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am 22. April 2014
Unlängst ist mir auf dem Kunstbuchtisch meiner Stammbuchhandlung ein Bildband im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gesprungen: auf dem Cover eine Frau, sich halb in, halb auf einem der Chrom-Adler des New Yorker Chrysler Buildings befindend, in schwindelnder Höhe also und mit einer Kamera in der Hand. "Der berühmteste Fotograf der Welt war ein Mädchen", was ich sogleich über Margret Bourke-White nachlesen konnte, sie wurde gar als Heldin einer Comicserie geehrt. Ihr und 54 weiteren Fotografinnen ist dieser „erhellende“ Fotoband von Boris Friedewald gewidmet.
Da sich der Zeitraum des Besprochenen über fast 200 Jahre erstreckt, werden Pionierrinnen der Kamera wie Julia Margaret Cameron oder Lady Clementina Hawarden ebenso gewürdigt wie Klassikerinnen des 20. Jahrhunderts und zeitgenössische Vertreterinnen der fotografischen Zunft, darunter die Vietnamesin An-My Lê, Dayanita Singh aus Indien, Hellen van Meene aus den Niederlanden oder die tschechische Fotografin Jitka Hanzlová, um nur einige zu nennen. Anhand profunder, dem Umfang des Bandes angemessen verdichteter und dabei wunderbar geschriebener Texte erfährt man neben wichtigen Lebensstationen dieser „Meisterinnen des Lichts“ auch einiges über Techniken, Geschichte oder Entwicklung der Fotografie selbst, beispielsweise bei Anna Atkins. Aufgrund ihres botanischen Interesses wendete sie Mitte des 19. Jahrhunderts als eine der ersten die Cyanotypie an, um ihre später bekannt gewordenen Algenporträts anzufertigen. Sie wirken wie in der Schwebe zwischen Wissenschaft und Poesie, ein „Zustand“, den man auch in den Fotografien der Japanerin Rinko Kawauchi erkennen könnte.
Es hat mir gefallen, dass der Autor darauf eingeht, von wem die einzelne Fotografin beeinflusst wurde oder wie sie ihren Weg zur Fotografie gefunden hat, Jessica Backhaus etwa mit Hilfe ihrer Mentorin Gisèle Freund. Und ich habe mich gefreut, neben diesen beiden auf weitere „alte Bekannte“ wie Tina Modotti, Inge Morath oder Lotte Jacobi zu treffen, doch genauso, viele mir bisher unbekannte Fotografinnen entdecken zu dürfen.
Texte und gut ausgewählte Beispielfotos werden ergänzt von treffenden Zitaten der Fotografinnen, bringen die ihr jeweils eigene Arbeits- oder Sichtweise auf den Punkt. Ellen Auerbachs Versuch, „die Schönheit eines hässlichen Gesichts“ einzufangen, ist meines Erachtens mehr als gelungen. Graciela Iturbide hat mit ihrer „Mujer Angel“ DAS Foto dieses Bandes überhaupt für mich geschaffen. Ihr politisch-kritischer, gleichzeitig künstlerisch herausragender Ansatz ist einem Robert Capa ebenbürtig...
Sehen Frauen und fotografieren Frauen anders? Der vorliegende Band trägt dazu bei, dieses Geheimnis ein wenig zu lüften!
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