekte Technik hat zu den richtigen Momenten ihre Aussetzer, ein Dikator, der sonst nichts dem Zufall überlässt, ist bisweilen völlig gleichgültig und gelangweilt, so dass munter drauf los intrigiert werden kann und der Bösewicht ist derart verwirrt, dass man sein Vorgehen am Ende leider gar nicht mehr nachvollziehen kann.

Als ausgesprochen störend empfand ich die inflationäre Verwendung des Wortes Ältester, das teilweise 15mal auf einer Seite auftaucht.

Fazit: Drei Punkte für einen guten Einstieg und die zeitweilige Spannung. Die Fortsetzung erspare ich mir aber.
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20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannender Auftakt einer Trilogie, der unglaubliche Lust auf die Folgebände macht, 16. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Godspeed - Die Reise beginnt (Gebundene Ausgabe)
Als Amy gemeinsam mit ihren Eltern in den Kryoschlaf gelegt wird, geht sie davon aus, 300 Jahre später auf einem anderen Planeten aufzuwachen. Doch es kommt anders als erwartet: Sie wacht auf, allerdings nicht auf dem fremden Planeten, sondern an Bord der Godspeed. Jemand hat den Schalter an ihrem "Glassarg" umgelegt. Junior ist an Bord der Godspeed geboren. Zwischen zwei Generationen kam er zur Welt, was bedeutet, dass er eines Tages die Rolle des Anführers über das Schiff, des Ältesten, übernimmt. Als er durch Zufall das Kryodeck der Godspeed und Amy entdeckt, wachsen Zweifel in ihm. Was verschweigt der derzeitige Älteste ihm noch alles?

Amy und Junior lernen sich besser kennen. Während die "einfachen" Bewohner des Raumschiffs, die Versorger, und der Älteste Amy verabscheuen, fühlt Junior sich angezogen von dem andersartigen Mädchen auf der Godspeed, an deren Bord einer dem anderen ähnelt. Amy entdeckt nach und nach, was für eine verrückte und diktatorische Art der Gesellschaft auf der Godspeed vorherrscht.

Doch als an Bord des Kryodecks weitere Kühlkästen ausgeschaltet werden und die ersten Menschen den grausamen Anschlägen zum Opfer fallen, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, in dem Junior und Amy auf der Suche nach dem Täter immer mehr Geheimnisse und Lügen aufdecken, die der Älteste benutzt, um die Bewohner der Godspeed unter Zaum zu halten.

Nach der Lektüre von Beth Revis' "Godspeed - Die Reise beginnt" habe ich mich gefragt, was für mich ein gutes Buch ausmacht. Denn offensichtlich muss der Auftakt dieser Trilogie einen enormen Großteil dieser Faktoren beinhalten.

Zum einen ist es mit Sicherheit die gut durchdachte Handlung. Bis zum Schluss ist es ein Rätsel, wer die Menschen in den Kühlkammern umbringen möchte, dies bis zuletzt unentdeckt schafft und was sein Motiv ist. Spannende Wendungen und einleuchtende Offenbarungen, bei denen man sich fragt, wieso man nicht vorher auf die Idee gekommen ist, das Geschehen aus dieser Sicht zu beleuchten, bereichern die Geschichte.

Hinzu kommt eine gewisse Andersartigkeit, denn Beth Revis hat eine Art Marktlücke in der heutigen Jugendliteratur entdeckt. Während sich immer mehr Dystopien auf den vorderen Rängen der Bestsellerlisten anscharen und den Vampirhype abflauen lassen, kann "Godspeed" zwar ebenfalls eine ungewöhnliche und zweifelhafte Gesellschaftsform aufweisen und spielt in der Zukunft, jedoch nicht auf der Erde, sondern auf einem Raumschiff. Und die Bewohner der Godspeed scheinen zufrieden. Sie sehen keinen Grund, sich gegen die Regierung aufzulehnen. Zumindest kann man dies behaupten, bis durch das Ausschalten von Amys Kühlbox der dramatische Auftakt der Trilogie gegeben ist. Erst langsam versteht man, mit was für abstrusen und grausamen Mitteln die Rebellion an Bord der Godspeed unterdrückt wird.

