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am 10. September 2005
Die Geschichte von Daphnis und Chloe stammt aus einem Hirtenroman des griechischen Dichters Longus (3. Jhdt. n. Chr.), dem einzig erhalten gebliebenen bukolischen Roman antiker Herkunft, der von dem Altphilologen Ludwig Wolde im Jahr 1935 sehr gekonnt ins Deutsche übertragen wurde.

Daphnis und Chloe sind beides Findelkinder, zunächst von einer Ziege bzw. einem Schaf aufgezogen, bevor sie in anderen Familien aufgenommen werden.
Als Hirte und Magd wachsen sie heran und verlieben sich ineinander, ohne zunächst recht zu wissen, wie sie mit diesen Gefühlen umgehen sollen.
Beschützt von Nymphen, Pan und Eros überstehen sie einige schwierige Situationen und finden am Ende – nach einer wundersamen Wandlung des Geschicks – doch zusammen.

Im Jahr 1952 war Marc Chagall von seinem Verleger Tériade, der selbst aus Lesbos, dem Schauplatz des Romans, stammte, beauftragt worden, Illustrationen zu dieser Romanvorlage zu schaffen.
Zur Vorbereitung auf diesen Auftrag reiste Marc Chagall mit seiner Frau nach Griechenland, um die antiken Orte zu besichtigen und sich Inspirationen für seine Graphiken zu holen.

Es entstanden 42 Farblithographien, die zu dem bedeutendsten Werkkomplex der Druckgraphik gehören und die Natürlichkeit, Phantasie und Emotion des Romans auf wunderbare Weise widerspiegeln.

Die Lektüre des Romans in Verbindung mit der Betrachtung der Illustrationen von Mark Chagall, die alle in diesem Buch in guter Qualität (in der Regel auf einer Seite, manchmal auch auf einer Doppelseite) enthalten sind, versetzt den Leser zurück in eine ländliche, griechische Welt erfüllt von zahlreichen mythischen Gestalten und Motiven.

Alles in allem ein sinnliches und fröhliches Farbenfest!
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am 2. März 2007
"Daphnis und Chloe" ist eine der bezauberndsten Prosawerke der griechischen antiken Literatur. Und daher ist es besonders begrüßenswert, dass es eine kommentierte Einführung für alle gibt, die sich diesem Werk in der Orginalsprache nähern wollen. Auch im Griechischunterricht einsetzbar! Ein Danke an den Kommentator und an den Verlag!
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am 4. Februar 2002
Vielleicht schreckt der Preis im Gegensatz zu der Reclam-Ausgabe ein wenig ab, aber er ist gerechtfertig! Das Buch ist hochwertig verarbeitet und hat eine schön lesbare Schrift. Die Geschichte von Longus ist einmalig schön und die liebevoll gestalteten Litographien von Chargall bringen die Farbe der Landschaft und Liebe richtig zum Ausdruck! Ich bin auf diese Geschichte durch den Griechisch-Unterricht aufmerksam geworden, in dem wir zwei Ausschnitte aus dem Kantharos übersetzt haben und die mir prompt gefallen haben.
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Der Autor dieses vorliegenden Schäferromans über die Liebe ist der griechische Schriftsteller Longos. Er lebte , wie man annimmt , Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr.
Der Roman schildert die Probleme zweier junger Menschen zu sich und zum anderen zu finden.
Chloe, das Mädchen, muss Tag und Nacht an Daphnis denken, seit sie ihn nackt beim Baden gesehen hat.
Irritiert und eingeschüchert reagiert der Knabe als er von Chloe für einen Sieg im Wettkampf einen Kuss erhält.
Fremde Truppen entführen gewaltsam das eine , bald auch das andere der Kinder. Aber die beiden finden sich wieder.
Die erwachenden Kinder tragen nicht grundlos die Namen Chloe (die Grüne) und Daphnis (das ist der Name eines Hirten aus mythischer Zeit.)
Sie umfangen sich, küssen sich, liegen nachts beieinander- aber das letzte Glück fehlt ihnen. Wer wird ihnen den Weg zeigen?
Eine Nachbarin nimmt den jungen Mann mit in ihre Liebesschule und übt ihn in die Erotik ein. Er möchte das Erlernte gerne mit Daphnis teilen, doch als er hört, dass Chloe Schmerzen leiden und etwas Blut vergießen müsse wird er seine Geliebte bis zu Hochzeit "schonen".
Daphne ist ein junger Mann, der nicht besitzen will, sondern liebt. Chloe ist sein Lebensinhalt. Die Liebe zu ihr ist das Ziel seiner Bemühungen.

