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21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gutes und spannendes Buch mit tollen Figuren
Mit „Herrin der Lüge“ begibt sich Kai Meyer nach „Das Buch von Eden“ wieder auf das Terrain des historischen Romans mit einigen phantastischen Beigaben.

Erzählt wird die Geschichte von Saga und Faun, zwei Gauklerzwilligen, und dem „Kreuzzug der Jungfrauen“. Sagas Gabe, die beste Lügnerin der Welt zu sein, wird...
Veröffentlicht am 31. Dezember 2006 von M. Pick

versus
8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kaugummigedehnt
Kai Meyer schreibt über historische Ereignisse und zum Glück tut er das nicht staubtrocken.

Mit 'Herrin der Lüge' ist es dem Vielbuchschreiber abermals gelungen, einen guten historischen Roman zu schreiben.

Prologmeister Kai Meyer beginnt das Buch mit einer düsteren Stimmung in der Stadt Konstantinopel, die gerade überfallen...
Veröffentlicht am 29. Januar 2007 von Annika


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21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gutes und spannendes Buch mit tollen Figuren, 31. Dezember 2006
Von 
M. Pick (Aachen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Herrin der Lüge (Gebundene Ausgabe)
Mit „Herrin der Lüge“ begibt sich Kai Meyer nach „Das Buch von Eden“ wieder auf das Terrain des historischen Romans mit einigen phantastischen Beigaben.

Erzählt wird die Geschichte von Saga und Faun, zwei Gauklerzwilligen, und dem „Kreuzzug der Jungfrauen“. Sagas Gabe, die beste Lügnerin der Welt zu sein, wird ihr zum Verhängnis: Sie wird gezwungen, einen Kreuzzug der Jungfrauen ins heilige Land zu führen. Als „Motivation“ wird ihr Bruder eingekerkert, so dass sich Saga in die Rolle fügt. Nachdem Faun sich befreien konnte, reist er Saga nach und trifft dabei die geheimnisvolle Tiessa.

Aus diesem, zugegeben gnadenlos verkürzten, Handlungsaufbau entstehen dann auch eine der größten Stärken und die gewichtigste Schwäche des Buchs. Der gesamte Hauptteil des Romans erzählt von den Reisen der unterschiedlichen Gruppen, vor allem von Saga und Faun und ihren Begleitern. Reiseerzählungen sind häufig unglaublich langatmig zu lesen und ein Roman, der darauf aufbaut ist mutig. Kai Meyer erweist sich jedoch als exzellenter Erzähler. Die Beobachtungen am Wegesrand sind spannend und handeln oftmals von den Menschen und den Anforderungen des Lebens. Es findet kein Abhaken von Stationen und zurückgelegter Strecke statt, stattdessen konzentriert sich die Erzählung auf die Abschnitte, an denen etwas geschieht. Mal in Form von temporeichen Abenteuern, mal in Form von Charakterbildung. Dabei gelingt es Meyer, eine Gefahr zu umgehen: Faun folgt Saga und gelangt daher häufig an die gleichen Orte wie zuvor seine Schwester. Dabei hat man jedoch nie das Gefühl, dass sich die Geschichte wiederholt. Klasse.

Und genau das führt zu einer Schwäche des Romans. Die Erlebnisse der Figuren sind so abwechlungsreich und spannend, dass über lange Abschnitte nur von einer Gruppe der Reisenden erzählt wird. Das geschieht zum Teil über so lange Passagen, dass sich im Hauptteil des Romans immer mal wieder das Gefühl einstellt, zwei von einander unabhängige Geschichten zu lesen. Zum Ende des Buches werden die verschiedenen Handlungsstränge dann aber recht kunstvoll zusammen geführt, so dass sich ein rundes Bild ergibt.

Besonders gelungen sind hingegen die meisten handelnden Figuren. Alle wichtigen Protagonisten sind sehr sorgfältig charakterisiert. Sie sind niemals nur gut oder nur böse, sondern immer ambivalent angelegt, oft hin und her gerissen zwischen widerstreitenden Gefühlen. Sie können oftmals nicht frei über ihre Handlungen entscheiden, sind zwischen Zwängen und Wünschen aufgerieben und müssen sich dennoch entscheiden. Das führt zum einen dazu, dass die meisten Handlungen der Figuren gut nachvollziehbar sind, zum anderen sorgt diese sorgfältige Figurenzeichnung dafür, dass der Leser das Gefühl hat, über „echte“ Menschen zu lesen, nicht über schablonenhafte Abziehbilder.

Allerdings gibt es auch Ausnahmen. Zu Beginn des Buches werden das Mädchen Maria und der Bethanier sorgsam eingeführt, auf durchaus beeindruckende und vielversrechende Weise. Im weiteren Verlauf gelangt man als Leser zunehmend mehr zu dem Eindruck, dass die beiden für die Geschichte gar nicht mehr wichtig sind. Viele, viele Seiten lang, werden die beiden gar nicht mehr erwähnt. Nur um dann in kurzen Passagen als eher lästiges Beiwerk erwähnt zu werden – und am Ende auf unwürdige Weise aus dem Roman auszuscheiden. Da wäre es besser gewesen, auf die beiden Figuren ganz zu verzichten.

Als sehr gut muss auch die Konstruktion des Romans rund um den „Kreuzzug der Jungfrauen“ bezeichnet werden. Kai Meyer versteht es, diesen Kreuzzug sehr facettenreich zu gestalten. Jede der beteiligten Parteien hat sehr individuelle und oftmals sehr eigensinnige Gründe und Motivationen, sich an dem Unternehmen zu beteiligen. Diese werden dem Leser erst nach und nach offenbart und erst am Ende des Buches liegt das ganze Geflecht der Interessen offen. Sehr gut gelöst, denn erstens erscheint auf diese Weise auch ein fiktiver Kreuzzug wie der „Kreuzzug der Jungfrauen“ sehr wohl möglich, zum anderen erhöht dieses Vorgehen die Spannung beim Lesen.

Insgesamt kann man also sagen, dass „Herrin der Lüge“ ein rundum gutes Buch ist, wenn auch nicht das beste von Kai Meyer. Eine klare Empfehlung ist es dennoch wert!
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4.0 von 5 Sternen Figuren top, Handlung mittelmäßig, 13. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Herrin der Lüge: gekürzte Romanfassung (Audio CD)
Frühjahr 1210: Das ganze Land ist schwer verwundet vom Bürgerkrieg, der Feldzug der Kreuzfahrer gegen Konstantinopel noch allem im Gedächtnis. Die Gauklerin Saga zieht mit ihrer Familie von Burg zu Burg und ist der Star der Truppe, denn sie hat ein besonderes Talent: Sie ist die beste Lügnerin der Welt, mithilfe des Lügengeistes kann sie jeden belügen, der belogen werden will. Diese Fähigkeit will sich Gräfin Violante von Lerch zunutze machen und setzt ihren Zwillingsbruder Faun gefangen. Wenn er nicht sterben soll, muss Saga Violante begleiten und als "Magdalena" zum Jungfrauen-Kreuzzug aufrufen. Während sie Richtung Süden mit einem gewaltigen Tross junger Kreuzfahrerinnen reisen, schafft Faun es zu entkommen und versucht nun seine Schwester einzuholen. Unterwegs trifft er Tiessa, fortan reisen sie gemeinsam. Er muss jedoch bald feststellen, dass die junge Frau so einiges verheimlicht. Die Geschwister ahnen nicht, dass sie einer gewaltigen Intrige auf die Spur gekommen sind, dessen Aufdeckung die ganze Christenheit erschüttern könnte ...

Die Erzählung begleitet neben Faun und Saga zeitweilig auch noch ein kleines tapfere Mädchen, welches den unheimlichen Bethanier ausgeliefert ist und Gruseliges durchstehen hat. Doch im Mittelpunkt befinden sich die Zwillinge. Faun merkt schnell, dass Tiessa verfolgt wird und so eilen sie nicht nur den Heerzug hinterher, sondern sind gleichzeitig auch noch auf der Flucht vor Tiessas Häschern. Währenddessen begegnet Saga unterwegs vielen Menschen, welche sie fortan auf ihrer Reise begleitet: Söldnerführer Zinder, welcher das Herz am rechten Fleck hat. Die unglücklich verheiratete Jorinde von Rialt. Karmesin, eine Römerin mit vielen Fähigkeiten und Geheimnissen. Sie alle und 5.000 Kreuzfahrerinnen nehmen die beschwerlichen Weg ins Heilige Land auf sich, auch wenn der Kreis um Violante über ihr wahres Ziel im Bilde ist: Violantes verschollener Mann Gahmuret. Doch was sie am Ende der Reise erwartet, hat keine vorhergesehen ...

Wer hier wegen den Namen Kai Meyer einen fantastischen Roman vermutet, liegt falsch: In dieser abenteuerlichen Geschichten gibt es nichts Übernatürliches - selbst der Lügengeist könnte eine psychologische Ursache haben. Das tut dem historischen Epos aber keinen Abbruch. Die Figuren sind sorgfältig gezeichnet und so verwischen die Grenzen zwischen Gut und Böse. Da ist Violante, die einen ganzen Kreuzzug anzettelt, nur um zu ihren Mann zu gelangen. Die mysteriöse Karmesin, dessen Existenz Legende ist und deren Motive lange im Dunklen bleiben. Tiessa, die schwer an der Bürde ihrer Geburt und den ihr anvertrauten Geheimnis trägt. Und natürlich Saga, deren Verhältnis zum Lügengeist äußerst zwiespältig ist. Auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Zum Handlungsverlauf: Der Beginn ist eher langsam und sehr ausführlich geschildert, insbesondere im Vergleich zum späteren Fortgang der Geschichte scheint der Autor geradezu zu schlendern, während später beinahe gerannt wird. Im Mittelteil spielt dann leider allzu oft der Zufall eine Rolle und verleiden einen durch allzu gewaltige Glücksfälle doch etwas die Lesefreude. Später kommen minutiös geschilderte Kampfszenen mit detaillierten Beschreibungen der Verletzungen und Tode, sie erfordern ein passendes Gemüt und sind definitiv nichts für Zartbesaitete. An dieser Stelle sei auch der Bethanier erwähnt, die Szenen mit ihm sind nicht harmlos und ziemlich schaurig. Nach der großen Schlacht war für mich allerdings doch ziemlich die Luft raus und ich wollte gern zum Finale kommen. Mich hat die "große" Überraschung am Schluss nicht wirklich erstaunt, aber ein paar andere Sachen hatte ich so nicht vorhergesehen. Das Ende ist aus meiner Sicht irgendwie unbefriedigend, insbesondere was Tiessas Entscheidung angeht. Insgesamt lebt dieses Buch gar nicht so sehr von der Handlung, sondern von der Charakterzeichnung, Landschaftsbeschreibungen und bildgewaltigen Kampfszenen.

Kathrin Fröhlich, die Schwester von Sprecher Andreas Fröhlich, hat gute Arbeit abgeliefert und überzeugte durch gekonnten und variantenreichen Stimmeinsatz, es war sehr angenehm ihr zuzuhören. Allerdings merkt man die Kürzung den Hörbuch an, da einige Handlungsfäden kaum oder nur kurz ausgeführt werden - beispielhaft sei das Medaillon genannt. Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass einzelne Figuren wie Katervater im Buch wesentlich mehr Platz eingeräumt wird. Insgesamt ist das Hörbuch jedoch dennoch ein rundes Werk und durchaus als gelungen zu bezeichnen, die Lesung vergeht wie im Nu. Wer aber die Zeit mitbringt und richtig abtauchen will, ist wahrscheinlich mit der Buchfassung noch besser beraten.

Ein historischer Abenteuerroman, der vor allen mit seinen Charakteren überzeugt

4 Sterne
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besonders geglückt, 7. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Herrin der Lüge (Gebundene Ausgabe)
Kai Meyers Romane lese und liebe ich seit Jahren, und diesmal ist ihm wieder eines besonders geglückt. In "Herrin der Lüge" begleiten wir Gauklerin Saga, die Herrin der Lüge, auf den "Kreuzzug der Jungfrauen" - und parallel dazu ihren Zwillingsbruder Faun auf die Suche nach ihr.

Kai Meyers "historische" Romane sind gewürzt mit (mal mehr, mal weniger) phantastischen oder mythischen Elementen. Diesmal ist es wieder weniger Übersinnliches, das Buch liest sich also tatsächlich wie ein historischer Roman. Die Reise beginnt eher leise; doch wie immer endet die Geschichte mit spektakulären Szenen, die dem Leser den Atem rauben. Dazwischen liegen etwa sechshundert Seiten.

Die eigentliche Spannung des Romans wird nicht allein dadurch erzeugt, dass die Ereignisse sich zuspitzen, sondern rührt auch daher (und das genieße ich besonders), dass die Motive einiger Reisender im Dunkeln liegen, was immer wieder zu wirklich überraschenden Wendungen führt. Authentisch fühlt sich die Geschichte auch deswegen an, weil Dinge, Ereignisse und Personen auftauchen, die am Ende dann noch keine Rolle bei der "Auflösung" aller Geheimnisse spielen. Dabei bleiben die Entscheidungen der Charaktere nachvollziehbar und wirken nicht zum Wohle der Geschichte an den Haaren herbeigezogen wie in vielen anderen Büchern, die in Richtung "Fantasy" gehen.

Wie immer nach dem Lesen eines Kai Meyer-Romans möchte ich am Liebsten glauben, dass sich alles genau so zugetragen hat. Und wie immer bin ich beeindruckt von dem imposanten Finale, ohne jeden Kitsch auskommt und das den Leser trotzdem zutiefst beeindruckt.

Etwas schade ist, dass das Nachwort des Autors mit gerade mal einer Seite so kurz geraten ist - dafür entschädigt Kai Meyer die Leser allerdings angemessen mit dem Blog auf seiner eigenen Website.

Herrin der Lüge ist absolut lesenswert. Wer Das Buch von Eden mochte, wird Herrin der Lüge lieben. Und wer Das Buch von Eden nicht so großartig fand, der erst Recht!
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kaugummigedehnt, 29. Januar 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Herrin der Lüge (Gebundene Ausgabe)
Kai Meyer schreibt über historische Ereignisse und zum Glück tut er das nicht staubtrocken.

Mit 'Herrin der Lüge' ist es dem Vielbuchschreiber abermals gelungen, einen guten historischen Roman zu schreiben.

Prologmeister Kai Meyer beginnt das Buch mit einer düsteren Stimmung in der Stadt Konstantinopel, die gerade überfallen wird. Die besagte Stimmung scheint voller Asche zu sein und man kann das Feuer regelrecht riechen, während man die ersten Zeilen liest.

Ein wunderbarer Auftakt für diesen Roman .

Durch die Entführung und das Festhalten ihres Bruders Faun, nimmt Saga, das Gauklermädchen, die Rolle einer Heiligen an. Saga hat die Fähigkeit Leuten glauben zu machen, was sie sagt. Egal was es ist: Sie ist die beste Lügnerin der Welt. Und genau diese Fähigkeit nutzt sie aus, um zu der 'Magdalena' zu werden. Am Anfang belügt sie ein paar Mädchen, erzählt, dass sie die Stimme Gottes höre und ruft sie auf einen Kreuzzug ins Heilige Land zu beginnen.

Es dauert nicht lang, bis die Mädchenmassen wachsen und wachsen. Sie wachsen zu einer Zahl heran, die man kaum noch kontrollieren kann.

Währendessen gelingt es Faun zu fliehen und er begegnet auf dem Weg dem Mädchen 'Tiessa'. Sie ist klug und schön, aber sie hat eine Menge Geheimnisse. Die Wahrheit über sie baut sich während des Buches erst auf. Faun erfährt genau wie der Leser Stück für Stück immer mehr über das Mädchen. Und mir wurde sie im Verlaufe des Buches immer sympathischer und wurde langsam zu einer Figur, die ich mir vorstellen kann.

Saga wird immer mehr überwältigt von ihrer Aufgabe, aber beginnt ihre Position zu genießen. Faun reist mit Tiessa seiner Schwester hinterher.

Was Kai Meyer kann, ist Fäden am Schluss zusammenzuführen und zu einem roten festen Fadennetz zusammenzubinden. Die Figuren sind exzellent ausgearbeitet und erstellen eine nahezu reale Person in meinem Kopf. Staubtrockene Historik findet man nicht.

Kai Meyer ist und bleibt für mich der Meister der historisch ' fantastischen Romane. Hier hat er für mich einen guten Roman geschrieben, der in meinem Regal steht und über den ich lächle, weil er mir gefallen hat. Aber er wird nicht ganz vorn in der Kai-Meyer-Reihe stehen, wo meine Lieblingsbücher von ihm stehen, denn die Handlung wirkt oft kaugummigedehnt (und verliert nach einer Weile auch den 'süßen Geschmack'). Der Lesefluss wird oft von schleppenden Szenen durchbrochen.
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16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nett im Ansatz, aber in der Umsetzung gescheitert, 20. Oktober 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Herrin der Lüge (Gebundene Ausgabe)
1210 gerät die Gauklerin Saga, der Welt beste Lügnerin, in die Fänge der intriganten Gräfin Violante, die sie zum Zugpferd ihres Jungfrauenkreuzzugs machen will. Doch tatsächlich verfolgt sie andere Pläne als die Befreiung des Heiligen Landes. Sagas Zwillingsbruder Faun macht sich auf die Suche nach seiner Schwester und trifft dabei auf das geheimnisvolle Mädchen Tiessa. Über allem schwebt ein düsteres Geheimnis, dessen Bekanntwerden die Grundfesten der Westkirche erschüttern könnte.

Theoretisch ist dies ein historischer Roman über einen erfundenen Frauenkreuzzug, der aber dem Kinderkreuzzug nachempfunden ist, und dazu ein Schuß Fantasy, bezogen auf Sagas Lügenkunst. Daraus hätte man durchaus etwas machen können und die Geschichte beginnt auch vielversprechend.

Leider ist das Ergebnis aber enttäuschend. Die Figuren hatten fast ausnahmslos keinen für mich feststellbaren Charakter, dafür aber eine Menge an merkwürdigen Entscheidungen, die sie mir nicht sympathischer gemacht haben.

Das Hauptproblem aber sind die beiden wichtigsten Handlungsebenen, der Kreuzzug und das düstere Geheimnis, die sich eigentlich schön zusammenfügen sollten. Stattdessen ist der Kreuzzug sowohl im Buch als auch erzählerisch eher überflüssig. Er erfüllt keinen sichtbaren Zweck und wird auch vom Autor kaum genützt, um die Besonderheiten eines solchen Zuges unter diesen Bedingungen aufzuzeigen.

Das Geheimnis ist zwar grundsätzlich nett ausgedacht, gibt für mich aber noch weniger Sinn.

Das Buch liest sich trotz allem ganz nett und plätschert vor sich hin. Wohl ein idealer Schmöker, um sich die Stunden in einer fremden Welt zu vertreiben. Wer aber das Wörtchen "historisch" auf dem Deckblatt ernst nimmt und Sinn und Logik in seinen Büchern schätzt, sollte die Finger davon lassen.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend, unterhaltsam und gut gesprochen!, 6. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Herrin der Lüge: gekürzte Romanfassung (Audio CD)
An diesem Historienepos gefällt mir, dass es trotz der Länge nie langweilig wird. 8 CDs sind der Handlung angemessen.

Es handelt sich um eine autorisierte, gekürzte Romanfassung, aber ich kann aufgrund der Kürzung, im Gegensatz zu vielen anderen Hörfassungen historischer Romane, keine Lücken oder unverständliche Handlungssprünge erkennen.

Katrin Fröhlich (die deutsche Stimme z.B. von Gwyneth Paltrow und Cameron Diaz) liest angemessen gut. Sie schafft einen guten Ausgleich zum erzählerischen Text und den Dialogen, die Kai Meyer wirklich gut beherrscht. Sie liest die Dialoge nur leicht betont, so dass es den erzählenden Charakteren gerecht wird, ohne dass der Handlungsfluss gestört wird.

Mit den Zwillingen Saga und Faun gibt es sympathische Charaktere, die aber größtenteils getrennt auftreten. Fast werden sie dazu zu einer Konkurrenz für einander, da ich als Hörer beim hören des Handlunsgstranges um Faun auch kaum den Handlungsstrang um Saga abwarten kann und umgekehrt. Aber ich denke, dass spricht nur für den Roman.

Die historisch belegten Personen und Geschehnisse treten eher im Hintergrund auf, sind aber sehr wichtig für die agierenden Protagonisten und die Handlung. Der Kreuzzug der Jungfrauen ist vermutlich fiktiv.

Mit dem Lügengeist ist ein kleines, möglicherweise phantastisches Element enthalten, dass aber die Fans des historischen Romans bestimmt nicht stören wird.

Selten habe ich ein so langes Hörbuch in so kurzer Zeit gehört.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Historische Fantasy, 10. Juli 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Herrin der Lüge: gekürzte Romanfassung (Audio CD)
Frühjahr 1210. Saga und Faun sind Zwillinge. Zusammen mit ihren Eltern reisen sie von Jahrmarkt zu Jahrmarkt. Nebst Akrobatischen Kunststücken wird Saga als die Herrin der Lügen präsentiert. Dank eines Lügengeistes, der in Saga nistet, ist sie in der Lage, den Menschen alle Lügen glaubhaft zu machen. Oder sagen wir fast alle. Denn es sind nur die Lügen, die die Menschen eher hören und glauben wollen oder die sie gerade nicht hören wollten, wie die Ehefrau, die nicht wahrhaben möchte, dass ihr Ehemann sie verrät. Das Kunststück von Saga liegt nun darin zu erkennen, wer mit was belogen werden möchte. Dies macht sie zur Herrin der Lüge! Nicht durch die Lüge als solches, die sind eher trivialer Natur.
Auf einem Jahrmarkt wird Faun von der skrupellosen Landgräfin Violante von Lerch wegen Diebstahls festgenommen. Und kurz danach auch Saga. Violantte möchte, dass Saga sie begleitet und mit der Kraft ihrer Lügen junge Mädchen davon überzeugt, zusammen mit ihr Jerusalem zu befreien. Im Gegenzug wird sie ihren Bruder nicht hinrichten lassen und ihn nach ihrer Rückkehr wieder frei lassen.
Widerwillig willigt Saga ein. Doch schon kurz nach ihrer gemeinsamen Abreise gelingt es dem ahnungslosen Faun, der Saga für eine Gefangene Violantes hält, sich selbst zu befreien.
Und damit beginnt die eigentliche Geschichte. Während Saga zusammen mit Violante durch die Lande reist und junge Mädchen für "ihre" Aufgabe rekrutiert hetzt Faun seiner Schwester immer um ein paar Tage hinterher, lange in dem festen Glauben, sie sei eine Gefangene.
Beide lernen auf ihrer Reise Menschen kennen. Menschen, die ihr weiteres Leben beeinflussen.
Ihre Wege sind lange und mühselig und oft genug werden sie von Gefahren heimgesucht und müssen sich diesen stellen.

Doch hier - in der Länge des Weges - liegt wohl auch ein Schwachpunkt der Geschichte - sie zieht sich stellenweise hin.

Unklar ist mir immer noch, warum Kai Meyer sich hier eines "Lügengeistes" bedienen musste!
Irgendwie wollte sich dieses Abstrakte Gebilde für mich nicht so in die Geschichte einfügen. Saga sah sich nur durch den Lügengeist in der Lage zu lügen. Es widerte sie an, ihn aufzurufen, durch ihn die Menschen an zu lügen. Allein, dass der gläubige Mensch nicht lügen soll und sie nicht anders kann bzw. nicht sie sonder er - der Lügengeist - die Lüge ausspricht und sie somit vor Gottes Augen unschuldig bleibt, würde die "Existenz" eines solchen Konstruktes erklären. War aber meines Erachtens nicht wirklich notwendig.

Schlecht finde ich, dass das Buch/Hörbuch unter der Kategorie "Historisch" abgelegt wird. Fantasy wäre besser. Nicht, dass das die Geschichte als solches schlechter machen würde, aber die Menschen neigen dazu, das zu glauben, was sie lesen oder im Fernseher sehen. So sind der ein oder andere Gegenstand - z.B. gefederte Kutsche - erst wesentlich später erfunden worden. Auch von einem Kreuzzug der Frauen ist mir nichts bekannt. Ein solches Ereignis als historisch darzustellen, ist schon bodenlos! Allein die Tatsache, das die Geschichte in einem fiktiven Mittelalter dieser Erde stattfindet, reicht meiner Meinung nach nicht aus, sie als historisch dar zu stellen.

Dagegen hat die Sprecherin Katrin Fröhlich durch ihre Stimme und deren Modulation den Charakteren des Romans/Hörbuchs Leben eingehaucht und es war ein Genuss, ihr zu lauschen.

Als geschmackvoll und dem Inhalt des Buches gerecht werdend empfand ich auch die Gestaltung des Covers.

Ich hörte diese Geschichte, wie fast alle Hörbücher, im Auto, auf der Autobahn. Als Kurzweil diente sie mir gut, jedoch werde ich sie wohl nicht ein zweites mal hören (oder gar das Buch lesen). Für ein einmaliges Hören kann ich sie empfehlen - trotz der leichten Faux pas - aber nur unter dem Hinweis, das es sich um eine Fantasygeschichte in unserer mittelalterlichen Welt handelt. Der Leser muss nun entscheiden, ob ihm das (einmalige hören) den Preis von 29.95 Euro wert ist.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchschnittliches Historienepos!, 20. Dezember 2006
Von 
Michael Krause (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Herrin der Lüge (Gebundene Ausgabe)
Im Frühjahr 1210 zieht eine neue Heilige durch das Land. Keiner hat sie gesehen, doch jeder flüstert ihren Namen. Niemand ahnt, dass hinter der Heiligen lediglich die Gauklerin Saga steckt, die von der Gräfin Violante zu dieser Rolle gezwungen wurde, denn Saga besitzt eine ungewöhnliche Fähigkeit: Sie ist die beste Lügnerin der Welt. Tausende von Frauen folgen ihren Ruf, doch keine, nicht einmal Saga, ahnt, was wirklich hinter dem Kreuzzug steht.

Kai Meyer hat mit Herrin der Lüge abermals ein seitenstarkes historisches Epos verfasst. Leider lässt der Roman nach packendem Beginn deutlich nach und zieht sich im Mittelteil sehr in die Länge. Erst zum Schluss gelingt es Kai Meyer wieder, den Leser zu fesseln. Insgesamt zu wenig für eine gute Bewertung.
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5.0 von 5 Sternen Herrin der Lüge, 21. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Herrin der Lüge: gekürzte Romanfassung (Audio CD)
Ich habe schon ein anderes Hörbuch von Kai Meyer gehört und habe mich deshalb zum Kauf dieses Buches entschieden ok
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5.0 von 5 Sternen Wundervoll. ♥, 24. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Herrin der Lüge (Gebundene Ausgabe)
Es ist ein unglaubliches Buch und Kai Meyer ist einfach der beste deutsche Autor! :)
Sehr weiter zu empfehlen. :)
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Herrin der Lüge: gekürzte Romanfassung
Herrin der Lüge: gekürzte Romanfassung von Kai Meyer (Audio CD - 9. Oktober 2006)
Gebraucht & neu ab: EUR 3,89
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