Einen zusätzlichen Pluspunkt verdient der Science-Fiction-Thriller aber vor allem dadurch, dass er ohne eine schmachtende und schnulzige Liebesgeschichte auskommt. Natürlich besteht ein romantisches Interesse zwischen Amy und Junior aneinander, jedoch handeln die Charaktere bis zum Schluss wenig aus Liebe zueinander. Amy macht sich Sorgen um ihre Eltern, die noch eingefroren auf dem Kryodeck liegen und womöglich die nächsten sein könnten, die in ihren gläsernen Kühlboxen ertrinken und einen grausamen Tod sterben. Junior handelt aus Zweifeln am Ältesten. Und gemeinsam wollen die beiden selbstverständlich dem Mörder auf die Schliche kommen.

Ein weiterer positiver Aspekt ist wohl auch der häufige Wechsel der Blickwinkel. Auf 445 Seiten wechselt die Sicht auf das Geschehen über 40 mal zwischen Junior und Amy. Dennoch wirkt die Handlung dadurch nicht konfus, sondern gewinnt eher an Geschwindigkeit.

"Godspeed - Die Reise beginnt" ist der spannende Auftakt einer Trilogie von Beth Revis, der unglaubliche Lust auf die Folgebände macht. Auch, wenn Revis mit "Godspeed" gelungen ist, eine bisher eher selten vertretene Form des Jugendbuchs auf den Markt zu bringen, so kann man doch sagen, dass das Buch seinen Anklang bei Fans von Suzanne Collins' "Die Tribute von Panem" oder Ally Condies "Die Auswahl" finden wird.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dystopie mit Krimi-Elementen, 24. Juni 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Godspeed - Die Reise beginnt (Gebundene Ausgabe)
Zitat:

"Meistens träume ich von der Erde. Wahrscheinlich, weil ich eigentlich gern dort geblieben wäre." (S. 28)

Inhalt:

Amys Eltern haben sich verpflichtet, für 300 Jahre eingefroren zu werden. Solange wird die Reise zur neuen Erde dauern. Erst auf der Zentauri-Erde werden sie wieder aufgetaut.
Amy hat die Wahl. Begleitet sie ihre Eltern oder bleibt sie in ihrer gewohnten Umgebung. Sie entscheidet sich für ihre Eltern und lässt sich auch einfrieren.
Amys Mutter ist eine angesehene Wissenschaftlerin; ihr Vater hat einen hohen Posten beim Militär. Sie zusammen sind dafür vorgesehen, die neue Welt aufzubauen.
Aber schon beim Einfrieren schießen Amy viele seltsame Gedanken durch den Kopf...

Junior wird nach dem Tod des Ältesten die Führung über das Schiff, die Godspeed, übernehmen. Der Älteste kümmert sich jedoch nicht um ihn. Sein Leben plätschert an Bord des Schiffes nur so dahin. Bis zu diesem Tag, an dem Junior diese Luke im Schiff entdeckt und geistesgegenwärtig handelt. Junior entdeckt das bisher verborgene Deck der Godspeed. Hier sieht er SIE zum ersten Mal und ist sofort fasziniert von ihr.

Dann passiert das Unfassbare. Jemand hat die Stromzufuhr zu Amy's Kryosarg unterbrochen und sie taut ungeplant auf. Beim Auftauen ertrinkt Amy fast in der Kryoflüssigkeit.

Aber Amy ist eine Bedeutungslose, jemand ohne besondere Fähigkeiten; also unnützes Gepäck. Nur der Stellung ihrer Eltern hatte sie es zu verdanken, dass man sie auf die Reise mitgenommen hat. Das Schlimmste ist allerdings, dass Amy nicht ein weiteres Mal eingefroren werden kann. Das wäre ihr sicherer Tod.

Der Älteste ist von Anfang an gegen Amy. Er ist ein skrupelloser Diktator. Die unter dem Einfluss von Phydus - einer Droge - stehende Bevölkerung regiert er mit Lügen und Manipulation.

