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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der erste Pauschal Tourist und streitbarer Charakter
Der erste Reisführer, erschienen lange bevor die Standardwerke der Touristik und Massenpauschaltouristen die Gestade fremder Weltmeere eroberten. DIE WUNDERSAMEN IRRFAHRTEN DES WILLIAM LITHGOW herausgegeben von Roger Willemsen entführt uns in die galle-bitteren Ansichten eines Schneiders, welcher zu Recht als der erste Pauschaltourist der Welt gelten darf...
Veröffentlicht am 8. November 2009 von Thorsten Wiedau

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Da stimmt doch was nicht
oder: Früher war mehr Unsterblichkeit ...
Vorweg: Meine Bewertung hat die Tendenz zu vier Sternen.

Anfangs war ich ähnlich begeistert wie die vorhergehenden Rezensenten, und ich halte das Buch schon auch noch für eine Art "Entdeckung". Ich amüsiere mich immer wieder und begeistere mich insbesondere für die Passagen, in denen es um...
Vor 15 Monaten von THP veröffentlicht


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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der erste Pauschal Tourist und streitbarer Charakter, 8. November 2009
Von 
Thorsten Wiedau (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Der erste Reisführer, erschienen lange bevor die Standardwerke der Touristik und Massenpauschaltouristen die Gestade fremder Weltmeere eroberten. DIE WUNDERSAMEN IRRFAHRTEN DES WILLIAM LITHGOW herausgegeben von Roger Willemsen entführt uns in die galle-bitteren Ansichten eines Schneiders, welcher zu Recht als der erste Pauschaltourist der Welt gelten darf. Anscheinend war das Werk bislang in Deutschland unbekannt und nicht in unsere Sprache übersetzt, daher erscheint es hier erstmals im Mare Buchverlag. Als Pauschal Urlauber verteilte der Schneider William Lithgow auch gerne Pauschalurteile, diese dürften gerade heute dem ironisch gesinnten und durchaus auch noch heute überkritischem Pauschal - Touristen gefallen.

Eines vorab gleich vorweg, der Protagonist WILLIAM LITHGOW ist ein ganz übler Zeitgenosse gewesen, voller Vorurteile, böser Vorahnungen und ein Rassist war er bestimmt auch - dennoch ist sein Reisebereicht eine Quelle der Freude, denn es ist wohl der erste Reisebericht eines ganz normalen Touristen in Europa und das vor dem 30jährigen Kriegs,

Die Italiener allesamt verkommen, die Griechen Sodomiter und über die Araber und Jesuiten wollen wir erst gar kein Wort verlieren. WILLIAM LITHGOW hat wohl das loseste Mundwerk aller Zeiten gehabt, bitterböse Kommentare zu Madonnen, religiöser Verehrung und politischen Ansichten. Sprüche und bissige Bemerkungen auf jeder Seite und einen Schlag ins Genick für jedermann.

Gegen alle Kritiker hat er ebenfalls geschossen, mögen sie allesamt tot umfallen und in nicht länger behelligen. WILLIAM LITHGOW der erste Kritiker wie er im Buche stand, keine Freunde, keine Feinde und ein böses Wort für und gegen alles.

Wer allerdings einmal einen wirklich ungewöhnlichen Reisebericht lesen möchte und zudem ein paar sehr gelungene Illustrationen von PAPAN dazu sehen möchte, der wird mit DIE WUNDERSAMEN IRRFAHRTEN DES WILLIAM LITHGOW herausgegeben von Roger Willemsen vollauf begeistert sein.

Empfehlenswert!
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Schneidergeselle mit abgeschnittenen Ohren, 25. November 2009
William Lithgow war schottischer Schneiderjunge, Weltreisender und Reiseschriftsteller. Er soll angeblich 58.000 Kilometer zu Fuß zurückgelegt haben. Als er im Jahr 1603 als 21Jähriger unter einem Fenster seine Liebste besang wie einst Romeo seine Julia, schnitten ihm die Brüder der Angebeteten beide Ohren ab. William beschließt daraufhin, in den Orient aufzubrechen, um den Verlust der Ohren unter einem Turban verstecken zu können. Seine Wanderungen führten ihn quer durch Europa, Arabien, Ägypten und Abessinien. Sein Reisetagebuch ist in England erstmals im Jahr 1632 erschienen, wurde dann verschiedentlich neu aufgelegt und erscheint nun zum ersten Mal in deutscher Sprache. Als Herausgeber dieses eigensinnigen und kuriosen Reiseberichts konnte Roger Willemsen gewonnen werden, der ein sehr informatives und kurzweiliges Geleitwort verfasste, das auch ein Portrait des William Lithgows beinhaltet.

