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Kundenrezensionen

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am 12. Januar 2011
Das war wirklich ein schönes Weihnachtsgeschenk.

Beim ersten Blick auf diesen Papier-Brocken hatte ich zwar meine Zweifel, ob ich die nötige Zeit finden
würde, um mich da durch zu "quälen". Aber da ich auch die früheren Romane wie Säulen der Erde, Pfeiler
der Macht, Tore der Welt ... von Ken Follett verschlungen habe, machte ich mich noch in der Nacht von
Heilig Abend daran die ersten Seiten zu lesen ... und schon nach wenigen Seiten wollte ich das Buch nicht
mehr weg legen.

Sukzessive wurde mir im Laufe des Buches bewusst, wie wenig ich doch über den 1. Weltkrieg wusste.
Aber man lernt ja bekanntlich nie aus. Und ich liebe es ja zu lernen, ohne zu merken, dass ich lerne :-).

Aller guten Recherche und den Realitätsnähe-Versprechungen des Autors zum Trotz, darf man aber natürlich
nicht vergessen, dass es eben ein Roman und kein Sachbuch ist. Wobei das keine konkrete Kritik sein soll,
denn die paar Eckdaten, die ich im Nachgang mal mit Geschichtsbüchern abgeglichen habe, waren auf jeden
Fall alle richtig in die Handlung eingewoben.

Wie heißt es so schön: Der erste Eindruck zählt, der letzte Eindruck bleibt.

Angekommen auf der letzten Seite hätte ich zu gerne gewusst, wie es nun mit Blick Richtung Weimarer
Republik mit den Figuren weitergegangen wäre, wäre das Buch hier nicht zu Ende. Mit einem solchen
Gefühl nach über 1000 Seiten zu schließen ist schon eine Kunst.

Andere Leser haben die z.T. geringe Entwicklung einiger Figuren kritisiert. Ich für meinen Teil behaupte,
dass es auch in der echten Welt genug Menschen gibt, die auch nach einschneidenden Erfahrungen keine 180
Grad-Wendung vollziehen. Ich persönlich empfinde die Figuren und ihre Entwicklung als realistisch genug,
um mit ihnen mitzufiebern.

Ich würde das Buch mit gutem Gewissen Freunden empfehlen und so vergebe ich auch hier mit gutem Gewissen
empfehlende vier von fünf Sternen :-).
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am 23. Oktober 2011
Dieses Buch verdient 5 Sterne! Es wird alles geboten, was man von einem guten Historien-Roman erwarten kann.

Obwohl über 1.000 Seiten stark, ist das Buch fast durchgehend äußerst spannend geschrieben. Es gibt nur vereinzelt etwas langatmigere Stellen. Durch die vom Autor sehr geschickt gesetzten Wechsel der parallel verlaufenden Handlungsstränge wird man aber auch dann regelrecht gezwungen, weiterzulesen.

Die Einbettung in die historischen Begebenheiten vor, während und kurz nach dem 1. Weltkrieg sowie die Auftritte zahlreicher historischer Persönlichkeiten lassen das Geschehen sehr real erscheinen. Es sollte auch erwähnt werden, dass sich der Autor redlich um eine ausgewogene Geschichtsdarstellung bemüht (nicht nur auf deutscher Seite gab es unfähige Politiker/ Adelige usw.).

Da ich der Handlung nicht zu sehr vorgreifen möchte, hier nur kurz die wichtigsten Protagonisten:

- eine walisische Bergmannsfamilie, die sich "hocharbeitet" ;-)
- eine englisch/ walisische Adelsfamilie, die unter der Borniertheit ihres Clanchefs zu leiden hat
- eine deutsche Adelsfamilie, ebenfalls mit borniertem Oberhaupt
- zwei russische Brüder, von denen einer Oktober-Revolutionär, der andere Gangster in den USA wird
- die Familie eines alten US-Senators, dessen Sohn im Beraterstab des US-Präsidenten arbeitet.

