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Dieses Seelsorge-Buch ist viel-seitig und zeigt auf über 700 Seiten, wie jemand über Seelsorge sorgfältig und zugleich für einen eingängigen Schreibstil sorgend schreiben kann.
Michael Herbst ist mit diesem Buch ein besonders an-sprechendes Handbuch zur Seelsorge gelungen, das von der ersten bis zur letzten Seite signalisiert, dass hier in der Seelsorge das Herbst-Herz hängt!

Schon der Titel lässt in seiner Unkonventionalität ahnen, dass hier jemand versucht, die Dinge auf den Punkt zu bringen und dabei fair zu bleiben. Der Greifswalder Praktische Theologe möchte nicht andere Seelsorge-Lehrbücher ersetzen, sondern Akzente setzen insbesondere im Bereich der biblischen Orientierung und der missionarischen Dimension. Von daher legt Michael Herbst großen Wert auf die Haltung und den Halt des Seelsorgers. Dass der Autor sein Vorgehen und seine Vorstellungen transparent macht und auch gegenteilige Meinungen fair zur Sprache bringt, macht die Lektüre besonders angenehm und ansprechend. Darüber hinaus ist der Duktus des Buches ungewöhnlich klar und selbst dabei an den "heiligen Zahlen" orientiert: In ZWEI Teilen (1. Grundlagen; 2. Praxisfelder) werden ZWÖLF Bereiche besonders in Blick genommen:
1. Begleitung als Grundmuster der Seelsorge
2. Seelsorge im Kontext des 21. Jahrhunderts
3. Konzeptionen der Seelsorge seit dem 20. Jahrhundert - ein Ringen!
4. Missio Dei - vom Begriff der Seele
5. Gemeinde als Seelsorge
6. Chancen und Grenzen des Gesprächs
7. Schuld und Vergebung
8. Gehörlosenseelsorge
9. Menschen in Krisen (Suizid; Depression; Burnout)
10. Seelsorge mit (!) Kindern im Kinderkrankenhaus
11. Seelsorge mit Ehepaaren
12. Altern und Alter als Zu-Mutungen der Seelsorge

Natürlich kann man bei so einem Entwurf auch einiges vermissen, wie etwa Schulseelsorge, Telefon- und Internet-Seelsorge usw. Doch darf hier das Grundanliegen des Buches auch nicht überstrapaziert werden. Was der Autor aber benennt bzw. anspricht, ist nicht nur sorgfältig bedacht und sorgsam formuliert, sondern tatsächlich im besten Sinne des Wortes an-sprechend! Immer wieder werden Beispiele aus dem Seelsorge-Alltag angeführt oder führen Fragen zum eigenen Nachdenken.
23 Abbildungen, Bilder, Tabellen, Graphiken und Schaubilder ergänzen die Ausführungen und führen Geschriebenes noch einmal anders vor Augen ...
Jedes Unterkapitel (außer 8. Gehörlosenseelsorge) mündet in ausgewählte (!) und nicht bloß zusammengestellte Leseempfehlungen.

Bei aller Orientierung an heutigen Herausforderungen sieht und sichtet Michael Herbst Spuren aus der Kirchen- und Frömmigkeitsgeschichte, schätzt Martin Luther insbesondere im Blick auf seine anthropologischen Anmerkungen, wagt immer wieder den Blick auf Einsichten anderer Konfessionen und sieht die Seelsorge Suchenden als Subjekt und eben nicht bloß als Objekt der Seelsorge unter Gottes weitem Himmel.

Ein Ausklang sowie ein Literaturverzeichnis und ein Abbildungsregister runden ein rundum gut strukturiertes und lay-outiertes Buch ab!
Es ist schon bezeichnend, dass dieses Buch doch nicht wie zunächst gedacht als Paperback, sondern als gebundenes Buch zu einem fairen bis hervorragenden Preis vorgelegt wird.

Die eigenen biographischen Spuren des Autors, die immer wieder zwischen den Zeilen oder ausdrücklich zur Sprache kommen, werden besonders schön in der wertschätzenden Widmung des Buches für Prof. Manfred Seitz, Erlangen, der bereits vor Jahren Vieles vorweg genommen hat, was inzwischen von anderer Seite erst entdeckt wird.

Ein überaus empfehlenswertes Buch - littera curans!
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Der große Vorteil den der Leser bei Michael Herbst hat: der Greifswalder Professor kann so schreiben, dass er nicht in theologischen Phrasen endet und dass er mit seinen Überlegungen, Forderungen und Praxisbeispielen fasziniert, weil sie machbar scheinen.