In Junior und Harley findet Amy ihre einzigen Verbündeten. Auf mysteriöse Art werden weitere Eingefrorene aus dem Kryoschlaf gerissen. Jemand trennt ihre Stromversorgung. Dabei gibt es die ersten Toten. Niemanden scheint es wirklich zu interessieren, wer dafür verantwortlich ist. Werden Amy, Junior und Harley den Mörder finden und damit weiteres Unheil abwenden können...

Meinung:

Beth Revis ist mit "Godspeed" eine wirklich tolle und spannende Geschichte gelungen. Neben den dystopischen Elementen hat sie Ansätze eines Kriminalromans gut miteinander verbunden.
Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. In die Geschichte habe ich gut hineingefunden. Die Kapitel werden jeweils aus wechselnden "Ich"-Perspektiven erzählt. Die jeweiligen Schauplätze wurden nüchtern, ohne großes Beiwerk, aus meiner Sicht jedoch völlig ausreichend beschrieben. Entsprechende Spannung wird aufgebaut und ich war zum Teil überrascht, mit welchen Ideen die Autorin im nachfolgenden Kapitel aufgewartet hat.

Amys Charakter ist hervorragend getroffen. Ihre Gedanken während des Kryoschlafes wurden anschaulich beschrieben. Hier wirkte die Geschichte zum Teil beängstigend und erdrückend auf mich. Ein Kryoschlaf ist ja auch wirklich keine tolle Vorstellung. Niemand weiß, was einen dabei erwarten würde....

Als Amy aus dem Kryoschlaf gerissen wird, steht sie einer mehr oder weniger monotonen und diktatorisch geführten Gesellschaft gegenüber. Hier ist Amy eine Aussenseiterin, ein Freak.
Amy kann einem wirklich Leid tun! Ihre Eltern wird sie erst wiedersehen, wenn sie selbst alt ist. Vielleicht aber auch nie mehr...

Junior ist ein junger Rebell. Er wird der künftige Anführer auf der Godspeed sein. Mit dem Führungsstil des Ältesten ist er allerdings nicht einverstanden.
Die Andersartigkeit Amys weckt Gefühle in Junior. Jetzt ist er stark genug, sich dem Ältesten entgegenzustellen. Diesem kann er nun Geheimnis um Geheimnis des Schiffs entlocken.

Der älteste ist ein Tyrann und Diktator, wie man es sich vorstellt. Mit unsauberen Methoden und Manipulation regiert er die Menschen auf der Godspeed. Der letzte Junior ist gestorben. Nun muss er den jetzigen Junior unterrichten, damit dieser nach dem Tod des Ältesten die Führung über das Schiff übernehmen kann. Allerdings hat der Älteste keine Lust, seine Macht irgendwann abzugeben. Das lässt er Junior auch deutlich spüren.

Alles in allem sind die Charaktere gut und nachvollziehbar beschrieben. Die Hauptprotagonistin Amy hat mir hierbei am besten gefallen. Die ganze Geschichte ist aus meiner Sicht logisch aufgebaut und ich fühlte mich gut unterhalten.

Urteil:

Die Autorin bietet uns hier eine gut durchdachte und mitreißende Geschichte. Wer ein spannendes, gut durchdachtes Buch lesen möchte, ist bei "Godspeed" genau richtig. Ein kleines Stück hat mir zwar noch zu einem "Burner" gefehlt. Ich habe die Geschichte jedoch sehr genossen. Aus diesem Grund vergebe ich an dieser Stelle sehr gute 4/5 Büchern. Auf die Fortsetzung bin ich sehr gespannt und freue mich schon sehr darauf.
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3.0 von 5 Sternen "OH, MEIN GOTT! DAS IST SO OFFENSICHTLICH!", 16. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Godspeed - Die Reise beginnt (Gebundene Ausgabe)
Achtung, Achtung. Auf kleinere Spoiler konnte ich nicht verzichten.

