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Kundenrezensionen

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Ich habe lange für diese Rezension gebraucht, denn ich wusste nicht so recht, wo ich anfangen soll, also versuche ich es jetzt einfach mal:

dieses Buch ist saukomisch, erschreckend und wahr zugleich. Stellt Euch mal vor, Ihr sitzt beim Lesen da und denkt: "Ja, da hat er Recht." oder Ihr ertappt Euch beim herzhaften Lachen MIT der Hauptfigur, nicht ÜBER sie. Es ist ein unglaublich gewagtes Kunststück, was Timur Vermes hier abgeliefert hat, aber es ist ihm auch unglaublich gut gelungen.

Ja, da ist er also wieder, der Führer. Erwacht im Jahr 2011, völlig orientierungs - und planlos und noch dazu ohne Dach überm Kopf, mal ganz zu schweigen von seinen treuen Vasallen. Der Leser begleitet ihn auf dem Weg aus der Gosse hinauf zu einem Medienstar, der seinesgleichen sucht - selbstverständlich aus der Ich-Perspektive. Das erinnert im Groben an die Biografie des wahren Adolf Hitler, aber natürlich ist das Ganze auf die heutige Zeit abgestimmt. Das, was dieses Buch von anderer Hitler-Satire grundlegend unterscheidet, ist der Grad an Authentizität. Ich befasse mich jetzt schon einige Jahre mit diesem Mann und muss sagen, es ist erstaunlich, wie real Timur Vermes ihn, sein Verhalten, sein Denken und seine Sprache aufs Papier gebracht hat. Wer mal einen direkten, sachlichen Vergleich möchte, der sollte sich die Tischgespräche von Henry Picker anschauen (Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier: Entstehung, Struktur, Folgen des Nationalsozialismus), da merkt man kaum einen Unterschied! Und dann sitzt Du da und lachst mit dem Führer, empfindest sogar Sympathien für ihn, im nächsten Moment läuft es Dir wieder eiskalt den Rücken runter - dieses kongeniale Spagat zieht sich durch das ganze Buch.

Und dann ist da natürlich die Satire. So tiefschwarze, durch und durch böse Gesellschaftssatire wie sie eigentlich besser nicht sein könnte. Da bleibt kein Stein auf dem anderen. Der frisch erwachte Hitler nimmt seine Umwelt mit seiner enormen Beobachtungsgabe unter die Lupe und zerreißt sie, teils intelligent, teils aus schlichter Altmodischkeit, in ihre Einzelteile. Insbesonders die Medienlandschaft bekommt ihr Fett weg...und die NPD. Wie das Ganze ausgeht, das möchte ich nicht verraten, aber so viel sei gesagt: das schreit nach einer aktualisierten Fortsetzung!

Was bleibt also am Schluss, nachdem man das Buch zugeklappt hat? Für mich zum einen die gruselige Erkenntnis, wie leicht es einem Mann wie Adolf Hitler heute fallen würde, die Gesellschaft wieder für sich zu gewinnen und zum anderen immer noch dieses komische Gefühl, dass ich habe, weil ich ihn öfter mal sympathisch fand...
5656 Kommentare|1.301 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Wie er hierher gekommen ist, weiß er auch nicht genau. Seine Uniform riecht nach Benzin und er liegt im Geröll einer Baulücke in Berlin. Und wo eigentlich ist der Führerbunker? Der Führer braucht schließlich einen Führerbunker. Und ein Volk.
Doch Adolf Hitler begreift schnell, dass er sich im Jahr 2011 befindet und dieses Volk dringend seiner Führerschaft bedarf. Sehr dringend sogar. Und die neuartigen Technologien faszinieren ihn ganz besonders: Mobiltelefone, Internet, Privatfernsehen. Hätte es das nur damals schon gegeben. Goebbels hätte seine wahre Freude gehabt.
Und dann spielt ihm auch noch der Zufall in die Hände, als er auf die Produktionschefin einer Fernsehfirma trifft, die ihm ein Forum in einer Comedy Show gibt. Dem Publikum vergeht schnell Hören und Sehen und der Aufstieg des größten Hitler-Darstellers aller Zeiten ist unaufhaltsam. Nur ist er kein Darsteller. Er ist es selber. Und er ist so bösartig wie eh und je.