Dies ist kein Roman, der den Eros ablehnt, sondern dem kultivierten Eros auf ganz wunderbare Weise huldigt! Sehr schön!

Empfehlenswert!
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am 26. März 2011
" Gegen die Liebe gibt es kein Mittel, gleich ob man trinkt oder ißt, auch hilft kein Schlummerlied; dagegen nur Küsse, Umarmungen und sich hinlegen ohne Kleider, einer nahe dem andern, Leib dicht an Leib"( Text aus Daphnis und Chloe). Marc Chagall schuf 1961 eine Folge von 46 Lithographien zu dieser wunder-
schönen griechischen Liebesgeschichte. Es sind Farben der Liebe, die er in diesen Lithographien hervorzaubert und dieser Liebesgeschichte einen zarten Hauch der Liebe verleiht. Wer diesen Bildband mit Genuss liest, dem werden die Bilder und der Text das ganze Leben begleiten.
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am 17. März 2007
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Wenn Schönheit der Menschen Zierde ist und diese unablässig den Vorzug erhält, dann ist Oscar Wildes Dorian Gray nicht weit, der in der Vollendung und in Permanenz uns seine Ideale näher brachte.
Zusammenkommen müssen und doch der eigenen freien Entscheidung zu trauen, dieser den Vorzug zu geben, ist die Geschichte von Leonce und Lena. Gezwungen zum Glück, ergriffen sie die Flucht, unabhängig voneinander, um das freie Glück zu erreichen.

Daphnis und Chloe leben ebenso unabhängig. Beide kamen in getrennten und doch gleichen Voraussetzungen zur Welt und überlebten das frühe ausgesetzt sein in gleicher Weise. Beide wurden von Ziegen und Schafen anfänglich ernährt, von Hirten gefunden und aufgezogen, ein Leben in der Natur folgte, verbunden den Jahreszeiten und den Tätigkeiten des Hirtendasein. Daphnis, ein bemerkenswert schöner Knabe, war 15, Chloe, nicht minder hübsch und begehrt, 13 Jahre alt. Er spielte die Syrinx und bezauberte Tier und Mensch. Ihre Beschützer waren die Nymphen, Pan und Eros. In beiden wuchs die Sehnsucht zueinander, die ersten warmen Gefühle, die sie nicht kannten, in denen sie eine Krankheit vermuteten. Und ein alter Hirte, Philetas, sagte nicht mehr voraus, als: "da sah ich auch Flügel auf seinen Schultern und einen Bogen zwischen den Flügeln und den Schultern; [...] So seid ihr Kinder dem Eros geweiht." Und weiter sprach er von Heilung dieser Krankheit, "Denn gegen Eros hilft kein Mittel, [...], keines als Kuss und Umarmung und Zusammenliegen mit nackten Leibern."

Im 3. Jahrhundert schrieb Longos diesen Hirtenroman, von dem Goethe sagte, "man müsse ihn alle Jahre wieder lesen, weil dabei die größten menschlichen Dinge zur Sprache" kämen und um "den Eindruck seiner großen Schönheit aufs neue zu empfinden". Es ist ein Roman über die wahre Liebe, über die natürliche Verbundenheit zu der Natur, in der alles zusammen kommt. So sind die vier Bücher (Kapitel) wie vier Jahreszeiten, die Zeiten von Frühling als Wiedergeburt vom Tod, der Sommer, der all seine Hitze in die Freizügigkeit gibt und der Herbst, der die Sinne mit den goldenen Äpfel und den leckeren Reben, dem Wein verführt. "Doch nippte sie zuerst, ehe sie ihm den Becher reichte; dann gab sie ihn so hin. Er aber trank, so durstig er auch war, doch langsam, und verschaffte sich durch das Zögern einen längeren Genuss." Nur der Winter, eine Zeit der Zurückgezogenheit aber auch der Zeit, die man sich gönnte, weil die von der Natur geforderte Arbeit entfiel.