Lasst mich eins klarstellen: Ich bin kein großer Worldbuilding-Kritiker. Ich hinterfrage Dinge in Fantasy- oder Sci-Fi-Literatur nicht. Ich nehme sie in den meisten Fällen einfach hin und “Logikfehler” die vielen gleich ins Auge hüpfen, fallen mir erst auf, wenn ich erboste Kritiken darüber lese. Wenn mir Beth Revis also auftischen möchte, dass alle Besatzungsmitglieder der Godspeed dunkle Haut, braune Augen und schwarze Haare haben, ist das okay für mich. Wenn sie meint, dass der Antrieb des Raumschiffs aus diesen oder jenen [nach Internet-Recherche eher zweifelhaften] Gründen nicht mehr richtig funktioniert und irgendwann vielleicht ganz ausfällt, ist mir das eigentlich auch egal.. Im Gegensatz zu vielen Lesern auf Goodreads war ich vom Worldbuilding ziemlich begeistert. Ich mochte, wie die Godspeed aufgebaut ist [hierbei auch ein großes "Huiii" an die tolle Karte des Schiffes, die der Dressler-Verlag in die Innenseite des Buchumschlags gedruckt hat], wie die Menschen an Bord ruhig gestellt wurden, damit “der Frieden gewahrt” wird und die vielen Geheimnisse, die der Älteste [der Anführer] verbirgt.

Die Story ist interessant und fantasievoll, hat ein paar gute Drehungen und Wendungen und obwohl ich nicht der größte Fan des “Ich-Erzählers” bin, finde ich Beth Revis’ Schreibstil sehr angenehm und gut zu lesen. Ich kann mir gut vorstellen, dass man Godspeed auch in einem Rutsch durchlesen kann, wenn man Zeit und Lust dazu hat. Dass die Kapitel relativ kurz gehalten sind und immer zwischen den Sichtweisen von Amy und Junior wechseln, hilft dabei natürlich auch.

Aber ich würde diese Rezension nicht schreiben, wenn ich nicht auch ein bisschen was zu meckern hätte. Zum Beispiel sind nicht alle der oben erwähnten Plottwists sonderlich gut gelungen:
Wer hat Amy aufgetaut und warum? – Wusste ich, nachdem ich den Umschlag gelesen habe.
Wer ist der Bösewicht, der die anderen eingefrorenen Passagiere umbringt? – War mir klar, als die Person zum ersten Mal auftaucht.
Und wenn man die größten Enthüllungen des Buches schon durchschaut hat, bevor man Seite 100 erreicht hat, ist das natürlich ziemlich enttäuschend. Kleine Hinweise und ein bisschen Foreshadowing sind ja grundsätzlich super. Wenn ein Autor aber Charaktere so schreibt, dass man sie sich schon mit einem riesigen “HIER, ICH WARS!”-Schild vor der Stirn vorstellt, läuft irgendwas falsch. Nichtsdestotrotz gibt es aber ein paar Einzelheiten und Geheimnisse des Schiffes, die man nicht sofort errät. [Zum Glück!]

Ein weiterer Kritikpunkt ist für mich die “Liebesgeschichte” zwischen Junior und Amy. [Ich hoffe, ihr seht diesen Satz nicht als Spoiler. Immerhin reden wir von einem Young-Adult-Buch.] Ich kann nicht nachvollziehen, was die beiden aneinander finden. Junior sieht Amy zum ersten Mal, als sie noch eingefroren ist, bemerkt ihre roten Haare und ihre blasse Haut und ist Hals über Kopf verschossen. Ja, toll. Wiedermal eine Verliebtheit, die sich nur auf’s Aussehen bezieht. Ugh. Langweilig. Leider konnte mich Amy im weiteren Verlauf des Buches auch nicht sonderlich mit ihrer Persönlichkeit überzeugen..
Amy wiederum sieht Junior, kurz nachdem sie aufgetaut wurde. Sie reden zwei Minuten miteinander, wobei Junior ihr beizubringen versucht, dass sie 50 Jahre zu früh aufgeweckt wurde. Und NATÜRLICH erkennt sie in dieser kurzen Zeit, dass er SO(!) anders ist, als alle anderen. Ach, ach, ach. Und so kommen inneren Monologe zustande, wie: “Man kann nirgendwo hinrennen. Aber, flüstert mein Herz, da ist Junior.” Okay, klar. Junior ist einer der wenigen auf dem Schiff, die nett zu ihr sind. Aber das ist zum Beispiel auch Harley, Junior’s bester Freund. Hätte sich zwischen Harley und Amy im Laufe der Zeit eine Romanze aufgebaut, hätte ich das verstehen können. [Die beiden hätte ich sogar geshippt!]