Timur Vermes begibt sich mit diesem Plot auf ziemlich dünnes Eis. Hitler und Satire - das kann gewaltig ins Auge gehen, vor allem, wenn das gesamte Buch auch noch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist. Keine relativierende Klarstellung, keine andere Sicht auf die Dinge als einzig die Sicht des Führers. Und dieser Mann ist dazu noch wortgewandt, schlagfertig und überaus gewitzt. Wenn er über unsere bundesdeutschen Politgrößen herzieht, ihr hohles Gewäsch als das tituliert, was es ist, nämlich hohles Gewäsch, wenn er über modische oder technologische Entgleisungen lästert, ja, das ist einfach grandioses Kabarett. Da sitzt jede Pointe, aber mit dem Florett gefochten! Da erkundigt sich die Krankenschwester mitfühlend bei ihm: "Ich wollte nur mal nach dem Rechten sehen", und er schnarrt: "Däm gäht's goot!". Oder er echauffiert sich wortreich darüber, dauernd mit einem gewissen "Stromberg" verwechselt zu werden. Oder wenn er die ungaren Jüngelchen in der NPD Parteizentrale vor laufender Kamera rundmacht. Das ist der Nährboden für grandiose Dialoge auf höchstem satirischen Niveau.

ÜBER Hitler darf man sicher lachen. Aber MIT Hitler? Ich hatte ein ehrlich schlechtes Gewissen, bis mir Vermes perfide Strategie klar wurde: Hitlers Demagogie unterscheidet sich letztlich nur in der Klientel von der Demagogie unserer Parteien, und Goebbels Propagandaministerium hätte mit der Tageszeitung mit den vier großen Buchstaben sicher auch einen Pakt zum gegenseitigen Nutzen geschlossen. Manche brachiale Schlagzeile der jüngeren Vergangenheit ließ Hitlers Herz bereits höher schlagen. In den fiktiven Dialogen mit Renate Künast oder Sigmar Gabriel, die am Ende den vermeintlichen Hitler-Darsteller als großes Polittalent sogar in ihre Reihen locken wollen, ist Hitler seinen Gegnern so heillos überlegen, dass es mich gegruselt hat. Seine raffinierte Argumentation, sein verführerischer Charme, der zum Angriff übergeht, sobald sich die passende Gelegenheit ergibt, seine eiskalte Strategie, ohne Mitleid und Skrupel - da spricht kein dumpfer Neonazi, sondern ein blitzgescheiter Überzeugungstäter.

Und wo wir gerade beim Sprechen sind: Christoph Maria Herbst wächst als Hitler über sich hinaus. Dem Hitlerschen Duktus hat er ja bereits im Wixxer als Alfons Hatler ein Gesicht gegeben, aber diesmal hält er die Rolle über 6 Stunden ohne Ermüdungserscheinungen durch. Wie er geifert, wie er säuselt, wie er die Massen in seinen Bann zieht, wie er die Frauen umgarnt, wie er Anekdoten aus der guten alten Zeit zelebriert und in teilweise völlig absurden Herleitungen seine Sicht der Welt erklärt, das ist unheimlich gut. Ja, das ist manchmal wirklich unheimlich.

