Fashion Sale Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Fußball Fan-Artikel calendarGirl Prime Photos Philips Multiroom Learn More saison Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego NYNY

Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen2.600
4,0 von 5 Sternen
Format: Audio CD|Ändern
Preis:9,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Ich habe lange für diese Rezension gebraucht, denn ich wusste nicht so recht, wo ich anfangen soll, also versuche ich es jetzt einfach mal:

dieses Buch ist saukomisch, erschreckend und wahr zugleich. Stellt Euch mal vor, Ihr sitzt beim Lesen da und denkt: "Ja, da hat er Recht." oder Ihr ertappt Euch beim herzhaften Lachen MIT der Hauptfigur, nicht ÜBER sie. Es ist ein unglaublich gewagtes Kunststück, was Timur Vermes hier abgeliefert hat, aber es ist ihm auch unglaublich gut gelungen.

Ja, da ist er also wieder, der Führer. Erwacht im Jahr 2011, völlig orientierungs - und planlos und noch dazu ohne Dach überm Kopf, mal ganz zu schweigen von seinen treuen Vasallen. Der Leser begleitet ihn auf dem Weg aus der Gosse hinauf zu einem Medienstar, der seinesgleichen sucht - selbstverständlich aus der Ich-Perspektive. Das erinnert im Groben an die Biografie des wahren Adolf Hitler, aber natürlich ist das Ganze auf die heutige Zeit abgestimmt. Das, was dieses Buch von anderer Hitler-Satire grundlegend unterscheidet, ist der Grad an Authentizität. Ich befasse mich jetzt schon einige Jahre mit diesem Mann und muss sagen, es ist erstaunlich, wie real Timur Vermes ihn, sein Verhalten, sein Denken und seine Sprache aufs Papier gebracht hat. Wer mal einen direkten, sachlichen Vergleich möchte, der sollte sich die Tischgespräche von Henry Picker anschauen (Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier: Entstehung, Struktur, Folgen des Nationalsozialismus), da merkt man kaum einen Unterschied! Und dann sitzt Du da und lachst mit dem Führer, empfindest sogar Sympathien für ihn, im nächsten Moment läuft es Dir wieder eiskalt den Rücken runter - dieses kongeniale Spagat zieht sich durch das ganze Buch.

Und dann ist da natürlich die Satire. So tiefschwarze, durch und durch böse Gesellschaftssatire wie sie eigentlich besser nicht sein könnte. Da bleibt kein Stein auf dem anderen. Der frisch erwachte Hitler nimmt seine Umwelt mit seiner enormen Beobachtungsgabe unter die Lupe und zerreißt sie, teils intelligent, teils aus schlichter Altmodischkeit, in ihre Einzelteile. Insbesonders die Medienlandschaft bekommt ihr Fett weg...und die NPD. Wie das Ganze ausgeht, das möchte ich nicht verraten, aber so viel sei gesagt: das schreit nach einer aktualisierten Fortsetzung!

Was bleibt also am Schluss, nachdem man das Buch zugeklappt hat? Für mich zum einen die gruselige Erkenntnis, wie leicht es einem Mann wie Adolf Hitler heute fallen würde, die Gesellschaft wieder für sich zu gewinnen und zum anderen immer noch dieses komische Gefühl, dass ich habe, weil ich ihn öfter mal sympathisch fand...
5656 Kommentare|1.321 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Wie er hierher gekommen ist, weiß er auch nicht genau. Seine Uniform riecht nach Benzin und er liegt im Geröll einer Baulücke in Berlin. Und wo eigentlich ist der Führerbunker? Der Führer braucht schließlich einen Führerbunker. Und ein Volk.
Doch Adolf Hitler begreift schnell, dass er sich im Jahr 2011 befindet und dieses Volk dringend seiner Führerschaft bedarf. Sehr dringend sogar. Und die neuartigen Technologien faszinieren ihn ganz besonders: Mobiltelefone, Internet, Privatfernsehen. Hätte es das nur damals schon gegeben. Goebbels hätte seine wahre Freude gehabt.
Und dann spielt ihm auch noch der Zufall in die Hände, als er auf die Produktionschefin einer Fernsehfirma trifft, die ihm ein Forum in einer Comedy Show gibt. Dem Publikum vergeht schnell Hören und Sehen und der Aufstieg des größten Hitler-Darstellers aller Zeiten ist unaufhaltsam. Nur ist er kein Darsteller. Er ist es selber. Und er ist so bösartig wie eh und je.