Aber Junior und Amy – Das geht gar nicht. Unglaubwürdig, null Chemie und vollkommen überstürzt.

Sehr schade finde ich außerdem, dass über die fast 500 Seiten des Buches kaum etwas wirklich spannendes passiert. Allein auf den letzten Seiten hatte ich noch die dumpfe Hoffnung, dass sich jetzt doch ein Spannungsbogen aufbaut, wurde aber leider enttäuscht. Der “Finale Showdown” [um es mal etwas dramatischer zu formulieren] ist nach zirka drei Seiten schon wieder vorbei.

Fazit

Trotz vieler frustrierter “OH, MEIN GOTT, DAS IST SO OFFENSICHTLICH!”-Schreie meinerseits, habe ich mich beim Lesen von Godspeed – Die Reise beginnt ganz gut unterhalten gefühlt. Es ist ein typischer erster Teil einer typischen Young-Adult-Reihe: Man wird über viele Seiten in diese neue Welt eingeführt, lernt die Regeln kennen und kann sich ein gutes Bild vom Leben auf der Godspeed machen. Der Schreibstil ist angenehm und durch das recht abrupte Ende ist man quasi dazu genötigt, dem Folgeteil eine Chance zu geben – Und das werde ich auch tun. Gerade was die Charaktere angeht, gibt es dort noch viel Potential, das in Die Suche und Die Ankunft ausgeschöpft werden kann und ich bin wirklich gespannt, was Beth Revis daraus macht. Tolle Ideen hat sie ja teilweise, die gute Frau.

Empfehlen kann ich das Buch jedem, der etwas zum “Nebenbei”-lesen sucht. Godspeed kann wirklich Spaß machen – wenn man nicht zu sehr darüber nachdenkt. Weder über die wissenschaftlichen, noch über die romantischen Facetten. [Das war wahrscheinlich mein Fehler. ;D]
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4.0 von 5 Sternen Beklemmend und authentisch - packende Sci-Fi für Jugendliche, 13. Januar 2012
Von 
Damaris - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Godspeed - Die Reise beginnt (Gebundene Ausgabe)
Der erste Satz: "Lass Mom als Erste gehen", sagte Dad.

Auf der Erde, wie wir sie kennen, wurde die "Godspeed" entwickelt, ein Raumschiff, dass einige ausgewählte Passagiere zu einem fernen Planeten bringen soll. Diesen sollen sie erschließen und wie die Erde zu bewohnen. Da die Reise zu dem Planeten aber 300 Jahre dauern wird, werden wichtigen Personen, wie Militärspezialisten, Gentechniker und Wissenschaftler eingefroren, um sie bei der Ankunft wieder verfügbar zu machen. So auch Amy und ihre Eltern. Amy erfüllt zwar nicht keine der besonderen Anforderungen, um eingefroren zu werden, da ihre Eltern aber wichtige Spezialisten sind, darf sie diese begleiten.
Amys Kühlkasten wird jedoch ca. 50 Jahre vor der eigentlichen Ankunft abgeschaltet. Sie wird aufgetaut. Wären diese Umstände nicht schon mysteriös genug, muss sie sich sich jetzt nicht nur mit den fremden Besatzungsmitgliedern auseinandersetzten, sondern auch den Gedanken ertragen, dass sie älter wie ihre Eltern sein wird, wenn sie den Planeten erreichen. Außerdem wird das Schiff von einem alten Tyrannen angeführt, der Amy am liebsten wieder loswerden würde. Etwas Verständnis findet sie bei Junior, dem angehenden nächsten Anführer der Godspeed. Gleichzeitig ist sich Amy aber auch nicht sicher, ob sie im trauen kann.