Ohne Zweifel das beste Hörbuch des Jahres. So was muss einfach verfilmt werden. Und es gibt nur einen möglichen Darsteller: Stromberg.
2323 Kommentare|558 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Februar 2016
Das Buch habe ich aus reinem Interesse gekauft um zu schauen, wie und warum nährt sich ein Autor einer Geschichte, bei der der Führer im hier und jetzt wieder aufwacht.
Während ich die erste Hälfte des Buches noch eher als sich langsam aufbauende Handlung empfand, bei der man es sich nicht nehmen lies, ein paar witzige Passagen einzubauen (die genauer betrachtet höchst kritisch sind und einige Denkanstöße geben), so war doch der zweite Teil ein reines Feuerwerk! (Angefangen bei meiner liebsten Stelle: Hitler begegnet der heutigen NPD)

Was für eine tolle Idee, sich dem Thema auf diese Weise zu nähern. Alles was beschrieben wird ist für uns selbstverständlich völlig normal. Hitler aber zeigt uns, und da liegt für mich das eigentlich interessante, als Mensch von vor 70 Jahren die Sichtweise auf die Dinge, nicht etwa als Nazi- Oberhaupt. Mit dieser Perspektive lässt sich generell mal nachvollziehen, wie sich ein 90 jähriger fühlen muss, der heute durch die Welt wandelt, wie sie heute ist. Dass diese Person nun eben gerade Adolf Hitler ist spielt für mich eigentlich erst die entscheidende Rolle, wenn sich das Buch zum Ende hin neigt. Nämlich als Ausrufezeichen, wie, auf deutsch gesagt, jeder Depp mit Charisma seine Beliebtheit steigert und langsam Einzug in den Alltag und das Denken der Menschen erhält, ohne dass sie die Absichten bewusst wahrnehmen.

Ein wirkliches tolles Buch voller Denkanstöße! Den Kinofilm habe ich mir ganz bewusst nicht angeschaut, weil ich Angst hatte, hier werden Dinge anders, oder nicht ganzheitlich genug dargestellt, wie sie das Buch für mich vermittelt hat.
Bereuen tue ich es nicht, das Buch selbst stellt eine runde Sache dar.
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am 12. August 2015
Der Inhalt wird für gut befunden und ist bereits mehrfach durch andere rezensiert worden. Meine Kritik gilt dem Hörbuch-Download, der durch "Audible" abgewickelt wird. Man benötigt eine fragwürdige, nicht quelloffene Software, weiterhin liegen die Dateien in einem komischen Format vor.
Also bestellte ich mir stattdessen die Audio-CD. Die läuft wenigstens ohne solche Albernheiten und bietet auch noch mehr. Und das ganze vergleichsweise günstiger obgleich der Kosten für Plastik, Cover, Transport (und Umwelt...). Wozu also diesen missratene Audible-Müll?
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am 13. Dezember 2015
I read it in German and English because I wondered if and how it is possible to translate this very unique writing style. There are sentence constructions over half a page or more and word creations which made the book so (for the lack of a better word) pleasurable to read. Also, for me, it is a history book in disguise. As for the "fun" part: To really fully understand the humor in this book you have to know a lot of political facts, everything about pre ww2, ww2 as well as the latest political szene. I googled a lot throughout the book. Whenever the author referred to a person or situation, I wanted to know more about it, I had to know more about it to understand why this was supposed to be funny. Often he just throws out a remark, one sentence meant to be funny, but it is just funny if you know all details of the big players of nazi history. So I dove into it. I ended up reading so many biographies, watched YouTube and documentaries, I learned about facts hardly anybody knows anymore nowadays although they were so massively important back in the day in order to understand.history. So I read the book in parts and over a long time period, always interrupted by additional education. For me it was the only way to read that book and I feel enriched. I found another depth in my understanding of Germany's history. It's not a blunt "haha, laugh out loud" kind of book. Very, very well researched, very, very true to historical facts, written in a unique way it does surprisingly manage to make you grin. A lot.
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TOP 1000 REZENSENTam 24. September 2012
Der Führer erwacht 2011 in Berlin und wird zur Youtube-Kultfigur und zum gefragten Comedian. Selbst die Grünen bieten ihm eine zeitweilige Mitgliedschaft an, so lustig und cool ist Adolf Hitler. Sie finden das geht zu weit? Finde ich nicht. Denn dieses Buch schafft einen großartigen Balanceakt zwischen intelligentem Witz und Klamauk. Und irgendwie bildet sich beim Leser ständig eine neue Gänsehaut: Ja, was wäre denn, wenn der Führer zurückkäme? Würde er aufgrund seiner Thesen – und der 2011er Hitler im Roman weicht nicht einen Fuß von seinen hinlänglich bekannten Ansichten ab – von den Medien ignoriert? Oder würde er gehypt und vom Fernsehen gierig als Coup des Jahrhunderts entdeckt? Würde man ihn, sei es auch nur in Verkennung seiner politischen Absichten, als Showtalent feiern? Fände man diesen höflichen, direkten Onkel Wolf nicht vielleicht doch ganz nett? Was wäre wenn? Spätestens im Interview mit der Grünen Renate Künast kommt es zu Wendungen, Übereinkünften und politischen Missverständnissen, die einer Real-Satire gleichen. Haben die Grünen wirklich so viel mit der Umweltpolitik Hitlers gemein? Quatsch, oder? Oder doch nicht? Ja, der 2011er Hitler ist ein Schreckgespenst, weil er es schafft, mühelos ins kuschlige, multimedial eingelullte deutsche Wohnzimmer zu kommen. Und wie er da herumspukt und sich einrichtet! Autor Timur Vermes legt mit "Er ist wieder da" einen echten Eulenspiegel-Streich vor. Wundervoll. Es scheint, als hätte der einst für seine politisch-unkorrekten Titel berühmte Eichborn Verlag unter der Obhut des Lübbe Verlags zu alter Größe zurückgefunden. Hut ab!
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Nach einem ersten Schreckmoment und der Befürchtung, einen völligen Fehlgriff getätigt zu haben, fand ich bald großen Gefallen an dieser ungewöhnlichen Produktion. Zunächst schlich sich auch der - nicht ganz unbegründete – Gedanke: Darf man das? - bei mir an. Doch warum auch immer, waren die Zweifel schon bald weggewischt und das Lachen kam ungewöhnlich häufig und überfallartig.