Timur Vermes begibt sich mit diesem Plot auf ziemlich dünnes Eis. Hitler und Satire - das kann gewaltig ins Auge gehen, vor allem, wenn das gesamte Buch auch noch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist. Keine relativierende Klarstellung, keine andere Sicht auf die Dinge als einzig die Sicht des Führers. Und dieser Mann ist dazu noch wortgewandt, schlagfertig und überaus gewitzt. Wenn er über unsere bundesdeutschen Politgrößen herzieht, ihr hohles Gewäsch als das tituliert, was es ist, nämlich hohles Gewäsch, wenn er über modische oder technologische Entgleisungen lästert, ja, das ist einfach grandioses Kabarett. Da sitzt jede Pointe, aber mit dem Florett gefochten! Da erkundigt sich die Krankenschwester mitfühlend bei ihm: "Ich wollte nur mal nach dem Rechten sehen", und er schnarrt: "Däm gäht's goot!". Oder er echauffiert sich wortreich darüber, dauernd mit einem gewissen "Stromberg" verwechselt zu werden. Oder wenn er die ungaren Jüngelchen in der NPD Parteizentrale vor laufender Kamera rundmacht. Das ist der Nährboden für grandiose Dialoge auf höchstem satirischen Niveau.

ÜBER Hitler darf man sicher lachen. Aber MIT Hitler? Ich hatte ein ehrlich schlechtes Gewissen, bis mir Vermes perfide Strategie klar wurde: Hitlers Demagogie unterscheidet sich letztlich nur in der Klientel von der Demagogie unserer Parteien, und Goebbels Propagandaministerium hätte mit der Tageszeitung mit den vier großen Buchstaben sicher auch einen Pakt zum gegenseitigen Nutzen geschlossen. Manche brachiale Schlagzeile der jüngeren Vergangenheit ließ Hitlers Herz bereits höher schlagen. In den fiktiven Dialogen mit Renate Künast oder Sigmar Gabriel, die am Ende den vermeintlichen Hitler-Darsteller als großes Polittalent sogar in ihre Reihen locken wollen, ist Hitler seinen Gegnern so heillos überlegen, dass es mich gegruselt hat. Seine raffinierte Argumentation, sein verführerischer Charme, der zum Angriff übergeht, sobald sich die passende Gelegenheit ergibt, seine eiskalte Strategie, ohne Mitleid und Skrupel - da spricht kein dumpfer Neonazi, sondern ein blitzgescheiter Überzeugungstäter.

Und wo wir gerade beim Sprechen sind: Christoph Maria Herbst wächst als Hitler über sich hinaus. Dem Hitlerschen Duktus hat er ja bereits im Wixxer als Alfons Hatler ein Gesicht gegeben, aber diesmal hält er die Rolle über 6 Stunden ohne Ermüdungserscheinungen durch. Wie er geifert, wie er säuselt, wie er die Massen in seinen Bann zieht, wie er die Frauen umgarnt, wie er Anekdoten aus der guten alten Zeit zelebriert und in teilweise völlig absurden Herleitungen seine Sicht der Welt erklärt, das ist unheimlich gut. Ja, das ist manchmal wirklich unheimlich.

