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Vor 40 Jahren, am Montag, den 7. Dezember 1970, war es windig, kalt und regnerisch in Warschau. Der Warschauer Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Polen sollte an diesem Tag unterzeichnet werden und damit einer neuen Ostpolitik, einer Politik der Entspannung der Weg geebnet werden. Am Vormittag, gegen 11:30 Uhr stiegen der deutsche Kanzler Willi Brandt, Außenminister Walter Scheel, Staatssekretär Egon Bahr und weitere Vertraute Brandts aus einer Limousine, um an einem Mahnmal aus Stein und Bronze der Opfer eines Blutbades zu gedenken, das SS-Truppen am 19. April 1943 im Warschauer Ghetto angerichtet hatten. An dieser Stelle wurde der jüdische Widerstand auf brutalste Art und Weise niedergeschlagen.
Über 27 Jahre später wird hier ein Kranz niedergelegt, Kanzler Brandt ordnet die Schleifen des Kranzes, tritt einen Schritt zurück und hält kurz inne, um spontan auf den nassen Steinstufen auf beide Knie zu sinken: "Am Abgrund der deutschen Geschichte und unter der Last der Millionen Ermordeten tat ich, was Menschen tun, wenn die Sprache versagt", erinnert sich Brandt fast 20 Jahre später in seinen Erinnerungen.

Man war erstaunt angesichts dieser noblen Geste, die zum Erinnerungsort der deutschen Kultur werden sollte. Doch was für Konsequenzen hatte diese Geste? Welche Reaktionen kamen aus den verschiedenen Lagern? Die beiden Geschichtswissenschaftler Michael Wolffsohn und Thomas Brechenmacher begeben sich auf Spurensuche und stellen Fragen: Warum reagierte "die Welt" auf diesen Kniefall kaum? Kniete der deutsche Kanzler möglicherweise am "falschen Ort zur falschen Zeit"? Am Schauplatz des Kniefalls, dem Ehrendenkmal der Helden des Ghettos, waren sehr viel weniger Menschen erschienen als am Grabmahl des Unbekannten Soldaten, an dem Brandt unmittelbar vorher einen Kranz niedergelegt hatte.
Die Autoren gehen ausführlich auf das internationale Echo ein: Wie reagierten die Regierungen der USA, Frankreichs und Großbritanniens? Wie berichtete die Presse in West und Ost über den Kniefall? Was schrieb man in Israel?
Und schließlich widmen sich Wolffsohn und Brechenmacher ausführlich dem Thema: "Ewige Schuld?" und der jüdischen Dimension des Kniefalls.

Die Autoren haben gründlich recherchiert. Im Mittelpunkt stehen Fakten. Und natürlich die Frage: War Brandts Kniefall ein "Denkmalsturz?", ein "Tabubruch?"

Wer sich für Zeitgeschichte und insbesondere für die Ostpolitik Deutschlands interessiert - Brandt erhielt 1971 für seine Ostpolitik immerhin den Friedensnobelpreis - wird hier eine ausgesprochen interessante Lektüre finden. Sehr zu empfehlen!
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