Im Jahr 2011, nach 66 Jahren also, wacht der ehemalige Führer des Deutschen Reiches mitten in Berlin auf und muss sich erst einmal in der ihm fremd gewordenen Stadt orientieren. Ein Kioskbesitzer nimmt sich seiner an und vermutet einen Schauspieler hinter seiner ungewöhnlichen Erscheinung. Auch die meisten anderen Menschen, denen er begegnet, nehmen ihm natürlich nicht ab, dass er tatsächlich der ist, der er zu sein vorgibt. Auf diese umfassende und so authentisch wirkende Rollenintegrität werden auch die Medien aufmerksam und Herr Hitler landet letztendlich im Fernsehen, wo er sein Wort an das deutsche „Fernseh“-Volk richten kann. Die Massen sind begeistert......

Das ist nun wahrlich eine nicht gerade leichtverdauliche Wiederauferstehung, die wir das vorgesetzt bekommen. Natürlich sind damit ja einige überaus heikle Themen der deutschen Geschichte verbunden, die auch im Handlungsverlauf nicht ausgeklammert bleiben. Darf man sich darüber lustig machen? Diese Frage begleitete mich durch das komplette Werk und kann von mir letztgültig nicht klar beantwortet werden. Die Figur nimmt auch kaum ein Blatt vor den Mund. So wird die Geschichte zu einer Gratwanderung am sogenannten "guten Geschmack". Doch für mich kommt es bis zum Ende nicht zum befürchteten Absturz. Versöhnlich stimmt dann wiederum auch, dass die Partei der 'Nachfolger' des besagten Herrn von ihm höchstpersönlich ganz schön ihr Fett abbekommen. Und weitere reale politische Personen haben ihren Auftritt. Ob diesbezüglich Klagen eingereicht wurden?

Ein Werk zwischen Satire, Medien- und Gesellschaftskritik; eine Anregung für alle freiheitsliebende Menschen, sich an die eigene Nase zu fassen. So kommt fast etwas wie Sympathie für die Figur, die Timur Vermes zeichnet auf. Das könnte der eigentlich größte Schockmoment für viele sein.

Es handelt sich um eine bearbeitete (gekürzte?) Fassung auf 6 CDs mit fast 7 Stunden Hörvergnügen. Sprecher: Christoph Maria Herbst. Die möglichen Kürzungen sind mir nicht negativ aufgefallen.

Wie Christoph M. Herbst dass nur durchhält! Man hat tatsächlich oft den Eindruck, den Führer im Original zu hören. Und Herbst spricht ja auch sämtliche andere Rollen, mit deutlichen Unterscheidungsmerkmalen in den Stimmen. Eine ganz herausragende Leistung.

Fazit: Auf sein Art ein großartiges Werk und die Stimme von Christoph M. Herbst als absoluter Bonus. Empfehle das Werk als Hörbuchversion.
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VINE-PRODUKTTESTERam 16. November 2012
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Hitler im Hier und Jetzt?

Geht das?

Haben wir nichts dazu gelernt?

Ich wußte nicht, wie ich das Buch einordnen sollte und bin mir auch jetzt nach dem Lesen noch nicht ganz so sicher.
Ich bin mit recht hohen Erwartungen an das Buch herangegangen, denn die Kritiken anderer Leser waren sehr gut und das Buch gelobt. Schwarzen Humor lese ich sehr gern und so tauchte ich nun in die Geschichte des Herrn Hitler 2011 ein.

Es gab Stellen, da musste ich herzhaft lachen und mit dem Kopf schütteln und andere Textpassagen ließen mir fast das Blut in den Adern gefrieren, weil sie so real waren, dass sie einfach nur erschreckten und man kann nur hoffen, dass das Buch richtig verstanden wird. Die Geschichte an sich ist ja nicht neu. In ähnlicher Form (nur ohne Hitler) gab es sie schon mal in "Die Nachhut" von Hans Waal. Auch hier tauchten sie aus der Vergangenheit wieder auf und mussten feststellen, dass ihre Zeit vorbei war.

Der Autor lässt Hitler an unserer Zeit im vollem Umfang teilhaben. Nur wenige Politiker werden beim Namen genannt, aber so gut umschrieben, dass man sie sofort erkennt und schmunzeln muss. Auch die vielen Polittalkshows bekommen ihr Fett weg. Die Medien und die Menschen werden unter einem ganz neuen Blickwinkel betrachtet...die teilweise richtig böse ausfallenden Kommentare Hitlers waren für mich (auch hier wieder teilweise) grenzwertig.

Muss man das Buch lesen?
Es ist ganz klar eine Geschmackssache. Wer gut mit Satire umgehen kann für diesen Leser wird sich das Buch lohnen. Wer jedoch ein eher gespaltenes Verhältnis zur Satire und der Hauptperson hat, sollte sich nicht unnötig aufregen.

Ein etwas anderes Buch ist es allemal und ich habe mich phasenweise ganz gut amüsiert und unterhalten lassen. Bin jedoch auch bei so mancher Passage zusammengezuckt.