"beziehungsweise" darf wohl schon jetzt als ein modernes und in die Zukunft weisendes Praxisbuch gefeiert werden, in dem endlich der "besorgte Mensch" im Mittelpunkt steht. Herbst richtet den Blick endlich wieder auf den Mittelpunkt aller Anstrengungen und dies ist und bleibt der Mensch allein.

Wie immer bei Herbst und dies zeichnet ihn vor allen anderen aus, kennt er sich mit dem "besorgten Menschen" aus. Bei all seinen theologischen Überlegungen geht der Autor von der konkreten Lebenssituation des "besorgten Menschen" aus. Er holt ihn sozusagen ab, um mit ihm zusammen an seiner Beziehung zu Gott zu arbeiten, um sein Leben zu meistern. Diese pädagogische Methode ist keinesfalls neu, aber Herbst fordet sie neu ein, eben weil sie so oft in Vergangenheit und Gegenwart vernachlässigt wird.

Besonders spannend wird es dort, wo der Autor schreibt, dass Seelsorge nicht allein Aufgabe eines Seelsorgers ist, sondern eines jeden Gemeindegliedes: "Die Seelsorge Jesu geschieht nicht von oben herab. Jesu nimmt sich der Menschen an, aber er wird selbst der Seelsorge bedürftig ..." Auch dies ist nicht ganz neu, wird jedoch immer wieder gern vergessen und von einzelnen Amtsträgern nicht gern gesehen.

Studiert man die Überlegungen von Michael Herbst in seinem Buch, wird eines schnell klar, dieses Buch wird Widerspruch erzeugen. Er selbst weiß darum, erlebt diesen Widerspruch auch im Alltag und vertritt dennoch seine Ansichten und Überzeugungen und dies ist gut so. Damit öffnet er das Konstrukt Kirche für die Gemeinde und so soll es doch wohl sein.

