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Kundenrezensionen

3,6 von 5 Sternen65
3,6 von 5 Sternen
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am 12. August 2015
Man hätte so viel aus dem Thema herausholen können ... so viel! Stattdessen schwurbelt Frau Benecke immer wieder um ein- und dieselben Aussagen und Thesen herum. Schlimmer noch: In jedem zweiten Absatz muss sie außerdem darauf hinweisen, wie befähigt, wie erfahren und wie ach so fern dem allgemeinen vorherrschenden Bild einer diplomierten Psychologin sie doch ist.

Selten habe ich mich so von Kapitel zu Kapitel quälen müssen, ohne dass am Ende etwas außer den "Fähigkeiten" der Autorin hängengeblieben ist. Ich will der Dame ihre Leistungen als Psychologin dabei keineswegs absprechen, da macht sie sicher einen tollen (nach eigenen Angaben zumindest einen engagierten) Job – und auch im Hoaxilla-Crime-Podcast habe ich die Frau als kompetent und sympathisch wahrgenommen. Als Autorin taugt sie hingegen eher wenig. Falls sie diesen fragwürdigen Weg aber doch weiterhin einschlagen will, empfehle ich ihr zumindest, dass sie sich einen anständigen Lektor besorgt.
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am 3. August 2015
Ich habe Lydia Benecke im letzten April beim Vortrag ihres neuen Buchs "Sadisten" persönlich kennengelernt und mir dann auch dieses Buch gekauft.

Wie ich meine, gelingt es ihr zu vermitteln mit einfachen Worten, wie Menschen mit den in diesem Buch beschriebenen Persönlichkeizsstörungen denken und fühlen und auch die Logik hinter ansonsten aus emotionaler Sicht schwer zu begreifenden Verbrechen zu erklären. Ihr gelingt es, den Menschen im Psychopathen zu zeigen. Ich habe andere Rezensionen zu diesem Buch gelesen eben und möchte auf einzelne Kritikpunkte kurz eingehen, die sonst genannt werden. Es stimmt,dass nicht alle Psychologe den Begriff Psychopathie verwenden und er auch mitunter mit Ablehnung bedacht wird. Jedoch kommt es sehr darauf an, wer ihn in welcher Weise gebraucht. Lydia Benecke ist Kriminalpsychologin und arbeitet u.a. im Strafvollzug mit voll schuldfähigen Männern, die infolge ihrer Persönlichkeitsstörungen Gewaltverbrechen begangen haben. So leitet sie mittlmittlerweile eine therapeutische Gruppe von Männern, die aufgrund von Tötungsdelikten inhaftiert sind.

Der in anderen Rezensionen wiederholt geäußerte Vorwurf, sie biete keine neuen Erkenntnisse über Psychopathen, finde ich insofern nicht ganz gerecht, da sie das ohnehin nicht für sich beansprucht und auch diesen Bereich der Psychologie nicht neu "erfunden" hat. Sie verweist im Literaturnachweis ausdrücklich auf wissenschaftliche Literatur zu den einzelnen Kapiteln.

Was mir persönlich gut gefällt an dem Buch ist das Kapitel über den Schatten in jedem von uns. Psychopathen sind nicht einfach das personifizierte Böse unter sonst "nur guten" Menschen. Jeder Mensch hat einen Schatten, in dem all das liegt, was wir auf keinen Fall sein wollen. Und Lydia Benecke betont, das ist in diesem Kontext eine große Stärke dieses Buches von ihr, dass es eben nicht nur gute und nicht einfach die anderen nur bösen Menschen gibt.

Bezugnehmend auf sonst geäußerte Kritik, das ist ein Sachbuch, dafür dennoch sehr differenziert und gerade da, wo es darum geht, welche Kombinationen verschiedener Persönlichkeitsstörungen jeweils der Psychopathie zugundeliegen können. Es gibt eben nicht "den" Psychopathen als Personifizierung des Bösen. Es gibt aber Menschen, die aufgrund mehrerer Faktoren eine für sie individuelle Kombination bestimmter Persönlichkeitsstörungen entwickelt haben und leider möglicherweise z.B. Menschen ermordeten.