Entscheidet selbst....
1313 Kommentare|173 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 31. Dezember 2015
Ich bin in einem Bücherladen am Flughafen auf dieses Buch gestossen und wurde sofort angezogen davon. Nicht vom Fakt dass es sich um eine Komödie mit Adolf Hitler in der Hauptrolle handelte, von Hitler-Imitationen und Führerwitzen ist die deutsche Comedy-Landschaft ja mehr als überfüllt, da besteht kein Bedarf mehr. Vielmehr klang der Klappentext äusserst interessant, denn dieser Hitler trifft auf eine zynische, hemmungslose Internetgesellschaft und die Analysen „Hitlers“ über diese moderne Gesellschaft schienen doch vielversprechend. Das Buch hat mich auf jeden Fall nicht enttäuscht und gelesen habe ich es in kürzester Zeit, da es sehr packend war. Gelacht habe ich eigentlich nur selten, das Buch empfehle ich nicht wegen dem Humor, auch wenn dieser zweifellos vorhanden ist, sondern vielmehr wegen der schonungslosen Kritik an der heutigen Welt mit ihren erfolgs- und mediengeilen, desinteressierten und desillusionierten Menschen. Das Buch birgt einige äusserst brillante Momente, wo Timur Vermes deutschen Politiker in Verlegenheit bringen liess indem ihnen Hitler vor der Kamera die Worte aus dem Mund nahm und diese dann ihre Meinung plötzlich nicht mehr so klar vertreten wollten. Man sieht dabei, in der Politik (oder allgemein der Öffentlichkeit) kommt es nicht auf den Inhalt des gesagten an, sondern darum kein Nazi zu sein. Vor Hitler hat keiner mehr Angst, der ist zur Witzfigur geworden, aber davor ertappt zu werden in gewissen Momenten wie ein Nazi zu denken haben alle Deutschen Angst. Irgendwie bedenklich zudem wie in diesem Roman Hitler im Jahr 2011 wieder wie schon in den 30er-Jahren vom ganzen Land als nicht gefährlich eingeschätzt wird und man ihn nicht nur gewähren lässt sondern im geradezu freiwillig den Weg ebnet zur Macht.
Auf jeden Fall ein empfehlenswertes Buch, sehr unterhaltsam, anregend und bisweilen amüsant. Ich bin mal gespannt auf die Verfilmung.
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am 7. Februar 2014
Ich kann mich vielen der Kommentare, positiven wie negativen, nur bedingt anschließen. Weder empfinde ich das Buch als gute oder schlechte Satire, noch als gute oder schlechte Kritik an Parteien, Medien, Politikern und dergleichen, auch wenn es, zugegeben, Elemente davon enthält. Trotz der einen oder anderen witzigen Situation ist es nach meinem Geschmack auch nicht besonders lustig oder unlustig. Ich bin mir nicht sicher, ob das Buch überhaupt amüsieren soll. Mich hat der Verdacht beschlichen, es geht eigentlich nicht mal wirklich um Hitler.

Ich finde das Buch gut, sehr gut sogar, vor allem aber wichtig, weil es einen Umstand brilliant herausarbeitet. Da kommt aus dem Nichts ein nachweislicher Massenmörder, der keinen Hehl aus seiner Gesinnung und seinen grausamen Absichten macht, und strebt charismatisch, wortgewandt, manipulativ, wenn nötig charmant und witzig, zielgerichtet an die Macht, indem er sich den Zeitgeist und die (modernen) Medien geschickt zunutze macht. Und es lassen sich, paradoxerweise mit Ausnahme seiner extremistischen Gesinnungsgenossen, alle von ihm einnehmen. Sogar die jüdische Großmutter, die ihre gesamte Familie im KZ verloren hat. Niemand stellt sich ihm ernsthaft in den Weg. Auch heute nicht. Alle hofieren ihn. Aus Überzeugung, aus Opportunismus, aus Gewinnstreben, geblendet, aus Angst oder schlicht weil er nicht ernst genommen wird. Langsam und scheinbar unaufhaltsam steigt er auf. Das liest sich nicht wie eine Satire, schon gar nicht wie Komik. Eher wie eine Tragödie. Für mich war das schockierend.

Genialerweise bedient sich das Buch des gleichens Mittels wie sein Hauptdarsteller. Es bedient sich oberflächlich gesehen der scheinbar harmlosen Komik, hat aber ein toternstes Anliegen. Nachher fragen sich wieder alle wie das (NOCHMAL !) passieren konnte. Hätten sie mal das Buch gelesen. Es ist ein Spiegel für uns und Warnung zugleich: Lasst euch nicht blenden, hütet euch vor den Rattenfängern, auch und gerade Heute. ER IST WIEDER DA! Vielleicht noch nicht, aber er kann kommen. Jederzeit.
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