Fazit: Ich wurde exzellent unterhalten. Mehr hatte ich nicht erwartet, und jetzt freue ich mich schon auf die Fortsetzung!
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am 26. November 2011
Und wieder einmal wagt sich Ken Follett, als dessen Fan ich mich gleich oute, an einen historischen Stoff. In diesem Genre fühlt er sich sichtlich wohl und punktet ein jedes Mal durch ungeheuren Wissenschatz und penibel genaue Recherche. Dennoch unterscheidet sich "Sturz der Titanen" von anderen seiner historischen Werke: Bietet beispielsweise das mittelalterliche Kingsbridge in "Die Säulen der Erde" lediglich den historischen Rahmen der Geschichte, ist die Historie in "Sturz der Titanen" praktisch die Geschichte selbst.
Zunächst stellt Follett sehr gut und anschaulich die politische und gesellschaftliche Situation vor Kriegsbeginn im August 1914 dar, dann beschreibt er detailliert den Verlauf des bis dahin grausamsten (und vermutlich unsinnigsten) Krieges der Menscheitsgeschichte sowie die gesellschaftlichen und sozialen Konsequenzen für die beteiligten Länder, um sein Buch damit zu schließen, die neue europäische Ordnung nach Kriegsende darzulegen.
Natürlich sollte dies kein Sachbuch, sondern ein Roman werden, also mussten fiktive Personen/Familien in die historische Handlung integriert werden. Da es das Ziel von Follett war, ein möglichst weitsichtiges Bild der Kriegsteilnehmer zu liefern, also keinen allzu einseitigen Schwerpunkt auf die Historie eines einzelnen Landes oder einer bestimmten Gesellschaftsschicht zu legen, behandelt er die fiktiven Schicksale einer englischen Adelsfamilie, einer walisischen Bergarbeiterfamilie, eines deutschen Diplomaten, eines politischen Beraters des amerikanischen Präsidenten sowie zweier Brüder aus der Arbeiterschicht des gesellschaftlich rückständigen Russlands. Dies mag ein interessanter Ansatz sein, aber er bringt ein paar deutliche Probleme mit sich:
Erstens fällt es dem Leser so deutlich schwerer, eine persönliche Bindung zu den Charakteren aufzubauen. Man liest beispielsweise ein Kapitel, in dem sich Follett hauptsächlich mit der Situation in Russland beschäftigt, um dann im den nächsten Kapiteln erstmal wieder das Augenmerk auf Deutschland, die USA, England oder Wales zu legen. Wie es um die Schicksale der Russen steht, erfährt man erst wieder gute 50 Seiten später. Dieses sprunghafte Erzählverhalten schafft eindeutig Distanz zu den Einzelgeschichten.
Zweitens dienen die Charaktere in erster Linie dazu, um in irgendeiner Form Zeitzeugen der wichtigsten historischen Ereignisse dieser Epoche zu sein. Es gibt im Roman acht Hauptcharaktere und an so ziemlich jedem bedeutenden Ereignis ist mindestens eine dieser acht Personen (entscheidend oder als Beobachter) beteiligt. Das wirkt schon nach kurzer Zeit sehr unglaubwürdig. Denn wenn diese Personen so nahe am Geschehen sind und mehrfach in eklatanter Weise auf die historischen Geschehnisse Einfluss nehmen, wieso hat man dann nie etwas von ihnen gehört? Ja klar, sie sind fiktiv, aber genau das ist der Punkt: sie repräsentieren gefühlt 1000 reale Personen der Zeitgeschichte und verlieren damit in großem Maße an Glaubwürdigkeit.
Drittens (und das schließt sich nahtlos an Punkt 2 an) versucht Follett natürlich die Geschichten dieser Hauptcharaktere miteinander zu verweben. Das führt zwangsläufig zu beinahe unfreiwillig komischen Situationen. Ein Beispiel: Ein amerikanischer Politiker besucht eine Fabrik in der russischen Millionen-Metropole Petrograd und trifft dort die russischen Brüder. Einer dieser Brüder wandert nach Amerika aus und trifft dort unter Zigmillionen Amerikanern eben genau diesen Politiker und - dessen nicht genug - spannt diesem auch noch dessen Verlobte aus. Wie wahrscheinlich ist das?! Dies ist nur ein einziges Beispiel von unzähligen in diesem Buch.

Ebenfalls gestört hat mich an diesem Buch, dass viele Geschichten sehr klischeehaft sind: eine verbotene Liebe zwischen einem Deutschen und einer Engländerin, eine Dienerin/Geliebte eines Adligen, die nach Bekanntwerden ihrer Schwangerschaft von diesem fallengelassen wird und sich aufgrund dieser Erfahrungen zu einer Kämpferin für das Wahlrecht der Frauen entwickelt, und so weiter. Wirklich originell finde ich das nicht, es verstärkte bei mir vielmehr den Eindruck, dass die fiktiven Geschichten lediglich ein "notwendiges Übel" darstellen, um aus einem Sachbuch einen Roman zu machen.

Da sich Follett dermaßen auf die historischen Ereignisse fokussiert, nimmt er seinem Buch auch einen großen Teil der Spannung. Wer sich zumindest ein wenig in der Geschichte des ersten Weltkriegs auskennt, der weiß in groben Zügen, wie er verlief. Man wird also an sehr wenigen Punkten des Buchs wirklich überrascht werden. Natürlich gibt es zahlreiche Details, die ein interessierter Laie noch nicht wusste, aber lohnt es sich dafür gut 1000 Seiten zu lesen? Ich ertappte mich mehrmals dabei, wie ich mich beinahe schleppend durch die Seiten quälte.

Nachdem ich so viel Kritik geäußert habe, möchte ich zumindest noch einen sehr positiven Punkt erwähnen, der für mich das Highlight dieses Buches darstellt: besonders gut gelungen fand ich Folletts Darstellung der Situation Russlands, die zum Sturz der Zarenherrschaft in der Februarrevolution und zur endgültigen Machtergreifung der Bolschewiki unter Lenin in der Oktoberrevolution geführt hat. Hier machte Follett anhand eines Einzelschicksals sehr gut deutlich, wie der verzweifelte Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit und Demokratie in der Bevölkerung letztlich ein Staatssystem hervorbrachte, welches man heute unter anderem mit Rotem Terror und der Person Stalin verknüpft, aber ganz bestimmt nicht mit sozialer Gerechtigkeit und Demokratie.

Alles in allem bin ich in der Bewertung dieses Buches sehr zwiegespalten. Einmal mehr verdient sich Follett zwar jegliches Lob für seine unglaublich detaillierten Recherchen. Aber an seinem Versuch, sein ganzes Wissen in eine (weltum-)spannende Geschichte einzubetten, musste er eigentlich zwangsläufig scheitern. Daher habe ich mich für drei Sterne entschieden.
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am 17. Januar 2016
Obwohl ich ein großer Ken-Follett-Fan bin, muss ich zugeben, dass mir dieses Buch nicht gefallen hat. Ich fand weder einen Zugang zu der Geschichte, die im ersten Weltkrieg spielt, noch zu den drei Familien aus drei verschiedenen Ländern. Unzählige Male wollte ich das dicke Buch aus der Hand legen, aber mein ungestümes Vertrauen in Ken Folletts Schreibkunst sagte mir, dass es mit Sicherheit noch spannend werden wird. Fehlanzeige.

Die Handlung wurde immer wieder von Folletts persönlich ausgeklügelten, strategischen und schier endlosen Monologen aufgehalten. Vielleicht ist das eine gute Kriegstaktik für den Feind, aber für das Erzählen einer Geschichte ist diese Taktik ungeeignet, denn dadurch bleiben die Charaktere auf der Strecke und für meinen Geschmack sind es interessante Charaktere, die Ken Follett entwickelt hat. Jedoch unterbrach er die Verbindung zwischen den Akteuren und dem Leser solange und so oft, bis die Figuren sekundär und ihre Gefühle belanglos wurden. Inmitten des strategischen Geschwafels erfuhr der Leser irgendwann wie es mit den Personen weiterging, aber nicht lange, denn nun folgten seitenlange politische Ansichten des Autors durch die man sich lesend quälen musste wie die Soldaten durch den Schlamm auf Folletts fiktivem Schlachtfeld.

Im Grunde genommen ist es eine gute Geschichte, wenn da nicht diese mörderischen Monologe gewesen wären, die langsam, aber sicher jeden einzelnen Charakter dieser Geschichte getötet haben.
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am 2. Februar 2016
Wer Ken Follett in die Hand nimmt, weiß von vorneherein, dass es sich um einigermaßen solide Trivialliteratur handelt. So startet auch die Follett'sche Jahrhundert-Saga mit dem ersten Band in eine umfassende Darstellung der Geschehnisse vor, während und nach dem ersten Weltkrieg mit den Schwerpunkten Großbritannien, USA, Russland und Deutschland und das auf Basis eines Unterhaltungsromans.
Follett versucht, die historischen Begebenheiten möglichst vollständig und objektiv abzubilden.
So muss ich sagen, dass ich - und das entgegen mancher Rezensenten hier NICHT den Eindruck hatte, dass er die Schuld des ersten Weltkrieges auf Deutschland schiebt. Vielmehr bemüht sich Follett um die Darstellung der Verantwortung ALLER am Kriegsausbruch beteiligten Länder. Auch wird die Ungerechtigkeit des Versailler Vertrags am Ende recht gut (und vor allem aus dem Blickwinkel eines Engländers) dargestellt und dessen Auswirkungen auf die Gemüter der in Deutschland lebenden Menschen.
An dieser Stelle muss man bemerken, dass natürlich nur auf einen Teil der Ereignisse eingegangen werden kann - es handelt sich bei 'Sturz der Titanen' ja auch nicht um eine mehrbändige Sachbuch-Reihe zu den Ursachen und dem Verlauf des WW I, sondern um einen etwa 1000seitigen Unterhaltungsroman. Das sollte man meines Erachtens bei aller Wahrheitsliebe zu den geschichtlichen Ereignissen bei der Bewertung nicht vergessen.
Zugegebenermaßen sind die ersten 300 Seiten etwas flach und teilweise ordinär. Die recht ausführlich beschriebenen Sex-Szenarien, die darüber hinaus nur punktuell und vermehrt im ersten Drittel des Buches auftauchen, waren für den Erzählverlauf eher überflüssig und teilweise fehl am Platze. Eine Liebesgeschichte darf bei interessanten Charakteren auch gerne mal außerhalb der Leistengegend dargestellt werden.

Was mich wirklich gestört hat, ist die vollkommen unreflektierte Glorifizierung der Arbeiterschicht. Alle "Guten" im Buch, egal aus welchem Land, sind Sozialisten. Der einzige Russe aus einfachen Verhältnissen, (Achtung SPOILER), wird durch Tricks, Gewalt und Brutalität sowie absolute Skrupellosigkeit zu - na, was wohl - einem schwerreichen Unternehmer. Somit wird dem etwas unbedarften Leser schnell klar, das Gut und Böse irgendwie ja doch vom Geld abhängen. Reiche sind Schweine, während Arme nebst hervorragender Bildung auch noch vorbildlichstes Verhalten an den Tag legen. Während (SPOILER) Ethel aus Sicht des Erzählers moralisch völlig unbeschadet und natürlich überhaupt nicht selbstreflektiert aus ihrer Bettgeschichte mit dem verheirateten Fitz herausgeht, wird er als selbstsüchtiger und egoistischer Adeliger (wie kann es auch anders sein) als allein Verantwortlicher für das nachfolgende Dilemma herangezogen.
Für die Darstellung der Unterdrückung der Frauen im Buch ist dieses nur ein haarsträubendes Beispiel; gefolgt von vielen anderen.
Soviel schwarz-weiß und Einseitigkeit war mir definitiv zu viel. Der Leser scheint aus Follett's Sicht komplett verblödet zu sein und sich bei differenzierter Darstellung der Sachverhalte nicht auf seine Meinung einigen zu können. Da geht man eben mit der Dampfwalze vor.

Genervt haben mich darüberhinaus die ausführlichsten Beschreibungen der Äußerlichkeiten aller Beteiligten inkl. Haarfarbe, Haarstruktur, Augen, Mund, Nasenform, Größe und Form der Oberweite und und und. Detaillierte Darstellungen der Damenbekleidung der Oberschicht mögen als Stilmittel die Dekadenz der herrschenden Klasse symbolisieren. Deren ständige Wiederholungen waren jedoch vollkommen unnötig und hätten zugunsten einer komplexeren Darstellung der jeweiligen Charaktere dem Buch sicherlich gut getan.

Für mich ist das Fazit, dass man 'Sturz der Titanen' sicher nicht gelesen haben muss. Wer Unterhaltungsliteratur mag, und sich an Follett's ausgeprägter linkspolitischer sowie simpler schwarz-weiß Darstellung und einfachen Dialogen nicht stört, ist mit dem Buch jedoch einigermaßen bedient. Zudem ruft er die Bedingungen der Menschen vor dem ersten Weltkrieg und die entsprechenden Auswirkungen (Zustände im Zarenreich, Ungerechtigkeiten der unterschiedlichen Klassen, Entstehung des Bolschewismus, Erhebung des Proletariats, Frauenwahlrecht etc.) noch einmal eindrucksvoll in Erinnerung.
Es war eine Zeit des revolutionären Umbruchs in Europa. Eine nähere Beschäftigung anhand anspruchsvollerer, weiterführender Literatur wäre sicherlich lohnenswert. Denn die Idee Follett's, das dramatische 20. Jahrhundert in eine Trilogie umzusetzen, ist ja an sich recht interessant und hätte deutlich mehr bieten können.
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TOP 500 REZENSENTam 15. November 2015
....dieser Historienroman, wie ich finde, durchaus mit Erkenntnisgewinn.
Leicht lesbar erzählt der Autor die bedeutsamen Ereignisse vor, während und nach dem 1. Weltkrieg. Hierzu bedient er sich fiktiver Protagonisten, in mehr oder weniger Stellvertreterfunktion der am 1. Weltkrieg beteiligten "Hauptakteure" sprich Nationen. Follett gelingt es, durch "History light" die Entstehung des 1. Weltkriegs einfach, aber gekonnt so zu veranschaulichen.
Es veführt dazu, das ein oder andere dargestellte, tatsächlich stattgefundene Ereignis, in der Fachliteratur nachzulesen.
Ergo mit Lerneffekt. So man denn will.
Auch bemerkenswert finde ich den Versuch, die verschiedenen nationalen Sicht- und Denkweisen , ungeschönt darzustellen , die zur Urkatastrophe des zwanzigsten Jahrhunderts geführt haben. Die hier in einigen Rezensionen geäußerte Kritik:
Geschichte wird hier falsch dargestellt oder das Buch sei zu viel "wissenschaftlich" greift für mich zu kurz.
Dem möchte ich entgegensetzen:
a) es handelt sich hier um einen Unterhaltungsroman,
b) der 1. WK ist nun mal so verlaufen, wie er verlaufen ist.
Da kann man zu den historischen Ereignissen schwerlich Spannungsbögen konstruieren, die nicht im Einklang mit den tatsächlichen Ereignissen stehen.
Auch wenn die fiktiven Hauptakteure in ihrem Beziehungsgeflecht teilweise sehr schmonzettenhaft und überkonstruiert daherkommen, habe ich mich nichtsdestotrotz gut unterhalten gefühlt.
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am 14. August 2014
Die Handlung setzt einige Monate vor Ausbruch des ersten WK ein. Ich möchte mich nicht auf die schon in der Artikelbeschreibunbg vorgestellte Handlung beziehen, jedoch kann ich sagen, dass alle Handlungsstränge (Briten, Deutsch, Russen, AMerikaner) wirklich gleich spannend und fesselnd sind. Es resultiert ein 1000-Seiten Schmöker, den ich nicht mehr aus der Hand legen wollte und binnen einer Woche gelesen hatte. Wirklich empfehlenswert.
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am 9. Mai 2012
Ich finde es immer sehr schön, wenn viele Handlungsstränge in einer Geschichte existieren und sich immer wieder überschneiden, auch wenn es, wie hier, doch sehr durchschaubar ist. Aber damit kann ich leben.

Wirklich empfehlenswert an diesem Roman sind die, wie ich finde, fast perfekt eingebundenen historischen Hintergründe. Diese lassen die teilweise etwas stereotypisch und an einigen Stellen sehr hölzern geratenen Charaktere verschmerzen und machen nach jedem Kapitel Lust auf mehr. Ich bin ein sehr an Geschichte interessierter Mensch und muss sagen, dass mir durch den Roman doch ein paar neue gedankliche Verknüpfungen offenbart worden, die ich vorher nicht in Betracht gezogen habe; schon allein aus diesem Gesichtspunkt gibt es 3 Sterne.

Auch die Einbindung real existierter Personen, wie etwa Winston Churchill, ist dem Autor sehr gut gelungen.

Nun zu den negativen Punkten.

Was mich richtig gestört hat waren diese, teilweise, elend in die Länge gezogenen Liebesszenen. Vielleicht mag das für ein paar Menschen wirklich toll sein, wenn über mehrere Seiten dem Beischlaf, mit dem dazugehörigen inneren Monolog der Liebenden über die Sehnsucht nach dem Partner, soviel Aufmerksamkeit geschenkt wird, mir war es eindeutig zuviel des Guten; aber das ist bekanntlich Geschmackssache.

Auch die Konstruktion der Figuren ist Ken Follett in anderen Romanen schon wesentlich besser gelungen, was aber auch damit zusammenhängen kann, dass diese ja doch immer in eine Ideologie passen mussten, welche einen gewissen Stereotyp voraussetzt. Doch warum immer alle Frauen richtige Schönheiten sein müssen und die "Bösen" unter den Männern ununterbrochen ihren Trieben nachgehen, ist für mich nicht nachvollziehbar. Man kann als hässliche Frau, auch gern einmal Erfolg im gesellschaftlichen Umfeld haben. Oder setzt dieser immer große Brüste und ein engelsgleiches Gesicht voraus?

Sei es drum. Das Buch ist empfehlenswert, wenn man sich für den geschichtlichen Hintergrund interessiert und um diesen gern eine Handlung gebaut bekommen möchte. Für alle anderen sind Groschenromane, Geschichtsbücher und Barbara Wood Romane doch die bessere Alternative. Sturz der Titanen bietet von allem etwas. Ein wenig mehr Geschichte und ein bisschen weniger Sex hätten dem Buch aber gut getan.
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Wie bringt man einem Geschichtsmuffel wie mir ein so bedeutendes geschichtliches Ereignis wie den 1. Weltkrieg näher? Man gibt mir dieses Buch und lässt mich in eine tolle Geschichte versinken.

1020 Seiten und 3 Wochen später bin ich sicherlich kein Experte, aber jetzt habe ich zumindest eine grobe Vorstellung und einen Überblick darüber bekommen, was vor knapp 100 Jahren passiert ist.

Schon die ersten Seiten haben mich total in seinen Bann gezogen. Anfangs dachte ich noch, mit all den verschiedenen Schauplätzen und Charakteren würde ich durcheinander kommen, aber schon nach wenigen Kapiteln war ich mittendrin in der Geschichte und brauchte die Personenübersicht nicht mehr.

Ich kann mich gar nicht entscheiden, welcher Schauplatz und welche Charakteren mir am besten gefallen haben. Fast jede Geschichte war auf ihre Art sehr gut. Nur mit einer konnte ich mich das ganze Buch hindurch nicht so ganz anfreunden, und das war Amerika. Die einzelnen Personen waren mir alle nicht sonderlich sympathisch.

Der Mix aus Familien- und Liebesgeschichte und Historie haben mir sehr gut gefallen. Es gab nur wenige Längen und diese überdauerten auch nur wenige Seiten.

Es gibt einen Kritikpunkt. Ich bin politisch und geschichtlich nicht sehr bewandert. An einigen Stellen hätte ich mir zu einigen Begriffen ein paar Fußnoten gewünscht. Teilweise musste ich im Internet nachschauen oder meinen geschichtlich allwissenden Ehemann um Hilfe bitten.

Ein toller Roman, der mit seiner schönen Aufmachung einen Ehrenplatz in meinem Regal haben wird.
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Drei Länder. Drei Familien. Ein Jahrhundert.Europa 1914. Eine deutsch-österreichische Aristokratenfamilie, die unter den politischen Spannungen zerrissen wird. Eine Familie aus England zwischen dem Aufstieg der Arbeiter und dem Niedergang des Adels. Und zwei Brüder aus Russland, von denen der eine zum Revolutionär wird, während der andere in der Fremde sein Glück sucht. Ihre Schicksale verflechten sich vor dem Hintergrund eines heraufziehenden Sturmes, der die alten Mächte hinwegfegen und die Welt in ihren Grundfesten erschüttern wird. (Quelle: amazon.de)

Wenn man sich vornimmt einen Roman wie "Sturz der Titanen" zu lesen, sollte man sich Zeit nehmen, denn man sollte sich gewiss sein, dass die Story keine tagelange Pause verzeiht. Dafür ist die Handlung viel zu komplex.
Anfangs hatte ich ein paar Berührungsängste, nicht allein dadurch verursacht, dass das Personenregister so umfangreich ist. Auch die 1020 Seiten schreckten mich ein bisschen ab. Aber dann siegte meine Neugier auf das Buch und ich habe mich vollends auf die Geschichte eingelassen und schon nach 70 Seiten war ich komplett in die Handlung versunken.

Follett zeichnet ein fantastisches und vor allen Dingen verständliches Bild der politischen Ereignisse von 1914 bis 1920. Auch Leser, die wenig politisch interessiert sind oder früher Geschichte nicht gerade als ihr Lieblingsfach bezeichneten ' so wie ich ;-) ' wird dieses Buch gefallen.
Dem Autor ist es gelungen immer wieder unvorhersehbare Wendungen mit einzubauen, die mir beim Lesen entweder rote Wangen, Atemlosigkeit oder auch ein paar Tränchen bescherten. Schwangerschaften, Trennungen, geheime Liebschaften und viel Sex ' Follett geht hierbei aufs Ganze!

Am meisten berührt hat mich dabei die Liebesgeschichte zwischen Maud und Walter. Ohne Kompromisse kämpfen sie bis zum Schluss um ihre Liebe, auch wenn sie dafür einige Rückschläge in Kauf nehmen mussten.
Nicht nur diese zwei sind es, die mit ihrer Entwicklung in diesem Roman beeindrucken. Da werden ein Zimmermädchen zur politisch engagierten Kämpferin und ein Gauner zum Offizier.
Was mir jedoch ein fehlte war noch mehr Facettenreichtum bei den Figuren. Ein Betrüger bleibt bei Follett ein Betrüger und ein Adliger bleibt ein vorurteilsbeladener Snob. Und auch der eben angesprochene Offizier bleibt letzten Endes nichts weiter als ein Ehebrecher und Dieb.

Genauso hat das Buch ein paar überflüssige Längen.
Der Anfang war brillant und spannungsvoll konstruiert. Und auch große Teile in der Mitte der Handlung flogen nur so dahin. Nicht zuletzt durch den relativ flüssigen Schreibstil. Diese Kapitel waren ereignisreich und vor allen Dingen abwechslungsreich. Aber zwischen ca. Seite 700 und 900 ging es nur noch politisch zu und das auf so zähe Art und Weise, dass ich mich wirklich motivieren musste das Buch bis zum Ende zu lesen. Lediglich die Neugier über die weiteren Geschehnisse trieb mich an durchzuhalten. Schlussendlich wurde ich dann auch mit einem für mich zufrieden stimmenden Ende belohnt. Ich erhoffe und wünsche mir die Fortsetzung ein bisschen weniger politisch.

An meiner Rezension merkt man sicher schon, dass ich hin und her gerissen bin zwischen Begeisterung und netter Unterhaltung. Ich kann mich wirklich nicht entscheiden. Einerseits hat Follett die politischen Ereignisse sehr anschaulich beschrieben, dann gab es wie schon erwähnt Kapitel in denen es stur nur um Revolution, Aufstände etc. ging.

Fazit: Lesenswert ist "Sturz der Titanen" auf jeden Fall, aber man darf nicht zu viel erwarten.
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