"Auf dem Schiff sind wir immer zusammen, und wegen dieser Nähe legen wir besonderen Wert auf unsere Privatsphäre und darauf, auch einmal allein zu sein. Aber bisher ist mir nie bewusst geworden, wie allein wir tatsächlich auf diesem Schiff sind. Es gibt niemanden außer uns. ... Wenn wir es nicht schaffen, wird niemand kommen, um uns zu retten. Wenn wir sterben, wird niemand da sein, der um uns trauert." Junior - S. 377

Was für eine gruselige Vorstellung! Lebendig eingefroren zu werden, um nach 300 Jahren der Menschheit wieder zur Verfügung zu stehen. Nicht sicher, ob oder wie man diese Zeit in der Kälte überleben wird. Träumt man? Hat man das Gefühl zu schlafen? Oder spürt man einfach nichts?
Gleich am Anfang ihres Romans führt einem Beth Revis ein Szenario vor Augen, wie eine solche Situation aussehen könnte. Und ihre ist wahrlich nicht zimperlich! Amy hat die Wahl, ob sie sich ihren Eltern anschließen möchte, oder bei ihren Verwandten auf der Erde weiterleben will. Sie bekommt die Prozedur des Einfrierens an ihren Eltern mit. Diese ist fast schon brutal und sehr schmerzhaft. Wenn Amy dann ihre Entscheidung trifft wird mancher Leser mit Gewissheit feststellen: Ich wäre da ganz sicher nicht mitgeflogen!

Die verwendete Sprache lässt den Leser im Präsens/Gegenwart alles hautnah miterleben. Der Ich-Erzähler schwenkt konstant von Kapitel zu Kapitel zwischen Amy und Junior hin und her. Die Ausdrucksweise ist dabei so prägnant, dass einem nicht selten eine Gänsehaut den Rücken herunterläuft. Einfache und deutliche Sätze bringen jedes Gefühl klar beim Leser an. Teilweise werden Wörter oder Sätze noch zusätzlich durch eine besondere Schreibweise, wie untereinander oder nur ein Satz pro Seite, hervorgehoben. Das bewirkt nochmals eine zusätzliche Verdeutlichung von Situationen und beeinflusst die Geschichte positiv.

Amy und Junior sind authentische und überzeugende Charaktere. Amy, die, nachdem sie aufgetraut wurde, das Leben nur so kennt, wie sie es von der Erde gewohnt ist. Dagegen steht Junior, der auf der Godspeed geboren wurde und nur das Leben kennt, wie es sich seit 250 Jahren und vielen Generationen auf dem Schiff entwickelt hat. Da prallen sprichwörtliche Welten aufeinander. Trotzdem haben beide Ansatzpunkte, die sie verbindet und zueinander hinzieht. Das aber gerade auch Junior oft nicht aus seiner Haut kann (wie sollte er es auch anders wissen) wurde gut ausgearbeitet. Der Leser hat dafür sogar Verständnis.
Ebenfalls gut gefällt der Charakter des Ältesten, des tyrannischen Anführers der Godspeed. Mit Passion und fast schon Verzweiflung "führt" der die Besatzung, wie er es für richtig hält. Leider erscheint Harley, ein Freund von Junior, etwas blass. Auch der Doktor erschließt einem sich nicht komplett. Er wirkt zwar gruselig und im Grunde wie ein Mitläufer, doch kann man sich nie richtig sicher sein auf wessen Seite er eigentlich steht.