William Lithgow besaß zweifelsohne eine scharfe Beobachtungsgabe, neigte aber gerne zu Pauschalurteilen und leicht galliger Misanthropie, was aber wiederum die unfreiwillige Komik dieses Buches ausmacht. Zur damaligen Zeit war das Reisen natürlich strapaziös und entbehrungsreich und William Lithgow musste so manche Demütigungen und Gewalttätigkeiten bis hin zur Folter der spanischen Inquisition ertragen. Doch war er ein Stehaufmännchen, trotzte allen Widrigkeiten und kehrte von seinen drei Reisen stets lebendig, wenn auch lädiert zurück. Lithgow nimmt kein Blatt vor dem Mund und seine kultiviert gepflegten Vorurteile, bösen Vorahnungen, drakonischen und polemischen Ansichten sind manchmal penetrant, aber eben auch erfrischend gewitzt und makaber. Er ist ein Querulant und ewiger Besserwisser, doch auch dankbare, versöhnende und lobende Worte finden sich an mancher Stelle. Natürlich nicht zu viel, denn Hohn und Häme kehrten stets zurück, egal ob Katholiken oder Türken, Italiener oder Griechen, ihr Fett bekommen sie alle ab. Die wundersamen Irrfahrten des negativen Odysseus" sind eine erheiternde und ungewöhnliche Leseerfahrung und vermitteln ein Bild der Welt des 17. Jahrhunderts, die ein schrulliger Schotte bereist, lamentierend und doch interessiert.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das nenne ich ein echtes Fundstück, 25. November 2009
Ich habe dieses Buch eher zufällig, beim Rumstöbern gefunden und fand es gleich seltsam interessant. Und das ist es auch und überdies auch noch wahnsinnig unterhaltsam und witzig, weil absolut nicht p.c. Dieses Buch ist in jeder Hinsicht unglaublich: ziemlich genau 400 Jahre, nachdem der schottische Schneider William Lithgow in die Welt hinausgezogen ist, erscheinen seine Reiseerzählungen zum ersten Mal auf Deutsch. Man fragt sich, warum vorher noch keiner auf die Idee gekommen ist, das Buch herauszubringen, denn Lithgows Berichte heben sich wirklich ab vom Gros der Reiseliteratur ' er ist der Inbegriff der politischen Inkorrektheit' Er flucht, statt zu preisen, das ist ein großer Spaß, genau wie die dazu passenden Illustrationen von Papan. Roger Willemsen hat ein schönes Vor- und Nachwort geschrieben' eine runde Sache, dieses Buch, und ein ideales Weihnachtsgeschenk!!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Da stimmt doch was nicht, 22. Mai 2013
Von 
THP (Augsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
oder: Früher war mehr Unsterblichkeit ...
Vorweg: Meine Bewertung hat die Tendenz zu vier Sternen.

Anfangs war ich ähnlich begeistert wie die vorhergehenden Rezensenten, und ich halte das Buch schon auch noch für eine Art "Entdeckung". Ich amüsiere mich immer wieder und begeistere mich insbesondere für die Passagen, in denen es um religiöse Ausrichtungen, den Umgang mit sog. heiligen Stätten, um religionsgeschichtliche Details geht. Herrlich die straffe Beschreibung von Mohammeds Werdegang (TB-Ausgabe ab S. 93). Das ist meine Lieblingsstelle. Wenn das mal kein Potenzial hat, Extremisten auf den Plan zu rufen ... Besser als jede dänische Karikatur. So gesehen: Geheimtipp.