Ohne Zweifel das beste Hörbuch des Jahres. So was muss einfach verfilmt werden. Und es gibt nur einen möglichen Darsteller: Stromberg.
2323 Kommentare|563 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Dezember 2015
I read it in German and English because I wondered if and how it is possible to translate this very unique writing style. There are sentence constructions over half a page or more and word creations which made the book so (for the lack of a better word) pleasurable to read. Also, for me, it is a history book in disguise. As for the "fun" part: To really fully understand the humor in this book you have to know a lot of political facts, everything about pre ww2, ww2 as well as the latest political szene. I googled a lot throughout the book. Whenever the author referred to a person or situation, I wanted to know more about it, I had to know more about it to understand why this was supposed to be funny. Often he just throws out a remark, one sentence meant to be funny, but it is just funny if you know all details of the big players of nazi history. So I dove into it. I ended up reading so many biographies, watched YouTube and documentaries, I learned about facts hardly anybody knows anymore nowadays although they were so massively important back in the day in order to understand.history. So I read the book in parts and over a long time period, always interrupted by additional education. For me it was the only way to read that book and I feel enriched. I found another depth in my understanding of Germany's history. It's not a blunt "haha, laugh out loud" kind of book. Very, very well researched, very, very true to historical facts, written in a unique way it does surprisingly manage to make you grin. A lot.
0Kommentar|11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 31. Mai 2016
Ich mag Christoph Maria Herbst, der im Wixxer so schön den Alfons Hatler gemimt hat. Daher habe ich nicht lange überlegt, als es das Hörbuch für den Sonderpreis hier gab. Wer ein wenig in der Geschichte des Dritte Reiches drin steckt, hat hier seinen Spaß. Für Leute, die nicht wissen, wer Bormann (unter vielen anderen Namen) war, ist das Hörbuch (und sicher auch das Buch) eher nichts. Ich fand es besonders interessant, wie politisch höchst unkorrekte Aussagen des Herrn H. immer wieder so ankamen, dass er immer wieder Beifall erntete und seine unheilvolle Botschaft so unter das Volk bringen konnte. So manches Mal ist mir allerdings auch das erste Lachen im Hals steckengeblieben, denn das Ganze wirkt trotz der Absurdität so realistisch, dass ich fürchte, es könnte sich genau so zutragen, wenn ein verstaubter Herr H. plötzlich die Comedy Szene aufmischt und von dort aus erst die mediale und dann die politische Landschaft erobert.
Fazit: Ein ausgesprochen kurzweiliges Hörbuch, das von der einzigartigen Vortragsart lebt. Ideal für Auto oder Bus und Bahn. Leider sind die Kapitel nicht mit Titeln versehen, sondern nur durchnumeriert, was das Wiederfinden einzelner Passagen erschwert. Trotzdem 5 Sterne!
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. September 2013
Anfangs möchte ich ausdrücklich erwähnen, dass ich hier das Hörbuch rezensiere. Das Buch selbst habe ich nicht gelesen.

Eigentlich lese ich lieber Bücher, als dass ich mir Hörbücher anhöre. Daher ist dieses Hörbuch auch mein erstes Hörbuch, was ich mir gekauft und angehört habe. Grund hierfür war ganz klar der Sprecher des Buches, Christoph Maria Herbst, auch besser bekannt aus der Serie "Stromberg". Ohne diesen Sprecher wäre das Hörbuch wahrscheinlich langweilig und einfach nur vorgelesen. So wirkt allein schon die Satire, dass Christoph Maria Herbst in einer "Hitler"-Stimme spricht. Da ich jeden Tag bis zu 1 Std mit dem Auto zur Arbeit unterwegs bin und nach der Arbeit wieder bis zu 1 Std zurück, hatte ich die Zeit, dieses Buch zu hören.