Die Geschichte ist komplett interessant und auch sehr beklemmend, das Setting ist großartig! Allein die Vorstellung auf einem Raumschiff jahrhundertelang im All zu treiben erfüllt so manchen mit Schrecken. Abgesehen davon, dass nicht wirklich viele Menschen bereit wären, das Leben auf der Erde für einen fremden, unbekannten Planeten aufzugeben. "Godspeed: Die Reise beginnt" spielt zwar, bis auf die kurze Anfangssequenz, nur auf der Godspeed, ist aber so interessant gestaltet, dass absolut keine Langeweile aufkommt. Spannende Lesestunden werden garantiert sein.
Ein kleines Manko ist, dass gegen Ende alles etwas schnell und auch stellenweise zu einfach geht. Wer viele spannende Romane liest, hätte hier sicher noch etwas mehr ertragen können. Am Schluss liegen einige neue Herausforderungen vor den Protagonisten. Es gibt zwar keinen direkten Cliffhanger, aber es wird deutlich, dass das Buch der Anfang einer Trilogie ist. Dieser Anfang macht definitiv Lust auf die folgenden Teile. Es gibt auf der Godspeed sicher noch viel zu erzählen und zu erleben.

Persönliches Fazit
"Godspeed: Die Reise beginnt" hat auch mich mit auf eine spannende Reise genommen. Bis auf Sci-Fi Filme, lese ich eher selten klassische Science-Fiction. Abgesehen davon, dass ich nie in dieses Schiff eingestiegen wäre, war das Thema sehr gut umgesetzt. Gerade in der Form eines Jugendbuches gefiel mir die Thematik gut. Bei zwei, bzw. drei starken Hauptcharakteren fällt ein schwächerer Nebencharakter nicht sehr ins Gewicht. Ich habe definitiv Lust auf die Fortsetzungen und lasse mich gerne von der Godspeed auf die weitere Reise mitnehmen (aber bitte nur in Buchform!). 4 Sterne!
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen tolle Storyidee, 24. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Godspeed - Die Reise beginnt (Gebundene Ausgabe)
Die Grundidee der Story und der Anfang des Buches fand ich sehr gelungen und die Beschreibung der Einfrierung und die Gedanken von Amy während des Kryoschlafes faszinierten mich sehr.
Doch die Charaktere bleiben meines Erachtens relativ flach, sie wirken nicht lebendig. Ich konnte mich nie so richtig in Amy oder Junior hinein versetzen.
Oft vergaß ich beim lesen ob es Amys oder Juniors Kapitel war, was mir zeigt, dass beide Charaktere zu flach gehalten worden sind um eine eigene Stimmung im Kapitel zum Protagonisten zu erzeugen . Die Autorin hätte etwas mehr in die Gefühlswelt der beiden eintauchen müssen.
Die Annäherung zwischen Junior und Amy wirkte auf mich zu unecht. Da fehlte es auch an Tiefe und Glaubwürdigkeit. Zu schnell kamen Gefühle auf und wurden dann nicht weiter entwickelt.
Amy zeigt mir zu wenig Interesse an ihrer Umgebung. Man versucht sich als Leser ja in die Lage der Person hineinzuversetzen und in dem Fall von Amy hätte ich mir mehr Fragen ihrerseits zum Schiff gewünscht.
Ach bleiben viele Fragen offen, die sich hoffentlich in den folgenden 2 Teilen auflösen.
Für mich wäre es noch schöner gewesen, hätte die Autorin etwas mehr über die Technik der Godspeed einfließen lassen .Im 1. Teil ließt man zwar über verschiedene Decks und die Versorgung aber tief taucht man nicht in das Schiff ein aber vielleicht erwartet uns im 2. Teil mehr.
Das Ende war mir zu glatt und zu konstruiert. Zu schnell lösen sich alle Probleme auf. Es ist zwar spannend geschrieben aber etwas mehr Erklärung und Gefühle hätten dem Ende gut getan.

Da aber die Idee des Buches so phantastisch ist macht sie Lust auf den 2. Teil, der auf deutsch leider erst Mitte 2012 erscheint. Und ich setze Hoffnung, dass der 2 Teil tiefer geht und mehr erklärt.
Eine schöne Idee ist auch die Blaupause der Godspeed auf der Rückseite des Schutzumschlages.
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Godspeed - Die Reise beginnt
Godspeed - Die Reise beginnt von Beth Revis (Gebundene Ausgabe - August 2011)
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