Um die Seelsorge am "besorgten Menschen" ist es in der Gegenwart nicht zum Besten bestellt. Was Michael Herbst allerdings mit seinem Buch als "Entwurf einer evangelischen Seesorge" bezeichnet, kann meines Erachtens bereits als richtungsweisend für die nächsten Jahrzehnte gelten!
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am 16. November 2013
Beziehungsweise – bereits der Titel von Michael Herbsts Seelsorgebuch verrät viel über seine Auffassung von Seelsorge: Sie ist Beziehungssorge. Der Mensch ist ein Beziehungswesen und existiert als solches in unterschiedlichen Beziehungsweisen – gestörten, heilsamen, gesunden … Zudem erwerben der Seelsorger und sein Partner Weisheit in Beziehungsdingen. Sie werden beziehungsweise (vgl. 26).
Beziehungsweise möchte kein weiteres Seelsorgelehrbuch sein, sondern richtet sich an Studenten der Theologie (evtl. auch Medizin und Psychologie), an Pfarrer, Praktische Theologen und Christen, die seelsorgliche Arbeit leisten (vgl. 24f.). Dabei hat es trotz der erfahrenen Abwesenheit Gottes zum Anliegen, die Hoffnung auf seine Anwesenheit in seelsorglichen Situationen als theologische Haltung durchzubuchstabieren (vgl. 22) und so einem „christlichen Atheismus“ (16), der nicht mehr mit dem Eingreifen Gottes rechnet, zu wehren. Damit eng verbunden wird Seelsorge mit „der Mission und Beziehungsstärke des dreieinigen Gottes“ (22) verknüpft und als „hermeneutische Herausforderung“ verstanden: Im Horchen auf die biblischen Texte soll Inspirierendes, Orientierung und Korrektur für die Seelsorge entdeckt werden (vgl. 23).
Das Werk ist grob in zwei Teile unterteilt. Der erste Teil, Grundlagen der Seelsorge, beinhaltet ein erstes Kapitel, das Begleitung als Grundmuster der Seelsorge darstellt: „Seelsorge ist die befristete Wegbegleitung von Menschen durch Glieder der christlichen Gemeinde, bezogen auf alle offenen Lebensfragen, die nach Beistand und Hilfe rufen lassen, im Horizont des Evangeliums und in der Erwartung, dass Christus selbst sich auf dem Weg einstellt und als Seelsorger erweist, mit dem Ziel, die Glaubens- und Lebensgewissheit zu erneuern.“ (34)
In einem zweiten Kapitel wird dann der Blick auf Seelsorge im aktuellen Kontext von wirtschaftlich und sozial riskanten Zeiten, Optionsstress, Milieuverhaftung und zunehmender Kirchenferne gerichtet. Wie wirken sich die Faktoren des 21. Jh. auf den Menschen aus, der Seelsorge in Anspruch nimmt, und was bedeutet das für die Seelsorge? Herbst plädiert für eine Verquickung von Diakonie und Seelsorge, die Förderung der Freiheit eines Christen in Bindung an das Evangelium, die Ausweitung der Seelsorgetätigkeit auf die ganze Gemeinde und eine verstärkt verbale Bezeugung des Evangeliums.
Im dritten Kapitel stellt Herbst den großen Streit zwischen therapeutischer und kerygmatischer Seelsorge im 20. Jh. dar und zeigt auf, dass sein Ansatz die entscheidenden Impulse beider Konzepte (der Mensch muss mit seinen Problemen ernstgenommen werden – Gott übt selbst Seelsorge, wenn sein Wort zur Sprache kommt) zu kombinieren vermag. Besonders spannend ist hier der kurze Exkurs zur biblischen Sprache in der Seelsorge (vgl. 82-84).
Das vierte Kapitel stellt gewissermaßen Gipfel und Proprium des Buches dar: Seelsorge wird von der missio dei her entfaltet. Der trinitarische Gott ist immanent und ökonomisch beziehungsreich. Sein Ziel ist die Versöhnung jeder Beziehung – zu Gott und dadurch auch zum Mitmenschen. Lebenshilfe und Verkündigung gehören integrativ zusammen. Gottes Kondeszendenz muss Vorbild für den Dienst der Seelsorge sein. Seelsorge ist Mission, wobei der Kairos abzuwarten ist. Die Christusbeziehung bzw. der Glaube wird somit zum Ziel der Seelsorge, ist aber auch seelsorglich wirksam.
Im fünften Kapitel wird deutlich, dass Herbst auch die beziehungsreiche von Gott gesandte Gemeinde als Subjekt der Seelsorge versteht. Diese ist zugleich „Instrument und Vorgeschmack des Gottesreiches.“ (220) In Kapitel sechs wendet Herbst sich dem Thema Gesprächsführung zu. Dabei werden nicht nur Anforderungen an den Seelsorger, hilfreiche Tipps und häufige Fehler beleuchtet, sondern auch den unterschiedlichen Situationen (Gespräche zwischen Tür und Angel, neue Medien, soziale Netzwerke), in denen Seelsorgegespräche stattfinden können, Rechnung getragen.
Im zweiten Teil des Buches wird auf Praxisfelder evangelischer Seelsorge eingegangen: Hier werden nicht nur christlich zentrale Themen wie Schuld und Vergebung und für unsere Zeit relevante Bereiche wie Seelsorge mit alten – auch dementen – Menschen, Ehepaaren, Seelsorge angesichts von Burnout und Depression, sondern auch nicht so geläufige Themen wie Gehörlosenseelsorge und Seelsorge mit Kindern beleuchtet. Jedes dieser Themen wird nach demselben Schema behandelt: Zunächst wird es im gegenwärtigen Erleben bzw. der öffentlichen Wahrnehmung aufgesucht, bevor die Lebenssituation, mit der die Seelsorge es zu tun hat, beschrieben wird. Darauf folgt eine Deutung aus biblisch inspirierter Perspektive verbunden mit einem Hinweis, was Seelsorge leisten kann und wo ihre Grenzen liegen. Daran schließen sich konkrete Aspekte einer seelsorglichen Haltung und Handlungsweisen an. Zuletzt wird auf die Frage eingegangen, was es bedeutet, in der jeweiligen Lage auf Gott zu hoffen.
Besonders hilfreich für alle, die sich tiefer in die Thematik der unterschiedlichen Kapitel einarbeiten wollen, sind die knappen Leseempfehlungen am Ende (fast) jeden Kapitels. Die Hervorhebung von Schlüsselwörtern als Lesehilfe ist eine gute Idee, doch hapert es angesichts der Menge und der mangelnden Aussagekraft der Wörter an der Umsetzung. Wirklich gelungen ist jedoch die immer wieder geschehende Rückbindung der Aussagen zur Seelsorge an die biblischen Zeugnisse, denen lebensverändernde Kraft zugesprochen wird. Beziehungsweise ist für alle intendierten Adressaten (s. o.) empfehlenswert.

Janna Brakensiek, ichthyss 29|2, 253-255
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