Dennoch kommen beim Lesen mehr und mehr Zweifel hoch bzgl. der Authentizität.
Vielleicht bin ich auch zu doof, um zu begreifen, dass ich hier eine waschechte Parodie auf Weltenbummlertum und Reisebeschreibungen in den Händen halte. Ganz offen: Ich hatte ernsthaft die Überlegung, ob das allen anderen Lesern vielleicht klar ist, sie sich lustig an dem Lithgow-Mythos beteiligen, nur ich versuche krampfhaft zu begreifen, wie ich den Text einzuordnen habe - Schelmenstück oder nicht? Bin ich Opfer eine unfassbaren Verschwörung und in Wahrheit ist womöglich Roger Willemsen Lithgow?? Und was macht eigentlich Salman Rushdie zurzeit?
So wirklich befriedigend und überzeugend fand ich die Ergebnisse meiner Internetrecherche über die Person Lithgow und die Rezeption seines Textes nicht.

"Der abenteuerliche Simplicissimus" ist eine andere Baustelle, aber manchmal fühlte ich mich daran erinnert, wie dieser durch den 30jährigen Krieg stolpert.

Möglicherweise liegt es an der so sehr modernen Übersetzung, dass ich die Jetztzeit-Sprache und die geschilderten Erlebnisse mit der angeblichen Datierung nicht zusammenbringe. Leider habe ich bislang vergessen mir hierfür beispielhafte Stellen und m.E. Übersetzungsfehler zu markieren (ohne dass ich das englische Original für einen Abgleich vorliegen hätte, kommt mir manche Begriffswahl unpassend vor). Vielleicht ergänze ich sie zu einem späteren Zeitpunkt. Ach, was, lesen Sie selbst. Sie werden merken, was ich meine.

Zudem ist dieser Lithgow offensichtlich eine Katze mit mehr als sieben Leben. Mir kommen die Begebenheiten derart unglaubwürdig vor, ich traue den Energielevel nicht einmal einem Jahrhundert-Ausnahmetalent in Sachen Hyperaktivität zu. Alle zwei, drei Seiten entrinnt er nur knapp dem Tode, wird komplett ausgeraubt, gefoltert, bedroht, massiv körperverletzt ...
Ein einziges Erlebnis dieser Art, und ein Großteil der Menschenkinder wäre mit einer postraumatischen Belastungsstörung ausgestattet, die für Monate, wenn nicht Jahre reichen dürfte.
Wäre ich Buchhalter, ich würde mich daran machen, die angegeben Reiseetappen, Verweildauern und Stationen aufzurechnen und in Raum-, Zeit- und Broteinheiten zu kalkulieren, ob das alles wenigstens ansatzweise so gewesen sein könnte - bei aller Bereitschaft ein paar Hühneraugen zuzudrücken und dem Spiel der Phantasie auch eine Mehrraumwohnung zu überlassen.

Das Buch lässt mich etwas ratlos zurück. Das würde Lithgow sicher gefallen.

Illustrationen finde ich in der Taschenbuchausgabe übrigens keine.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Danke Mare!, 11. Februar 2010
Von 
Wundervoll diese drei Reiseberichte! Witzige, wunderbar subjektive Ansichten einer Zeit, die uns so fern und manchmal wiederum so nah erscheint. Am Vorabend des 30jährigen Krieges wandert ein protestantischer Schotte einfach mal quer durch Europa, den nahen Osten und Nordafrika. Unglaublich !?
Mein Dank gilt dem Mare-Verlag für die Übersetzung dieses Schatzes der Reiseliteratur und für den schönen Einband, den wunderbaren mehrfarbigen Schriftsatz und die Erläuterungen im Anhang.
Für die absolut unpassenden Illustrationen, die den Gesamteindruck dann doch etwas trüben, gibt es einen Stern Abzug!
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5.0 von 5 Sternen Vielen Dank, Roger Willemsen!, 12. April 2012
Was mich kolossal beeindruckt hat, ist das Durchhaltevermögen diese Schotten, der allen Widrigkeiten zum trotz, unbeirrt seinem Ziel folgte, die Welt zu erkunden. Dabei erfahren wir nicht viel persönliches, was ihn bewegt oder beeindruckt hat. Lithgow beschreibt sachlich, ja stoisch, die teilweise verkommene Welt die ihm entgegenschlägt. Um so mehr war ich überwältigt von dem grausamen Ende seiner dritten Reise! Ein sehr bewegendes Buch, das uns die Welt im 17. Jahrhundert sowie die Marter der Inquisition veranschaulicht, wie vermutlich kein anderes.
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Die wundersamen Irrfahrten des William Lithgow
Die wundersamen Irrfahrten des William Lithgow von William Lithgow (Audio CD - 28. November 2009)
Gebraucht & neu ab: EUR 1,71
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