Natürlich kann man nun streiten, ob man überhaupt über ein solches Thema Witze bzw. eine Satire machen darf. Ich bin der Meinung: Ja, man darf. Es ist eine Satire, wenn auch über eine der grausamsten Personen des letzten Jahrhunderts, die aber am Schluss zum Nachdenken anregt. Zumindest war dies bei mir der Fall. Es ist kein reines "herunterreißen" von bloßen Witzen über die Vergangenheit. Schon allein der Dialog, welcher im Hörbuch zu hören und im Cover der CDs zu lesen ist, zeigt, dass die Vergangenheit nicht lächerlich oder über diese Witze gerissen werden: Hitler fragt auf die Frage des Zeitungskrämer, ob er ihm den Zeitungsladen ausräumen will: "Sehe ich aus wie ein Verbrecher?" und der Zeitungskrämer antwortete: "Nein, sie sehen aus wie Adolf Hitler." Es werden keine Witze über Juden gemacht, denn "das Thema ist nicht witzig"...Wer das Buch oder Hörbuch bereits kennt, wird diese Anspielung verstehen.

Insgesamt hat mir das Hörbuch sehr gut gefallen und unterhalten, was die Autofahrt zur Arbeit und wieder nach Hause sehr kurzweilig gestaltete. Es ist eine Satire, welche mich am Ende zum Nachdenken anregte, ob sich eine solche Person in unserer heutigen Gesellschaft wieder etablieren könnte. Es ist definitiv nichts für Personen, welche bloße oder platte Witze über bestimmte Themen oder Personengruppen erwarten. Auch ist es nichts für Personen, welche mit Satire über ein ernstes Thema nicht umgehen können.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Ich habe mir dieses Buch als Audible Hörbuch zu Gemüte geführt, sehr schön vorgetragen von Christoph Maria Stromberg" Herbst, der nach Millionär erneut zeigt, dass er ein One Man Hörspiel ist. Neben dem typischen Hitlerslang spricht er auch die anderen Figuren mit Dialekt und verstellter Stimme, eine wahre Freude! Eine wichtige Info ist natürlich, dass das Hörbuch gekürzt ist, daher bezieht sich diese Rezension explizit auf das Hörbuch. Wie stark die Kürzungen ausgefallen sind, vermag ich leider nicht zu beurteilen, weil ich das Buch noch nicht gelesen habe.

Es wird ab und an zwischen den Kapiteln Musik eingespielt, allerdings nur kurz und auch recht dezent. Da das viele Freunde des Hörbuchs nicht mögen, erwähne ich es hier einmal. Hintergrundgeräusche gibt es nicht. Insgesamt ein sehr gelungenes Hörbuch!

Kommen wir zur Geschichte:

Wer ist in letzter Zeit in literarischer Form nicht alles zurückgekehrt: Mozart, der Heiland persönlich und nun auch noch der alte Nazifürst Hitler.

Es beginnt, wie fast alle Geschichten dieses Genres: Desorientiert erwacht Adolf auf einer Wiese und weiß nicht die Bohne, was geschehen ist. So wundert er sich erstmal über respektlose Hitlerjugend und die erstaunlich schnelle Entwicklung des Automobils, während er sich auf die Suche nach dem Führerhauptquartier macht. Anders als Mozart in Herr Mozart wacht auf, begreift Hitler aber erstaunlich schnell, was passiert ist und findet sich auch sehr schnell in der modernen Welt zurecht.

Als er dann auch noch recht zügig von den Medien entdeckt wird, die ihn für einen besonders talentierten Imitator halten, der, ähnlich wie Atze Schröder oder mit Abstrichen auch Helge Schneider, immer in seinem Character bleibt, nimmt das Unheil seinen Lauf. Der einstige Führer weiß immer noch, wie man die tumben Massen in seinen Bann ziehen und Anhänger um sich scharen kann. Die durch die dumpfen Medien desinformierte und verstrahlte Masse ist erneut ein leichtes Opfer.