Der Vergleich mit ihrem geschiedenen Mann Mark Benecke hinkt, da dieser forensischer Biologe ist, was schon fachlich etwas völlig anderes ist. Dass er als solcher sehr erfolgreich und bekannt ist, spricht für mich in keiner Weise dagegen, dass sie auch ohne ihn allein Vorträge hält und eigene Bücher schreibt und dabei wünsche ich ihr ganz viel Erfolg! Sie zeigt auf, dass es Therapeutinnen wie ihr und ihren Kollegen möglich ist, Zugang auch zu diesen gewalttätigen Menschen zu finden, die sie ihrer schweren Persönlichkeitsstörungen wegen im Strafvollzug behandelt, damit diese zukünftig andere Entscheidungen treffen als jene, infolge derer sie in den Strafvollzug kamen. Insgesamt kommt dieses Buch im Stil eher unkonventionell rüber. Mir gefällt das zum einen. Dabei denke ich jedoch auch an ihre inhaftierten Patienten, die sich ihr gerade daher auch vielleicht eher öffnen können, was deren persönlicher Entwicklung sicher zugute kommen dürfte.
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am 21. Februar 2014
Die Autorin war mir, bis ich das Buch geschenkt bekommen habe, nicht bekannt. Insofern bin ich unbefangen und, als Psychologe sowie Psychotherapeut mit langjähriger Erfahrung, erst einmal mit Interesse an das Buch herangegangen. Zunächst positiver Eindruck: Die Schilderung des Falles Alcala ist durchaus gelungen wie auch später die der Fälle Scattone/Ferraro und Leopold Loeb. Aber das sind Fälle, mit denen die Autorin nichts zu tun hat, die man auch woanders nachlesen kann. Der erste gute Eindruck konnte sich leider nicht halten: Alles Weitere in dem Buch wirkte auf mich wenig überzeugend, das mag an der offensichtlich geringen Erfahrung der Autorin zu liegen, die aus dem Buch spricht. Da es auch großenteils weitschweifig und langweilig geschrieben ist - die Autorin ist keine begnadete Schriftstellerin - habe ich mir erlaubt, zwischendurch über mehrere Seiten nur noch hinwegzufliegen. Der Fall "Christian", den Frau Benecke als eigenen beschreibt, ist kein Klient, sondern eine Person aus ihrem Bekanntenkreis. Das mit ihm geführte Gespräch, das sie sehr ausführlich wiedergibt, ist kein diagnostisches Gespräch, sondern mehr oder weniger ein gemeinsames Herumschwadronieren über seine Persönlichkeit. Warum er eindeutig ein Psychopath mittleren Grades sein soll, hat sich mir aus dem Gespräch nicht zwingend erschlossen. Und hier ist auch ein großes Problem des Buches zu sehen: Die Autorin geht sehr großzügig mit dem ohnehin heiklen Begriff "Psychopath" um, was ich im Zusammenhang mit einem Buch, das für Laien geschrieben sein soll, unverantwortlich finde! Die deutliche Abgrenzung gegenüber anderen ähnlichen psychischen Störungen hätte unbedingt erfolgen müssen, damit der Leser nicht aufs Glatteis geführt wird, v.a. wenn er sich dazu verleiten lässt, anhand des HARE-Fragebogens eine Art Selbstdiagnose zu betreiben
Als unangenehm habe ich die sich ständig wiederholende und recht selbstverliebt wirkende Selbstdarstellung der Autorin empfunden. Es wirkt schon recht befremdlich, wie sie ihre Coolness bzw. emotionale Ungerührtheit im Zusammenhang mit Situationen schildert, die bei normalen Menschen Ekel und Abscheu erregen würden. Im allgemeinen würde man ja erwarten, dass man in den von ihr geschilderten Situationen in einem längeren Prozess zwischen Betroffenheit und Distanzierung zu einer gewissen Abgeklärtheit gelangt. Nun ja, die Autorin erklärt ja selbst, dass sich bei ihr aufgrund ihrer persönlichen Entwicklung Persönlichkeitsszüge herauskristallisiert haben, die es ihr leicht machen sich in Psychopathen hineinzufühlen.
Ich möchte es damit bei der Kritik bewenden lassen, obwohl ich sie durchaus fortführen könnte. Dem, was in den anderen Ein-Sterne-Rezensionen angeführt worden ist, kann ich mich voll und ganz anschließen.
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am 23. Januar 2015
Lydia Benecke fehlt es nicht nur an fachlicher Erfahrung, sondern auch an charismatischer Persönlichkeit, um sachlich fundierte, informative und unterhaltsame Sachbücher zu einem derart komplexen Thema zu schreiben. Mit dem Buch segelt sie im Windschatten ihres berühmten Ex-Mannes Dr. Mark Benecke, dessen Name eine gewisse Zugkraft hat. Das Buch ist unendlich langweilig, die Autorin ist selbstgefällig, geschwätzig und glänzt ausschliesslich durch immerwährende Selbstdarstellung. Nicht die Fälle, sondern sie, Lydia Benecke, steht im Mittelpunkt dieses langatmingen Buches. Die Leser erfahren wenig über die Psychologie im Allgemeinen und über die des Bösen im Speziellen. Zumal Frau Benecke mit den meisten Fällen persönlich nichts zu tun hatte, sie plappert mehr oder weniger nach, was sie selber vielleicht ein Mal am Rande ihres Studiums gehört oder gelesen hat, höchst unprofessionell. Ein bekannter Name reicht eben doch nicht. Wenn ich könnte, würde ich Minussterne vergeben, da es nicht nur rausgeschmissenes Geld, sondern auch sinnlos an dieses Buch verschwendete Lebenszeit war.
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am 3. Dezember 2015
Wenn man dieses Buch in die Hände bekommt, muß man erstmal Mut beweisen, es zu öffnen bei diesem schrecklichen Titelbild. Warum sich Frau Benecke in so ein kindlichem verwischten Porträt präsentiert, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Es wäre aber sehr schade, das Buch nicht zu lesen nur aufgrund des - wie ich finde - schrecklichen Titelbildes.
Die Frage, warum Menschen morden und Psychopathen werden/sind, steht im Mittelpunkt des Buches. Ist man von Haus aus böse oder wird man erst böse. Anhand von mehreren realen Verbrechern wird hier nachgestellt, wie die Persönlichkeitsentwicklung von statten ging. Erschreckenderweise kommt auch oft die Kindheit ins Spiel und die Versäumnisse & Geschehnisse in selbiger. Die Erzählweise von Frau Benecke, die Therapeutin, Psychologin und Referentin ist, ist dabei durchweg spannend. Man möchte das Buch zu Ende lesen, auch wenn man kein Ende ersehnt wie bei Romanen. Für ein Sachbuch ist dies wirklich gut geschrieben und vor allem auch kurzweilig.
Die verwendeten Beispielen stammen größtenteils nicht aus ihrer eigenen Praxis - ein Manko - und sind teilweise auch allgemein bekannt. Ihr eigenes Beispiel aus dem Bekanntenkreis ist eher oberflächlich und mir wurde nicht so ganz klar, wieso sie zum Schluß kommt, dass er ein Psychopath ist. Sie vertritt zudem die These, dass in jedem ein bißchen Psychopath steckt und nur die meisten dies nicht "herauslassen". Neben den Fallanalysen stellt sich Frau Benecke ausführlich selbst dar und beschreibt auch ihre harte Kindheit, die sie zu diesem Menschen werden lassen haben und diesen Job ausüben lassen. Dies ist ein wenig melodramatisch und unnötig, wenn man das eigentliche Ansinnen des Buches betrachtet.
Dafür, dass es als Sachbuch recht unterhaltsam und fließend lesbar geschrieben ist, bekommt es einen kleinen Daumen hoch, für die Selbstdarstellung und wenig wirklich selbst erlebte Praxis Beschreibung leider einen Minuspunkt. Ich würde es als lesenswert einstufen, mit kleinen Abstrichen und Überblättern von Seiten.
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am 18. Mai 2015
Verständlich geschrieben, mit ausreichend Quellen- und Themenverweisen für diejenigen, die mehr Interesse an der Thematik hegen.
Da ich keinen Krimi oder ähnliches erwartet habe, sondern Informationen darüber erhalten wollte, was einen Psychopaten definiert, kann ich persönlich nicht nachvollziehen, weshalb dieses Buch manch einem zu langweilig ist.
Alle Erklärungen werden weitestgehend mit Praxisbeispielen versehen, Aussagen, die keine sicheren wissenschaftlichen Grundlagen aufweisen, werden durch die Autorin als solche gekennzeichnet ("...meiner Meinung nach..., ...ich persönlich glaube...).
Die kurz angerissene Biographie der Autorin empfinde ich als gelungenen (und sinnigen) Baustein des Buches und nicht als "Selbstdarstellung".
Das Buch ist allerdings so übersichtlich aufgebaut, dass sich bei Desinteresse entsprechende Kapitel leicht überspringen lassen.
Ich habe es in 2 Tagen durchgelesen, es lohnt sich also auch als "kleine Urlaubslektüre"
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am 17. März 2016
Die Autorin behandelt in diesem Sachbuch die Psychologie der Täter. Was geht in einem Schwerverbrecher vor? Und wie nah sind diese Eigenschaften an uns allen?

