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5.0 von 5 Sternen Großformatiges Buch für großformatige Gemälde, 23. November 2013
Von 
Dr. Priesnitz - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Chuck Close: Work (Gebundene Ausgabe)
Chuck Close ist das amerikanische Pendant zu Europas Franz Gertsch, dem ein Schweizer Millionär sogar in Burgdorf bei Bern ein eigenes Museum errichten ließ. Close wird zu den dreizehn Gründungsvätern des amerikanischen Fotorealismus in den 60er Jahren gezählt, die bewusst eine Gegenbewegung zur abstrakten Kunst der Moderne bilden sollte. Besonders gefördert wurde diese Gruppe durch den New Yorker Galleristen, Sammler und Autor Louis K. Meisel.

Geboren wurde Chuck Close 1940 in Monroe (Washington). Zunächst studierte er an der Kunst- und Architekturhochschule von Yale und später noch an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. In seinem New Yorker Atelier entstanden acht Schwarz - Weiß Porträts, die ihm ersten Ruhm einbringen sollten, von ehemaligen Schulkollegen, Freunden und Künstlerkollegen auf der Basis von selbst angefertigten und wenig schmeichelhaften Passfotos. Dazu zählen auch einige recht bekannte Persönlichkeiten wie Richard Serra (ein Schlüsselwerk, derzeit im Besitz des Ludwig Forums für internationale Kunst in Aachen), Joe Zucker oder Bob Israel. Resultat der Arbeit waren überlebensgroße fotorealistische Gemälde. Allen Porträts gemein sind: Frontale Gesichter mit gläsernen und erstarrten Blick, in strengem Seitenlicht, ausgeleuchtet bis in die letzte Falte und Pore, die in Farbrastern verschwinden.

Trotzdem mochte Close nicht als Realist bezeichnet werden. Es besteht eine Beziehung zwischen Abbild und Künstlichkeit", sagt er. Warum ? Für die Übertragung der Passbilder auf Leinwand überzog er beide mit einem Netz von Hilfslinien und Rastern. Aufgrund der starken Vergrößerung war er letztendlich gezwungen, innerhalb der Quadrate abstrakt zu arbeiten. Betrachtet man die realistischen Porträts so wirken sie reduziert auf ein Rasterquadrat mehr wie Gebirgszüge oder Wiesenlandschaften. Tritt der Betrachter aber nur einen Meter vom Bild zurück, so verwandelt sich das Gemälde wieder ein eine übergroße Fotografie. Im Gegensatz zu Gertsch nutzte Close auch Techniken wie Airbrush, um die unscharfen Bereiche der Fotos auf die Leinwand zu übertragen. So gelang es Close dem Publikum die Fotografie selbst zum Kunstgegenstand zu erklären, die zur damaligen Zeit technisch aber noch nicht über Möglichkeiten dieser Form von Vergrößerung verfügte und spielte damit gekonnt Malerei und Foto gegeneinander aus.

Close experimentierte immer wieder mit verschiedenen Techniken. Anfangs der 80er Jahre wurde sein Werk impressionistischer. Seine Porträts begannen zu flimmern, indem er analog zu unserer pixelgeprägten Medienlandschaft, die Gesichter in unzählige Punkte auflöste.

Seine Techniken variieren: Für ein Selbstporträt aus dem Jahr 1987 hat Close sie mit dem Pinsel aufgetragen. Auf dem Bildnis seiner älteren Tochter Georgia bestehen sie aus Schichten von Papiermaché. Bei Fanny", dem Porträt der Großmutter seiner Frau, hat er das finger painting" angewandt. Das Bild fasziniert durch seine außergewöhnliche Lebensnähe. Das faltenreiche Gesicht der alten Dame wirkt wie eine biografische Landschaft."

Seit 1988 ist Chuck Close infolge eines geplatzten Blutgefäßes in der Wirbelsäule vollständig querschnittgelähmt. Mit Hilfe modernster Technik konnte er dennoch schnell erneut damit beginnen, seiner Leidenschaft der Malerei nachzugehen.

Ab 1989 entstanden wider neuartige Porträts. Er zergliedert seit dieser Zeit die Oberfläche der Leinwand für den Betrachter sichtbar in diagonale Raster und füllt diese so mit Farbe, dass sie im Gesamtkontext ein Abbild ergeben, welches wie in einem Prisma gebrochen erscheint (Vgl. auch Titelbild). Die neuen Bilder von Chuck Close erfordern vom Betrachter eine hohe Wahrnehmungsleistung und Entdeckungsbereitschaft, da man aus der Nähe nichts erkennt, sondern erst in einem gewissen Abstand vom gemalten Objekt.

Im Gegensatz zum Buch von Robert Storr über Chuck Close werden die Bilder hier nicht nur recht großformatig abgebildet, sondern auch oft im Detail näher betrachtet, so dass die minutiöse Detailarbeit der abstrakten Landschaft im Quadrat" deutlich wird.

Das englischsprachige Buch, welches nach meiner Ansicht das Beste zu Chuck Close ist, gliedert sich in folgende Kapitel:

An Unsentimental Eduction
Hell's Hundred Acres
Experiments In Life And Art
New Directions
Prismatic Grids
The Event
Regeneration
Process And Pragmatism
Pitiless Beauty
Conclusions
Notes
Exhibitions
Bibliography
Works Illustrates
Index
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Chuck Close: Work
Chuck Close: Work von Christopher Finch (Gebundene Ausgabe - 31. März 2010)
EUR 69,00
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