Dem Autor gelingt hier ein bemerkenswerter, wenn auch nicht mehr taufrischer Kniff, indem er Hitlers Gedanken niemals kommentiert oder offensichtlich lächerlich macht. Er lässt der Leser mit Hitler und seiner Gedankenwelt allein und stellt ihn auch nicht als böses Monstrum dar, das man einfach hassen muss. So hat sein Onkel Wolf durchaus Charme und Witz, ohne zur Witzfigur zu werden.

Zudem nimmt Hitler auch noch sehr treffend die grade herrschenden Verhältnisse, die Medien und die Politik auseinander, so das man ihm oft im Geiste zustimmen möchte, nur um sich dann gleich wieder schuldig zu fühlen, weil ja hier einer der größten Schurken der jüngeren Geschichte spricht.

Am Ende zweifelt man erschrocken nicht mehr daran, dass es ein charismatischer Psychopath wie Hitler auch in dieser Zeit vermutlich wieder schaffen würde, die Macht zu ergreifen. Das Ende des Buches bleibt offen, und ich vermute aufgrund des immensen Erfolges, stark eine Fortsetzung.

In anderen Rezensionen las ich, dass der hier beschriebene Hitler nicht authentisch wäre, weil der reale Hitler ein humor- und kompromissloser Massenmörder gewesen ist. Das mag wohl sein, ich kann mir aber kaum vorstellen, dass Hitler so eindimensional gewesen sein soll, um Leute zu manipulieren und zu überzeugen braucht es auch ein wenig Charme, daher finde ich persönlich die Figur, wie sie der Autor beschreibt recht nachvollziehbar, zumindest soweit, dass sie in einer Satire funktioniert.

Ich habe von dem Buch etwas anderes erwartet, nämlich Blödelhumor alá Tommy Jaud. Wer hier meint, man lacht über einen schusseligen Hitler, der naiv durch unsere Zeit stolpert und in diverse Fettnäpfchen tritt, liegt vollkommen falsch. Hitler ist immer noch abgrundtief böse, manipulativ, intelligent und gefährlich. Lustig ist alleine seine oft sehr treffende Analyse unserer verdrehten Gesellschaft und der Medien. Ein seltsames Buch, eher erschreckend als witzig.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Oktober 2014
4-5 mal schon angehört, lach mich aber immer wieder schlapp über "Blitzreinigung Jilmatz! :-)
Genial gesprochen, super Tonqualität und ein sehr hörenswertes Hörbuch.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Juni 2016
Ich muss zugeben, ich war am Anfang skeptisch, ist das wirklich so gut wie alle sagen? Nein, es ist grandios. Der Führer spricht die Sachen an, die bei uns falsch laufen, unsere erbärmliche Demokratie, verweichlichte deutsche Bevölkerung, Politiker die arrogant und überheblich den Blick fürs Volk verloren haben, private TV Sender die nur nach der Einschalqoute gieren usw. Im Prinzip alles so wie in der guten alten Weimarer Republik, das ist der fruchtbare Boden auf dem eine scharfsinnige u. redegewandte Natur wie der Führer nur gedeihen kann. Und das ist wirklich etwas das einem Angst macht , hat man ja im Augenblick den Eindruck, als ob die jetzige Regierung mit ihrer Politik alles tut, um genau für solche Leute den Weg zu ebnen. Tja, und dann werden wir wieder sagen, wie konnte das nur passieren....
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. Oktober 2014
Ich entschuldige mich vorab beim Autor, der sicher keine negative Rezension verdient hat. Dennoch hinterlässt dieses Buch bei mir einen schalen Beigeschmack. Hitler - auf einmal ein netter Kerl auf dem Weg zum Erfolg? Das angekündigte Lachen, das mir im Halse stecken bleiben sollte, stellte sich bei mir eigentlich gar nicht ein.
Die Grundidee, Hitler in unserer Zeit wieder auferstehen zu lassen, fand ich zunächst genial witzig. Das musste doch ein Superbuch sein!? Aber ich war leider eher etwas enttäuscht. Von der Idee her sicher nicht schlecht, Aufmachung, Titelbild (genial!) richtig gut, aber die Geschichte zündet für mich einfach nicht. Haufenweise Klischees machen aus der Hauptfigur eher eine Karikatur.
Am Ende hatte ich gar das Gefühl, dass man geneigt ist, Hitler zu verharmlosen, nach dem Motto: So schlecht war der Kerl doch auch nicht. Da habe ich persönlich eher einen Knoten im Bauch. Vielleicht bin ich einfach zu empfindlich?
0Kommentar|10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Nach einem ersten Schreckmoment und der Befürchtung, einen völligen Fehlgriff getätigt zu haben, fand ich bald großen Gefallen an dieser ungewöhnlichen Produktion. Zunächst schlich sich auch der - nicht ganz unbegründete – Gedanke: Darf man das? - bei mir an. Doch warum auch immer, waren die Zweifel schon bald weggewischt und das Lachen kam ungewöhnlich häufig und überfallartig.