Inhalt:
Das Buch ist in 9 Kapitel gegliedert, die zwar in gewisser Weise aufeinander aufbauen, aber auch unabhängig voneinander gelesen werden können, der Inhalt bleibt dennoch verständlich.
Die Autorin führt uns in die Innenwelt echter Psychopathen, die teilweise schwere Straftaten begangen haben. Sie plädiert dabei keineswegs für Verständnis um die Täter, sondern versucht, Vorurteile gegenüber Psychologen, die sich mit denen beschäftigen, abzubauen.
Außerdem will sie vermitteln, dass die Wissenschaft in dem Bereich der forensischen Psychologie wichtige Dienste für unsere Gesellschaft leisten kann, einfach indem sie die Denkweise von Psychopathen sachlich betrachtet und eventuell Straftaten verhindert werden können. Mit der richtigen Herangehensweise können durch die Forschung bereits im Kindesalter psychopathische Eigenschaften entdeckt und möglicherweise in eine positiv Richtung gelenkt werden, so dass selbst psychopathisch veranlagte Menschen niemals zu einer Gefahr für die Allgemeinheit werden können.
Sie stellt die Eigenschaften, die Psychopathen ausmachen dar und zeigt, warum die Täter teilweise nicht anders handeln können, warum sie kaum Reue oder Schuldgefühle zeigen und wieso sie aus diesem Teufelskreis nicht alleine ausbrechen können. Außerdem macht sie deutlich, dass Therapien in Gefängnissen durchaus sinnvoll sind und auch Straftätern ein Leben nach dem Knast ermöglichen können.
Im zweiten Teil des Buches geht sie speziell auf Eigenschaften ein, die jeder Psychopath mehr oder weniger in sich vereint. Demzufolge schlummern auch in einigen ‚normalen‘ Menschen böse Eigenschaften, die sie aber nie zu einem Verbrechen verleiten würden.
Manchmal sorgen auch erst äußere Umstände dafür, dass Täter überhaupt zu Tätern werden, etwa wenn sie durch andere bedroht oder beeinflusst werden.
Sie verzichtet auch nicht darauf, uns vorzuführen, dass in jedem von uns Böses stecken kann. Dazu wählt sie aussagekräftige Gedankenexperimente, die zum Nachdenken anregen.

Warum lese ich sowas?
Sind wir nicht alle ein bisschen Böse? Genau auf diese Frage versucht die Autorin Antworten zu finden. Wir sind fasziniert von dem Bösen, wir lesen Psycho-Thriller, gucken Woche für Woche Tatort oder schauen begierig Serien wie CSI. In der Literatur ist das auch alles kein Problem, solange wir nicht selbst betroffen sind oder uns bedroht fühlen.
Nun bin ich selbst nicht die klassische Leserin von Krimis oder Thriller, aber Filme gucke ich mir auch an. Und ich möchte schon verstehen, warum jemand so etwas tut. Den Bösewicht nur Böse darzustellen, das gefällt mir in Film und Literatur auch nicht. Ich will verstehen, warum jemand in der Lage ist, Verbrechen zu begehen.
Es interessiert mich, was in jemandem vorgeht, der in der Lage ist, anderen Menschen Leid anzutun, ohne dabei mit der Wimper zu zucken. Mitleid scheint diesen Menschen fremd zu sein. Dennoch kann ich mir nicht vorstellen, dass es keinerlei Gefühlsregungen in bösen Menschen gibt. Und genau da liegt mein Interesse. Es geht in dem Buch eben nicht um Fiktion, sondern um echte Psychopathen. Die Autorin führt Interviews mit Tätern und zeigt sachlich, was jemand dabei denkt und fühlt, oder eben nicht fühlt. Dass es hier um wahre Geschichten geht, das finde ich spannender als es mir ein Roman je vor Augen führen könnte.

Meine Meinung zum Buch
Die Autorin schreibt sehr sachlich, fast wissenschaftlich. Sie versucht zwar, den Inhalt aufzulockern, aber am Ende liefert sie eher Fakten als Gefühle. In dieser Hinsicht war ich etwas enttäuscht. Das liegt aber nicht unbedingt daran, dass sie auf Gefühlsduseleien verzichtet, sondern es spiegelt einfach die Innenwelt eines Psychopathen am besten wider. Böse Menschen erleben die Gefühlswelt eher sachlich. Und das ist es, was ich hauptsächlich mitgenommen habe. Menschen, die skrupellos Verbrechen begehen, haben einfach keine Gefühle wie Mitleid, Schuld, Reue oder Nächstenliebe. Sie tun nur, was für sie selbst im Jetzt den Kick bringt.
Das erklärt auch, warum es Straftäter gibt, die nach schweren Vergewaltigungen oder gar Mord keine Reue zeigen oder sich bei den Opfern entschuldigen. Als ich das kapiert habe, tauchte unwillkürlich die Frage auf, ob es so etwas wie Gerechtigkeit wirklich geben kann? Denn wenn ein Täter seine Tat in keinster Weise bereut und eine Gefängnisstrafe als notwendiges Übel oder als „Kosten“ hinnimmt, dann kann sich das Opfer doch nicht gerecht behandelt fühlen, auch von der Justiz nicht.

Fazit
Auf dünnem Eis – der Titel passt gut zum Inhalt des Buches. Denn wir bewegen uns irgendwie alle auf dünnem Eis. Aber gerade die Psychopathen sind es, die zwar manchmal ein ganz normales Leben führen, aber unter bestimmten äußeren Umständen einfach zum Verbrecher werden können. Und man sieht das diesen Menschen nicht an, denn sie sind Nachbarn oder Freunde, Verwandte oder Bekannte. Mir war der Inhalt dennoch zu sachlich, ich hätte mir gewünscht, mehr Gefühl zu erleben, aber das Thema an sich gibt das gar nicht her, denn Psychopathen sind einfach nicht gefühlvoll, sie erleben weder Trauer noch Freude, weder Scherze noch Liebe so intensiv wie wir. Gerade deshalb wird es wohl schwer zu verstehen bleiben, warum jemand kein Mitgefühl mit einem Opfer hat, sondern ein Verbrechen einfach ausführt. Soviel habe ich gelernt. Wer Krimis schreibt, der kann sich hier sicher noch einige Anregungen holen, um ein gutes Verbrecherprofil zu erstellen.
Es werden echte Fälle geschildert, und das sehr eindringlich und nachvollziehbar.
Allerdings erwähnt die Autorin auch gerne ihre eigene Kompetenz, warum sie sich berufen sieht, mit Straftätern zusammenzuarbeiten. Das Eigenlob ist meiner Meinung nach etwas zu vordergründig, das lässt sich dezenter verpacken.

Ich habe das Buch in der Onleihe meiner Bücherei ausgeliehen und empfehle es gerne weiter.
Die Lektüre ist trotz des schweren Themas flüssig zu lesen und leicht verständlich. Es bleiben keine Fragen unbeantwortet und ich hatte trotzdem das Gefühl, das Thema wurde umfangreich behandelt.
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am 18. Februar 2014
Lydia Beneckes Buch ist gleichzeitig sehr informativ und kurzweilig. Anhand von vielen Beispielen, darunter auch vieles aus der eigenen Praxis, schildert sie anschaulich die Gedankenwelt von Psychopathen. Ohne deren Taten zu entschuldigen, erläutert sie die wissenschaftliche Forschung zur Entwicklung solcher Störungen, berichtet über die Erfolgsaussichten diese zu therapieren und nimmt Stellung zu typischen Stammtischparolen und populistischen Poliltikeräußerungen.

Sehr interessant sind die verschiedenen Unterschiede von Psychopathen, denn erstens ist nicht jeder Psychopath notwendigerweise auch kriminell und zweitens lassen sich psychopathische Eigenschaften auch in sonst „normalen“ Menschen finden. An dieser Stelle ergänzt sich Lydia Beneckes Buch ganz hervorragend mit dem von Kevin Dutton „Psychopathen: Was man von Anwälten, Heiligen und Serienmördern lernen kann“: während bei Frau Benecke vorrangig die kriminellen und höchst gefährlichen Psychopathen besprochen werden, beschäftigt sich Professor Dutton vor allem mit den juristisch unauffälligen Psychopathen und erläutert, inwiefern psychopathische Eigenschaften Menschen zu besonderem Erfolg verhelfen können (als Börsenspekulant oder in Top-Positionen als Politiker, Manager, Chirurgen, Juristen etc.).

Durch das ganze Buch hindurch merkt man Frau Beneckes Faszination für ihr Thema und interessanterweise schildert sie auch ihren Werdegang, angefangen vom Sammeln von Zeitungsberichten über Gewaltverbrechen als Jugendliche bis zu ihrer jetzigen Position. Das Buch ist in viele kurze Kapitel unterteilt, wodurch ein schnelles Lesetempo begünstigt wird – als Leser bleibt man dran und denkt sich „das Kapitel lese ich noch schnell“.

Vielen dieser Kapitel sind passende Zitate aus Filmen und Songs vorangestellt. Gelegentlich macht sie auch Anmerkungen zu populären Filmen wie „Das Schweigen der Lämmer“ oder TV-Serien wie „Dexter“ und vergleicht deren Schilderungen mit der wissenschaftlichen Realität.

Alles in allem hat mir ihr Buch sehr gefallen und es hat meine Erwartungen voll erfüllt. Gestern Abend (17.02.2014) konnte ich die Autorin bei der Lesung in einer hannoverschen Buchhandlung live erleben: sie ist sehr sympathisch und natürlich und ihr Vortrag war ebenso wie das Buch sehr informativ und trotz der diversen Grausamkeiten nicht ohne Humor.
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TOP 50 REZENSENTam 3. August 2015
Wir tauchen tief ein in die Täter- und Gedankenwelt von Psychopathen. Lydia Benecke erklärt anhand konkreter Fälle, wo die Motivationen liegen für extreme Hass- und Gewalttaten, die heute insbesondere auch (verbal) im Internet stattfinden. Mir selbst ging neulich dieses Urteil zu, in dem ich sozusagen auf das Sterbebett geschoben wurde:

"Wenn einem im fortgeschrittenen Alter und nach einem erfüllten Leben die Erkenntnis übermannt, dass man der Nachwelt unbedingt ein Vermächtnis hinterlassen muss, dann ist man hier bei Amazon genau richtig. Die unausweichliche Einsicht, dass die biologische Uhr gnadenlos ihren Tribut fordert, beflügelt so manch einen Schreiberling zu unfassbaren geistigen Höchstleistungen. Ein letztes berauschendes Erlebnis in Kenntnis der heraufziehenden Dämmerung. Das Fazit ist fast immer dasselbe: mit dem Erlöschen der eigenen (unbedeutenden) Existenz wird der Untergang der gesamten Menschheit gleichgesetzt. Ja, was soll denn nach Ihnen noch folgen, Happyx. Nur noch finstere Leere!"

Wenn einem nun gar keine Argumente mehr zufallen, dann schiebt man den anderen ins Sterbebett, eine Selbst-Gnade für jene Charaktere, deren Denken nur noch geprägt ist durch Vernichtung anderer, verbal umso stärker sprühend je weniger die wirkliche Tat aufgrund eigener Gegebenheiten in Frage kommt. Ihre Lieblingsabwertung anderer: erbärmlicher Versager, ein Bild, dem man jeden Morgen beim Zähneputzen ausgesetzt ist, während man die grauen Haare ein letztes Mal blond aufhübscht.
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Mit einigen Leuten zu diskutieren ist vergleichbar mit einem Freiluft-Schachspiel, das man mit einem Booby-Bird spielen muss. Er schiebt Figuren wahllos hin und her, wirft alle um, um dann auch noch den sonstigen Unrat zu hinterlassen. Mit stolz geschwellter Brust läuft er anschließend über das Feld im sicheren Gefühl des vernichtenden Sieges über den Gegner. Oftmals nennt man diese Spezies heute auch Klatschreporter und die eigene Bedeutung ist umso höher, je mehr man von ihnen beehrt wird.

Mein Namensvetter hat inzwischen mindestens 281 x-Versionen kreiert mit über 10.000 Postings. Danke sei ihm gesagt für die langanhaltende, ausdauernde Verehrung meiner Person, die demzufolge nicht ganz unwichtig sein kann. Trotzdem würde man sich schon einen etwas besser Schach spielenden Gegner wünschen.
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am 15. Mai 2014
Herr Schmid spricht mir aus der Seele, vor allem was die selbstherrliche Darstellung der Autorin betrifft, dazu kommt noch die andauernde unterschwellige Betonung wie besonders sie ist.

Ich bin zwar nur ein Laie auf diesem Gebiet, aber die Leichtgläubigkeit der Autorin an manchen Stellen, hinsichtlich der Wirkung der Therapie auf Gewaltverbrecher fällt sogar mir auf.
Sie erzählte von einem Vergewaltiger, mit welchem sie in ihrer Praktikumszeit in einer JVA Kontakt hatte.

Nach so vielen Jahren Gefangenschaft habe sich bei ihm die und jene Erkenntnis eingestellt usw. und er habe ja keinen Grund ihr als Praktikantin Märchen aufzutischen.
Man muss ja nicht gleich vom Schlimmsten ausgehen, aber wenn ich noch etwas im Kopf habe und so lange im Knast sitze, wegen solcher Verbrechen und nur mit einer positiven Prognose eines Psychologen aus der Sicherungsverwahrung herauskomme, dann habe ich bereits "Psychologie im Knast studiert" und eine so perfekte Legende um mich herum aufgebaut, dass sogar die Opfer denken ich wäre mittlerweile ungefährlich.
Selbst wenn es einen Hauch von Wahrscheinlichkeit gäbe, dass die psychologische Praktikantin mit meinem Gutachter sprechen würde, würde ich ihr genau das erzählen, was der Insasse ihr erzählt hat... und es ist ja soooo unwahrscheinlich, dass die Psychologen sich irgenwann über den Weg laufen.
Die Autorin schien vom Wahrheitsgehalt seiner Angaben überzeugt zu sein...
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