Diese Perioden gelten auch der Beziehung von Daphnis und Chloe. Sie sehnen sich im Winter, sie lernen die Küsse und Umarmungen erst im Frühjahr und der Sommer bringt nicht mehr, weil die Erfahrung beiden nicht zuteil ist. Und da das Vormachen von Ziege und Bock dem Knaben Daphnis nicht genügt ("er setzte sich nieder und weinte, dass er unwissender sei als die Widder in den Werken der Liebe. "), lässt er sich gerne einweisen von einer erfahrenen Frau in die letzten Geheimnisse.

Der beiden jungen Menschen richtige Herkunft wird natürlich aufgeklärt. Sie sind reich und sie lieben sich, sie heiraten und sie erleben am Ende ihre Nacht, "Daphnis übte seinen Unterricht aus; und Chloe erfuhr nun zuerst, dass ihre Kurzweil am Wald nur Hirtenspiel gewesen war."

Dieser Roman ist die letzte Steigerung des Lebens in der Natur. Die beiden sind durch ihren Umgang mit den Göttern und ihrer Haltung göttergleich. Sie sind mit umfänglicher Fürsorge umgeben, sie schwingen im Rhythmus der Jahreszeiten, der Natur, deren Nachahmer sie werden. Die Liebe ist zentrale Macht, Eros beschützt, das ist das Walten der Urpotenz, des Erregers allen Lebens, des Welteros.
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am 7. Mai 2010
Sehr schöne Aufmachumg mit Bildern von Chagall. Die Erzählung handelt von 2 ausgesetzten Hirtenkindern, die von Tieren großgezogen wurden, sich erst ganz allmählich finden und zur Liebe gelangen.
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am 7. August 2013
Die Geschichte kurz zusammengefasst: "Zwei sind für einander geschaffen, und auf geradem Weg ins Glück"

Ich mag eigentlich keine Liebesgeschichten. In der Regel sind diese Bücher gefüllt mit Kitsch, den unmöglichsten Konstellationen und dem Versuch etwas Erotik in das Ganze Werk zu bringen. Der Versuch artet leider meistens aus.

Daphnis und Chloe ist da anders. Die zwei finden Ihre Liebe ohne, dass sie dazu kitschige Sonnenuntergänge am Strand benötigen. Nie zweifeln sie an ihrer Liebe selbst.

Auftauchende Gefahren wie Raubritter sind in ein paar wenigen Seiten beseitigt, Nebenbuhler sind einsichtig und die Götter gnädig.

Goethe meinte schon Dapnmis und Chloe sei die perfekte Liebesgeschichte. Dem kann ich nur zustimmen.
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am 11. Juli 1999
Die Liebesgeschichte von Daphnis und Chloe wird durch 42 Farbtafeln nach den Litographien von Marc Chagall so farbig und liebevoll illustriert, daß man in die Atmosphäre der griechischen Landschaft einfach "hineingetaucht" wird. Fehlt nur noch das Anhören von Debussys gleichnahmiger Vertonung. Die Drucke sind sehr schön in der Qualität, vor allem kommen die Chagallschen kräftigen Farben sehr gut zur Geltung. Das Buch eignet sich ideal zum Verschenken!
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am 14. Januar 2013
Diese einzige bekannte Dichtung des Longos ist eine der schönsten Huldigungen an die Liebe, die man sich denken kann. Die wunderbaren Zeichnungen von Eva Schwimmer sind gleichermaßen Ovation an das Werk und an die Liebe. Ernst Lehmann fügt seiner schönen Übersetzung ein ebenso schönes Nachwort an; dort zitiert er treffend Goethe: "Man müßte ein ganzes Buch schreiben, um die großen Verdienste dieses Gedichtes nach Würden zu schätzen. Man tut wohl, es alle Jahre einmal zu lesen und immer wieder daran zu lernen und den Eindruck reiner, großer Schönheit aufs neue zu empfinden."
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