Im Jahr 2011, nach 66 Jahren also, wacht der ehemalige Führer des Deutschen Reiches mitten in Berlin auf und muss sich erst einmal in der ihm fremd gewordenen Stadt orientieren. Ein Kioskbesitzer nimmt sich seiner an und vermutet einen Schauspieler hinter seiner ungewöhnlichen Erscheinung. Auch die meisten anderen Menschen, denen er begegnet, nehmen ihm natürlich nicht ab, dass er tatsächlich der ist, der er zu sein vorgibt. Auf diese umfassende und so authentisch wirkende Rollenintegrität werden auch die Medien aufmerksam und Herr Hitler landet letztendlich im Fernsehen, wo er sein Wort an das deutsche „Fernseh“-Volk richten kann. Die Massen sind begeistert......

Das ist nun wahrlich eine nicht gerade leichtverdauliche Wiederauferstehung, die wir das vorgesetzt bekommen. Natürlich sind damit ja einige überaus heikle Themen der deutschen Geschichte verbunden, die auch im Handlungsverlauf nicht ausgeklammert bleiben. Darf man sich darüber lustig machen? Diese Frage begleitete mich durch das komplette Werk und kann von mir letztgültig nicht klar beantwortet werden. Die Figur nimmt auch kaum ein Blatt vor den Mund. So wird die Geschichte zu einer Gratwanderung am sogenannten "guten Geschmack". Doch für mich kommt es bis zum Ende nicht zum befürchteten Absturz. Versöhnlich stimmt dann wiederum auch, dass die Partei der 'Nachfolger' des besagten Herrn von ihm höchstpersönlich ganz schön ihr Fett abbekommen. Und weitere reale politische Personen haben ihren Auftritt. Ob diesbezüglich Klagen eingereicht wurden?

Ein Werk zwischen Satire, Medien- und Gesellschaftskritik; eine Anregung für alle freiheitsliebende Menschen, sich an die eigene Nase zu fassen. So kommt fast etwas wie Sympathie für die Figur, die Timur Vermes zeichnet auf. Das könnte der eigentlich größte Schockmoment für viele sein.

Es handelt sich um eine bearbeitete (gekürzte?) Fassung auf 6 CDs mit fast 7 Stunden Hörvergnügen. Sprecher: Christoph Maria Herbst. Die möglichen Kürzungen sind mir nicht negativ aufgefallen.

Wie Christoph M. Herbst dass nur durchhält! Man hat tatsächlich oft den Eindruck, den Führer im Original zu hören. Und Herbst spricht ja auch sämtliche andere Rollen, mit deutlichen Unterscheidungsmerkmalen in den Stimmen. Eine ganz herausragende Leistung.

Fazit: Auf sein Art ein großartiges Werk und die Stimme von Christoph M. Herbst als absoluter Bonus. Empfehle das Werk als Hörbuchversion.
0Kommentar|5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden